Volatilität: Chance oder Risiko?

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Die so genannte Volatilität gibt Auskunft über die Schwankungsbreite, die einen bestimmten Markt oder einen einzelnen Handelswert zum Zeitpunkt der Beobachtung oder während einer längeren Zeitspanne auszeichnet. Eine hohe Volatilität entspricht dabei einer deutlichen Schwankung innerhalb eines Kursbereichs.
  • Vermögenswerte wie Aktien und Optionen mit hoher Volatilität können Anlegern oft in kurzen Zeitspannen sehr hohe Gewinne einbringen. Das zugleich bestehende Risiko darf dabei aber nicht in Vergessenheit geraten.
  • Hoch volatile Aktien spielen nicht zuletzt beim Optionshandel eine zentrale Rolle, weil Trader auf diesem Wege Schutzmaßnahmen gegen Verluste einrichten können.

Volatilitaet Chancen RisikoDer Begriff der Volatilität begegnet Anlegern bei der alltäglichen Fachlektüre der Nachrichten zu verschiedenen Märkten immer wieder. Dies oft im Rahmen einer Investitions-Warnung, denn in vielen Fällen weisen Experten vor allem auf die Gefahren hin, die sich an volatilen Märkten oder bei einzelnen Aktien ergeben können. Volatil bedeutet im Grunde nichts anderes, als dass Basiswerte oder eben ganze Märkte anfällig für Kursschwankungen sind. Eine sehr hohe Volatilität bedeutet, dass der zugrunde liegende Bezugswert sehr oft sehr deutlich im Preis schwankt. In der Tat birgt solch eine Preisschwankung für Anleger ein gewisses Risiko. Faktisch kann aber gesagt werden, dass Aktionäre verschiedene Chancen haben, um aus den abweichenden Kursen durchaus Profit schlagen zu können.

Zugegeben: Beim normalen Aktienhandel überwiegen im Normalfall die Nachteile, denn – von der möglichen Zahlung einer Dividende durch eine Aktiengesellschaft abgesehen – erzielen Anleger in diesem Bereich erst einmal nur einen Gewinn, wenn die Aktienkurse nach oben gehen.

Anleger können Aktienverluste durch Derivatgeschäfte absichern

Sinkt der Preis für die Wertpapiere im Aktiendepot, bedeutet dies für den Kontostand ein Minus. Auf der anderen Seite können gerade Finanzderivatgeschäfte wie binäre Optionen oder Differenzkontrakte einen Weg aufzeigen, um auch von sinkenden Kursen profitieren zu können. Denn in diesem Spektrum können Trader gezielt auf einen Kursrückgang spekulieren und – je nach Broker – zum Teil bei hoher Risikobereitschaft einige hundert Prozent Rendite mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz realisieren. Chancen bieten sich in diesem Punkt auch Aktionären, die ihre verlustreichen Aktien nicht direkt verkaufen möchten. Denn eine goldene Regel besagt: Einen wirklichen Verlust fahren Händler erst im Moment des tatsächlichen Verkaufs ein. Bis zu diesem Zeitpunkt handelt es sich im Prinzip erst um einen theoretischen Aktienverlust. Über den Binär- und CFD-Handel können Aktionäre ihre eigentlichen Aktien-Posten absichern, wobei Experten auch vom so genannten „Hedgen“ sprechen.

Auch Kursexplosionen können Folge hoher Volatilität sein

Durch die richtigen Entscheidungen im passenden Augenblick kann so aus einem Minus sogar noch ein Gewinn werden. Hierzu braucht es allerdings einige Zeit, die sich nicht jeder Trader an normalen Arbeitstagen nehmen kann, der nicht als professioneller Aktionär seinen Lebensunterhalt finanziert. Vor allem aber kann die Frage „Volatilität: Chance oder Risiko?“ auch für „echte“ Aktionäre durchaus ebenfalls mit einem klaren Pluspunkt für Chancen beantwortet werden. Händler müssen hierzu aber den richtigen Online-Aktien-Broker an ihrer Seite wissen, dessen Handelsplattform zuverlässig und schnell – also in Echtzeit – arbeitet. Denn volatil heißt eben nicht nur, dass Aktienkurse jederzeit in den Keller gehen können. Kurzfristige deutliche Kursanstiege sind ebenso denkbar. Aktionäre müssen diese Trends nur rechtzeitig erkennen und die richtigen Käufe und Verkäufe im geeigneten Moment abwickeln, um Gewinne am Markt mitzunehmen.

