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Zürich/Frankfurt/New York/Tokio
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
lassen Sie uns zunächst gemeinsam ein wenig Zeit den gestern bekannt gegebenen Wirtschaftszahlen widmen bevor wir mit den Entwicklungen auf den internationalen Finanzmärkten fortfahren.
Die Handelsbilanz in der Euro-Zone notiert für die erste Schätzung für den Monat Juni defizitär und zwar in Höhe von 0,1 Mrd. Euro. Zur Ihrer Orientierung: Im Vorjahr war noch ein Überschuss in Höhe von 7,5 Mrd. Euro veröffentlicht worden. Das Plus des Vormonats wurde auf -3,9 Mrd. Euro wertberichtigt. Die Ausfuhren konnten im Berichtsmonat im Vergleich zum Vormonat saisonbereinigt um 1,4 Prozent gesteigert werden, während die Einfuhren um 2,9 Prozent gestiegen sind.
In der ersten Schätzung für den gesamten Bereich der EU wurde für die Handelsbilanz ein Defizit in Höhe von 20,1 Mrd. Euro publik gemacht, nachdem im Vorjahresmonat ein Ergebnis von - 9,1 Mrd. Euro bekannt gegeben worden ist. Das Minus im Vormonat wurde mit -21,3 Mrd. Euro veröffentlicht. Die Ausfuhren konnten im Berichtsmonat im Vergleich zum Vormonat saisonbereinigt um 0,5 Prozent klettern, gleichzeitig sind die Einfuhren um 2,7 Prozent gestiegen.
Wie die National Association of Home Builders (NAHB) bekannt gab, hat das Vertrauen der US-amerikanischen Bauunternehmen im aktuellen Monat auf seinem im Monat zuvor registrierten Rekordtief stagniert. Der Index, der die Verkaufsaktivitäten von neuen Einfamilienhäuser wiedergibt, notiert somit bei einem Ergebnis von 16 Punkten weiterhin auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Datenreihe, die 1985 aufgenommen worden ist. Der Index, der die Erwartungen hinsichtlich der Hausverkäufe abbildet, konnte von 23 auf 25 Punkte klettern. Der NAHB-Chefvolkswirt Seiders spekulierte über ein nahendes Ende des Abwärtstrends.
Die Finanzkrise spitzt sich indessen weiter zu. Die US-amerikanische Investmentbank Lehman Brothers ist trotz einer Kapitalerhöhung in Höhe von 13 Milliarden Dollar an der Stärkung der Kapitalbasis gescheitert und ist jetzt offenbar zum Verkauf eines Immobilienpaket in Höhe von 40 Milliarden Dollar gezwungen um die Bilanz zu beschönigen. Ein Einblick in die Bücher wurde den Finanzriesen Blackrock, Blackstone und Colony Capital bereits gewährt. Auch seien die Allianz-Tochter Pimco und J.E. Robert Companies im Gespräch. Wie ernst es um die Finanzinstitute steht, wurde insbesondere am Beispiel von Merrill Lynch Ende Juli demonstriert. Hier wechselten über 30,6 Milliarden Dollar an Vermögenswerten die Hände, wobei Merrill einen Abschlag in Höhe von 80 Prozent bei der Veräußerung an die Beteiligungsgesellschaft Lone Star hinnahm.
Der Verlauf an den US-Equity-Märkten war von größeren Verlusten geprägt. Der Leitindex Dow Jones Industrial büsste 1,55 Prozent auf 11.479,39 Zähler ein. Der S&P-500-Index verlor 1,51 Prozent auf 1.278,63 Punkte. An der technologielastigen NASDAQ verabschiedete sich der Composite-Index um 1,45 Prozent schwächer auf 2.417,0 Punkten aus dem Handel. Der NASDAQ 100 verbilligte sich um 1,27 Prozent auf 1.932,70 Punkte. Besondere Zuwendung von Seiten der Leerverkäufer erfuhren die Hypothekenfinanzierer. Die Titel von Fannie Mae verloren 22,65 Prozent auf 6,15 US-Dollar, während Freddie Mac um 24,96 Prozent auf 4,39 Dollar nachgaben. Die Anteilsscheine von Lehman Brothers schlossen um 7,05 Prozent tiefer auf 15,03 Dollar. Die US-Anleihen haben sich im späten New Yorker Geschäft freundlich präsentiert. Zehnjährige Titel mit einem Kupon von 4,00 Prozent stiegen um 8/32 auf 101-20/32, ihre Rendite notierte bei 3,80 Prozent. Der mit 4,50 Prozent verzinste Longbond kletterte um 18/32 auf 101-06/32, er rentierte mit 4,43 Prozent.
