Wie funktioniert eine Börse?

 

Dass das Handeln mit Aktien gewinnbringend sein kann, wissen Investoren in spe. Auch die Art und Weise, wie der Handel vonstatten geht, ist für die meisten Menschen wohl noch nachvollziehbar. Doch wenn es an die genaue Funktionsweise einer Börse geht, zeichnen sich in vielen Gesichtern Fragezeichen ab. Dabei ist das börsliche Trading weitaus weniger kompliziert, als sich das Laien in vielen Fällen zunächst aus reiner Unwissenheit oft vorstellen. Erklärungen zu den beachtlichen Gewinnchancen, die Investitionen an einer Börse bieten, widmen sich mehrheitlich der Definition des Aktienbegriffs an sich, greifen aber bei der Funktion einer Börse oft zu kurz. Dabei erfüllen Einstiegshilfen ihren Zweck dann am besten, wenn sie alle wesentlichen Termini von A bis Z erläutern.

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Erste Börsen entstanden Mitte des 16. Jahrhunderts.
  • Regionalbörsen halten teilweise noch am Parketthandel fest.
  • Internationaler Präsenzhandel seit Jahren deutlich rückläufig, teils beendet.
  • Börsenkurse entstehen anhand von Angebot und Nachfrage.
  • Börsenbasierter Aktienhandel ist dank Online-Brokerage auch für Privatanleger interessant.
  • Online entstehen immer neue digitale Trading-Systeme & Handelsplätze.

Börsen arbeiten kaum noch „auf dem Parkett“

wie funktioniert eine boerse

Dass sich der Börsenhandel längst vom klassischen Parketthandel – der mittlerweile nach Aussagen von Spezialisten vielerorts nur noch einen Bruchteil des Aktienhandels insgesamt ausmacht – hin zum Online-Trading entwickelt hat, ist der Mehrheit der potentiellen Anleger noch bekannt. Die Schätzungen zum genauen Umfang schwanken dabei. Nicht einmal mehr ein Zehntel aller Transaktionen, so die Aussagen vieler Analysten, wird an den Präsenz-Börsen abgewickelt, wie man sie aus den Nachrichten kennt. Dieser Anteil ergibt sich daraus, dass zwar die größten Börsenplätze wie die Frankfurter Wertpapierbörse oder die Londoner Börse die Parkettbörsen im Rahmen der Digitalisierung abgeschafft haben, jedoch vereinzelte regionale Börsen weiterhin dem Präsenzhandel treu bleiben – in der Regel mit spezialisierten Handelsbereichen. Unterm Strich aber sorgen die börslichen und außerbörslichen Fachbegriffe oftmals eher für Verwirrung als für klare Verhältnisse.

Börsen sind Handelsplätze nach dem Vorbild klassischer Märkte

Vereinfacht formuliert ließe sich sagen: Die Börse als solche ähnelt sehr einem typischen Markt, auf dem Händler interagieren und im ständigen Kontakt miteinander stehen. In der Tat ist diese Sicht in weiten Teilen durchaus berechtigt. Zumindest dahingehend, dass Händler und Anleger zu später Stunde oft in den Genuss besonders günstiger Konditionen kommen können – also genau in dem Moment, wenn die Masse der Investoren ihre Aktivitäten bis zum nächsten Handelstag beendet. Ein Beispiel, dass Markt-Besuchern vertraut vorkommen wird: Auch sie können kurz vorm Schließen fast immer von Preisvorteilen profitieren.

Erste Börsen entstanden bereits im 16. Jahrhundert

Die Aktienkurse definieren sich ganz klassisch durch Angebot und Nachfrage zum jeweiligen Zeitpunkt. Sehr gefragte Aktien legen deutlich an Wert zu, der Preis weniger interessanter Shares sinkt. Die erste Börse überhaupt wurde im Jahr 1531 im belgischen Antwerpen gegründet, 27 Jahre später öffnete die Hamburger Börse ihre Pforten. Anfangs dienten Börsen Händlern als Plattform für den Warentausch. Auch heute noch sind sie ein Handels-Marktplatz, wenngleich sich die Güter verändert haben. Heute dienen Börsen als System für den Aktien- und Anleihen-Handel, darüber hinaus gibt es spezielle Forex-Börsen, die für den Devisenhandel genutzt werden. Auch Rohstoffbörsen gibt es. An dieser Stelle aber soll es um den eigentlichen Handel mit Aktien gehen. Die wichtigste deutsche Börse ist heute der Standort in Frankfurt am Main, der deutschen Banken- und Finanzmetropole schlechthin.

