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Zürich/Frankfurt/New York/Tokio
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir starten gemeinsam frisch, ausgeruht und gelassen in eine neuen Handelstag. Bevor wir uns gemeinsam kurz mit den Entwicklungen auf den internationalen Kapitalmärkten beschäftigen werden wir uns etwas Zeit nehmen um uns die gestern veröffentlichten Wirtschaftszahlen zur Gemüte zu führen
Im deutschen Bundestag vernimmt man immer mehr Ja-Stimmen für das angekündigte Rettungspaket. Dabei betonte die Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut, dass die Finanzinstitute keine Leistung ohne Gegenleistung erwarten dürften. Der Finanzminister Steinbrück sprach von einem Löschen der Brände auf den Weltfinanzmärkten und davon, dass die Brandstifter künftig daran gehindert werden müssen Feuer zu legen.
Für den Euroraum wurde im September auf Monatssicht ein stärker Anstieg der Lebenshaltungskosten der Verbraucher ermittelt. Nach Eurostat sind die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent gegenüber dem Monat August gestiegen. Im Vorfeld hatten die Volkswirte mit einem um die Hälfte geringeren Anstieg um 0,1 Prozent gerechnet.
Die Jahresteuerung belief sich im September auf 3,6 Prozent nach bereits verzeichneten 3,8 Prozent im Monat August. Für die Kernrate, die Energie und unverarbeitete Nahrungsmittel ausschließt, wurde ein Anstieg in Höhe von 2,5 Prozent verbucht, was gegenüber dem Vormonat eine Erhöhung der Kosten um 0,3 Prozent bedeutet.
Rechnet man die Energie, Nahrungsmitteln und Tabak heraus, so sind die Verbraucherpreise um 0,3 Prozent gegenüber dem Monat zuvor und um 1,9 Prozent im Vorjahresvergleich geklettert. Ohne Tabak verzeichnete man Teuerungsraten von 0,2 Prozent bzw. 3,7 Prozent.
Im gesamten Raum der EU sind die Verbraucherpreise um 0,3 Prozent gegenüber dem Monat zuvor geklettert. Betrachtet man das Vorjahresniveau, so notieren die aktuellen Verbraucherpreise 4,2 Prozent darüber.
Desweiteren gestaltet sich die Situation in den Vereinigten Staaten nicht unbedingt besser. Das US-Handelsministerium gab ein Absinken der Umsätze gegenüber dem August um 1,2 Prozent auf ein saisonbereinigtes Ergebnis von 375,473 Mrd. US-Dollar bekannt. Gerechnet wurde mit einem Absinken um 0,7 Prozent. Ohne die Kfz haben die Umsätze nach Angaben des Ministerium um 0,6 Prozent abgenommen.
Für die Erzeugerpreise wurde in den Vereinigten Staaten im September ein Absinken gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent gemessen. Ein Blick auf die Kernrate offenbart uns den höchsten Stand seit 17 Jahren. Betrachtet man nun, dass die Energiepreise auf Monatssicht trotz des starken Fallens des Rohölpreises nur um 2,9 Prozent gesunken sind, so ist das zutiefst besorgniserregend.
Es geht leider in der gleichen Musik weiter mit dem Empire State Index, der auf das Rekordtief von minus 24,62 nachgegeben hat. Man war im Vorfeld von minus 9,50 ausgegangen.
Für die Lagerbestände wurde in der US-Wirtschaft im Vormonatsvergleich ein schwächer als im Vorfeld angenommener Anstieg um 0,3 Prozent auf 1,512 Bill US-Dollar registriert.
Was sagt uns das Beige Book? Es weist uns auf eine landesweite Abschwächung der US-amerikanischen Volkswirtschaft hin.
Wenn Sie sich jetzt denken: Was stellt man bloß mit dem Geld an um es in Sicherheit zu bringen? Auf keinen Fall in die Schifffonds investieren, denn der Markt kippt rapide.
