|
Zürich/Frankfurt/New York/Tokio
Sehr geehrte Händlerinnen und Händler,
zunächst zu den gestern veröffentlichten Wirtschaftszahlen bevor mit den Entwicklungen auf den internationalen Kapitalmärkten fortgefahren wird:
bei dem deutschen Einzelhandelsumsatz ist für August gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres ein nominales Absinken um 3,5 Prozent nach zuvor -2,2 Prozent in die Bücher aufgenommen worden, wobei hier von -2,3 Prozent wertberichtigt worden war. Real wurde ein Rückgang um 2,6 Prozent nach zuletzt noch -0,8 Prozent festgehalten (wertberichtigt von -1,0 Prozent). Zieht man den kalender- und saisonbereinigten Vergleich zum Vormonat hinzu, so hat der Einzelhandelsumsatz um nominale 0,7 Prozent nach zuletzt noch -0,2 Prozent nachgelassen, real wurde ein Rückgang in Höhe von 1,5 Prozent nach +0,7 Prozent im Monat zuvor gemessen.
Für den deutschen Einkaufsmanagerindex ist für September ein Wert von 49,6 notiert worden. Die Marktteilnehmer hatten den Index im Vorfeld mit 49,6 erwartet, nachdem das Niveau des Vormonats noch bei 49,2 gestanden hatte.
Bezüglich des Einkaufsmanagerindex für die Eurozone ist im September ein Ergebnis bei 49,3 verzeichnet worden, womit die erste Veröffentlichung von 49 nach oben wertberichtigt worden war. Im Monat zuvor hatte der Index noch bei 48,2 gestanden.
Die Eurozone-Arbeitslosenquote kletterte im August auf 9,6 Prozent (nach 9,5 Prozent im Vormonat und 7,6 Prozent im Vergleichszeitraum des Vorjahres). Für die Arbeitslosenquote in der gesamten EU wurde im Berichtsmonat ein Anstieg auf 9,1 Prozent festgehalten, nachdem sie im Vorjahresvergleichsmonat noch bei 7,0 Prozent gestanden hatte.
Ein Klettern der persönlichen Einkommen wurde in den Vereinigten Staaten im Monat August in Höhe von 0,2 Prozent gemessen. Die Marktteilnehmer hatten hier im Vorfeld auf ein Anstieg in Höhe von 0,1 Prozent spekuliert, nachdem im Monat zuvor die Einkommen um 0,2 Prozent zugelegt hatten. Nota bene: der Vormonatswert war von zuvor offen gelegten 0 Prozent nach oben wertberichtigt worden. Kräftig zugelegt haben die US-amerikanischen persönlichen Auslagen im August, und zwar um 1,3 Prozent. Im Vorfeld wurde ein Anstieg im Bereich von 1,1 Prozent erwartet, nachdem diese im Monat zuvor um 0,3 Prozent angezogen hatten. Hier war von 0,2 Prozent nach oben wertberichtigt worden.
Bezüglich der Anzahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe wurde in den Vereinigten Staaten ein überraschend starker Anstieg auf 551.000 verbucht. Ursprünglich hatte man hier auf 535.000 neue Anträge nach zuvor 534.000 gesetzt, womit von 530.000 wertberichtigt worden war.
Enttäuschend war auch das Ergebnis des US-amerikanischen ISM Index, welcher für September bei 52,6 notiert. Er wurde im Bereich von 54 bis 55,7 Prozent erwartet, nachdem im Monat zuvor noch 52,9 Prozent in die Bücher aufgenommen worden waren.
Ein Klettern in Höhe von 0,8 Prozent wurde für die US-amerikanischen Bauausgaben im August festgehalten. Die Volkswirte hatten im Vorfeld auf einen Rückgang im Bereich von 0,1 Prozent gesetzt, nachdem im Monat davor ein Absinken um 1,1 Prozent gemessen worden war. Hier wurde von zuvor publik gemachten -0,2 Prozent nach unten wertberichtigt.
Eine deutliche Überraschung stellte gestern auch die Bekanntgabe der Hausverkäufe im August dar, hier wurde ein Wert von 6,4 Prozent verbucht. Die Marktteilnehmer hatten im Vorfeld einen Anstieg um 1 Prozent erwartet, nachdem der Index im Monat zuvor noch bei wertberichtigten 3,2 Prozent notiert hatte.
Schliesslich noch der Blick auf die US-amerikanischen Erdgasvorräte, die Nat Gas Inventories: hier wurde in der Vorwoche ein Klettern um 64 Bcf auf 3.589 Bcf notiert. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren noch 3.098 Bcf in die Bücher aufgenommen worden.
Die deutschen Aktienmärkte haben erneut an Boden verloren. Der Leitindex Dax schloss um 2,13 Prozent leichter auf 5.554,55 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Werte verlor 2,19 Prozent auf 7.197,46 Zähler. Der Index der Technologiewerte TecDax gab um 2,52 Prozent auf 738,70 Stellen nach. Die Anteilsscheine der Deutschen Post sind um 3,05 Prozent auf 12,41 Euro eingebrochen. Wenig Freude machten die Titel von BASF, diese erwiesen sich im gestrigen Tagesverlauf als zu teuer, sie verließen die Session mit einem Abschlag in Höhe von 4,09 Prozent auf 34,73 Euro. Für die EUREX/Renten-Futures ging es gestern kräftig nach oben. Der Dezember-Bund-Kontrakt stieg um 83 Ticks auf 122,49 Prozent. Dabei wurden in einer Tageshandelsspanne zwischen 121,51 Prozent und 122,55 Prozent, welche auch ein neues Jahreshoch markiert haben, rund 1.045.393 Kontrakte umgesetzt. Der Dezember-Bobl kletterte um 46 Ticks auf 115,90 Prozent.
An den US-amerikanischen Aktienmärkten mussten beim Ertönen der Schlussglocke ebenfalls Verluste in die Bücher aufgenommen werden. Der Leitindex Dow Jones Industrial Average notierte zum Handelsende um 203,00 Punkte schwächer auf 9.509,28 Einheiten, was einen Verlust in Höhe von 2,09 Prozent darstellt. Der S&P-500 rutschte gar um 2,58 Prozent auf 1.029,85 Zähler in die Tiefe. Der Nasdaq Composite Index brach um 3,06 Prozent auf 2.057,48 Stellen ein. Abgesehen davon, dass gestern kein Wert positiv aus dem Handel ging, gerieten die Bankwerte unter deutlichen Druck. Für Bank of America ging es um 4,20 Prozent auf 16,21 US-Dollar nach unten. Die Notierungen der Citigroup brachen um 6,40 Prozent auf 4,53 US-Dollar ein. Die Microsoft-Aktien haben sich um 3,27 Prozent auf 24,88 US-Dollar verbilligt. Die US-amerikanischen Kreditmärkte haben kräftig angezogen. Die zehnjährigen Anleihen mit einem Kupon von 3,625 Prozent kletterten um einen Zähler auf 103-21/32, sie rentierten mit 3,19 Prozent. Der mit 4,500 Prozent verzinste Longbond stieg um 1-8/32 auf 109-12/32, die Rendite gab somit auf 3,96 Prozent nach. Die japanischen Aktienmärkte haben sich mit erheblichen Verlusten in das Wochenende verabschiedet. Der Leitindex Nikkei-225 verlor 2,47 Prozent auf 9.731,87 Punkte. Der marktbreite TOPIX reduzierte sich um 2,39 Prozent auf 874,67 Zähler.
|