Trader können in einzelnen oder mehreren Zeiträumen agieren

 

Entscheiden müssen Aktien-Trader im ersten Schritt, ob sie eher Langfrist-Strategien bevorzugen möchten oder stattdessen auf mittelfristige Aktien-Einsätze setzen bzw. sogar den Kurzfrist-Strategien den Vorzug geben sollten. Entscheidend sind in diesem Fall unter anderem die ausgewählten Wertpapiere. Denn nicht jede Aktie und jede Marktumgebung eignet sich für langfristige

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Maßnahmen, während andere Shares eher auf lange Sicht Gewinne einbringen. Die so genannte „Buy and hold“-Strategie hat sich für Langfrist-Trader als sinnvoller Ansatz erwiesen, wenn die Aktien im Portfolio stimmen und die nötigen Sicherheitsvorkehrungen für das Depot getroffen wurden. „Swingtrading“ gehört zu den beliebtesten Mittelfrist-Strategien, während Aktionäre im Rahmen einer Kurzfrist-Strategie beim Daytrading und Scalping unter idealen Bedingungen erstaunliche Renditen erreichen können.

Wie gesagt: wenn die Rahmenbedingungen passen und das Depot mit den richtigen Handelsstrategien mit Aktien kombiniert wird. Limit- und Stop-Loss-Order können durchaus ein Weg zur Absicherung oder Gewinnmitnahme sein.

Langfrist-Strategien: „Buy and hold“ (Kaufen und Halten) – mit Beispiel

  • Händler, die auf Langfrist-Strategien setzen, also das System „Buy and hold“ bevorzugen, müssen einige Geduld aufbringen, bevor sie bei steigenden Börsenkursen Gewinne erreichen.
  • Ergänzend zum Kursgewinn können beim Kaufen und Halten auch Dividendenausschüttungen ein Anreiz für eine Langfristanlage sein – vorausgesetzt, die bevorzugten Aktiengesellschaften gönnen Anteilseignern tatsächlich gewisse Gewinnbeteiligungen.
  • Auch bei langfristigen Investitionen sind Händler nicht immer gänzlich untätig, denn bei positiven Entwicklungen der Aktien im Depot kann sich ein erneuter Zukauf lohnen.

Planung ist bei Langfrist-Strategien grundsätzlich und immer das A und O. Das Fundament muss eine Zusammenstellung erfolgversprechender Aktien und anderer Wertpapiere sein, auf die auf lange Sicht Verlass ist. Buy and hold – also Kaufen und Halten: Im Grunde ist diese Langfristanlage der Weg, den die meisten Aktionäre nach dem Boom der frühen 1990er Jahre verfolgt haben, als auch normale Privatanleger erstmals die Vorzüge des Aktienhandels für sich entdeckten. Doch längst hat insbesondere die Digitalisierung die Märkte enger miteinander verbunden, so dass die Buy-and-hold-Strategie längst nicht mehr die einzige heilbringende Vorgehensweise sein muss. Vielmehr gibt es Aktien, die eher kurzfristige Haltezeiten nahelegen und eher für schnelle Gewinnmitnahmen in guten Börsenzeiten geeignet sind. Eben deshalb ist es so wichtig, sich als Aktionär die Frage zu stellen: Bringe ich die Geduld auf, die es für die Nutzung von Langfrist-Strategien in der Realität braucht?

Langfrist-Strategien können sich an allen Börsen bewähren

Nach dem Motto „Kaufen, liegen lassen und nach Monaten oder Jahren nur noch auf Gewinne warten“ gelingt der Handel am Ende leider nicht. Stattdessen führt aus Analysten-Sicht auch bei der Langfristanlage natürlich kein Weg an der regelmäßigen Hinterfragung der Depotinhalte vorbei. Und dies bedeutet einmal mehr: Für den Aktienhandel müssen Trader generell ein Marktverständnis mitbringen und verstehen, wie die Börsen weltweit (oder etwa die Börse Frankfurt „im Kleinen“) funktionieren. Dabei ist es für viele Aktionäre gerade das Wechselspiel zwischen Buy and hold und Mittelfrist-Strategien oder Daytrader-Aktivitäten. Doch was bedeutet es nun genau, wenn von Langfrist-Strategien die Rede ist?

