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| Kapitalbedarf im (Future)Handel |
Die Frage nach dem notwendigen Kapital für den Futureshandel oder den Börsenhandel im Allgemeinen kann nicht pauschal beantwortet werden und ist von verschiedenen Faktoren, insbesondere auch der individuellen Lebenssituation, und Zielsetzung des Traders abhängig. Alter, familiäre Verpflichtungen und pers. Bedürfnisse des Akteurs spielen eine entscheidende Rolle. Will der Trader einfach etwas spielen, sucht er nur Zeitvertreib und regelmäßig einen kleinen Adrenalinkick oder hat er zum Ziel, seinen Lebensunterhalt mit Trading verdienen zu wollen? Jeder angehende Trader sollte allerdings vor dem Start seines Unternehmens Trading einige nüchterne und logische Überlegungen anstellen.
Rahmenbedingungen die sich in Zahlen fassen lassen:
Zu handelnder Markt
Grundlage des Kapitalbedarfs ist zunächst einmal der zu handelnde Markt. Es ist ein Unterschied, ob ein Trader bspw. im FDAX (Dax Future) mit 25 ? je Punkt und hoher Volatilität, FESX (DJ Euro Stoxx 50 Future) mit 10 ? Punktwert , oder FGBL (Bund Future) mit einem Tickwert von 10 ? und zusätzlich geringer Volatilität agiert. Beginnen wir zunächst mit der erforderlichen Margin. Im FDAX sind das derzeit 9.000,--? (Original Margin) je gehandeltem Kontrakt (Die zu hinterlegende Margin ist kontraktabhängig und variiert so je nach gehandeltem Markt. Für unsere Gesamtkalkulation ist die genaue Margin Größe jedoch von untergeordneter Bedeutung) Dese Mindestmargin muss auf dem Handelskonto verfügbar sein, um einen einzigen Kontrakt im FDAX zu handeln. Um zu vermeiden, daß der Broker schon nach dem ersten Fehltrade Nachschuss verlangt, zusätzlich ein Polster. (Manche Broker erlauben den Intraday Handel mit der Hälfte der geforderten Börsenmargin)
Risiko
Je höher die Tradingfrequenz, umso niedriger sollte das je Trade einzugehende Risiko (initial-risk) sein. Faustregel für Daytrader: Pro Trade sollte niemals mehr als 2% des Tradingkapitales riskiert werden. Das ist bereits hoch gegriffen, besser wären max. 1% Risiko. Der Zweck ist, Langfristziele im Trading zu erreichen, ohne während einer Draw Down Phase aus dem Markt geworfen zu werden. Arbeitet man im FDAX beispielsweise mit einer Stopp-Größe zur Verlustbegrenzung von 25 Punkten (initial risk), ergibt sich folgende Gleichung:
Kapitalbedarf 25,-- ? (Punktwert) * 25 Punkte (initial risk Stop) * 50 = 31.250 ?
Wohlgemerkt ist diese Summe erforderlich beim Handel mit einem einzigen Kontrakt, willl man die zuvor festgelegten Risikoparameter nicht überschreiten. Ausgefeilte Money,- Risk, - u. Trademanagement Strategien sind allerdings erst beim Handel mit größerer lot-size, also einer Multikontrakt Strategie. Beschränken wir uns jedoch in unserem Beispiel für den Einstieg zunächst auf eine einfache Strategie mit nur einem einzigen Kontrakt.
Geschäfts - / Fixkosten
Dazu gehören realtime Datenfeed, Chartanalysesoftware, also Handelsinfrastruktur, ca. 250 ? im Monat (niedrig angesetzt), macht p.a. 3.000,-- ?, die regelmäßig verdient werden müssen, bevor an Gewinne zu denken ist. Nicht gerechnet dabei sind Kosten für Anschaffung der erforderlichen Hardware, ggf. Büromiete mit entsprechenden Unterhalts u. Betriebskosten, die natürlich einen deutlichen Anteil der Kostenstruktur ausmachen. In der Regel beginnt man vom privaten Wohnzimmer aus mit vorhandenem Computer, lassen wir diese Kosten also einmal außer Acht.
Lebenshaltungskosten
Setzen wir voraus, dass jeder Tradingeinsteiger eine zumindest auf dem Papier erfolgreiche oder ggf. per Computer backgetestete Handelsstrategie mit positivem Erwartungswert besitzt, also die Grundvoraussetzung um überhaupt sein Unternehmen Trading zu starten. Trotzdem ist nicht davon auszugehen, dass von Anfang an kontinuierlich Gewinne produziert werden, denn zwischen Papertrading oder Backtests und dem praktischen Handel besteht in 99% aller Fälle ein eklatanter Unterschied. Das Kapital zur Deckung der persönlichen Lebenshaltungskosten für mindestens 1 Jahr muss also unbedingt neben dem Handelskapital vorhanden sein. Den Zeitraum von 1 Jahr setze ich deshalb an, da einerseits eine Lehrzeit eforderlich ist, um seinen neuen Job zu erlernen, andererseits auch erst nach einer längeren Probezeit eine Entscheidung darüber fallen kann, ob man sich denn zum Trader eignet bzw. diesen "Beruf" generell noch als so erstrebenswert ansieht und natürlich als Langfristtest der eigenen Handelsstrategie. Gehen wir von einem noch jungen Trader ohne außergewöhnliche Verpflichtungen und genügsamen Lebenswandel aus und setzen den Betrag von 20.000,-- ? als ausreichend für lebenshaltungskosten an. Sicher ist ein nebenberuflich Start möglich was nichts anderes bedeutet, als daß kalkulatorisch der veranschlagte Betrag zur Deckung der Lebenshaltungskosten entsprechend dem Kapitalanteil der regelmäßig durch einen bürgerlichen Job verdient wird zu reduzieren ist. Letztlich spielt das in unserer Kalkulation keine wesentliche Rolle. (Wir werden später darauf eingehen, welche Probleme bei nebenberuflichem Start zusätzlich insbesondere auch psychischer Art auftreten und zu beseitigen sind.)
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| Datum: |
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08.11.2004 |
| Autor: |
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Peter Müller |
| Bewertung: |
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ø 7,00 |
| Stimmen: |
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14 |
| Aufrufe: |
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8952 |
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