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Die verschiedenen Wege der Orderaufgabe

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Die besten Broker für den Aktienhandel bieten ihren Kunden etliche verschiedene Möglichkeiten für die Ausführung von Orders. Welche die richtigen Varianten zur Orderaufgabe sind, legen Trader selbst gemäß ihrer Ziele beim Wertpapier-Handel und ihrer erhofften Rendite fest.
  • Vor allem Händler, die auf alle Marktveränderungen vorbereitet sein möchten, können diesen durch die Nutzung der unterschiedlichen Orderarten rechtzeitig begegnen.
  • Besonders interessant sind Orderarten zur Verlustabsicherung für Aktionäre, die neben Gewinnen auch dem Thema Sicherheit einen hohen Stellenwert zuschreiben.

Orderaufgabe

Die Funktionsweise des Aktienhandels an sich ist für Anleger recht einfach zu begreifen: Ich kaufe Aktien und verkaufe sie, um hohe Verluste zu vermeiden oder stattliche Gewinne mitzunehmen. Im nächsten Schritt aber wird klar, dass es für den An- und Verkauf unterschiedliche Ausführungswege gibt. Die Rede ist dabei von der Orderaufgabe, die verschiedene Formen haben kann. Unterschiede werden erkennbar, wenn Trader zum Beispiel über die digitale Xetra-Plattform handeln. Die Orderart Midpoint erlaubt Aktien-Händlern bei einigen Brokern die direkte Eintragung von Orders in das geschlossene Orderbuch, was zur größtmöglichen Anonymität für Teilnehmer sorgt. Der Preis für die Ausführung wird hier als Mittelwert zwischen dem aktuell bestmöglichen Geld- und Briefkurs ermittelt.

Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über einige der beliebtesten Ordertypen. Eine dieser meist genutzten Ordertypen haben wir im vorangegangenen Abschnitt bereits kennengelernt.

Stop-Loss-Orders

Die Stop-Loss-Order gehört zu den meist genutzten Orderarten überhaupt an den Börsen bzw. auf den Handelsplattformen der Online-Broker. Bei ihr geht es eben darum, einen bestimmten Verkaufskurs unterhalb des derzeitigen Aktienkurses festzulegen, damit eine Verlustminimierung erreicht wird – immer vorausgesetzt, dass die Order in die strategische Ausrichtung des Handels passt. Beim Daytrading, also Aktien-Investitionen innerhalb eines einzigen Handelstages (insbesondere bei binären Optionen auf Aktienkurse mit Laufzeiten von Stunden oder sogar nur Minuten), eignen sich die Stops nicht immer. Die Stop-Loss-Order an sich greift in dem Moment, wenn der Kurs die angesetzte Marke erreicht oder darunter sinkt. Die betreffenden Wertpapiere werden dann zum bestmöglichen Preis verkauft. Die Auswahl des richtigen Wegs der Orderaufgabe hängt auf der einen Seite von den ausgewählten Aktien und auf der anderen Seite von der Situation an den Handelsplätzen ab, also somit von den Börsenkursen.

Market-Orders und Limit-Orders

Eine Art Klassiker unter den Orderarten ist die so genannte „Market-Order“. Hier geht es darum, dass ein Kauf direkt, oder besser gesagt: zum nächstmöglichen Zeitpunkt und Kurs ausgeführt wird. Anleger wissen aufgrund des Verzichts auf die Einrichtung eines Limits nicht exakt, welcher Kurs die Basis für die Umsetzung ist. Ganz ohne Risiko sind Market-Orders damit für Anleger am Aktien-Markt nicht. Denn es kann durchaus dazu kommen, dass wegen dramatisch schwankender Shares-Preise in besonders volatilen Marktphasen bei verspäteter Ausführung ein Kurs zugrunde gelegt wird, der für den Aktionär von Nachteil ist. Aus diesem Grund bevorzugen viele Anleger die Verwendung einer Limit-Order. Diese Orderart erlaubt es Käufern und Verkäufern, Grenzwerte ober- und unterhalb des Marktpreises festzulegen. Anleger entscheiden also, zu welchem Preis bzw. innerhalb welches Preisbereichs ihr Aktien-Online-Broker ihre Transaktionen ausführen soll. Zumindest wissen Aktionäre in diesem Falle, welchen Preis sie maximal zahlen bzw. mindestens für ihre Aktien bekommen werden.

Stop-Buy-Order

Der nächste Ordertyp ist die so genannte Stop-Buy-Order. So eine Order kommt beim Aktienkauf üblicherweise zum Tragen, wenn Kurs-Widerstände durchbrochen werden. Wird ein bestimmtes Kursziel X überschritten, kann eine Stop-Buy-Order greifen. Es kommt zur Ausführung eines Kaufauftrags, weil der Kurs genau auf dem besagten Preis landet oder über diese Kursgrenze gestiegen ist. Dabei wird aus der Stop-Buy-Order im Grunde eine Market-Order ohne Kurslimit, was wiederum zu einem Kauf der Aktien zum bestmöglichen Kurs führt. Sind Märkte im Moment des Handels besonders volatil, ist es denkbar, dass die Ausführungskurse über dem installierten Limit liegen, unter Umständen auch deutlich.

