Zwei Kennzahlen, die Sie kennen sollten: Beta und Korrelation

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Analysten kennen viele verschiedene Kennzahlen, die Aktionären bei der Analyse der Kursentwicklungen eine mehr oder weniger große Hilfe sein können. Die Korrelation und der Beta-Faktor sind zwei der meist genutzten Kennzahlen, die nicht allein für Profis von Bedeutung sind.
  • Beim Beta-Faktor werden einzelne Kurse in Verhältnis zum Aktienmarkt gesetzt, um so zu prüfen, wie sich die Kurse im Vergleich im Analyse-Zeitraum entwickelt haben.
  • Die Korrelation dient als Hinweis dafür, wie ähnlich sich die Kursveränderungen zweier oder mehrerer Depot-Inhalte verhalten. Je ähnlicher die Entwicklungen ausfallen, desto größer ist die Gefahr, dass Aktionäre an verschiedenen Stellen des Portfolios zeitgleich Verluste realisieren.

Beta und KorrelationAuf „gut Glück“ sollten Aktionäre niemals dem Erfolg hinterherlaufen. Denn es gibt Mittel und Wege, um auf Basis verlässlicher Daten die geeigneten Aktien zu erkennen, mit denen zum jeweiligen Zeitpunkt (vielleicht erst auf lange Sicht) Rendite erzielt werden kann. Daten aus der Politik und Wirtschaft, wie sie von vielen Online-Aktien-Brokern in Marktnachrichten bereitgestellt werden, sind ein Weg, um dem Aktienhandel Gewinne abzuringen, ohne dass es um zufällige Erfolge geht. Zudem gibt es verschiedenste Kennzahlen zu Wertpapieren, die eine Bewertung von Gewinnchancen und Prognosen zu möglichen Kursentwicklungen erlauben. An dieser Stelle soll es nun beispielhaft um die Kennzahlen Beta und Korrelation gehen, die Trader bei Aktienkursen an den Börsenplätzen besonders oft begegnen. Händler müssen diese Fakten natürlich zu lesen verstehen, um eine sinnvolle Analyse einzelner Aktien und der Märkte insgesamt vornehmen zu können.

Beta erlaubt Aussagen über durchschnittliche Kursschwankungen

Dabei ist das Entwickeln eines Grundverständnisses für diese und andere Kennzahlen weniger schwierig, als viele Trader vor den ersten Tests glauben. Die Kennzahl Beta taucht in Aktienhandels-Erläuterungen zumeist als so genannter Betafaktor auf. Er definiert den Grad, mit dem der Kurs einer Aktie im direkten Vergleich zum Aktienmarkt Schwankungen unterliegt. Die relevante Größe ist dabei der Wert 1,0. Liegt der Betafaktor einer Aktie exakt bei 1,0, bedeutet dies, dass sich die analysierte Aktie genau im Durchschnitt befindet. Ein Wert von unter 1,0 weist auf eine unterdurchschnittliche Kursschwankung hin, ein höherer Wert entsprechend auf eine überdurchschnittliche Schwankung der Aktie im Marktvergleich. Im Falle eines negativen Beta heißt dies genau genommen, dass sich die Rendite eines Wertpapiers gegenläufig zum gesamten Aktienmarkt verhält.

Ein Wert von 2,0 bedeutet dementsprechend, dass sich die Aktie im zugrunde gelegten Zeitraum der Analyse doppelt so stark wie der Markt bewegt hat, während ein Wert von 0,5 auf eine halb so starke Bewegung hindeutet.

Kurs-Analysen mit Korrelation und Beta zuverlässig möglich

Einen Zusammenhang gibt es beim Beta-Wert zwischen der prognostizierten Rendite einer Aktie oder eines Portfolios auf der einen Seite und einer Markt-Portfolio-Veränderung auf der anderen Seite. Ausgangspunkt ist hierbei stets ein Änderungswert von 1,0 % für das aktuelle Markt-Portfolio.

Sowohl das Beta als auch die noch weiter zu erläuternde Korrelation sind als Kennzahlen wichtig, um zu verstehen, welche Abhängigkeit eine Aktie von einem bestimmten Index aufweist. Ableiten lässt sich daraus eine Stimmung in Relation zur Stimmung am Gesamtmarkt. Beide Kennzahlen sind eine gute Ergänzung zu Analysen – beispielsweise zur Charttechnik. Hilfreich ist der Beta-Faktor, um als Anleger ein bestehendes systematisches Risiko zu begreifen und das Aktienportfolio passend zusammenzustellen. Eine eigenständige mühsame Berechnung des Faktors müssen Aktionäre nicht vornehmen.

