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Opec reagiert, Countrywide Financial verlieren weitere 2 Prozent
Zürich/Frankfurt/New York/Tokio


 Sehr geehrte Leserinnen und Leser,


wir starten den heutigen Handelstag frisch und ausgeruht und müssen zunächst ein wenig unserer Zeit dem Studium der gestern veröffentlichten Wirtschaftszahlen widmen.

Die Leistungsbilanz aller 27 EU Mitgliedsstaaten weist im zweiten Quartal in der ersten Veröffentlichung ein Defizit in Höhe von 18,7 Mrd. Euro aus. Im vorangegangenen Quartal lag das Defizit bei 32,0 Mrd. Euro, im Vergleichsquartal des Vorjahres hatte die Bilanz ein Minus in Höhe von 10,8 Mrd. Euro ausgewiesen. Die Dienstleistungsbilanz der EU zeigt im zweiten Quartal in der ersten Veröffentlichung einen Überschuss in Höhe von 21,0 Mrd. Euro. Im Vorquartal lag das Plus bei 15,2 Mrd. Euro, im Vergleichsquartal des Vorjahres bei 19,5 Mrd. Euro.

Die US-amerikanische Handelsbilanz weist für den Monat Juli ein Defizit in Höhe von 59,2 Mrd. US-Dollar aus. Zum Vergleich: Erwartet wurde ein Minus im Bereich von 58,0 bis 59,0 Mrd. US-Dollar, nachdem das Defizit im Vormonat noch bei 59,4 Mrd. US-Dollar gelegen hatte. Der Vormonatswert wurde von 58,1 Mrd. US-Dollar nach oben revidiert.

Der EZB-Präsident Jean-Claude Trichet zeigte sich gestern im Brüsseler Europaparlament fest entschlossen, nach einer kurzen Pause die geldpolitische Straffung fortzusetzen. Er sprach von einer Korrekturphase, in der es ?Momente von hektischem Verhalten, ein hohes Maß an Marktschwankung und Elemente von Übertreibungen geben kann". Er betonte zudem, dass dies noch nicht das Ende der jetzigen Marktphase sei.

Die gestrige Rede von Fed-Chairman Bernanke in Berlin, die von den Marktteilnehmern mit großer Spannung erwartet worden war, war nicht durch handfeste Hinweise auf die zukünftige Zinspolitik geprägt und dies sorgte zeitweise für leichte Anflüge von Enttäuschung. Doch eines bleibt festzuhalten: In den Aussagen von Bernanke fand man auch keine einer Zinssenkung widersprechenden Hinweise.


Der Handelsverlauf in den Vereinigten Staaten war gestern von einer gewissen Festigkeit geprägt, doch die Schlusskurse zeigten, dass die aktuelle Marktphase noch nicht abgeschlossen ist und bestätigen dadurch die Rede der beiden Notenbankchefs in einer eindrucksvollen Art und Weise. S&P500 schloss 19.79 Zähler höher bei 1471.49 Punkten. Dow Jones Industrial verabschiedete sich 180.54 Zähler fester bei 13308.39 Punkten vom Handel. Die Technologiebörse Nasdaq ging mit einem Plus von 38.36 Zählern bei 2597.47 Punkten aus dem Handelstag hervor. Auf der Käuferliste von Händlern befanden sich insgesamt zwei Werte, wobei dem zweiten die größere Wichtigkeit zuzuweisen ist. Im Dow Jones Industrial konnten sich McDonald's nach der Bekanntgabe einen flächenbereinigten Umsatzzuwachs von 8,1 Prozent im Monat August um 3,3 Prozent auf 51,79 Dollar verteuern. Die Papiere von General Motors zogen um 4,5 Prozent auf 30,53 Dollar an, nachdem der Konzern ankündigte, er wolle den Umfang seiner Kaufanreize zurückfahren. ImClone verteuerten sich aufgrund des verheißungsvollen Ergebnisses ihres Medikamentes zur Behandlung von Lungenkrebs um 18 Prozent auf 44,90 Dollar. Bis hierhin sieht alles sehr gut aus, doch  jetzt kommt der Wermutstropfen: Countrywide Financial verloren weitere 2 Prozent auf 16,86 Dollar. Solange solche Meldungen noch im Umlauf sind, kann von einer Erholung kaum die Rede sein. Bekräftigt wird die aktuelle Marktphase auch durch die wöchentlichen Umsätze der Ladenketten, die in der Woche bis zum 8. September um 2,9 Prozent geklettert sind. Sollten die Ausgaben der Verbraucher weiterhin hoch bleiben und im Moment sieht es eher danach aus und das ist der Fed in der momentanen Situation ein Dorn im Auge, dann seien die allgemeinen Markterwartungen und die darin wurzelnden Hoffnungen zum Ausmaß der anstehenden Zinssenkung wohl zu hoch gegriffen. Im Klartext gesprochen bedeutet dies: Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Erwartungen enttäuscht, vielmehr dafür, dass sie aus Vernunftsgründen enttäuscht werden müssen, weil die amerikanische Notenbank nicht anders agieren kann und vor allen Dingen darf, steigt mit steigenden Umsätzen.
Eng gekoppelt hiermit, sehr geehrte Leserinnen und Leser, sind die Anleihen, aus diesem Grund sollten wir an dieser Stelle ein wenig Zeit dem Studium der gestrigen Entwicklung widmen: Zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 4,750 Prozent verloren 11/32 auf eine Schlussnotierung von 103-2/32, ihre Rendite lag bei 4,37 Prozent. Der Longbond gab 4/32 auf 105-20/32 ab, er rentierte mit 4,65 Prozent. Nachbörsliche Meldungen aus den Vereinigten Staaten tragen ein eher negatives Vorzeichen.

