Welche Aktien-Börsen sind die wichtigsten?

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Einige große Börsen wie die New Yorker Wall Street oder die Frankfurter Börse sind auch unerfahrenen Aktien-Tradern ein Begriff. Andere Standorte lernen Aktionäre erst in der Erläuterung „Börse für Anfänger“ samt ihren Besonderheiten kennen. Aktienhändler müssen die Öffnungszeiten der Börsen und die Handelszeiten ihrer Provider aus dem Aktien-Broker-Vergleich kennen, um verlässlich Aktien kaufen und verkaufen zu können.
  • Die großen Börsen beeinflussen durch Angebot und Nachfrage zwangsläufig die Preise, die Anleger an kleineren (Regional-)Börsen für die ausgesuchten Wertpapiere zahlen müssen oder erhalten – auch diese Interaktion der Börsen gehört also zum Fachwissen, das Aktionäre benötigen.

Aktienboersen

Auf die Liste der unverzichtbaren Informationen, mit denen sich Aktionäre in spe auskennen müssen, gehören die Namen der wichtigsten Börsenplätze für den Aktienhandel. Dass die Deutsche Börse AG als wichtigster deutscher Standort in der Bankenmetropole Frankfurt am Main beheimatet ist, wissen auch unerfahrene Anleger. Die Düsseldorfer Börse hingegen kennen viele Aktionäre in spe vielleicht nicht. Als ausländischer Handelsplatz ist den meisten Interessierten natürlich die New Yorker Wall Street ein Begriff, auch bekannt unter der Kurzform NYSE für „New York Stock Exchange“. Auch die Londoner oder Tokioter Börse begegnet Anlegern in den Medien immer wieder. Schaut man sich einmal die Handelsoberfläche eines typischen Aktien-Brokers an, wird deutlich, dass man inzwischen im Grunde von einer einzigen großen Aktienbörse weltweit sprechen kann. Die digitale Revolution hat dazu geführt, dass die Märkte immer stärker und schneller zusammenrücken.

US-Börse bleibt weiterhin Basis für internationale Kursentwicklung

NASDAQ, NYSE, Euronext – diese Namen tauchen in der Berichterstattung ständig auf, weshalb Anleger vor der Depoteröffnung am besten bereits Bescheid wissen sollten, denn nur dann sind die Zusammenhänge der Börse für Anfänger nachvollziehbar und verständlich. Wie funktionieren Aktien? Und wo kaufe ich Aktien? Diese Fragen können nur beantwortet werden, wenn angehende Aktionäre wissen, welche Börsen die wichtigsten sind. Denn die größten Börsenplätze sind zwangsläufig diejenigen, an denen in der Regel am besten Gewinne erzielt werden können. Exotischere Börsen können zwar je nach Situation besonders hohe Erträge einbringen, zeichnen sich aber wegen der unsicheren Entwicklungen zum Teil durch sehr hohe Investitionsrisiken aus. Die Möglichkeit, rund um die Uhr handeln zu können, bedeutet für Aktien-Trader selbst in der digital vernetzten Welt nicht, dass nicht auch die Weltmärkte gewisse Einschränkungen im Alltag aufweisen.

Wann öffnet die Börse? Aktien-Online-Broker nennen Handelszeiten

Trotzdem fallen aber die Möglichkeiten für Aktionäre dank der elektronischen Handelsplätze deutlich umfangreicher aus. Immer vorausgesetzt, Anleger sind mit den Handelszeiten der Börsen vertraut. Die Angaben bei den Aktien-Brokern werden bei deutschen Anbietern meist in Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) bereitgestellt. Die genaue Analyse verdeutlicht: Innerhalb der vergangenen zwei Jahrzehnte hat sich eine geringe Zahl von Börsen – genauer eine Handvoll – als führend herauskristallisiert. Allen Börsen voran steht die NASDAQ – die US-amerikanische Technologiebörse. Die „großen Fünf“ unter den weltweiten Börsen bringen es gemeinsam auf fast 80 Prozent aller Börsenumsätze weltweit pro Jahr. Die NASDAQ war Anfang der 70er Jahre die erste digitale Börse überhaupt. Platz 2 belegt die bereits erwähnte New Yorker Börse NYSE. Beide Börsen sind montags bis freitags in der Zeit von 15:30 bis 22:00 Uhr deutscher Zeit geöffnet. 2008 brachten es die beiden US-Börsen auf einen Anteil von fast zwei Dritteln des globalen Börsen-Umsatzes.

Öffnungszeiten-Überschneidung sorgt für deutliche Bewegungen

Die drei anderen wichtigen Börsen sind die TSE – die Tokyo Stock Exchange – mit Handelszeiten von 1.00 bis 8.30 Uhr (MEZ), die London Stock Exchange (LSE) mit Handelszeiten von 8.00 bis 16.30 Uhr (MEZ) und die Frankfurter Börse. Die größte deutsche Börse öffnet montags bis freitags in der Zeit von 9.00 bis 20.00 Uhr ihre Pforten. An Bedeutung gewinnen seit dem großen Wirtschaftsboom in Fernost auch die SSE – die Shanghai Stock Exchange – sowie die Börsenplätze in Hong Kong. Beide Börsen wachsen erstaunlich rasant, bedenkt man etwa, dass die Börse in der Metropole Shanghai erst im Jahr 1990 ins Leben gerufen wurde. Dort ist der Handel in zwei Etappen von 2.30 bis 5.00 Uhr und nach einer kurzen Unterbrechung von 6.00 bis 9.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit möglich.

