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Negative US-Arbeitsmarktdaten bleiben impulslos

Zürich/Frankfurt/New York/Tokio


Sehr geehrte Händlerinnen und Händler,

wir starten frisch und ausgeruht in eine neue Handelswoche. Lassen Sie uns zunächst ein gemeinsamen Blick auf die am vergangenen Freitag bekannt gegebenen Wirtschaftszahlen werfen bevor wir uns mit den Entwicklungen auf den internationalen Kapitalmärkten beschäftigen.

Für die deutsche Handelsbilanz wurde für September ein Überschuss in Höhe von 15 Mrd. Euro ausgewiesen. Im Vormonat wurden 10,6 Mrd. Euro und im Jahr zuvor 18,2 Mrd. Euro veröffentlicht. Im aktuellen Jahr sind bereits 142,9 Mrd. Euro, verglichen mit 146,6 Mrd. Euro im Vorjahresvergleichszeitraum angefallen.

Die Leistungsbilanz für die Bundesrepublik Deutschland notiert im September im Plus bei Saldo 15,0 Mrd. Euro. Bitte beachten Sie, dass im Monat zuvor der Überschuss bei 7,5 Mrd. Euro, im Jahr zuvor bei 17,0 Mrd. Euro verbucht wurde. Für die ersten neun Monaten 2008 wurde der Überschuss bei 124,8 Mrd. Euro veröffentlicht. Im Vorjahr zur gleichen Zeit lag das Plus bei 127,7 Mrd. Euro.

Die Ausfuhren sind im Monat September im Vergleich zum Vorjahr um 6,9 Prozent auf 87,1 Mrd. Euro gestiegen. Im aktuellen Jahr bis zum September wurden 761.0 Mrd. Euro nach noch 716.4 Mrd. Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres verbucht. Für die Einfuhren nach Deutschland wurde gegenüber dem September des Vorjahres ein Klettern um 14,1 Prozent auf 72,2 Mrd. Euro ausgewiesen. Im Jahr 2008 fielen bis zum September 618,1 Mrd. Euro nach noch 569,8 Mrd. Euro im Vorjahresvergleichszeitraum an.

Für August wurde die Zahl der Insolvenzen in Deutschland insgesamt im Vergleich zum Vorjahresmonat mit einem Anstieg um 13,0 Prozent auf 12.442 ausgewiesen. Dabei ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen binnen gleicher Frist um 8,7 Prozent auf 2.333 gefallen.

Zieht man den Zeitraum Januar-August 2008 in Betracht, so ist die Zahl der Insolvenzen insgesamt verglichen mit dem relevanten Zeitraum des Vorjahres um 9,2 Prozent gefallen. Für die Unternehmensinsolvenzen in Deutschland wurde im Vergleich ein Rückgang um 6,4 Prozent bekannt gegeben.

Für die Produktion im verarbeitenden Gewerbe wurde in Deutschland im Monat September im Vergleich zum Vormonat ein preis- und saisonbereinigtes Fallen um 3,6 Prozent verbucht. Die Volkswirte hatten im Vorfeld ein Rückgang in Höhe von 2,0 Prozent erwartet, nachdem im Monat zuvor die Produktion um wertberichtigte 3,2 Prozent (von 1,7 Prozent) gestiegen war.
 
Die US-amerikanische Arbeitslosenquote notiert im Oktober bei 6,5 Prozent und ist somit überraschend stark angestiegen. Im Vorfeld wurde die Quote mit 6,3 Prozent nach 6,1 Prozent im Monat zuvor erwartet.

Für die Zahl der Beschäftigten (Angabe ohne Landwirtschaft) wurde in den Vereinigten Staaten im Monat Oktober ein Absinken um 240.000 registriert. Bitte beachten Sie, dass im Vorfeld ein Rückgang um rund 200.000 Arbeitsplätze erwartet worden ist und dass hier somit ein enttäuschendes Ergebnis vorliegt. Der Rückgang im Vormonat wurde von 159.000 auf nun 284.000 wertberichtigt.

Die durchschnittlichen Stundenlöhne sind in den Vereinigten Staaten im Monat Oktober um 0,04 US-Dollar bzw. 0,2 Prozent gegenüber dem Monat zuvor auf 18,21 US-Dollar gefallen. Die meisten Marktteilnehmer hatten dieses Ergebnis antizipiert, nachdem im Vormonat die Stundenlöhne ebenfalls um 0,2 Prozent gefallen waren.

Die Zahl der durchschnittlichen Wochenstunden notiert in den Vereinigten Staaten im Monat Oktober erwartungsgemäß bei 33,6 und damit auf dem Vormonatsniveau.

Für den Großhandelsumsatz in den Vereinigten Staaten wurde im September ein Absinken um 1,5 Prozent notiert.
Demnach sind die US-amerikanischen Lagerbestände im Großhandel gleichzeitig um 0,1 Prozent gefallen.

Vollständige Informationen zu den am späten Abend veröffentlichten Consumer Credit finden Sie hier: http://www.federalreserve.gov/releases/g19/Current/ Diese haben sich kurzgefasst um 6,9 Milliarden ausgeweitet.


