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Händler werden auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt

Zürich/Frankfurt/New York/Tokio



Sehr geehrte Damen und Herren,

wir starten frisch und ausgeruht in eine neuen Handelstag. Lassen Sie uns zunächst gemeinsam in aller Ruhe etwas Zeit dem Studium der gestern veröffentlichten Wirtschaftszahlen widmen bevor wir uns dann im folgenden mit den gestrigen Entwicklungen auf den internationalen Kapitalmärkten beschäftigen.

Von Seiten der Europäischen Zentralbank wurde der Wochentender auf 310,4 Mrd. Euro festgesetzt.

Die Veröffentlichung der Zahlen zur europäischen Industrieproduktion für den Monat August 2008 ergab, dass diese im saisonbereinigten Monatsvergleich im Berichtsmonat um 1,1 Prozent klettern konnte. Im Monat zuvor war die Produktion der Eurozonen-Industrie um 0,2 Prozent gesunken. Zieht man den Jahresvergleich hinzu, so hat sich die Produktion in der Industrie um 0,7 Prozent nach zuvor 1,2 Prozent abgeschwächt.

Für die Industrieproduktion im gesamten Raum der EU konnte im saisonbereinigten Monatsvergleich ein Anstieg um 0,5 Prozent nach zuvor -0,1 Prozent verbucht werden. Zieht man den Jahresvergleich hinzu, so ist die Produktion in der Industrie aller 27 EU-Mitgliedsstaaten um 1,1 Prozent nach einem zuletzt verbuchten Absinken um 0,8 Prozent gefallen.

Der für Deutschland berechnete ZEW-Konjunkturindex notiert im aktuellen Monat bei -63,0. Zur Ihrer Orientierung: Dieser war noch im Vormonat bei -41,1 gestanden. Für den historischen Mittelwert des Konjunkturindikators hat das ZEW ein Ergebnis von 27,5 Punkten angegeben. Nach Aussagen des Instituts hat sich die aktuelle konjunkturelle Lage Deutschlands auf -35,9 Zähler von -1,0 im Vormonat verschlechtert.

Für die Eurozone hat sich die Konjunkturerwartung im Vergleich zum Vormonat um 21,8 Punkte auf -62,7 Zähler verschlechtert. Die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum notiert um 34,7 Zähler schwächer auf -44,7 Punkten.


Die US-Aktienmärkte haben sich leichter aus dem gestrigen Handelstag verabschiedet.
Der Dow Jones Industrial Average büsste 0,8 Prozent bzw. 77 Stellen auf 9.311 Punkte ein.
Der marktbreite S&P-500 verlor bis zum Handelsende 0,5 Prozent bzw. 5 Punkte auf 998 Zähler.
Der Nasdaq-Composite fiel um 3,5 Prozent oder 65 Zähler auf 1.779 Punkte.
Bei den Einzelwerten waren die Finanzwerte sehr gefragt. So schossen die Notierungen von Citigroup um 18,2 Prozent auf 18,62 US-Dollar hoch.
Die Anteilsscheine von Bank of America konnten bis zum Ertönen der Schlussglocke um 16,4 Prozent auf 26,53 US-Dollar klettern.
Die Papiere von Intel gaben nach der Vorlage von Quartalszahlen um 6,2 Prozent auf 15,93 US-Dollar nach.
Microsoft verbilligten sich um 5,5 Prozent auf 24,10 US-Dollar.
Die US-Anleihen waren aufgrund von angekündigten Rettungsmassnahmen für das amerikanische Finanzsystem von Seiten der US-Regierung von einer leichteren Tendenz gefärbt. Dabei fielen die zehnjährigen Anleihen mit einem Kupon von 4,00 Prozent um 24/32 auf 99-12/32, ihre Rendite lag bei 4,07 Prozent. Der mit einem Zins von 4,50 Prozent versehene Longbond büsste im Zuge der gestrigen Wirtschaftsentwicklungen 2-12/32 auf 103-24/32 ein, es wurde zum Handelsschluss eine Rendite von 4,27 Prozent notiert.

