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Dreht sich nun wieder alles zum Guten?
Wer sich mit den Aktien- und Rohstoffmärkten derzeit beschäftigt, dem wird nicht entgangen sein, dass diese sich aktuell wie ein Fähnchen im Wind verhalten. Während vor nicht einmal ganz zwei Wochen die Stimmung extrem negativ war und die Bären das Ruder hielten, drehte sich fast über die Nacht die Einschätzung für Aktien sowie viele Rohstoffe. Der amerikanische Standard & Poors Index konnte ein neues Jahreshoch erreichen und liegt für dieses Jahr bereits wieder im Plus. Ähnliches kann man beim DAX beobachten. Für den Anstieg wird gerne das Argument angeführt, dass die Unternehmen deutlich besser als zuvor erwartete Zahlen liefern und nach aktuellen Untersuchungen zeigt sich auch, dass etwa 71 Prozent der Unternehmen, welche bisher ihre Gewinne berichtet haben, positiv überraschen konnten. Dieser Prozentsatz liegt höher als sonst üblich. Wir wollen im Rahmen dieser Kolumne jedoch unter die Motorhaube der Rallye sehen und einige weitere wichtige Kennzahlen analysieren, die ebenfalls wichtig für den Markt und dessen Teilnehmer sind. Es ist von großer Bedeutung zu wissen, ob die aktuelle Rallye nachhaltig ist oder nur ein sogenannter Short-Squeeze, der immer dann entsteht wenn zu viele Leute den Markt verkauft haben.

Was sagen die Kreditmärkte?

Bei all dem Trubel um die Aktienmärkte und deren Anstiege, darf man jedoch nicht vergessen, dass die aktuelle Krise vorwiegend von den Kreditmärkten
ausgelöst wurde. Daher ist es wichtig, den derzeitigen Zustand dieser Märkte zu kennen. Als Referenz für den Gesundheitszustand im Kreditsektor werden in der Regel „Spreads“ verwendet. Diese geben Aufschluss darüber, wie hoch der Zinssatz einer Anleihe über dem Zinssatz für risikolose Anleihen notiert. Wirft man einen Blick auf die Zinssätze für sogenannte „High Yield Anleihen“ also Anleihen mit hohem Risiko aber auch einer hohen Rendite, zeigt sich, dass der Abstand dieser Anleihen gegenüber sicheren Staatsanleihen von einem Aufschlag von 21,82 Prozent im Dezember 2008 auf inzwischen auf 9,88 Prozent gefallen ist. Dies zeigt, dass die Risikobereitschaft wieder in die Märkte zurückkehrt und zusehends mehr Gelder wieder für Unternehmen mit spekulativem Charakter frei gemacht werden. Dies ist ein positives Zeichen, dass sich die Lage bessert.

Der VIX!

Der VIX ist ein Volatilitätsindex und misst daher die Angst an den Märkten. Wann immer der VIX steigt, steigt auch die Optionsprämie für Optionen und dies zeigt, dass sich die Anleger im Aktienmarkt absichern wollen. Am Freitag erreichte dieser Index einen Wert von nur 23,09 Punkten und liegt deutlich unter seinen früheren Hochs von 80. Die Rallye an den Märkten scheint von den Investoren als sicher angesehen zu werden und die Angst ist offenbar verschwunden.

Sebastian Hell
www.rohstoff-trader.de



Dreht sich nun wieder alles zum Guten?
Datum:   27.07.2009
Autor:   Peter Müller
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