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Leading index for Spain fällt weiter, US-Investment-Banken ?überraschen? mit neuen Hiobsbotschaften
 
Zürich/Frankfurt/New York/Tokio


Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

wir widmen zunächst gemeinsam ein wenig Zeit den gestern bekannt gegebenen Wirtschaftszahlen bevor wir im Anschluss mit den Entwicklungen auf den internationalen Kapitalmärkten fortfahren.

Der britische Verbraucherpreisindex (CPI) konnte im Juli-Jahresvergleich um 4,4 Prozent zulegen. Von Seiten der Marktteilnehmer wurde im Vorfeld ein Klettern um 4,1 Prozent erwartet. Zur Ihrer Orientierung: Im Vormonat hatte der Index noch bei 3,8 Prozent gelegen.
Der Einzelhandelspreisindex (RPI) konnte gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,0 Prozent klettern, verglichen mit 4,6 Prozent im Vormonat. Der Verbraucherpreisindex ohne Hypotheken (RPIX) ist im Jahresvergleich um 5,3 Prozent gestiegen, nachdem im Monat zuvor ein Niveau von 4,8 Prozent veröffentlicht worden war.

Für die US-amerikanische Handelsbilanz wurde für Juni ein Defizit in Höhe von 56,8 Mrd.. US-Dollar vorgelegt. Die Volkswirte hatten im Vorfeld ein Minus im Bereich von 59,0 bis 51,9 Mrd. US-Dollar erwartet, nachdem im Monat zuvor das Defizit noch bei 59,8 Mrd. US-Dollar notiert hatte. Bitte beachten Sie, dass der Vormonatswert somit von zunächst veröffentlichten 59,8 Mrd. US-Dollar wertberichtigt worden ist. Der unerwartete Defizitrückgang ist auf den durch den schwachen Außenwert des Dollars initiierten und verstärkten Export zurückzuführen. Das ist für die angeschlagene US-Wirtschaft besonders wichtig, denn im zweiten Quartal trug der Außenhandel einen Wachstumsbeitrag zum Bruttoinlandsprodukt in Höhe von 2,42 Prozentpunkten bei. Wo ist der Haken? Im bilateralen Handel mit der neuen Macht China kletterte das US-Defizit auf 21,43 Mrd. Dollar.

Einen Blick auf das nächste Krisenherd: der Leading Index für Spanien hat weitere 0,4 Prozent eingebüsst. Bereits vor Tagen hat Morgan Stanley ein schönes Szenario entworfen, welches Sie hier nachlesen können: http://www.telegraph.co.uk/money/main.jhtml?xml=/money/2008/08/05/ccspain105.xml

Das
US-amerikanische Haushaltsdefizit notiert für den Juli bei 102,8 Mrd. US-Dollar. Im Vorfeld wurde ein Minus in Höhe von etwa 69 Mrd. US-Dollar erwartet. Zur Ihrer Orientierung: Ein Jahr zuvor hatte das Defizit in den Vereinigten Staaten bei 36,4 Mrd. US-Dollar gelegen.


Die US-Equity-Märkte sind gestern mit Verlusten aus dem Handelstag gegangen. Für den Dow Jones Industrial gab die Schlussglocke Abschläge in Höhe von 1,19 Prozent auf 11.642,47 Zähler bekannt. Der marktbreite S&P-500-Index büsste 1,21 Prozent auf 1.289,59 Zähler ein. An der Technologiebörse NASDAQ verlor der Composite-Index 0,38 Prozent auf 2.430,60 Punkte, während der NASDAQ 100 0,01 Prozent auf 1.941,07 Punkte nachgab.
Große Probleme brodeln offensichtlich bei den US-Investmentbanken: JPMorgan Chase gab bekannt, im laufenden Quartal weitere Milliardenabschreibungen vornehmen zu müssen, da bei Kreditpapieren weitere Verluste in Höhe von ?mindestens? 1,5 Milliarden US-Dollar zu Buche schlagen. Die Notierungen verloren 9,48 Prozent auf 37,92 Dollar.
Die Aktien der Citigroup büssten 6,46 Prozent auf 18,54 Dollar ein. Die Anteilsscheine von Bank of America verloren 6,74 Prozent auf 31,13 Dollar. American International Group gaben um 6,62 Prozent auf 22,85 Dollar nach.
Goldman Sachs büssten 6,01 Prozent auf 167,30 Dollar ein.
Eine leichte Erholungswelle genossen die Anteilsscheine von General Motors, bei denen zum Handelsende ein Gewinn in Höhe von 3,16 Prozent auf 11,10 Dollar verbucht werden konnte.
Die US-Anleihen haben im späten New Yorker Geschäft eine feste Tendenz aufgezeigt.
Zehnjährige Titel mit einem Kupon von 4,00 Prozent kletterten um 22/32 auf 100-23/32, ihre Rendite lag bei 3,91 Prozent. Für den mit 4,50 Prozent verzinsten Longbond ging es um 1 Punkt glatt auf 99-10/32 nach oben, seine Rendite betrug 4,54 Prozent.