Die tagesaktuellen Werte (kalkuliert von der Deutschen Börse) für die großen deutschen Aktien können über die Fachportale zum Börsenhandel eingesehen werden. Je nach Situation können in Zeiten einer Hausse (also eines allgemeinen Marktanstiegs) mit Aktien mit hohem Beta-Faktor beachtliche Renditen realisiert werden. Kommt es zur Baisse, drohen logischerweise ebenso massive Kurseinbrüche. Der übliche Betrachtungszeitraum liegt bei 250 Tagen.

Korrelation zwischen verschiedenen Kursen ermitteln

Die Korrelation oder der so genannte „Korrelationskoeffizient“ gibt ebenfalls Aufschluss über den Zusammenhang verschiedener (also mindestens zweier) Anlagen. Der Skalenbereich liegt – wie beim Beta-Faktor – zwischen -1,0 und +1,0. Eine perfekte Korrelation – also ein Wert von +1,0 – wird erreicht, wenn sich die Kurse der analysierten Anlagen konsequent mit gleicher Stärke in dieselbe Kursrichtung entwickeln. Denkbar ist unter anderem die Ermittlung der Korrelation zweier Indizes. Auch diese Werte können ohne eigenständigen Berechnungsbedarf von Fachportalen bezogen werden, so dass Händler zügig über die Korrelation informiert sind, um sinnvolle Entscheidungen treffen zu können. Die Rolle der Korrelation bei Kapitalanlagen kann im Grunde kaum elementar genug angesehen werden.

Je höher die Korrelation, desto eher Aktien-Verluste?

Dabei ist eine perfekte Korrelation eben nicht ideal, um ein ausgewogenes Aktien-Portfolio (oder auch ein Depot mit anderen Anlageformen) zusammenstellen zu lassen. Hintergrund der Analyse ist, dass das Risiko eines Portfolios steigt, wenn die in ihm enthaltenen Assets stark miteinander korrelieren. Denn in diesem Fall sind bei den betreffenden Werten allgemein Verluste zu erwarten, wenn der Kurs einer der beteiligten Aktien sinkt. Die Korrelation zwischen Rentenpapieren und Aktien etwa ist aus Expertensicht eher gering. Die Korrelation ist also insbesondere im Hinblick auf die Diversifikation (Risikostreuung) ein wichtiger Faktor. Negativ korrelierte Assets im Depot können die Streuung auf ein hohes Niveau bringen.

Geringe Korrelation dient der Risikostreuung innerhalb des Depots

Ideale Portfolios zeichnen sich somit dadurch aus, dass die Bestandteile eine möglichst geringe oder gar keine Korrelation erkennen lassen. Als Kennzahl erlaubt die Korrelation Vermutungen zum Kursverlauf einer betrachteten Aktie. Aussagen zur tatsächlichen Kursveränderung hingegen können nicht getroffen werden auf Basis der positiven und negativen Korrelations-Berechnungen. Auch Erkenntnisse dazu, welche Anlage auf welche anderen Werte Einfluss nimmt, sind nicht möglich.

Gerade im Zusammenspiel können Beta und Korrelation Anlegern wichtige Aussagen über die Zusammenhänge am Markt ermöglichen. Zugleich wird deutlich, wie Gesamtmärkte wie auch einzelne Wertpapiere und andere Anlagen miteinander in Verbindung stehen können, ohne dass es Händlern immer gleich bewusst ist.

stefan

Mein Fazit

Beta und Korrelation sind Kennzeichen, mit denen Anleger für die analytische Vorgehensweise beim Aktienhandel vertraut sein sollte. Neben etlichen anderen Faktoren können diese Kennzeichen als Hilfestellung dienen, um das Depot der aktuellen Marktlage entsprechend zusammenzustellen und Aktien zu kaufen, die zueinander passen. Dass vergleichbare Kursentwicklungen nicht immer ideal sind, um ein ausgewogenes Portfolio zu erarbeiten, wird spätestens beim Thema Korrelation mit Nachdruck erkennbar. Deutlich wird insgesamt, wie eng Märkte und Aktien untereinander und miteinander verbunden sein können, ohne dass dies unerfahrene Händler vielleicht direkt erkennen.

Autor: RP