Zentralisierung schafft transparente Bedingungen für Händler

Der Vorteil besteht darin, dass der Börsenhandel zentral erfolgt. Der Aktienhandel unterliegt staatlichen Kontrollen und Regulierungen, die vorrangig dem Anlegerschutz dienen. Die wichtigen deutschen Aktienwerte werden im DAX – dem Deutschen Aktienindex – notiert. Dieser, genauer gesagt: der DAX 30, fasst die 30 wichtigsten deutschen Aktienwerte zusammen, wobei diese Zusammenstellung keineswegs unveränderlich ist und in regelmäßigen Abständen anhand der neuen Marktbedingungen angepasst wird. Neue erfolgreiche Unternehmen werden aufgenommen, andere verschwinden zumindest zeitweise aus dem DAX. Das US-amerikanische Pendant und der international wichtigste Leitindex ist der Dow Jones von der New Yorker Wall Street. Ganz gleich, wo Börsen ansässig sind: Ihre Hauptaufgabe besteht darin, einen räumlichen und zeitlichen Trading-Rahmen zu schaffen und Kursmanipulationen zu verhindern. Auch aus preislicher Sicht bieten sie den an ihnen handelnden Anlegern Sicherheit.

Angebot und Nachfrage sind Basis der Kursveränderungen

Zudem wird garantiert, dass Anbieter und Interessenten über den Handelsplatz reibungslos und sicher zueinander finden. Die Kursstellung erfolgt durch so genannte Börsenmakler. Ihre Aufgabe ist die Abwicklung des Handels sowie anteilig das Festlegen der Aktienpreise. Dabei berücksichtigen Makler die momentane Auftragslage im Kauf- und Verkaufsbereich. Aktienkurse steigen, wenn viele Anleger ein Kaufinteresse äußern, im gegenteiligen Falle sinkt der Kurs einer Aktie, wenn die Nachfrage sinkt. Die Grundfunktion der Börse ist trotz des Wandels vom klassischen Parketthandel hin zur virtuellen Handelsumgebung gleich geblieben. Börsen stellen im Grunde die Infrastruktur für die Geschäftsabwicklung zwischen Maklern. Die Ausführung von Aufträgen erfolgt heute eben wegen der digitalen Erledigung weitaus schneller als früher beim Handel an der Präsenzbörse. In Deutschland zeichnet das so genannte Xetra-System der Börse in Frankfurt am Main verantwortlich. Um an einer Börse handeln zu können, braucht es eine Registrierung, für die Händler wiederum an Auflagen der Aufsicht gebunden sind.

Anleger können sowohl Käufer als auch Anbieter sein

Private Anleger können nur indirekt an Börsen investieren – dies erfolgt über Broker-Angebote, die wahlweise von Banken, Sparkassen oder anderen Dienstleistern unterbreitet werden. Gehandelt wird an Börsen nicht nur mit Aktien, auch der Anleihen-Handel wird hier abgewickelt. Die verschiedenen Broker-Arten treten also in gewisser Weise in der Rolle eines Stellvertreters für ihre Kunden auf. Fixe Vorgaben für Teilnehmer gibt es an der Börse nicht, was bedeutet: Jeder Händler kann – abhängig vom eigenem Ausgangspunkt – ebenso als Käufer wie als Verkäufer auftreten. Der Handel als solcher erfolgt nicht im persönlichen Kontakt, sondern größtenteils anonym. Die gehandelten Aktien sind anders als in früheren Zeiten nicht mehr physischer Natur. Sie werden längst nur noch virtuell abgebildet und nicht tatsächlich an Aktionäre ausgegeben. Wertpapiere werden deshalb nur noch dem Aktiendepot gutgeschrieben, der jeweilige Kaufpreis wird mit dem Händlerkonto verrechnet.

