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Preisdruck in der Eurozone belastet die europäische Wirtschaft weiterhin sehr stark
Zürich/Frankfurt/New York/Tokio


Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

wir werfen zunächst gemeinsam einen Blick auf die gestern veröffentlichten Wirtschaftszahlen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) betonte gestern in ihrem Monatsbericht, dass die Risiken für die Preisstabilität auf mittlere Sicht weiter zugenommen haben. Unterstützend würden die wirtschaftlichen Fundamentaldaten des Eurogebiets wirken, die nach Aussagen der EZB weiterhin solide seien.
Vor allem müssten die Zweitrundeneffekte bei der Preisentwicklung vermieden werden und die mittel- und langfristigen Inflationserwartungen fest auf
einem Niveau verankert bleiben.
Im diesem Jahr würde sowohl die Inlands- als auch die Auslandsnachfrage ein
anhaltendes Wirtschaftswachstum stützen.
Die Unsicherheit bezüglich des Wirtschaftswachstum drohe unter anderem wegen der Finanzmarktturbulenzen und den starken Erhöhungen der Energie-
und Nahrungsmittelpreise, zumal die Teuerungsrate von zuletzt 3,6 Prozent die Dauerhaftigkeit des starken Preisdrucks in der Eurozone bestätigt habe.

Die Bekanntgabe der Zahlen zur europäischen Industrieproduktion für April 2008 ergab, dass die Industrieproduktion in der Eurozone im saisonbereinigten Monatsvergleich im April um 0,9 Prozent gestiegen ist. Im Vormonat war die Produktion der Eurozonen-Industrie um 0,5 Prozent (revidiert von -0,2 Prozent) gesunken. Im Jahresvergleich ist die Produktion in der Industrie um 3,9 Prozent geklettert nach zuvor +1,6 Prozent. Der für März veröffentlichte Anstieg von 2,0 Prozent würde somit nach unten revidiert.
Die Industrieproduktion im gesamten Bereich der EU ist im saisonbereinigten Monatsvergleich um 0,3 Prozent geklettert nach zuvor -0,4 Prozent. Dieser Wert wurde von -0,1 Prozent revidiert. Im Jahresvergleich ist die Produktion in der Industrie aller 27 EU Mitgliedsstaaten um 3,7 Prozent geklettert nach zuletzt +1,4 Prozent. Hier wurde von 1,8 Prozent revidiert.

Der US-amerikanische Umsatz im Einzelhandel ist im Mai um 1,0 Prozent geklettert. Erwartet wurde ein Umsatzanstieg von 0,5 bis 0,6 Prozent, nachdem im Vormonat der Umsatz des Einzelhandels in den Vereinigten Staaten um 0,4 Prozent gestiegen ist. Dieser Wert wurde von -0,2 Prozent revidiert.
Ohne die Autoverkäufe ist der Einzelhandelsumsatz in den Vereinigten Staaten um 1,2 Prozent geklettert. Erwartet wurde ein Bereich von +0,6 bis +0,7 Prozent, nachdem im Vormonat noch ein Anstieg um 1,0 Prozent verzeichnet worden ist. Dieser Wert wurde von +0,5 Prozent revidiert.

Die US-amerikanischen Importpreise sind im Mai um 2,3 geklettert nach zuletzt +2,4 Prozent. Dieser Wert wurde 1,8 Prozent revidiert.
Ohne Öl sind die Einfuhrpreise in den USA um 0,5 Prozent gestiegen nach zuvor +1,3 Prozent. Hier wurde von 1,1 Prozent revidiert.

Die US-amerikanischen Exportpreise sind im Mai insgesamt um 0,3 Prozent geklettert nach zuvor +0,5 Prozent (revidiert von +0,3 Prozent).
Ohne landwirtschaftliche Erzeugnisse sind die Ausfuhrpreise um 0,4 Prozent gestiegen nach zuletzt +0,7 Prozent. Der Vormonatswert wurde von zunächst veröffentlichten +0,6 Prozent nach oben revidiert.

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist in den Vereinigten Staaten auf 384.000 geklettert. Erwartet wurden 370.000 neue Anträge nach zuvor 359.000. Hier wurde von 357.000 revidiert.

Die US-amerikanischen Lagerbestände haben sich im April um 0,5 Prozent ausgeweitet. Erwartet wurde ein Klettern um 0,3 bis 0,4 Prozent nach +0,2 Prozent im Vormonat. Hier wurde von +0,1 Prozent revidiert.
Die Umsätze sind gleichzeitig um 1,4 Prozent geklettert.
Das Verhältnis Lagerhaltung zum Umsatz, das Inventories/Sales Ratio wurde bei 1,25 gemessen.