Genaue Trading-Planung kann maximale Erträge einbringen

Dies verlangt von Tradern ein gewisses Geschick und zugleich Wissen zur Funktionsweise der nationalen und internationalen Börsenplätze. Aneignen können sich interessierte Anleger diese Erfahrungen am besten und ohne Risiko durch den Einsatz eines Demokontos, wie es von vielen Anbietern aus dem Brokervergleich auf Kundenwunsch bereitgestellt wird. Ob die Volatilität eher Chance oder Risiko für Anleger ist, wird immer wieder in den Fachmedien thematisiert. Häufig reden Analysten im Fazit den Chancen das Wort, ohne dabei das allgemein bestehende Risiko zu verschweigen. Wichtig ist Experten der Verweis darauf, dass auch Einsteiger keine unnötige Angst vor der Volatilität haben müssen, eben weil die Marktschwankungen mit gutem Timing, Know-how und einer Aktienanalyse in bare Münze umgewandelt werden können. Auf der anderen Seite braucht es Geduld, um als Aktionär die geeigneten Momente für den Ein- und Ausstieg für sich zu nutzen.

Kursschwankungen nicht allein als Risiko definieren

Insgesamt sind sich Experten mittlerweile weitgehend einig, dass an den internationalen Aktienmärkten die Phase einer großen oder starken Volatilität Einzug gehalten hat – die wohl auch für die nächste Zeit ein Begleiter der Aktionäre weltweit bleiben wird. Aktienfonds und Mischfonds sind ein weiterer Ansatz, den gerade Anleger verfolgen können, denen ihre Nervosität hinsichtlich der volatilen Zeiten Sorgen bereitet. Eine generelle Gleichsetzung des Begriffs Volatilität mit Risiko sollte vermieden werden, wie professionelle Investmentberater zu bedenken geben. Anleger sollten die tagesaktuelle Nachrichtenlage zum Aktienmarkt im Blick behalten, um Prognosen zu verschiedenen Aktienwerten abgeben zu können.

Aktien mit Dividende meist weniger schwankungsanfällig

Ohne Disziplin und konsequente Analyse verlangt der Handel Aktionären einiges ab. Steigen die Kurse, müssen Anleger abschätzen, wie lange Trends Bestand haben, um nicht zu lange an Aktien mit steigenden Kursen festzuhalten. Andernfalls wird aus den gerade erst verbuchten Kurszuwächsen wieder ein Rückgang, der schlimmstenfalls aufgrund des bestehenden Risikos zu einem Verlust führen kann. Eine Theorie besagt, dass eine hohe Marktvolatilität eine Chance für Händler ist, deren Anlagehorizont auf einen Zeitraum von sechs Monaten oder mehr ausgerichtet ist, während eine Volatilität auf hohem Niveau bei Anlage-Zeitspannen von maximal drei Monaten eher als Risiko zu bewerten ist. Eine interessante analytische Erkenntnis besagt übrigens, dass Aktiengesellschaften, die Anteilseigner über Dividenden an Gewinnen teilhaben lassen, weniger volatile Aktien haben – zumindest im Vergleich mit Unternehmen, deren Shares ganz ohne Ausschüttung von Dividenden an der Börse gehandelt werden.

