|
Zürich/Frankfurt/New York/Tokio
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
wir starten frisch und erholt in einen neuen Handelstag. Zunächst müssen wir ein wenig Zeit dem Studium der gestern veröffentlichten Wirtschaftszahlen widmen, denn sie werden die Weichen für die künftigen Entwicklungen an den Kapitalmärkten stellen.
Der ZEW Konjunkturindex für Deutschland ist im Monat September auf -18,1 gesunken. Erwartet wurde der Index mit -16,0 bis -17,0, nachdem er im Monat zuvor noch bei -6,9 gelegen hatte. Zum Vergleich: Der historische Mittelwert des Konjunkturindikators notiert bei 32,4 Punkten. Die Zahlen im Speziellen für die Bundesrepublik: Der Index der konjunkturellen Lage in Deutschland notiert bei 74,4. Im Monat zuvor war der Lageindex noch mit einem Stand von 80,2 veröffentlicht worden. Der ZEW Index für die Konjunkturerwartungen in der Eurozone dagegen ist im September auf -20,3 zurückgefallen, nachdem er zuvor bei -6,1 gelegen hatte. Der Lageindex sinkt für den Euroraum um 7,5 Punkte auf nun 65,6 Zähler.
Die US-amerikanischen Erzeugerpreise sind im Monat August um 1,4 % zurückgegangen. Erwartet wurde ein etwas leichterer Rückgang im Bereich von 0,3 bis 0,7 %, nachdem die Preise der Erzeuger im Vormonat noch um 0,6 % geklettert sind. Die Kernrate ist im Berichtsmonat um 0,2 % gestiegen. Hier war von einem Anstieg im Bereich von 0,1 bis 0,2 % ausgegangen worden, nachdem die Kernrate im Monat zuvor um nur 0,1 % gestiegen war.
Die Nettokapitalzuflüsse in den Vereinigten Staaten lagen im Juli bei 103,8 Mrd. US-Dollar. Im Vormonat waren diese noch mit 34,4 Mrd. US-Dollar bekannt gegeben worden.
Der gestern Nachmittag veröffentlichte US-amerikanische State Street Investor Confidence Index notiert im laufenden Monat bei 92,1. Einen Monat zuvor hatte der Index noch bei 99,6 gestanden. Damit wurde der Vormonatswert von 99,3 nach oben revidiert.
Der Offenmarktausschuss der Fed hat die Zinsen um 50 Basispunkte auf 4,75 % gesenkt. Diese lagen zuletzt bei 5,25 %. Im Vorfeld der Sitzung war bereits von einer Senkung der Zinsen ausgegangen worden, jedoch war häufig von einem Schritt um nur 25 Basispunkte auf 5,00 % ausgegangen worden. Die Fed konstatierte, die Kerninflation hätte sich moderat verbessert, dennoch würde die Lage gefahrenbehaftet bleiben, so könne zum Beispiel die Einschränkung der Kreditvergabe das Wachstum eingrenzen. Bernanke betonte jedoch, die Notenbank würde alles tun wollen, um die Preisstabilität und das Wachstum zu sichern.
Die japanische Notenbank hat den Leitzins unverändert bei 0,5 Prozent belassen. Diese Entscheidung fiel im Direktorium der Bank mit acht zu eins Stimmen. Sehr geehrte Leserinnen und Leser, Sie erinnern sich noch: Die japanische Notenbank hatte zuletzt ihren Schlüsselzins vergangenen Februar um 25 Basispunkte angehoben, nachdem sie im Juli vergangenen Jahres angesichts einer Konjunkturbelebung ihre jahrelange Nullzinspolitik beendet hatte.
Die heute Morgen veröffentlichten deutschen Erzeugerpreise sind im August im Vergleich zum Vormonat um 0,1 % gestiegen. Einen Monat zuvor waren diese noch um 0,1 % gesunken. Von den Beobachtern war ein unveränderter Stand erwartet worden. Zieht man den Jahresvergleich hinzu, so haben sich die Preise der Erzeuger um 1,0 % verteuert nach +1,1 % im Vormonat.