Elektronische Börsen lösen Präsenzbörsen als Haupthandelsplätze ab

Im Bereich der elektronischen Handelsplätze ist die in Frankfurt beheimatete Xetra als Teil der Deutschen Börse insbesondere in Deutschland sehr wichtig und mittlerweile ein echter Global Player. Die Frankfurter Börse stellte den Aktienhandel im Frühjahr des Jahres 2011 endgültig in Gänze auf das moderne Xetra-Handelssystem um. Und zwar mit vielen Vorteilen für Anleger, die über Online-Aktien-Broker zwar zeitlich weniger Spielraum ausschöpfen können, dafür aber flexibler und räumlich ungebunden traden können. Die Handelszeiten enden um 17.30 Uhr, nicht wie früher erst in den Abendstunden. Damit hat die Deutsche Börse in gewisser Weise eine Anpassung an die international geltenden Börsenzeiten für das Shares-Trading vorgenommen. Dies soll letzten Endes zu einheitlichen Handelszeiten und einem ausgeglicheneren weltweiten Handelsgefüge führen.

DAX 30 in Deutschland als wichtiger Börsenindex

Allein mit den Aussagen zu den Handelsplätzen ist es natürlich nicht getan. Stattdessen spielen die wichtigsten Börsenindizes eine mindestens ebenso große Rolle im Leben der Anleger, wie in allen guten Aktienkauf-Tipps nachzulesen ist. Bezug nehmen die Indizes jeweils auf bestimmte Branchen, Unter-Märkte oder eingeschränkt zusammengefasste Segmente eines Marktes. An den Börsen ist aus diesem Grund die Rede von Begriffen wie einem Rentenindex, den Rohstoffindizes oder speziellen Branchenindizes. Die Nummer 1 in diesem Rahmen aber sind und bleiben die Aktienindizes. Hier werden wahlweise einzelne Branchen oder auch die momentan an der jeweiligen Börsen meist gehandelten Blue Chips gebündelt (Beispiel DAX 30). Die Indexwerte dienen nicht zuletzt dazu, sich als Anleger einen Überblick über aktuelle Trends des Marktes insgesamt oder einzelner Nischen zu verschaffen. Nicht ohne Grund gelten Aktienindizes wenigstens national, oft aber auch international als eine Art Stimmungsbarometer.

Indizes weltweit – Dow Jones als Nummer 1

Bei den besagten Aktienindizes sei an dieser Stelle zwischen Performance-Indizes und Kursindizes unterschieden. Beim Kurs- oder Preisindex repräsentieren die im Index vertretenen Aktienkurse im Durchschnitt den aktuellen Index-Wert. Auch die Dividenden werden bei der Kursangabe berücksichtigt und erhöhen den Gesamtwert. Zu den bekanntesten und zugleich bedeutendsten Index-Werten gehören der französische CAC 40, der japanische Nikkei und der US-amerikanische Dow Jones. Der in Deutschland wichtigste Index, der Deutsche Aktienindex (DAX), ist hingegen ein Performanceindex. Hierbei kommt es im Zusammenhang von Dividendenzahlungen zu Kursaufschlägen im Index. Index-Werte werden nicht in jedem Fall durch den direkt ermittelten Durchschnittskurs der abgebildeten Aktienwerte berechnet. Vielmehr gibt es verschiedene Kriterien, die die Grundlage der Berechnung des Indexstandes bilden.

Weltweite Leitindizes bestimmen den Börsenhandel

Entsteht ein neuer Index – wie vor Jahren beispielsweise der TecDAX an der Deutschen Börse mit dem Ziel, dem Boom in der Technologiebranche Rechnung zu tragen – legen die zuständigen Börsen-Experten einen bestimmten Startwert fest, der später (aber oft auch rückwärts hinsichtlich früherer Zeiten) die Basis zur Kalkulation bildet. An allen wichtigen Börsen von den USA über Japan und China bis nach Europa gibt es etliche Indizes, deren Bedeutung mehr oder weniger groß ausfällt im weltweiten Vergleich. Die Leitindizes DAX, Dow Jones oder Nikkei sind dabei meist relevanter als Neben-Indizes wie der MDAX, Nasdaq Composite oder der Shanghai Composite. In den USA ist weiterhin unter anderem der Dow Jones Industrial Average ein wesentlicher Indikator für Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsentwicklungen.

stefan

Mein Fazit

Die jeweilige Wichtigkeit der Aktien-Börsen richtet sich zumindest bedingt nach den Zielen, die sich Anleger beim Aktienhandel gesetzt haben. Andererseits sind durchaus allgemeingültige Aussagen zur Bedeutung der Börsenplätze im internationalen Vergleich möglich. Die Londoner und die Frankfurter Börse zum Beispiel sind für den europäischen Aktienhandel elementar. Weltweit betrachtet, spielt vor allem die Wall Street eine zentrale Rolle, schon weil sie in vielen Bereichen mit den dortigen Indizes als Referenzbörse für die Gestaltung der Preise an anderen Börsen dient. Nicht vergessen werden darf allerdings in dieser Aufstellung die Bedeutung der Börse in Tokio. In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben sich zudem die Börsen in Schanghai und Hong Kong einen hohen Stellenwert erarbeitet, eben weil Chinas Wirtschaft nach wie vor einen Boom erlebt.

Autor: RP