Historische Volatilität dient längeren Kursanalysen

Fachlich unterscheiden Analysten zwischen der historischen Volatilität und der impliziten Volatilität. Die Bedeutung der historischen Volatilität steckt im Grunde bereits im Namen selbst. So dienen Kursveränderungen aus der Vergangenheit in Form spezieller Zeitreihen als Grundlage der Volatilitätsberechnung. Ein Rechenansatz sind dabei die so genannten „Value-at-Risk-Modelle“. So lassen sich mathematisch die Risiken einzelner Marktpreise ermitteln. Sie erlauben im Idealfall Aussagen und Schätzungen dazu, in welchem Bereich sich die Kursschwankungen einer Aktie in Zukunft bewegen werden. Aktionäre, die bei ihren Analysen auf die historische Volatilität setzen, sind der Überzeugung, dass sich frühere Szenarien in regelmäßigen Abständen an den Märkten wiederholen.

In der Tat zeigt sich immer wieder, dass Märkte wirklich vergleichbare Entwicklungen aufweisen, die es – zumindest in sehr ähnlicher Weise – schon mehrfach gegeben hat. Wann sich genau die Rahmenbedingungen wiederholen werden, soll die historische Volatilität als Kriterium zur Schwankungsbreite der betrachteten Aktienkurse verdeutlichen.

Implizite Volatilität – Aussagen über künftige Kursentwicklungen

Der historischen steht die implizite Volatilität gegenüber. Während die historische Volatilität also Bezug zur Vergangenheit nimmt, geht es bei der impliziten Berechnung um zukünftige Entwicklungen. Grundlage für ihre Kalkulation sind Options-Marktpreise. Fachmedien publizieren regelmäßig so genannte Volatilitätsindex-Werte, die sich auf einzelne Basiswerte aus dem Optionshandel oder ganze Indizes beziehen können. Die implizite Volatilität gehört als Options-Kennzahl in den Bereich der finanzmathematischen Instrumente. Allerdings sind die ermittelten Daten auch für verschiedene andere Derivatgeschäfte relevant. Hintergrund der Berechnungen ist in diesem Fall eine Prognose dazu, in welchem Kursfenster der Basiswert-Preis bis zum Verfallszeitpunkt schwanken wird. Wichtige Daten für die Ermittlung sind momentane Basiswert-Kurse, Laufzeiten und Zinsen.

Richtung der Kursentwicklung weitgehend irrelevant

Liegen diese Fakten vor, kann die Volatilität über ein Optionspreismodell berechnet werden. Diesbezüglich stehen verschiedene Rechenverfahren zur Verfügung. Die Modelle sind mehr oder weniger effizient und nehmen oftmals Bezug zu verschiedenen Zeiträumen der Kursbeobachtung. Die implizite Volatilität wächst normalerweise, wenn die Aktienkurse sinken. Sie sinkt hingegen, wenn die Preise für Wertpapiere an der Börse steigen. Trader, die auf diesen Ansatz vertrauen, gehen davon aus, dass die tatsächlichen Preise für Optionen auf Aktien mit den theoretischen Daten identisch sind. Hohe Volatilitätswerte sprechen – bei der historischen wie auch impliziten Vorgehensweise – für eine hohe Schwankungsbreite. Ein geringer Wert lässt auf überschaubare Schwankungen der Marktpreise schließen.

In welche Richtung sich die Kurse entwickeln werden, kann die implizite Volatilität übrigens nicht abbilden. Vielmehr dient sie nur der Bestimmung der Bandbreite der schwankenden Kurse an sich.

stefan

Mein Fazit

Die Schwankungsanfälligkeit von Märkten und Vermögenswerten – ganz gleich, ob als historische oder implizite Volatilität – kann dabei helfen, wahrscheinliche Entwicklungen eines Kurses vorherzusagen und zu bewerten. Dabei ist die Volatilität vielmehr ein Instrument, um eine Aussage dazu treffen zu können, wie akut die Kursbewegungen eines bestimmten Wertes ausfallen. Basiswerte mit hoher Volatilität bieten vor allem beim Optionshandel mit Aktien gute Chancen für hohe Renditen bzw. zur Absicherung drohender Verluste beim normalen Aktienhandel.

Autor: RP