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Zürich/Frankfurt/New York/Tokio
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
lassen Sie uns zunächst ein gemeinsamen Blick auf die gestern veröffentlichten Wirtschaftszahlen werfen.
Der ZEW Konjunkturindex für Deutschland wurde für den aktuellen Monat bei -63,9 gemessen. Die Marktteilnehmer hatten diesen jedoch im Bereich von -55,0 bis -57,0 erwartet, nachdem der Index im Vormonat bei -52,4 notiert hatte. Die aktuelle konjunkturelle Lage Deutschlands hat sich nach Angaben des ZEW auf 17,0 Zähler verschlechtert von noch 37,6 im Monat zuvor. Auch die Konjunkturerwartung für die Eurozone verschlechterte sich zum Vormonat um 11,0 Zähler und notiert im Berichtsmonat bei nun -63,7 Punkten. Die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum gab um 11,2 Zähler auf nunmehr -3,3 Punkte nach.
Die US-amerikanischen Erzeugerpreise sind im vergangenen Monat um 1,8 Prozent geklettert. Im Vorfeld wurde ein Ergebnis im Bereich von 1,3 bis 1,4 Prozent erwartet, nachdem im Monat zuvor die Preise der Erzeuger um 1,4 Prozent gestiegen waren. Die Kernrate der US-Produzentenpreise ist um 0,2 Prozent geklettert. Die Marktteilnehmer hatten hier auf einen Anstieg um 0,3 Prozent nach zuletzt noch 0,2 Prozent gesetzt.
Der US-amerikanische Umsatz im Einzelhandel konnte im Juni um 0,1 Prozent gesteigert werden. Erwartet wurde ein Umsatzanstieg im Bereich von 0,4 bis 0,5 Prozent, nachdem im Vormonat der Umsatz des Einzelhandels in den Vereinigten Staaten noch um 0,8 Prozent gestiegen war. Bitte beachten Sie, dass damit der Vormonatsanstieg von zunächst veröffentlichten +1,0 Prozent nach unten revidiert worden ist. Ohne die Autoverkäufe ist der Einzelhandelsumsatz in den Vereinigten Staaten um 0,8 Prozent geklettert. Im Vorfeld wurde mit einem Ergebnis im Bereich von +0,9 Prozent bis +1,0 Prozent gerechnet, nachdem im Monat zuvor noch ein Klettern um 1,2 Prozent notiert worden ist.
Der New York Empire State Index der New York Fed wurde für den aktuellen Monat mit einem Ergebnis von -4,9 angegeben, erwartet wurde dieser jedoch im Bereich von -5,0 bis -8,0. Zur Ihrer Orientierung: im Vormonat hatte der Index noch bei -8,7 notiert.
Die US-amerikanischen Lagerbestände sind im Mai um 0,3 Prozent gestiegen. Von Seiten der Volkswirte wurde im Vorfeld ein Anstieg um 0,5 Prozent erwartet. Hier ist jedoch unbedingt zu beachten, dass im selben Zeitraum die Umsätze gleichzeitig um 0,8 Prozent gestiegen sind.
Die US-Aktienmärkte haben sich gestern mit uneinheitlicher Tendenz aus dem Handelstag verabschiedet. Der Dow Jones Industrial verlor 0,84 Prozent auf 10.962,54 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab um 1,09 Prozent auf 1.214,91 Punkte nach. An der Technologiebörse NASDAQ verteuerte sich der Composite-Index um 0,13 Prozent auf 2.215,71 Punkte. Der NASDAQ 100 stieg um sehr leichte 0,02 Prozent auf 1.798,35 Punkte. Die Papiere der US-Bank Wachovia rutschten um 7,72 Prozent auf 9,08 Dollar nach unten, wichtiger war jedoch das Anlaufen der erschreckenden Marke bei 7,80 Dollar im Tagesverlauf. Keine Entwarnung lag bezüglich der US-Hypothekenfinanzierer vor: die Anteilsscheine von Fannie Mae verloren weitere 27,34 Prozent auf 7,07 Dollar, die Aktien von Freddie Mac verbilligten sich um 26,02 Prozent auf 5,26 Dollar. Die US-Anleihen haben gestern im späten Handel uneinheitlich präsentiert. Die zehnjährigen Anleihen mit einem Kupon von 3,875 Prozent kletterten um 06/32 auf 100-11/32, ihre Rendite lag bei 3,83 Prozent. Der mit 4,375 Prozent verzinste Longbond gab um12/32 auf 98-14/32 nach, er rentierte mit 4,47 Prozent.
