Artikel » Ausrüstung
Put it all together!

v. Detlef Wormstall
Die optimale Hardware

Es soll noch bemerkt werden, dass neben dem eigentlichen Computer, der für den Handel benötigt wird, natürlich auch noch einige Peripheriegeräte genutzt und damit angeschafft werden müssen. Eines der wichtigsten Geräte ist der Drucker. Da unter Umständen sehr viel Auswertungen, Portfolioupdates und ähnliches ausgedruckt werden müssen und der Schwarzweißanteil sehr hoch ist, empfiehlt sich hier die Anschaffung eines hochwertigen Laserdruckers. Im Prinzip kann jeder Laserdrucker genutzt werden, der Qualitätsaspekt muss aber im Vordergrund stehen. Tintenstrahldrucker empfehlen sich nur eingeschränkt, da ihr Verbrauch an Tinte und damit die Betriebskosten sehr hoch sind und der Farbanteil bei den meisten für Trader relevanten Ausdrucken eher gering ist.

 

 

Das Bild zeigt den schematischen Aufbau einer professionellen und anspruchsvollen, voll vernetzten Tradingplattform. Die Verbindung zum Internet wird über eine ISDN oder DSL-Verbindung hergestellt und geht von dort in den Router, der wiederum die Daten an den Hub/Switch weiterleitet. Je nach Netzwerkgröße und Beschaffenheit ist ein Router nicht unbedingt notwendig. Bei einer reinen DSL Leitung und wenigen Computern innerhalb des Netzwerkes genügt schon ein einfacher Hub, der die vom DSL-Modem kommenden Signale auf die einzelnen Tradingcomputer verteilt.
Ist das Netzwerk jedoch insgesamt größer und erfüllt neben dem eigentlichen Traden auch noch andere Aufgaben, dann ist ein Router als Gateway ins Internet von Vorteil. Einen solchen Router kann man neben der reinen Verbindungsaufgabe auch als Firewall einsetzen, so dass das übrige Netzwerk geschützt ist und die Clients von außen nur schwer angegriffen werden können. Ein Router kann je nach Ausstattung noch weitere Aufgaben übernehmen.
Der Hub/Switch dient zur Verteilung der Daten auf die einzelnen Computer im Netzwerk. Auch hier gilt wieder, solange das Netzwerk klein ist und nur aus wenigen Computern besteht, reicht ein Hub völlig aus, erst wenn das Netzwerk wächst und verschiedene Aufgaben geordnet nach Prioritäten ausgeführt werden müssen, ist ein Switch die bessere Wahl. Während ein Hub die Daten lediglich gleichmäßig im Netzwerk auf alle angeschlossenen Nutzer verteilt, kann der Switch diejenigen Nutzer besser bedienen, die aufgrund der auf ihnen genutzten Software höhere Datenanforderungen geltend machen. Eine Webseite, die Nachrichten statisch darstellt, braucht wesentlich weniger Ressourcen, als eine Tradingplattform, die mit Echtzeitdaten in der Pushtechnologie versorgt wird. Ein Switch stellt nun dem Computer mit der laufenden Tradingplattform mehr Bandbreite zur Verfügung, als dem Computer mit der Nachrichtenseite. Auf diese Weise verhindert man Engpässe in der Datenversorgung aufgrund ungeschickter Aufteilung der vorhandenen Bandbreite.
Fast Ethernet gilt inzwischen als Standard beim Netzwerkaufbau. Bei einer solchen Verkabelung kommen Kabel der Kategorie Cat 5 zum Einsatz. Für ein Tradingnetzwerk reicht die Geschwindigkeit völlig aus. Stabile Netzwerkomponenten stellen Firmen wie 3com , Cisco oder Dlink her. Neben der herkömmlichen Verkabelung setzen sich auch immer mehr Wireless LAN Lösungen durch, für diese gilt aber noch, dass sie schwieriger nach außen hin absicherbar sind, als die alternative Kabelvariante. Da sie auch teurer sind, sollten sie nur in Erwägung gezogen werden, wenn es zu umständlich oder zu kompliziert wäre, eine herkömmliche Kabelvariante zu installieren, beispielsweise bei der Vernetzung von ganzen Etagen.
Vom Hub/Switch aus gibt es mehrere Verteilungsmöglichkeiten. Der Hauptanschluss dient der Tradingplattform, da sie die höchste Priorität innerhalb des Netzwerkes besitzt. Je nachdem, wie viele Computer zur Verfügung stehen, gibt es weitere Anschlüsse. Die weiteren Computer dienen der Researcharbeit, sowie den verschiedenen Nachrichten- und Chatsystemen. Insbesondere dann, wenn man mit Tradern zusammenarbeitet, die vielleicht an einem anderen Ort sitzen, hat sich die Nutzung von computerbasierten Chatsystemen als hervorragend geeignet herausgestellt. Auf diese Art kann man beispielsweise Gruppenstrategien nutzen und erhält Informationen über Sektoren oder Bereiche der Märkte, die man selbst vielleicht gar nicht beobachtet. Nicht zwingend notwendig, aber sehr hilfreich ist auch ein Fernsehgerät oder eine Computerlösung mit TV Anschluss, auf dem der jeweilige Markt verfolgt werden kann. Für den amerikanischen Aktienhandel ist das CNBC, ein Sender, der in den USA eine sehr weite Verbreitung hat und als de facto Standard im Investmentbereich gilt. Dieser Sender ist jedoch nicht über das Kabelnetz der Deutschen Telekom verfügbar, sondern ausschließlich über Satellitenempfang. Peripheriegeräte wie Drucker, Fax und Notebook sollten natürlich auch noch Anschlussmöglichkeiten finden.

Jeder Trader nutzt ein anderes Computersystem und damit unter Umständen auch eine andere Variante des Windows- Betriebssystems. Die einzelnen Komponenten eines Tradingcomputers müssen jedoch immer auch auf die Software abgestimmt sein und gut zusammenpassen. Es ist nicht sinnvoll, an der Auswahl der Einzelkomponenten zu sparen. Wer hier nicht über eigene Erfahrung verfügt, oder nicht selbst Hand anlegen möchte, um den Handelscomputer aufzubauen, der wird auch bei Spezialfirmen, wie Trading-PC fündig. Diese Unternehmen beraten nicht nur, sondern liefern auf Wunsch komplette Tradinglösungen, die selbst die zu nutzende Software schon beinhaltet.

Der große Bereich der zum Einsatz kommenden Software wird in einem gesonderten Artikel in einem der folgenden Monate behandelt. Im zweiten Teil dieses Artikels beschäftigt sich nun Martin mit der Materie und schildert seine Eindrücke zum Thema Hardware.



Put it all together!
Datum:   21.11.2004
Autor:   Bruno Stenger
Bewertung:   ø 10,00
Stimmen:   2
Aufrufe:   3966
Druckansicht   druckbare Version anzeigen
weiterempfehlen   Artikel empfehlen
0 Kommentar(e)   Kommentar schreiben
 
Verwandte Artikel
Der Siegeszug der PC's