Der Handelsverlauf in den Vereinigten Staaten war nach der Leitzinssenkung von Seiten der Fed sehr euphorisch. S&P500 schloss 43.13 Zähler fester bei 1519.78 Punkten. Dow Jones Industrial verabschiedete sich um 335.97 Zähler schwerer bei 13739.39 Punkten vom Handel. Die Technologiebörse Nasdaq ging mit einem runden und sehr dicken Plus von 70.00 Zählern bei 2651.66 Punkten aus dem Handelstag hervor. Auf der Gewinnerseite waren vor allem die Finanzwerte: J.P. Morgan konnten mit einem ansehnlichen Plus von 5,6 Prozent auf 47,82 Dollar auftrumpfen, American Express verzeichnete einen Aufschlag von 4,7 Prozent auf 60,80 Dollar. Die Citigroup verteuerten sich ebenfalls um satte 5,1 Prozent auf 48,37 Dollar. Die Papiere des Onlinebrokers E-Trade dagegen gaben um mehr als sechs Prozent nach, die Anleger nahmen das Statement über das Zurückschauben der Gewinnprognosen für das Gesamtjahr nicht auf die leichte Schulter. Kein guter Tag dagegen für Anleihen: die zehnjährigen verloren 2/32 auf 102-7/32, ihre Rendite lag bei 4,47 Prozent. Der Longbond notierte zum Handelsschluss um 26/32 tiefer bei 103-30/32, er rentierte bei 4,75 Prozent. Der deutsche Aktienindex gewann 1,8 Prozent auf 7710 Punkte. Auch hier war mit den Finanzwerten ausgezeichnet Geld zu verdienen. Die Hypo Real Estate verteuerten sich um 4,9 Prozent, die Aktien der Commerzbank legten um satte 4,5 Prozent zu, aber auch die Deutsche Bank und die Postbank enttäuschten ihre Besitzer mit einem Plus von 4,2 Prozent bzw. 3,9 Prozent keineswegs. Im Bund-Future wird es in nächster Zeit immer wieder Geld auf der Verkäuferseite zu verdienen geben. An Nippons Börsen wurde ein wahres Feuerwerk gefeiert. Nikkei 225 schloss um 579.74 Zähler oder 3.7 Prozent höher bei 16,381.54 Punkten. Der breiter gefasste Topix gewann 56.63 Zähler oder 3.8 Prozent auf 1,567.58 Punkte. Es war ein tag der Superlative, die größte Rallye seit dem 4. März 2002.
Der Oktober-Kontrakt des Crude Oil wechselte die Hände 86 Cents oder 1.1 Prozent höher bei $82.37 im after-hours-Handel an der Nymex.
Sehr geehrte Leserinnen und Leser, richten Sie ihr Augenmerk bitte auf folgende Uhrzeiten, wenn die Veröffentlichung wichtiger Wirtschaftsdaten erfolgt: 14.30 Uhr MEZ: Hier erfolgt die Veröffentlichung von gleich drei sehr wichtigen und marktbewegenden Wirtschaftszahlen, nämlich:
- der Zahlen zum US-amerikanischen Verbraucherpreisindex ("Consumer Price Index, CPI") - der Daten zu den US-amerikanischen Wohnbaubeginnen ("Housing Starts") - der Zahlen zu den US-amerikanischen Wohnbaugenehmigungen ("Building Permits"). Bitte beachten Sie hierbei, dass sich alle obigen Veröffentlichungen auf den Monat August 2007 beziehen.
16.30 Uhr: Der Tag wird durch die Veröffentlichung des wöchentlichen Ölmarktberichts der Energy Information Administration (EIA) zur US-amerikanischen Lagerhaltung abgerundet und dürfte Bewegung in die Energymärkte bringen.
Das Trademonster-Team wünscht allen Leserinnen und Lesern einen erfolgreichen Handelstag. Es folgen nun die Devisenhandelsstrategien für den heutigen Tag, die wir mit bestem Fachwissen und Expertise für Sie erstellen. ---> http://www.termintrader.com/article_1149.html
|