Die US-Aktienmärkte sind erheblich leichter aus dem gestrigen Handelstag gegangen. Der Dow Jones Industrial Average verlor 733,08 Punkte oder 7,87 Prozent auf 8.577,91 Zähler. Der marktbreite S&P-500 gab bis zum Handelsende 9,03 Prozent auf 907,84 Zähler ab. Für den Nasdaq-Composite ging es um 8,47 Prozent auf 1.628,33 Punkte runter. Der NASDAQ 100 verbilligte sich um 8,82 Prozent auf 1.244,23 Stellen. Ein Blick auf die Werte im Bankensektor: hier wurden bei der Citigroup minus 12,84 Prozent auf 16,23 US-Dollar und bei der Bank of America minus 10,21 Prozent auf 23,82 US-Dollar verbucht. Kein Abreißen der Sorgen im Chipsektor: Die Anteilsscheine von Intel gaben um weitere 5,67 Prozent auf 88,29 US-Dollar nach. Die US-Anleihen haben sich im späten New Yorker Geschäft sehr freundlich präsentiert. Die zehnjährigen Anleihen mit einem Kupon von 4,00 Prozent konnten um 24/32 auf 100-4/32 zulegen, ihre Rendite lag bei 3,98 Prozent. Der mit einem Zins von 4,50 Prozent versehene Longbond stieg um 27/32 auf 104-20/32, es wurde zum Handelsschluss eine Rendite von 4,22 Prozent notiert.
Die deutschen Aktienmärkte waren ebenfalls sehr stark von einer verfliegenden Euphorie gekennzeichnet. Der DAX gab um 6,49 Prozent auf 4.861,63 Punkte nach. Dabei wurden über das elektronische Handelssystem Xetra 269,2 Mio. Aktien im Wert von rund 7,74 Mrd. Euro umgesetzt. Der MDAX mittelgroßer Werte verlor 6,52 Prozent auf 5.657,63 Stellen. Für den TecDAX ging es um 5,63 Prozent auf 553,00 Punkte runter. Die Anteilsscheine von BASF verloren 9,48 Prozent auf 26,34 Euro. Die Papiere von Siemens haben 14,04 Prozent auf 46,30 Euro eingebüsst. Die Eurex/Renten-Futures konnten sich fester aus dem gestrigen Handelstag verabschieden. Der richtungweisende Dezember-Future auf den Bund stieg um 15 Ticks auf 114,06 Prozent. In einer Tageshandelsspanne zwischen 113,79 Prozent und 114,45 Prozent wurde ein Volumen in Höhe von 760.900 Kontrakten umgesetzt. Der BOBL-Future notierte zum Handelsende um 47,5 Ticks fester auf 110,05 Prozent.
Nippons Börsen vollziehen die Einschätzung des Ernstes der Lage ebenfalls mit. Der Leitindex Nikkei-225 notiert zum gegenwärtigen Beobachtungszeitpunkt auf 8474,00 Stellen.
Der November-Kontrakt des Crude Oil hat gestern $4.09 oder 5.2 Prozent auf $74.54 eingebüsst.
Sehr geehrte Leserinnen und Leser, richten Sie ihr Augenmerk bitte auf folgende Uhrzeiten, wenn die Veröffentlichungen wichtiger Wirtschaftsdaten erfolgen:
08:00 Uhr MEZ: Hier ist die Publikmachung der deutschen Zahlen zu den Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe und im Bergbau für August 2008 angesetzt.
14:30 Uhr: Die Bekanntmachung der Zahlen zum US-amerikanischen Verbraucherpreisindex (Consumer Price Index, CPI) für September 2008 findet um 14:30 Uhr statt.
Um die gleiche Uhrzeit erfolgt die Kundgabe der Zahlen zu den US-amerikanischen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe (Initial Jobless Claims) für die Vorwoche.
15:15 Uhr: Die Zahlen zur US-amerikanischen Kapazitätsauslastung (Capacity Utilization) und zur US-amerikanischen Industrieproduktion (Industrial Production), beide für September 2008, werden um 15:15 vorgelegt.
16:00 Uhr: Die Publikmachung des Philadelphia Fed Indices (Philadelphia Fed Survey) für Oktober 2008 findet um 16:00 Uhr statt.
16:35 Uhr: Die Veröffentlichung des wöchentlichen Erdgasberichts der Energy Information Administration (EIA) zur US-amerikanischen Lagerhaltung rundet den Wirtschaftstag ab.
Das Trademonster-Team wünscht allen Leserinnen und Lesern einen erfolgreichen Handelstag.
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