Wichtige Fakten zu Langfrist-Strategien mit Buy & Hold:

  • Anleger kaufen Aktien und halten die Werte dauerhaft (Monate/Jahre).
  • Analyse sind auch in diesem Fall unverzichtbar für langfristigen Erfolg.
  • Die Strategie „Kaufen und Halten“ gehört zu den passiven Anlagestrategien.
  • Spätere Umschichtungen und Zukäufe sind keineswegs ausgeschlossen.
  • Aktien und Wertpapiere sollten aus verschiedenen Risikoklassen stammen.
  • Auch ein Mix von Aktien mit Anleihen, Fonds und anderen Investments ist denkbar.
  • Langfrist-Strategien verursachen oft lediglich laufende Depotgebühren.

Langfristige Depot-Verwaltung ist keine Inaktivität

Zu definieren ist in diesem Kontext zwangsläufig zunächst, was der Begriff „langfristig“ beim Aktienhandel meint. Angesichts der Unterscheidung zwischen langfristigen, mittelfristigen und kurzfristigen Handelsstrategien mit Aktien liegt es nahe, dass Langfrist-Strategien im Bereich der Laufzeiten ab etwa einem Monat anzutreffen sind. Dies verlangt dementsprechend Weitsicht vom Anleger. Perfekt ausgestattet sind Aktionäre, wenn sie Buy and hold tatsächlich wörtlich nehmen können – das heißt: Ich kaufe die Aktie XY und bringe die nötige Geduld und das Vertrauen mit, die es für die Langfristanlage braucht. Denn natürlich können Aktienpreise in der Zwischenzeit bis zum nicht genau feststehenden Zeitpunkt des Verkaufs mehr oder weniger deutlichen Schwankungen unterliegen. Diesen Änderungen der Preise müssen Aktienhändler beim Einsatz von Langfrist-Strategien souverän gegenüberstehen.

Verluste im Depot können an anderer Stelle abgesichert werden

Beim langfristigen Handel an der Börse sollte Anlegern nicht gleich der Schweiß ausbrechen, wenn die Kurse zwischenzeitlich in den Keller gehen. Stattdessen stellt sich die Frage, wie gegen Verluste abgesichert werden kann. Dies kann zum Beispiel über den Handel mit Optionen auf sinkende Aktienkurse gelingen. Und dabei kommt es noch besser: Faktisch können etwa Hedging-Maßnahmen ein theoretisches Minus auf dem Depotkonto sogar in einen Gewinn umkehren. Hierzu aber braucht es ein noch besseres Verständnis für die Materie des Aktienhandels. Falsche Entscheidungen können schließlich noch höhere Verluste zur Folge haben.

Aktienauswahl muss zur Strategie „Buy and hold“ passen

Aktienhändler müssen sich möglichst früh fragen: Welche Aktien sind am besten für die Buy-and-hold-Strategie geeignet? Frisch emittierte Wertpapiere noch junger Erfolgsunternehmen sind bei Langfrist-Strategien eher nicht die richtige Wahl. Experten empfehlen die Auswahl etablierter Aktienwerte, die schon seit längerer Zeit an einer oder besser mehreren Börsen weltweit gehandelt werden. Denn auch nationale Shares können spätestens ab einer gewissen Größe der Aktiengesellschaft an Börsen in anderen Ländern getradet werden – allerdings im Einzelfall zu abweichenden Kosten, wenn Angebot und Nachfrage an den betreffenden Börsen weniger stark als im Heimatland des jeweiligen Aktienunternehmens ausfallen.

Bewährte Aktien besser geeignet für Langfrist-Strategien

Junge Aktien – wobei der Terminus in gewisser Weise in die Irre führen kann – sind besser geeignet für Kurzfrist-Strategien zur akuten Gewinnmitnahme. Der Begriff „jung“ ist deshalb missverständlich, weil der Fachbegriff „junge Aktien“ nicht allein für Neuemissionen an den Börsenplätzen steht, sondern auch bedeuten kann, dass AGs weitere Aktien zu ihren bisher in Umlauf befindlichen Stammaktien in den Handel geben. So beschaffen sich Aktiengesellschaften oft und gerne frisches Eigenkapital für neue Investitionen oder sogar für die Übernahme anderer Unternehmen.

