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| Vorsprung durch Technik - Kinderkrankheiten |
Die Hardware auf Brokerseite war anfangs lange noch nicht genügend ausgereift, um einem massiven Kundenansturm standhalten zu können. Die Server waren noch zu langsam und konnten nur wenige Anfragen gleichzeitig bearbeiten. Manchmal war es einfach nicht möglich, den Server des eigenen Broker überhaupt zu erreichen. Traurigen Ruhm in dieser Disziplin erlangte in den Jahren 1997 und 1998 der amerikanische Discountbroker Datek Online. Lange Zeit von Daytradern wegen seiner Geschwindigkeit und seiner Marktzugänge als die Nummer Eins im Discountbroking bevorzugt waren in dieser Phase Datek Server am Montagmorgen in den ersten beiden Handelsstunden überhaupt nicht zu erreichen und in Spitzenzeiten, wenn der amerikanische Notenbankchef Alan Greenspan mal wieder an der Zinsschraube drehte, konnte schon mal während des Handelstages das gesamte Serversystem komplett ausfallen. Die regen Diskussionen und wüsten Beschimpfungen des Brokers seitens der Anleger kann man teilweise auch heute noch unter www.techstocks.com im Brokerboard nachlesen. Natürlich stand Datek nicht allein da, es gab auch andere Pioniere des Onlinebroking, die gleiche Phasen durchliefen. Einer der größten amerikanischen Onlinebroker der frühen Phase, E-Trade gehörte auch dazu. Die deutschen Onlinebroker mussten allerdings erst sehr viel später in den Jahren 1999 und 2000 das gleiche Dilemma überstehen. Parallel zu diesen Entwicklungen erforderte es vom Privatkunden noch erhebliche Investitionen und Eigeninitiative, ein Computersystem aufzubauen, dass effektiv für den Eigenhandel von zu Hause aus eingesetzt werden konnte. Heute hingegen entfallen solche Bemühungen. Selbst der Fertigcomputer aus dem Supermarkt um die Ecke stellt genügend Leistung bereit um als Tradingcomputer optimal genutzt werden zu können. Die Probleme heute liegen eher noch immer in schlecht ausgebauten Serverbereichen der Firmen, die Daten bereitstellen und den oftmals völlig überlasteten Internetzugängen. Dennoch darf beim Aufbau einer Tradingplattform nicht vergesssen werden, dass jeder kleine Fehler die Sicherheit und Stabilität des gesamten Systems beeinträchtigen und zu erheblichen Verlusten führen kann, deshalb sollte der Aufbau einer solchen Plattform aufmerksam durchgeführt werden. Allgemein gilt, dass nur qualitativ hochwertige Hardware verwendet werden sollte. Die Investitionen dafür sind am Anfang etwas höher, können einen aber mitunter vor hohen Nachfolgekosten schützen. Nicht zu reden von dem Ärger, den man sich erspart, wenn die Plattform stabil funktioniert. Gerade bei der Stabilität gibt es immer wieder Probleme, die auf mangelhafte Hardware zurückzuführen sind, die aber vom Anwender vielfach in der genutzten Software gesucht werden. Handelsplattformen sind komplexe Programme und stürzen mitunter ab, wenn beispielsweise ein Speichermodul defekt ist. Solche Fehler zu finden kostet viel Zeit und Nerven und natürlich entgangene Tradingtage, insbesondere dann, wenn man selbst kein Computerexperte ist. Neben der Plattform und dem Betriebssystem sollte sich keine andere Software auf dem Handelscomputer befinden um nicht unnötige Schwierigkeiten mit unterschiedlichen Programmen und Treibern hervorzurufen. Die übrigen Aufgaben eines Tradingalltages werden sinnvollerweise auf einem zweiten Computer durchgeführt. Überhaupt spielt Redundanz bei den Systemen eine sehr große Rolle. Bei einer professionellen Tradingplattform kann durch mehrere zur Verfügung stehende Computer vielfach die Anzahl der auftretenden Probleme verringert werden. Und natürlich umgekehrt, je weniger Computer zur Verfügung stehen, desto höher die Anzahl der möglicherweise auftretenden Probleme, insbesondere dann, wenn alle benötigten Programme auf nur einem oder zwei Rechnern miteinander auskommen müssen. Dabei sind die möglichen Probleme vielfältiger Natur und können allein oder mit anderen Problemen zusammen auftreten. Die Palette reicht da von einfachen Bedien- und Einstellfehlern der verwendeten Software bis hin zu komplexen Treiberproblemen, die nur der Fachmann lösen kann. Solch eine Problemsuche kann viel Zeit und mitunter auch Geld kosten, dann nämlich, wenn der Computer zu einem Zeitpunkt ausfällt, zu dem der Trader offene Positionen hat. Da der hauptberufliche Trader in der Regel mehr als sechs Stunden am Tag vor dem Rechner sitzt, ist es sinnvoll ein Gehäuse zu nehmen, das entweder schallgedämmt ist oder das zumindest leise Lüfter beinhaltet. Der Lärm, der von mehreren Computern ausgeht, kann nicht einfach akzeptiert werden. Im günstigsten Fall nervt er nur, im ungünstigsten Fall jedoch kann er auch zu ernsthaften Beeinträchtigungen der Gesundheit führen.
v. Detlef Wormstall
http://tradenetconsulting.de
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21.11.2004 |
| Autor: |
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Bruno Stenger |
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ø 10,00 |
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