Verschiedene Referenzdaten vereinfachen den Aktienhandel

Entscheidet sich ein Unternehmen zur Aufstockung seines Kernkapitals, ist die Ausgabe von Aktien an der Börse ein beliebter Ansatz. Mit Aktien wechseln auch Pflichten und Rechte den Besitzer, die Aktionäre und Aktiengesellschaften wechselseitig zu berücksichtigen haben. Stehen „Stocks“ gut im Kurs, weil das Aktienunternehmen gut wirtschaftet und begehrte Produkte anbietet, können seine Aktien zu einem Kurs oberhalb des vorigen Kaufpreises verkauft werden. Das Aktien-Trading kann gezielt über die WKN – die Wertpapierkennnummer – oder den Firmennamen erfolgen. Gehandelt wird entweder im Kassa- oder Futures-Bereich. Dabei geht es um die zeitnahe Auftragsabwicklung bzw. Kauf- und Verkaufs-Aufträge mit Blick auf einen späteren Zeitpunkt. Welche Anforderungen Händler für den Börsenstart erfüllen müssen, erklären unsere Experten im weiteren Verlauf hinsichtlich der Mindestanforderungen von Seite der Aktien-Broker.

Deutsche Anleger können nicht nur an deutschen Börsen investieren

Korrekt ist: Aktionäre aus Deutschland können heute nicht nur an den deutschen Börsen aktiv werden. International ausgerichtete Online-Broker erlauben den Handel an allen wichtigen weltweiten Börsen. Kennen müssen Anleger in diesem Kontext die jeweils geltenden Handelszeiten. Diese werden nicht nur von den Börsen, sondern ergänzend auch von Brokern festgelegt. So können abweichende Kurse auftreten – insbesondere zu Beginn einer neuen Handelswoche können Kurslücken, so genannte „Gaps“, auftreten. Sie können zum Beispiel entstehen, wenn Online-Aktien-Broker ihre Handelsplattformen erst zeitversetzt nach dem eigentlichen Börsenstart in die neue Woche öffnen. Infolge solcher Abweichungen können Gewinne im Ernstfall geringer und Verluste höher ausfallen, als erwartet wurde zum Zeitpunkt der Auftragsvergabe. Solche potentiellen Probleme müssen Aktienhändler in ihre Planung mit einbinden.

stefan

Mein Fazit

Eine Börse als solche dient seit jeher als Markt für den Handel. Jedoch haben sich die Erscheinungsformen in den vergangenen Jahren infolge des immensen Erfolgs des Internets in massiver Weise verändert. Anders gesagt: Die typischen Präsenzbörsen, wie man sie aus den Börsennachrichten im TV kennt, spielen heute kaum noch eine Rolle. Stattdessen funktionieren die Börsen für den Aktienhandel längst weitgehend online. Und genau diese Veränderung hat die Märkte weltweit spürbar füreinander geöffnet. Denn so können Anleger über einen Aktien-Broker keineswegs nur an ihren Heimatbörsen Geld investieren. Auch internationale Investments sind möglich. Dazu gehört auf der anderen Seite, dass der Aktienhandel über Broker und Makler zusehends an Tempo gewinnt.

In Sekundenbruchteilen werden heute Aktien gekauft und verkauft, was von den Anlegern ein hohes Maß an Flexibilität verlangt. Eben zu diesem Zweck sind ausgiebige Analyse über die Broker-Plattformen so wichtig, bevor Transaktionen ausgeführt werden. Ihrer eigentlichen Funktionsweise nach haben sich die Börsen im Zuge der Digitalisierung also im Grunde nicht verändert. Einzig der Abwicklungsweg durchlief eine Modifizierung. Für Aktionäre in spe hat dies dazu geführt, dass sie einerseits eine deutlich größere Auswahl von Aktien handeln und andererseits über passende Online-Aktien-Broker fast zu jeder Tages- und Nachtzeit an den Märkten agieren können. Dabei spielen die Öffnungszeiten der Börsen sowie die Handelszeiten der Broker die Hauptrolle, um abschätzen zu können, welcher Spielraum sich tatsächlich bietet.

Autor: RP