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Trotz einer Fülle an guten Wirtschaftsdaten steigen die Aktienmärkte nur verhalten
Zürich/Frankfurt/New York/Tokio


Sehr geehrte Händlerinnen und Händler,

wir beginnen den Handelstag gelassen, aber aufmerksam und arbeitsam. Zunächst erfolgt ein kurzer Blick auf die gestern bekannt gegebenen Wirtschaftszahlen bevor wir uns im Anschluss mit den Entwicklungen auf den internationalen Kapitalmärkten beschäftigen.


Nach Angaben der Belgischen Nationalbank konnte der belgische Geschäftsklimaindex im aktuellen Monat um 4,6 Zähler auf -18,2 Stellen klettern, womit der fünfte Anstieg des für die europäische Wirtschaft indikativen Ergebnisses festgehalten worden ist. Bitte betrachten Sie das jetzige Ergebnis im folgenden Licht: im Vormonat wurden noch -22,8 in die Bücher aufgenommen, ein Grossteil der aktuellen Verbesserung geht auf die Erholung im Bezug auf die unternehmensbezogenen Dienstleistungen zurück.

Am US-amerikanischen Wohnimmobilienmarkt scheint sich die Lage zu stabilisieren. So konnte gestern der Case-Shiller-Index im zweiten Quartal zulegen und das erstmalig in den letzten drei vergangenen Jahren. Der Index stieg im Vergleich zum Vorquartal um unbereinigte 2,9 Prozent.

Bezüglich des US-amerikanischen State Street Investor Confidence Index wurden im August 122,9 festgehalten, nachdem im Vormonat noch 119,4 gemessen worden sind.

Laut dem Conference Board wurde für den US-amerikanischen Vertrauensindex im aktuellen Monat ein Stand von 54,1 festgehalten. Im Vorfeld wurde ein Ergebnis im Bereich von 48 erwartet, nachdem im Monat zuvor noch 47,4 verbucht worden sind (von 46,6 nach oben wertberichtigt). Nota bene: von dem aktuellen Anstieg geht eine grosse Signalwirkung für die Märkte aus, da in den Vereinigten Staaten von Amerika ein riesiger Anteil von rund 70 Prozent am Bruttoinlandsprodukt vom Privatkonsum abhängt.

Last but not least: der jetzige Fed-Chairman Ben Bernanke wurde gestern vom amtierenden US-Präsidenten Barack Obama in Oak Bluffs für eine zweite Amtszeit nominiert. Jetzt müsse noch der US-Senat grünes Licht geben um Bernanke für vier weitere Jahre zum Chef der US-Notenbank zu ernennen.


An den deutschen Aktienmärkten wurden die guten Wirtschaftsdaten verhalten aufgenommen, die Entfaltung der hierbei erhofften Wirkung fiel nur mässig aus. Der Leitindex Dax zog um 0,68 Prozent auf 5.557,09 Punkte an, was einem neuen Jahreshoch entspricht. Für den MDax der mittelgrossen Werte ging es um 0,88 Prozent auf 6.879,78 Zähler nach oben. Der Index der Technologiewerte TecDax hatte das Nachsehen, hier stand zum Handelsschluss ein Minus in Höhe von 0,22 Prozent auf 705,79 Stellen auf den Anzeigetafeln.
Scheinbar keinen Boden finden die Stammaktien von Volkswagen, die um starke 2,77 Prozent auf 144,22 Euro nachgegeben haben und somit erneut das Sorgenkind im deutschen Leitindex waren.
Die Anteilsscheine von Siemens zogen um 3,80 Prozent auf 61,70 Euro an.
Weiterhin feste Tendenz gibt an den EUREX/Renten-Märkten den Ton an. Der September-Bund-Kontrakt stieg um 18 Ticks auf 122,53 Prozent. Dabei wurden in einer Tageshandelsspanne zwischen 122,17 Prozent und 122,63 Prozent rund 544.851 Kontrakte umgesetzt. Der September-BOBL-Future konnte sich immerhin noch um 6 Ticks auf 116,14 Prozent erhöhen.

Noch verhaltener ging es an den US-amerikanischen Aktienmärkten zur Sache. Der Leitindex Dow Jones Industrial Average konnte um 0,32 Prozent auf 9.539,29 Punkte zulegen. Der marktbreite S&P-500 notierte zum Handelsende um überschaubare 0,24 Prozent höher auf 1.028,00 Zählern. An der Nasdaq kletterte der Composite-Index um 0,31 Prozent auf 2.024,23 Stellen. Der Nasdaq 100 erhöhte sich um 0,31 Prozent auf 1.639,90 Punkte.
Die aktuelle Aufwärtsbewegung entspricht dem des Verhaltens eines unerfahrenen Scalpers, der sich mühsam nach oben arbeitet um in ein paar Tagen alles und noch viel mehr zu verlieren. Wollen wir hoffen, dass es nicht so sein wird, aber viele kritische Stimmen warnen zum gegenwärtigen Zeitpunkt vor allzu grossen Käufen an den Aktienmärkten.
Zu der Betrachtung von Einzelwerten: im Dow war die Range nach unten etwas schmaler, als schwächster Wert wurden Exxon festgehalten, die 0,87 Prozent auf 70,68 US-Dollar verloren haben. Burger King schossen um 6,17 Prozent auf 18,75 US-Dollar hoch, hier sorgten die guten Zahlen für die Hausse.  
Die US-amerikanischen Kreditmärkte haben sich höher entwickelt. Die zehnjährigen Titel mit einem Kupon von 3,125 Prozent konnten um 15/32 auf 101-18/32 anziehen, ihre Rendite wurde mit 3,44 Prozent festgehalten. Der mit 4,500 Prozent verzinste Longbond stieg um 1-4/32 auf 104-22/32, seine Rendite betrug hierbei 4,22 Prozent.

Die japanischen Aktienmärkte tendieren heute morgen fester. Der Leitindex Nikkei-225 steht zum Beobachtungszeitpunkt gegen halb acht MEZ um 1,42 Prozent höher auf 10,646.70 Stellen.


Trotz einer Fülle an guten Wirtschaftsdaten steigen die Aktienmärkte nur verhalten
Datum:   26.08.2009
Autor:   Slavisa Dosenovic
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