Der deutsche Aktienindex  schloss nach einem Hoch von 7 482 Punkten mit einem Plus von 1,1 Prozent bei 7 458 Punkten. Die Merck-Papiere setzten sich mit einem Gewinn von 5,9 Prozent an die Spitze des Dax. Ihre Entscheidung begründeten die Händler mit der oben angesprochenen Entwicklung des amerikanischen Pharmakonzerns ImClone, mit dem zusammen das Präparat Erbitux entwickelt worden ist, welches nach neueren Studien zufolge das Leben von Lungenkrebspatienten verlängert. Im Vorfeld der Internationalen Automobilausstellung waren es vor allem die Autowerte, die gefragt waren. Die Papiere des Automobilkonzerns Daimler verteuerten sich um ein Prozent auf 64,52 Euro. Die BMW schlossen um zwei Prozent höher auf 43,61 Euro, nachdem die Bestätigung der Prognosen für das Geschäftsjahr grünes Licht für massive Käufe gab. Die MAN-Aktie schloss 1,3 Prozent fester auf 100,51 Euro. Deutsche Post gaben 0,2 Prozent nach. Der Bund-Future wird im heutigen Handelsverlauf von 114,34 bis 115,18 Punkten erwartet, nachdem er gestern auf 114,67 Punkte schloss.
 
An Nippons Börsen spielte der Rücktritt des Premierministers Shinzo Abe eine große Rolle. Nikkei 225 verlor 80.07 Zähler oder 0.5 Prozent auf 15,797.60 Punkte. Der breiter gefasste Topix ging moderat um 4.12 Zähler oder 0.3 Prozent leichter bei 1,528.27 Punkten aus dem Handel. Die Ölwerte spielten eine entscheidende Rolle: Inpex schlossen um 60,000 Yen oder 5.6 Prozent höher. Japan Petroleum Exploration Co. kletterten um 240 Yen oder 3.1 Prozent auf  7,950 Yen. Mitsubishi Corp. gewannen ebenfalls 80 Yen oder 2.5 Prozent auf 3,230 Yen.


Der Oktober-Kontrakt des Crude Oil schloss gestern um 74 Cents höher to $78.23. Der Kontrakt wechselte die Hände 16 Cents tiefer bei $78.07 pro Barrel im after-hours-Handel an der Nymex. Ein Sprecher der Opec-Ölminister gab gestern eine Anhebung der Förderquoten um 500.000 Barrel pro Tag ab 1. November bekannt und enthüllte somit die Reaktion des Ölkonzerns auf den wachsenden Druck angesichts des starken Preisauftriebs der vergangenen Wochen. Sehr geehrte Leserinnen und Leser, Sie sollten eine grobe Vorstellung von den Ausmaßen haben: Allein die chinesischen Rohölimporte stiegen im August um beachtliche 19 Prozent, die Netto-Importe betrugen rund 13,7 Millionen Tonnen bzw. 100 Millionen Barrel.
 

Sehr geehrte Leserinnen und Leser, richten Sie ihr Augenmerk bitte auf folgende Uhrzeiten, wenn die Veröffentlichung wichtiger Wirtschaftsdaten erfolgt:
 
10.00 Uhr: Hier erfolgt die Veröffentlichung des monatlichen Ölmarktberichts der International Energy Agency (IEA) für September 2007.

14.30 Uhr: Hier ist gleich die Bekanntgabe von zwei wichtigen Wirtschaftsterminen angesetzt,

- zum einen die der Zahlen zur europäischen Industrieproduktion für Juli 2007
- zum anderen die der Zahlen zum europäischen Arbeitskostenindex für das zweite Quartal 2007.
 
16.30 Uhr: Der Tag wird durch die Veröffentlichung des wöchentlichen Ölmarktberichts der Energy Information Administration (EIA) zur US-amerikanischen Lagerhaltung fortgesetzt. Hier sollten die mit erhöhter Vorsicht agieren.

20.00 Uhr: Der Tag wird durch die Veröffentlichung der Zahlen zum US-amerikanischen Staatshaushalt ("Treasury Budget") für August 2007 abgerundet.


Das Trademonster-Team wünscht allen Leserinnen und Lesern einen erfolgreichen Handelstag. Es folgen nun die Devisenhandelsstrategien für den heutigen Tag, die wir mit bestem Fachwissen und Expertise für Sie erstellen.
 

Opec reagiert, Countrywide Financial verlieren weitere 2 Prozent
Datum:   12.09.2007
Autor:   Slavisa Dosenovic
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