Die deutschen Aktienmärkte haben sich uneinheitlich präsentiert. Der deutsche Leitindex gab um 0,20 Prozent auf 6.432,88 Punkte nach. Dabei wurden in Dax-Titeln auf Xetra rund 77,6 Mio. Aktien im Wert von rund 3,04 Mrd. Euro gehandelt. Der MDax mittelgroßer Werte büsste lediglich leichte 0,15 Prozent auf 8.397,48 Zähler ein. Der TecDAX konnte um 1,40 Punkte auf 799,47 Punkte klettern. Die Papiere von Adidas trugen mit einem Minus von 2,43 Prozent auf 40,98 Euro die rote Laterne im DAX. BMW werden weiter ausgehöhlt. Die Anteilsscheine büssten 1,28 Prozent auf 29,20 Euro ein. Die deutschen Renten-Futures haben sich etwas freundlicher gezeigt. Der September-Kontrakt des Bund-Futures stieg um 14 Ticks auf 114,45 Prozent. In einer sehr engen Tageshandelsspanne zwischen 114,23 Prozent und 114,59 Prozent wurden rund 472.308 Kontrakte gehandelt. Der BOBL-Futures konnte um 15 Ticks auf 108,77 Prozent klettern.
Nippons Aktienbörsen haben die Handelswoche fest eröffnet. Der Leitindex Nikkei-225 stieg um 1,12 Prozent bei 13.165,45 Punkte. Der marktbreite TOPIX konnte um 1,32 Prozent auf 1.263,75 Punkte klettern. Japans Equities zeigen sich zum Beobachtungszeitpunkt heute morgen stark im Minus.
Der September-Kontrakt im Crude Oil hat gestern beim Ertönen der Schlussglocke um 90 Cents oder 0.8 Prozent tiefer auf $112.87 notiert.
Sehr geehrte Leserinnen und Leser, richten Sie ihr Augenmerk bitte auf folgende Uhrzeiten, wenn die Bekanntgaben wichtiger Wirtschaftsdaten erfolgen:
08:00 Uhr MEZ: Die Veröffentlichung der Zahlen zu den deutschen Erzeugerpreisen für Juli 2008 eröffnet den Handelstag.
11:00 Uhr MEZ: Die Offenlegung der Zahlen zur ZEW-Konjunkturerwartung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) für August 2008 steht um 11:00 Uhr an.
14:30 Uhr: Die Publikmachung
- der Zahlen zu den US-amerikanischen Wohnbaugenehmigungen (Building Permits)
- der Zahlen zu den US-amerikanischen Wohnbaubeginnen (Housing Starts) (Die Volkswirte erwarten im Vorfeld für den vergangenen Monat 0,968 bis 0,985 Mio. Baubeginne, nachdem im Vormonat noch 0,975 Mio. registriert worden sind)
- und der Zahlen zum US-amerikanischen Erzeugerpreisindex (Producer Price Index, PPI)
sind auf 14:30 Uhr terminiert.
Bitte beachten Sie, dass sich alle Zahlen auf den Monat Juli 2008 beziehen und dass es sich bei allen dreien um stark marktbewegende Datensätze handelt. 16:00 Uhr: Die Bekanntmachung der Zahlen zum US-amerikanischen State Street Investor Confidence Index für August 2008 rundet den Wirtschaftstag ab.
Das Trademonster-Team wünscht allen Leserinnen und Lesern einen erfolgreichen Handelstag.
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