Die US-Aktienmärkte haben sich trotz der negativen Arbeitsmarktdaten und der mahnenden Worte von Alan Greenspan fester aus dem letzten Handelstag der vergangenen Woche verabschiedet. Der Dow Jones Industrial Average Index konnte um 2,85 Prozent auf 8.943,81 Zähler klettern. Der marktbreite S&P-500 zog um 2,86 Prozent auf 930,75 Punkte an. An der Technologiebörse NASDAQ stieg der Composite-Index um 2,41 Prozent auf 1.647,40 Zähler. Der NASDAQ 100 konnte sich um 2,39 Prozent auf 1.271,62 Punkte verteuern.
Die Papiere von Alcoa tendierten sehr fest und schlossen um 9,06 Prozent höher auf 11,19 US-Dollar.
Die Aktien der Automobilbauer finden momentan keine Verschnaufpause, hier fällt die Rezession auf sehr fruchtbaren Boden. General Motors sackten um besorgniserregende 9,17 Prozent auf 4,36 US-Dollar ab und trugen somit im Dow Jones die rote Laterne. Ford konnten sich mit einem Plus in Höhe von 2,02 Prozent auf 2,02 US-Dollar gegen den Abwärtstrend stemmen.
Das Gespann Microsoft-Yahoo schürte wieder die Phantasie auf dem Parkett. Während Yahoo! Bis zum Ertönen der Handelsglocke 12,61 Prozent auf 12,20 US-Dollar verloren, konnten Microsoft um 2,97 Prozent auf 21,50 US-Dollar klettern.
Bei den US-Anleihen wurden Kursverluste verzeichnet. Dabei verloren die zweijährigen Anleihen 4/32 Zähler auf 100 9/32 Punkte, ihre Rendite wurde mit 1,343 Prozent angegeben. Für fünfjährige Anleihen ging es um 15/32 Punkte auf 100 28/32 Punkte nach unten, ihre Rendite lag bei 2,560 Prozent. Richtungweisende zehnjährige Anleihen sackten um 23/32 Stellen auf 101 23/32 Punkte ab, ihre Rendite betrug 3,785 Prozent. Longbonds mit einer Laufzeit von dreißig Jahren gingen um 30/32 Punkte auf 104 Punkten leichter aus dem Handel hervor, ihre Rendite lag bei 4,260 Prozent.

Die deutschen Aktienmärkte haben mit einer freundlichen Tendenz geschlossen. Der deutsche Leitindex konnte um 2,59 Prozent auf 4.938,46 Punkte klettern und büsste somit im Wochenvergleich gerade einmal 0,99 Prozent ein. Dabei wechselten in DAX-Titeln auf Xetra 146,0 Mio. Aktien im Wert von rund 4,05 Mrd. Euro die Besitzer.
Der MDAX mittelgroßer Werte stieg um 1,40 Prozent auf 5.639.,68 Stellen. An dem TecDAX zogen die Notierungen um 1,86 Prozent auf 532,19 Punkte an.
Die Anteilsscheine von Porsche konnten sich nach der Publikmachung von guten Jahreszahlen um 8,17 Prozent auf 68,17 Euro verteuern.
Die Aktien von Münchener Rück profitierten ebenfalls von guten Zahlen und zogen um 6,9 Prozent auf 102,97 Euro an.
Die Eurex/Renten-Futures haben sich im Freitager Handel mit einer uneinheitlichen Tendenz präsentiert. Der richtungweisende Dezember-Future auf den Bund konnte um 18 Ticks auf 117,78 Prozent klettern. Dabei wurden in einer Tageshandelsspanne zwischen 117,30 Prozent und 117,93 Prozent 575.790 Kontrakte umgesetzt. Der BOBL-Future büsste dagegen 10 Ticks auf 113,22 Prozent ein.

Die Tokioter Aktienmärkte wurden von der Gewinnwarnung von Seiten von Toyota belastet. Auch hier zeigt der Automobilbauermarkt eklatante Schwächen auf. Der Leitindex Nikkei-225 verlor 3,6 Prozent bzw. 316 Zähler auf 8.583 Stellen. Der marktbreite Topix büsste 3,3 Prozent bzw. 30 Punkte auf 879 Stellen ein.
Der japanische Leitindex notiert heute morgen zum Beobachtungszeitpunkt erheblich fester in der Nähe der 9.100,00-Marke. 

Der Dezember-Kontrakt des Crude Oil konnte bis zum Handelsschluss um 27 Cents oder 0.4 Prozent auf $61.04 anziehen.


Sehr geehrte Leserinnen und Leser, die Veröffentlichungstermine wichtiger Wirtschaftsdaten heute können Sie hier entnehmen:  http://www.forexone.ch/Aktuelle-Termine.1029.0.html

 
Das
Trademonster-Team wünscht allen Leserinnen und Lesern einen erfolgreichen Handelstag. 


Negative US-Arbeitsmarktdaten bleiben impulslos
Datum:   10.11.2008
Autor:   Slavisa Dosenovic
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