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Sommerloch oder Bärenmarkt?
Die Märkte haben in der letzten Woche einen abrupten Rückwärtsgang eingelegt und sind durch die Bank massiv eingebrochen. Das zweite Quartal beendeten die großen Aktienindizes wie DAX und S&P 500 mit einem Minus von etwa zehn Prozent und auch die Rohstoffe boten den Anlegern kaum Schutz. Selbst der Goldpreis, der bisher als sicherer Hafen galt, konnte dem Sturm nicht trotzen.

Was ist passiert?

Laut einigen Nachrichtenberichten machen sich die Händler derzeit große Sorgen über den Zustand der chinesischen Wirtschaft. Nachdem das Wachstum im zweiten Quartal nach unten korrigiert wurde und Goldman Sachs seine Prognose für das kommende Halbjahr gen Süden revidierte, ging es nach unten. Zudem waren die Wirtschaftsmeldungen aus den USA nicht gerade berauschend und die EU kämpft nach wie vor mit ihren eigenen Problemen. Obwohl die Auktionen an Staatsanleihen in mehreren Ländern geglückt sind, befürchten die Händler nach wie vor, dass die Krise immer noch hält. Zudem leihen sich die Banken gegenseitig Gelder zu höheren Zinsen, was auf das Horten von Geld schließen lässt. Dies sind keine gesunden Anzeichen!

BP - Was kaum einer weiß!

Neben den bereits genannten Faktoren dürfte auch BP einen gewaltigen Einfluss auf die Märkte haben. Die Medien haben bisher wenig darüber berichtet, dass BP ein enorm großer Akteur im Handel mit außerbörslichen Derivaten ist. Zins-Swaps sowie Rohstoff-Swaps werden über eigene Spezialgesellschaften (sogenannte SPVs = Special Purpose Vehicle) mit Banken gehandelt. BP genießt oder genoss durch sein sehr gutes Rating großes Vertrauen am Kapitalmarkt und konnte dadurch Gelder zu sehr niedrigen Zinsen aufnehmen. Dieses Geld wurde anschließend zu höheren Zinsen an weniger kreditwürdige Firmen verliehen. Dadurch übernahm BP die Funktion einer Bank und baute ein gigantisches Volumen von außerbörslichen Kontrakten auf. Einige befreundete Analysten aus New York gehen davon aus, dass eine Pleite von BP für das Finanzsystem schlimmer wäre als die damalige Pleite von Lehman Brothers!  

Märkte reagieren!

Die Märkte reagieren und preisen all diese Faktoren gerade in den Kursen ein. Trader sollten daher vorerst auf der kurzen Seite des Marktes nach Chancen suchen, da die Tendenz deutlich nach unten zeigt.

Quelle: www.cfd-brief.de




Sommerloch oder Bärenmarkt?
Datum:   06.07.2010
Autor:   Peter Müller
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