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Kapitel 13 - Der Tradingplan II

Am Anfang war ich einfach nur "planlos". Ich hatte keine Ahnung von Traden und schon gar nicht davon, wie ich anfangen sollte. Zum Glück hatte ich einige sehr gute Buchempfehlungen, die mir die Richtung wiesen. Darin war die Rede von der Wichtigkeit eines Tradingplans. Was dieser beinhaltete war mir nicht so wirklich klar, wurde aber mit der Zeit immer deutlicher. Zum einen gehört dazu, sein Konto so zu verwalten, dass man nicht innerhalb weniger Wochen pleite ist, was so weit noch recht eingängig ist. Zum anderen eine Risikokontrolle, um bei Verlust-Trades nicht allzu viel Geld zu verlieren und eine Gewinnspanne, die größer sein muss, als der Verlust und viele weitere Regeln für das weitere Vorgehen.

Da stand ich nun vor folgendem Problem. Mehr Profit als Verlust klingt zwar vernünftig, da man ja unter dem Strich Gewinn machen möchte, die große Frage jedoch war, wie mache ich überhaupt Gewinn, und dann auch noch mehr, als den Verlust den ich einstecken muss. In diesem Zuge lernte ich einiges über Tradingstrategien. In den Büchern wurden mir viele verschiedene Möglichkeiten angeboten von saisonalen Trends, über intuitive Eingebungen, bis hin zu komplexer Technischer Analyse. Diese Techniken beschränkten sich zumeist darauf, den Einstieg in eine Aktie zu finden, was einem sehr wichtig erscheint in Anbetracht dessen, dass der nachfolgende Kursverlauf sich direkt auf das eigene Konto auswirkt.

Deshalb verlor ich viel Zeit auf der Suche nach einem einfachen Einstieg, der mir den gewünschten Erfolg bringen sollte. Je länger man sich damit beschäftigt, desto klarer wird, dass es keine Anleitung zum einfachen Profit gibt und vor allem kein "Kochrezept" um Gewinne zu erzielen. Man muss tatsächlich ein eigenes System entwickeln, das einem selber liegt und welches sich als gewinnbringend herausstellt. Welche Strategie das im konkreten Fall ist, verliert an Bedeutung, wenn man versucht verschiedene Systeme miteinander zu vergleichen und dabei feststellt, das die Unterschiede sehr gering sind, oder aber die Ergebnisse nicht nachvollziehbar, da jeder Trader mit dem selben System anders umgeht.

Letztendlich führt einen selbst ein gutes System immer wieder zu zwei grundlegenden Punkten zurück, Risk- und Moneymanagement. Ohne dies in einen Tradingplan aufzunehmen, läuft man Gefahr trotz des gewinnbringenden Systems sein Geld zu verlieren und es stellt deshalb das Grundgerüst jedes Tradingplans dar. Im Vergleich werden damit im selben System wesentlich höhere Profite erwirtschaftet und das Kapital abgesichert. Ich habe gelernt, dass man sogar allein damit Profit schlagen kann, ohne eine gute Tradingstrategie zu beherrschen.

Gerade bei kleinen Konten stellt sich ein detaillierter Tradingplan als sehr nützlich dar, da zum Beispiel Kommissionen einen sehr großen Anteil am Verlust haben und ernsthaft mit einkalkuliert werden müssen. Man könnte also sagen, dass jeder Trade schon im Verlust beginnt und erst einmal wieder ausgeglichen werden muss. Durch den Tradingplan werden viele Fragen im Vorfeld geklärt und Entscheidungen vorweggenommen. Da man bei der Erstellung eines solchen Plans genügend Zeit hat, in Ruhe darüber nachzudenken und deshalb bei Entscheidungen einen kühlen Kopf bewahrt, wird das anschließende Traden wesentlich ruhiger. Man weiß genau, worauf man sich einlässt und was im konkreten Falle zu tun ist. Damit spart man sich wichtige Zeit, denn man kann auf Veränderungen sofort und richtig reagieren. Man nimmt sich auch leichter mal eine Auszeit, wenn man einen schlechten Tag hat, denn auch dies kann vorher festgelegt werden und große Verluste verhindern. Mit der nötigen Disziplin, sich an solch getroffene Regelungen zu halten, kann man wesentlich entspannter traden und hat auch noch mehr Zeit, sich auf wichtigere Dinge als den eigenen Adrenalinspiegel zu konzentrieren.

Martin Haimerl



Kapitel 13 - Der Tradingplan II
Datum:   22.11.2004
Autor:   Bruno Stenger
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