Die deutschen Aktienindices haben bei relativ hohen Volumen schwach geschlossen. Der DAX büsste 1,91 Prozent auf 6.081,70 Punkte ein. In Dax-Titeln auf Xetra wechselten rund 209,1 Mio. Aktien im Wert von rund 8,20 Mrd. Euro die Hände. Für den MDAX ging es um 2,87 Prozent auf 8.145,61 Punkte nach unten. Der TecDAX gab um 2,86 Prozent auf 689,06 Punkte nach. Im gegenwärtigen Pokern um Continental wurde bekannt, dass die Schaeffler-Gruppe mitbietet, was den Papieren einen Auftrieb um 11,58 Prozent auf 73,42 Euro bescherte. Die Anteilsscheine von Allianz trugen mit einem Abschlag in Höhe von 5,49 Prozent auf 102,56 Euro die rote Laterne im DAX. Die uneinheitliche Tendenz prägte dann auch die EUREX/Renten-Futures. Der September-Kontrakt des Bund-Futures notierte zum Schluss um 6 Ticks schwächer auf 112,31 Prozent. In einer Tageshandelsspanne zwischen 112,24 Prozent und 112,88 Prozent wurden 1.011.418 Kontrakte umgesetzt. Der BOBL-Futures dagegen konnte um 13 Ticks auf 106,98 Prozent steigen.
Uneinheitliche Tendenz herrschte auch an Nippons Börsen. Nikkei 225 gewann 6.24 Zähler oder 0.1 Prozent auf 12,760.80 Punkte. Der breiter gefasste Topix verlor 3.84 Zähler oder 0.3 Prozent auf 1,249.28 Punkte.
Der August-Kontrakt im Crude Oil hat gestern $6.44 oder 4.4 Prozent auf $138.74 eingebüsst.
Sehr geehrte Leserinnen und Leser, richten Sie ihr Augenmerk bitte auf die folgenden Uhrzeiten, wenn die Bekanntgaben wichtiger Wirtschaftsdaten erfolgen:
10:00 Uhr MEZ: Hier sind angesetzt:
- die Veröffentlichung der Zahlen zum harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) der Eurozone für Juni 2008 - die Offenlegung der vierteljährlichen Leistungsbilanz der Europäischen Zentralbank (EZB) für die Eurozone 11:00 Uhr: Die Publikmachung der Zahlen zum harmonisierten europäischen Verbraucherpreisindex (HVPI) für Juni 2008 findet eine Stunde später statt. Die Marktteilnehmer erwarten eine Jahresteuerung in Höhe von 4,0 Prozent, nachdem die offizielle Vorabschätzung bereits bei 4,0 Prozent lag. Im Vormonat notierte die Teuerung bei 3,7 Prozent.
14:30 Uhr: Die Veröffentlichung der Zahlen zum US-amerikanischen Verbraucherpreisindex (Consumer Price Index, CPI) für Juni 2008 erfolgt um 14:30 Uhr. Im Vorfeld wird für Juni ein Verbraucherpreisanstieg in den Vereinigten Staaten um 0,7 Prozent nach zuvor noch +0,6 Prozent erwartet. Die Kernrate wird mit einem Plus von 0,2 Prozent erwartet, nachdem sie im Monat zuvor ebenfalls um 0,2 Prozent geklettert ist. Bitte agieren Sie vorsichtig, dass ist ein Market-Mover.
15:15 Uhr: Um diese Uhrzeit erfolgen:
- die Bekanntgabe der Zahlen zur US-amerikanischen Industrieproduktion (Industrial Production) für Juni 2008. Erwartet wird ein Rückgang im Bereich um die 0,2 Prozent, nachdem im Vormonat ebenfalls ein Absinken um 0,2 Prozent verbucht worden ist.
- die Offenlegung der Zahlen zur US-amerikanischen Kapazitätsauslastung (Capacity Utilization) für Juni 2008. Die Marktteilnehmer setzen im Vorfeld auf ein Ergebnis bei 79,4 Prozent, nachdem die US-amerikanische Kapazitätsauslastung im Vormonat ebenfalls 79,4 Prozent gelegen ist.
Bitte agieren Sie bei der Veröffentlichung der beiden Wirtschaftsdatensätze sehr vorsichtig, das sind lupenreine Market-Mover, hier ist besonders von hoher Volatilität auszugehen.
16:00 Uhr: Der Wirtschaftstag wird durch die Anhörung des Vorsitzenden der US Federal Reserve Bank Ben Bernanke anlässlich des halbjährlichen Reports zur Geldpolitik vor dem Finanzdienstleistungsausschuss des US-Repräsentantenhauses fortgeführt.
16:35 Uhr: Die Veröffentlichung des wöchentlichen Ölmarktberichts der Energy Information Administration (EIA) zur US-amerikanischen Lagerhaltung findet um 16:35 Uhr statt.
19:00 Uhr: Warum dieser Termin auf den meisten Wirtschaftsseiten als unwichtig eingestuft wird, das ist und bleibt mir ein echtes letztes ungelöstes Rätsel der Menschheit. Darum geht es doch die ganze Zeit. Die Bekanntgabe der Zahlen zum US-amerikanischen Hausmarktindex der National Association of Home Builders/Wells Fargo ("NAHB/WF Housing Market Index", HMI) für Juli 2008 erfolgt um 19:00 Uhr. Der Index wird weiterhin bei 18 erwartet.
20:00 Uhr: Der Wirtschaftstag wird durch Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls zur letzten Sitzung des Federal Open Market Committees (FOMC Minutes) abgerundet.
Das Trademonster-Team wünscht allen Leserinnen und Lesern einen erfolgreichen Handelstag.
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