Der deutsche Aktienindex hat sich gestern fester präsentiert, doch die Händler sind auf den Boden der Realität zurückgeholt worden. Der DAX verteuerte sich um 2,7 Prozent oder 137 Stellen auf 5.199 Punkte. Das Tageshoch von 5.384 Zählern konnte also weder mit Mühe noch mit Not gehalten werden. Dabei wurden über das elektronische Handelssystem Xetra 294,9 Mio. Aktien in einem Gesamtvolumen von rund 8,23 Mrd. Euro umgesetzt.
Auch hier haben die Finanzwerte deutlich zu den Lieblingen der Anleger gehört. Dabei kletterten die Anteilsscheine der Deutschen Bank um 10,7 Prozent auf 38,75 Euro.
Die Papiere von Hypo Real Estate konnten sich um 8,5 Prozent auf 6,27 Euro verteuern.
Es war ein schwarzer Tag für Infineon. Nachdem das Analystenteam von Sal.Oppenheim das Papier als zu teuer eingestuft hat, gaben die Notierungen des Halbleiters um 11,5 Prozent auf 2,78 Euro nach.
Die Eurex/Renten-Futures haben sich gestern leichter präsentiert. Der richtungweisende Dezember-Future auf den Bund verlor 20 Ticks auf 113,91 Prozent. In einer Tageshandelsspanne zwischen 113,78 Prozent und 114,73 Prozent wurde ein Volumen in Höhe von 847.000 Kontrakten umgesetzt. Der BOBL-Future notierte zum Handelsende um 10 Ticks tiefer auf 109,53 Prozent.

Nippons Börsen zeigen sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt wenig verändert, auch hier ist die euphorische Stimmung schnell verflogen.
Der Leitindex Nikkei-225 notiert zum gegenwärtigen Beobachtungszeitpunkt auf 9474,00 Stellen.


Der November-Kontrakt des Crude Oil hält sich mehr oder weniger stabil in der Nähe der $78-Linie. Auch dieses Instrument ist momentan sehr starken Spannungen ausgesetzt, die sekundlich ihre Impulsrichtung umkehren können.


Sehr geehrte Leserinnen und Leser, richten Sie ihr Augenmerk bitte auf folgende Uhrzeiten, wenn die Veröffentlichungen wichtiger Wirtschaftsdaten erfolgen:

10:00 Uhr MEZ: Hier ist die Publikmachung der Zahlen zum harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) der Eurozone für September 2008 angesetzt.

14:30 Uhr:  Die Bekanntmachung der Zahlen zum US-amerikanischen Einzelhandelsumsatz (Retail Sales) für September 2008 ist auf 14:30 Uhr terminiert.

Bitte beachten Sie, dass von den Volkswirten im Vorfeld ein Umsatzrückgang im Bereich von 0,5 bis 0,7 Prozent erwartet wird, nachdem im Monat zuvor der Umsatz des Einzelhandels um 0,3 Prozent zurückgegangen war. Bei den zu veröffentlichenden Umsätzen ohne Autoverkäufe spekulieren die Marktteilnehmer auf einen Bereich von +/-0,0 bis -0,2 Prozent. Zur Ihrer Orientierung: Dieser Erwartung steht ein Rückgang in Höhe von 0,7 Prozent im Vormonat gegenüber.

Um die gleiche Uhrzeit erfolgt die Veröffentlichung der Zahlen zum US-amerikanischen Erzeugerpreisindex (Producer Price Index, PPI), ebenfalls für September 2008, statt.

Die Volkswirte erwarten bei den Erzeugerpreisen aus den Vereinigten Staaten einen Rückgang um 0,4 Prozent nach einem zuvor verbuchten Absinken um 0,9 Prozent. Für die Kernrate wird ein Ergebnis im Bereich von +0,1 bis +0,2 Prozent nach zuletzt +0,2 Prozent erwartet.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei diesen beiden Wirtschaftsdatensätzen um stark marktbewegende Termine handelt.

Die Offenlegung der Zahlen zum Empire State Index (Empire State Manufacturing Survey) der New York Federal Reserve Bank für Oktober 2008 dürfte bei den beiden zuvor genannten Wirtschaftsdaten etwas in Vergessenheit geraten, daher an dieser Stelle die offizielle Erwartung: die New York Fed rechnet mit einem Ergebnis im Bereich zwischen -8,5 und -10 nach zuvor -7,4.

16:00 Uhr: Die Zahlen zu den US-amerikanischen Lagerbeständen (Business Inventories) für August 2008 werden um 16:00 Uhr bekannt gegeben.

Im Vorfeld wird für den Berichtsmonat ein Anstieg der Lagerbestände um 0,5 bis 0,6 Prozent nach noch +1,1 Prozent im Monat zuvor erwartet.

16:35 Uhr: Die Veröffentlichung des wöchentlichen Ölmarktberichts der Energy Information Administration (EIA) zur US-amerikanischen Lagerhaltung findet um 16:35 Uhr statt.

20:00 Uhr: Der Wirtschaftstag wird durch die Offenlegung des Beige Book`s von Seiten der US Federal Reserve Bank abgerundet.


Das Trademonster-Team wünscht allen Leserinnen und Lesern einen erfolgreichen Handelstag.



Händler werden auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt
Datum:   15.10.2008
Autor:   Slavisa Dosenovic
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