Die deutschen Aktienmärkte haben sich gestern schwächer präsentiert. Der DAX verlor 0,36 Prozent auf 6.585,87 Punkte. Der MDAX mittelgroßer Werte büsste 0,42 Prozent auf 8.482,52 Punkte ein. Der TecDAX gab um 0,42 Prozent auf 778,89 Zähler nach.
Gefragt wurden wieder die Automobilwerte. Die Anteilsscheine von VW konnten um 2,83 Prozent auf 210,19 Euro zulegen. Für die Papiere von BMW ging es um 1,51 Prozent auf 31,22 Euro nach oben. Die Aktien von Daimler notierten zum Handelsschluss um 1,38 Prozent höher auf 43,37 Euro.
ThyssenKrupp trugen mit minus 3,32 Prozent auf 34,10 Euro die rote Laterne im DAX.
Die deutschen Renten-Futures haben sich gestern freundlich präsentiert. Der September-Kontrakt des Bund-Futures konnte um 37 Ticks auf 113,83 Prozent klettern. In einer Tageshandelsspanne zwischen 113,52 Prozent und 113,97 Prozent wechselten rund 620.000 Kontrakte die Hände. Der BOBL-Futures konnte um 29 Ticks auf 108,41 Prozent klettern.
Derweilen sind die Vorgaben für den Dax heute morgen sehr negativ: Hypo Real Estate gab bekannt im zweiten Quartal CDO in Höhe von 145 Millionen Euro abschreiben zu müssen.
  
Nippons Aktienbörsen haben sich erheblich schwächer gezeigt. Der Nikkei-225 büsste 280.55 Punkte oder 2.1 Prozent auf 13,023.05 Punkte ein. Der marktbreite TOPIX gab 24.94 Zähler oder 2 Prozent auf 1,246.48 Punkte ab.


Der September-Kontrakt im Crude Oil hat $1.44 oder 1.3 Prozent auf $113.01 eingebüsst.
 

Sehr geehrte Leserinnen und Leser, richten Sie ihr Augenmerk bitte auf folgende Uhrzeiten, wenn die Bekanntgaben wichtiger Wirtschaftsdaten erfolgen:

11:00 Uhr MEZ: Die Publikmachungen

-  der Zahlen zur europäischen Industrieproduktion für Juni 2008

-  der Ergebnisse des ifo World Economic Survey (WES) in Zusammenarbeit mit der Internationalen Handelskammer in Paris (ICC) zum Wirtschaftsklimaindikator für die Eurozone für das dritte Quartal 2008

stehen um 11:00 Uhr an.

14:30 Uhr: Die Veröffentlichungen

- der Zahlen zum US-amerikanischen Einzelhandelsumsatz (Retail Sales)
(Von Seiten der Marktteilnehmer wird für Juli ein Umsatzanstieg im Bereich von 0,4 bis 0,5 Prozent erwartet, nachdem im Monat zuvor der Umsatz des Einzelhandels um 0,1 Prozent geklettert ist. Bei den Umsätzen ohne Autoverkäufe wird für den Berichtsmonat auf ein Ergebnis im Bereich von +0,6 bis +0,7 spekuliert. Diesem stehen +0,8 Prozent aus dem Vormonat entgegen.)

- der Zahlen zu den US-amerikanischen Einfuhrpreisen (Import Prices)

- der Zahlen zu den US-amerikanischen Ausfuhrpreisen (Export Prices) für Juli 2008

sind auf 14:30 Uhr terminiert. Bitte beachten Sie, dass sich die letzten beiden Datensätze auf den vergangenen Monat beziehen.

16:00 Uhr: Die Offenlegung der Zahlen zu den US-amerikanischen Lagerbeständen (Business Inventories) für Juni 2008 steht um 16:00 Uhr an. Die Marktteilnehmer erwarten im Vorfeld ein Anstieg der Lagerbestände um 0,5 Prozent nach noch +0,3 Prozent im Vormonat.
 
16:30 Uhr: Die Veröffentlichung des wöchentlichen Ölmarktberichts der Energy Information Administration (EIA) zur US-amerikanischen Lagerhaltung rundet diesen tollen Wirtschaftstag ab und festigt weitere Meilensteine des alten Europas Richtung Untergang und anschließendem Neuentwurf.

Das Trademonster-Team wünscht allen Leserinnen und Lesern einen erfolgreichen Handelstag.


Leading index for Spain fällt weiter, US-Investment-Banken ?überraschen? mit neuen Hiobsbotschaften
Datum:   13.08.2008
Autor:   Slavisa Dosenovic
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