Ordertyp „One Cancels Other“

Viele Trader agieren mit mehreren Orderarten parallel, so dass sie möglichst in vielen Umgebungen am Aktienmarkt gewinnbringend mit Wertpapieren handeln. Die Orderart „One Cancels Other“ oder kurz „O.C.O.“ gehört zwar nicht unbedingt zu den Einsteiger-Modellen, ist aber auch für Anfänger durchaus verständlich. Schon die Übersetzung verdeutlicht, worum es im Grunde geht: Wird eine Aktien-Order mit Erfolg ausgeführt, wird eine andere geplante Order vom Broker gelöscht. Dies kann dann sinnvoll sein, wenn Aktien-Trader mit verschiedenen Transaktionen sowohl Gewinne mitnehmen als auch Verluste senken möchten. Die Kriterien zweier Orders können sich dabei auf ein und dieselbe Aktie aus dem Depot beziehen. So kann auf der einen Seite eine Stop-Loss-Order dafür sorgen, dass Verluste bei einem Wertpapier minimiert werden, während auf der anderen Seite bei Erreichen eines bestimmten Kurses das Schließen der Position erfolgt. Welche Order im konkreten Fall die andere löscht, hängt davon ab, welches Szenario am Markt zuerst eintritt.

Billigst- und Bestens-Orders

Die Ordertypen „Billigst“ und „Bestens“ sind unmittelbar miteinander verbunden. Beim Ordertyp „Billigst“ verzichten Händler auf das Installieren eines Kurslimits für den Aktienkauf. So sorgen sie lediglich dafür, dass der Kauf zum nächsten Briefkurs – also dem handelbaren Stock-Kurses – durch den Broker ausgeführt wird. Zur Vorsicht ist insbesondere geraten, wenn die gehandelten Aktien eher wenig Liquidität aufweisen. Im Falle oft und viel gehandelter Aktien sind Billigst-Order meist problemlos möglich. Eine Verkaufs-Order ohne Limitierung des Wunschkurses wird vielfach als „Bestens“-Order bezeichnet. Shares werden zum Geldkurs, also dem nächsten für den Handel abrufbaren Kurs verkauft – ganz gleich, wie es um den Kurs im jeweiligen Augenblick steht. Aktionäre sind also auf das nötige Fingerspitzengefühl und ihr Know-how angewiesen, um die richtigen Zeitpunkte für die Billigst- und Bestens-Orders zu finden.

„Trailing Stop Loss“-Orders

Diese Orderart stellt genau genommen eine besondere Form der bereits thematisierten Stop-Loss-Order dar. Sie wird dazu genutzt, um Verlustrisiken einzugrenzen oder – unter optimalen Bedingungen – gänzlich zu verhindern. Die Funktion: Aktionäre legen je nach Broker-System entweder einen Kurs fest, der absolut vom momentanen Börsenkurs abweicht, oder einen prozentualen Differenzkurs. Sollte der Kurs der gehandelten Aktien steigen, wird der Kurs der Orderart automatisch entsprechend nach oben angepasst. Kommt es also zu Gewinnen aufgrund positiver Kursveränderungen, kommt es direkt zu einer Gewinnabsicherung. Nach und nach steigt so der tatsächliche Gewinn, wenn Aktien später verkauft werden. Für den Fall, dass der Aktienkurs sinkt, verharrt der Trailing Stop Loss auf seinem letzten Niveau. Der Vorteil für Aktionäre besteht darin, dass sie auf die manuelle Korrektur der Orderart verzichten können, wenn die Kurse steigen. Allerdings sollte der angesetzte Differenzbetrag zum Börsenkurs nicht zu gering ausfallen. Auch können sehr deutliche Schwankungen der Aktienpreise dafür sorgen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Order-Ausführung spürbar sind.

Die If-done-Order

Viele Möglichkeiten führen bei Aktien zu unterschiedlichen Chancen im aktiven Handel. Einige Orderarten arbeiten allein auf Basis eines einzigen Ereignisses. Daneben gibt es aber Ordertypen wie die If-done-Order, bei der Aktionäre zwei Faktoren in Wechselwirkung zueinander setzen. Auch hier hilft die Übersetzung des Fachbegriffs, um eine Vorstellung davon zu bekommen, was sich hinter dieser Orderart verbirgt: „Wenn-geschehen-Auftrag“. Es geht darum, dass eine zweite Order ausgeführt wird, sofern ein erster, mit ihr gekoppelter Auftragsbestandteil ausgeführt wurde. Eine Möglichkeit ist beispielsweise, dass eine Stop-Loss-Order umgesetzt wird, falls zuvor eine Limit-Order umgesetzt worden ist.

stefan

Mein Fazit

Wie eingangs erwähnt, gibt es viele weitere Ordertypen – teilweise bevorzugen Online-Aktien-Broker nur eine kleine Auswahl. Vielfach wird in der genauen Analyse deutlich, dass es innerhalb der hier präsentierten Orderarten nochmals Abstufungen geben kann. So gibt es unterschiedliche Market-Orders und auch im Bereich der Verlustminimierungen und Gewinnabsicherungen setzen Broker unter Umständen auf flexible Modelle. Zahlreiche Ordertypen sind Anfänger-tauglich, andere sollten eher professionellen Tradern vorbehalten sein, weil sie bereits weitreichende Erfahrungen mit dem Aktienhandel und der Entwicklung der Börsenkurse verlangen.

Wegen der abweichenden Risiken bei den verschiedenen Wegen der Orderaufgabe braucht es zunächst eine Analyse der individuellen Aktionärs-Vorstellungen. Will man am besten in allen Phasen der Börsen Gewinne einstreichen, ist es ratsam, nicht nur Market-Orders oder Limit-Orders einzusetzen, sondern immer wieder die Orders und das Aktienportfolio an die veränderten Bedingungen an den Märkten anzupassen.