Ein großer Fürsprecher der Langfrist-Strategien beim Börsenhandel war niemand geringerer als der in Budapest geborene Aktien-Guru André Kostolany, der Zeit seines Lebens ein wichtiger Tippgeber und ein Vorbild für Anleger weltweit gewesen ist. Für ihn waren es vor allem die langfristigen Investments in Wertpapiere, die den großen Erfolg versprachen. Sein Rat für Einsteiger lautete im Grunde, dass Aktionäre die Entscheidung für bestimmte Werte treffen, etwas Geduld aufbringen und erst dann wieder einen Blick auf das Aktiendepot riskieren sollten, um sich über die Rendite zu freuen.

Stilmix aus Langfrist-Strategien & Kurzfrist-Handel als Chance?

Ganz so einfach verhält es sich oftmals nur in der goldenen Theorie, dennoch sind die Aktien-Erfolge der Langfrist-Strategie „Buy and hold“ auch in der heutigen Zeit nicht von der Hand zu weisen. Interessant daran ist, dass sich langfristige Investitionen und das im weiteren Verlauf thematisierte Daytrading in der Praxis natürlich keineswegs ausschließen für Anleger, die in jeder Phase des Aktienmarktes Chancen erkennen und nutzen möchten durch den Mix aus Daytrader-Aktivitäten und einer Langfristanlage. Dass die Strategie „Kaufen und Halten“ in gewisser Weise aus Sicht vieler Analysten ausgedient hat, liegt daran, dass die digitale Abwicklung der internationalen Geschäfte zunehmend zu Wechselwirkungen führt. Buy and hold zielt darauf ab, Aktien langfristig zu handeln bzw. im Depot ruhen zu lassen. Diese Vorgehensweise erweist sich aber insofern als Vorteil, weil ausbleibende Änderungen der Verhaltensmuster keine Transaktionskosten verursachen, wie es sonst bei Kurzfrist-Strategien der Fall wäre.

Risikostreuung – das A und O für langfristige Erfolge

Wichtig für den Erfolg der Strategie ist nach Expertenempfehlungen die richtige Diversifikation des Portfolios. Es geht also um eine sinnvolle Risikostreuung, so dass Gewinne in einem Bereich Verluste an anderer Stelle ausgleichen oder idealerweise zu einem Gesamtgewinn führen. Als Zeitrahmen für Langfrist-Strategien nach dem Konzept „Buy and hold“ kommen mindestens Monate, oft sogar Jahre infrage. Noch immer liest man gerne, dass Anleger mit „Buy and hold“ durchaus gut fahren beim Vermögensaufbau, unter Berücksichtigung der Investition in verschiedene Anlageklassen. Dies kann auch bedeuten, dass Aktienwerte mit Rohstoffen und anderen Investments kombiniert werden. Benötigt wird dabei ein gutes Nervenkostüm, um zwischenzeitliche Schwankungen hinzunehmen, ohne direkt zu reagieren. Ignoranz kann also auch vorteilhaft sein. Es kommt auf den Kontext und die Lage am Markt an. Die präzise Chartanalyse hilft Anlegern dabei, einen großen Bogen um überbewertete Aktien zu machen.

Strategie-Wechsel in unerwarteten Marktsituationen möglich

Denn hier können selbst Langfrist-Strategien im Ernstfall nicht mehr dazu führen, dass entstandene Verluste wettgemacht werden können. Timing ist weniger wichtig als Ausdauer, denn die Aktienkörbe bleiben oftmals jahrelang unangetastet bei Langfristanlagen nach dem Credo „Buy and hold“. Auch sollte das eingesetzte Kapital – wie generell beim Aktienhandel – am besten nicht anderweitig benötigt werden. Zudem bedeutet Kaufen und Halten nicht, dass das Portfolio nicht durchaus auf Basis aktueller Börsenveränderungen neu ausgerichtet und umgeschichtet werden muss. Auch bei passiven Strategien kommen Aktien-Trader also nicht umhin, hin und wieder aktiv zu werden – so paradox es klingen mag.

Vielfach ist aus Analysten-Kreisen zu vernehmen, dass sich die Langfristanlage in erster Linie bei vermeintlich „langweiligen“ Anlagen bezahlt machen kann. Hochriskante Investments sind dafür ungeeignet. Gerade im Zusammenhang mit Dividendenausschüttungen erweist sich dieser Ansatz als durchaus gewinnbringend. Zumal aufgrund der langen Haltezeiten auch steuerlich kaum Gefahren lauern, denn Aktien-Renditen müssen, abgesehen von Dividenden-Einnahmen, erst dann versteuert werden, sobald sie tatsächlich realisiert werden – durch den Verkauf auf dem Börsenparkett.