Die US-amerikanischen Erdgasvorräte, die Nat Gas Inventories sind in der letzten Woche um 80 Bcf auf 1.886 Bcf geklettert. In der vorangegangenen Woche waren die Bestände in den Vereinigten Staaten um 105 Bcf gestiegen, im Vorjahr hatten sie bei 2.228 Bcf gelegen.


Die US-Equities haben sich volatil gezeigt, konnten dennoch höher schliessen. Der Dow Jones Industrial gewann 0,48 Prozent auf 12.141,58 Punkte, ging aber dennoch 128 Stellen tiefer unter dem Tageshoch aus dem Handel.
Der S&P-500-Index legte 0,33 Prozent auf 1.339,87 Punkte zu.
Der Composite-Index kletterte um 0,43 Prozent auf 2.404,40 Punkte.
Der NASDAQ 100 schloss unverändert bei 1.924,26 Punkten.
Die Anteilsscheine von Lehman Brothers verloren weitere 4,42 Prozent auf 22,70 Dollar.
Die Papiere von Microsoft stiegen um 4,13 Prozent auf 28,24 Dollar.
Yahoo! gaben 9,79 Prozent auf 23,59 Dollar ab.
Die US-Anleihen haben sich im späten Handel schwach präsentiert. Die zehnjährigen Titel mit einem Kupon von 3,875 Prozent gaben um 1-6/32 auf 97-6/32 nach, ihre Rendite lag bei 4,22 Prozent. Der mit 4,375 Prozent verzinste Longbond verlor 1-4/32 auf 93-24/32, er rentierte mit 4,77 Prozent.

Der deutsche Aktienindex konnte 1 Prozent oder 64 Stellen auf 6.715 Punkte dazu gewinnen. Im Dax-Handel auf Xetra wurden insgesamt 160 Mio. Aktien im Wert von 5,22 Mrd. Euro gehandelt.
Die Anteilsscheine der Commerzbank konnten sich um 6,3 Prozent auf 19,97 Euro verteuern.
Der September-Kontrakt auf den Bund verlor 47 Ticks auf 110,22 Prozent. In einer Tageshandelsspanne zwischen dem Schlusskurs und 110,85 Prozent wurden 994.397 Kontrakte umgesetzt. Der BOBL-Future sank um 45 Ticks auf 105,63 Prozent.

Nippons Aktienmärkte zeigen sich zum Beobachtungszeitraum stabil und mit einem leichten Plus.


Der Juli-Kontrakt im Crude Oil hat gestern 36 Cents oder 0.3 Prozent auf $136.74 zugelegt.


Sehr geehrte Leserinnen und Leser, richten Sie ihr Augenmerk bitte auf folgende Uhrzeiten, wenn die Bekanntgaben wichtiger Wirtschaftsdaten erfolgen:

11:00 Uhr MEZ: Hier sind die Veröffentlichungen

- der Zahlen zum europäischen Arbeitskostenindex
- und der europäischen Zahlen zur Beschäftigung

angesetzt.

Beide Datensätze beziehen sich auf das erste Quartal 2008.

14:30 Uhr: Um 14:30 Uhr steht die Bekanntgabe der Zahlen zum US-amerikanischen Verbraucherpreisindex (Consumer Price Index, CPI) für Mai 2008 an. Die Marktteilnehmer rechnen mit einem Verbraucherpreisanstieg in den Vereinigten Staaten um 0,5 Prozent nach zuvor noch +0,2 Prozent. Die Kernrate wird mit einem Plus von 0,2 Prozent erwartet, nachdem sie im Vormonat um 0,1 Prozent geklettert ist.

16:00 Uhr: Der Tag wird durch die Veröffentlichung der Zahlen zum Verbrauchervertrauen (Consumer Sentiment) des Conference Boards für Juni 2008 abgerundet. Erwartet wird der vorläufige Verbraucherstimmungsindex aus den Vereinigten Staaten für Juni im Bereich von 57,5 bis 59,5, nachdem im Vormonat der Index noch bei 59,8 gemessen wurde.

Das Trademonster-Team wünscht allen Leserinnen und Lesern einen erfolgreichen Handelstag und ein erholsames und angenehmes Wochenende. 

Preisdruck in der Eurozone belastet die europäische Wirtschaft weiterhin sehr stark
Datum:   13.06.2008
Autor:   Slavisa Dosenovic
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