Steuern auch bei langfristiger Rendite

Nicht vergessen sei beim Thema Buy and hold der steuerliche Aspekt. Daytrading-Nutzer und Anleger, die innerhalb des Steuerjahres regelmäßig Gewinne mitnehmen, müssen ihre Rendite nach Abzug der Gebühren versteuern. Kunden eines deutschen Aktien-Brokers sind insofern entlastet, dass ihre Bank oder ihr Broker die Meldung ans Finanzamt (Ausnahmen: Einreichung eines Freistellungsauftrags oder zu geringes Einkommen) zur Abgeltungssteuer automatisch für ihre Kunden vornehmen. Als Kunde ausländischer Dienstleister sind Trader selbst für die Steuermeldung verantwortlich.

Im Beispiel kann eine Langfrist-Strategie wie folgt aussehen:

Phase 1 – die Strategie-Festlegung

Ein Aktionär entscheidet sich zur Nutzung der Strategie „Buy and hold“ und wählt etliche Aktien aus unterschiedlichen Marktsparten aus, um so für die nötige Diversifikation zu sorgen. Die Aufteilung kann unter anderem nach traditionellen Bereichen der Börsen weltweit und Werten aus eher jungen, derzeit boomenden Nischen erfolgen. Der Sektor der erneuerbaren Energien mit Unternehmen, die auf dem Gebiet Photovoltaik oder Solarthermie tätig sind, kann beispielsweise ein solch innovativer Investmentmarkt für Aktionäre sein.

Gekauft wird beispielsweise die Aktie des Unternehmens XY zu einem Preis von 40,00 Euro, nachdem die Analyse gezeigt hat, dass das betreffende Wertpapier einerseits günstig erworben werden kann und andererseits mit hoher Wahrscheinlichkeit nach einer eher schwachen Phase eine langfristige Kurssteigerung erwarten lässt. Etliche weitere Bewertungsindikatoren sind eine Hilfe beim Trading. So kann ein geringeres Interesse an Aktie XY auf Seiten der Fondsmanager darauf hindeuten, dass das Papier derzeit unterbewertet ist und es auf lange Sicht zu einer Kurskorrektur und steigenden Nachfrage kommen wird.

Phase 2 – Abwarten und Kurse beobachten

Nun agieren die Anleger nach dem System Kaufen und Halten: Sie lehnen sich gewissermaßen entspannt zurück und warten auf die bevorstehenden, erhofften positiven Veränderungen. Nun gibt es verschiedene mögliche Szenarien. Die Händler können etwa trotz steigender Kurse auf einen vorzeitigen Verkauf zugunsten einer adäquaten Langfrist-Strategie verzichten. War der Einstiegszeitpunkt günstig gewählt, müssen keine Gewinne vorzeitig mitgenommen werden. Stattdessen bieten Dividendenstrategien die Chance, zwischenzeitlich – also wenigstens einmal pro Jahr – einen Gewinn durch das Halten der Aktien zu realisieren.

Phase 3 – der von langer Hand geplante Verkauf

Idealerweise ist der Aktienkurs nach zwei oder drei Jahren zum Beispiel auf einen Börsenpreis von 50,00 Euro gestiegen, dann kommt es zu einem Verkauf. Der Gewinn pro Aktie liegt somit bei 10,00 Euro. Um Dividenden einnehmen zu können, müssen Aktienkäufe natürlich darauf angelegt werden, dass die ausgewählten Aktiengesellschaften überhaupt zu den Unternehmen gehören, die Gewinnbeteiligungen an ihre Anteilseigner ausschütten. In vielen Bereichen wird auf diesen Quasi-Luxus verzichtet.

stefan

Mein Fazit

Durch die Einbeziehung strategischer Aspekte wie eine Branchenrotation können Anleger dafür Sorge tragen, dass sich Gewinne und Verluste ausgleichen mit einem Übergewicht auf der Habenseite. Fallen die Kurse in einem Bereich, steigen sie unter idealen Bedingungen an anderer Stelle. Aufgrund der langfristigen Trading-Ausrichtung können Händler zudem weitere Wertpapiere einer bestimmten Aktiengesellschaft hinzukaufen, wenn deren Aktienkurs momentan sinkt, statt sich wie bei Strategien kurzfristiger oder mittelfristiger Ausrichtung schnell von verlustbringenden Werten zu trennen.

Autor: RP