Die wichtigsten Begriffe für Aktionäre: Platz 1 bis 15

 

wichtige begriffe aktienWollte man Einsteigern einige wesentliche Grundsätze des Börsenhandels mit auf den Weg geben, würde einer der zentralen Ratschläge lauten: Nur wer Fachwissen und ein Verständnis für die Materie vorweisen kann, wird auf Dauer Erfolge beim Trading von Aktien verbuchen können. Viele Anfänger, die unerfahren Geld an der Börse investieren und tatsächlich Glückstreffer erzielen, ziehen daraus schnell die falschen Rückschlüsse. Dabei müssen Aktionäre nicht zwingend ein volks- oder betriebswirtschaftliches Studium absolviert haben. Auch braucht es nicht zwingend eine Banklehre, um rentabel zu handeln. Vielmehr stellen die folgenden 15 Fachtermini einen der elementaren Grundpfeiler dar, um sich in den Aktienhandel einarbeiten zu können. Diese Begriffe gehen Händlern in der Regel schnell in Fleisch und Blut über. Falls nicht, spricht nichts gegen die regelmäßige Lektüre der Erklärungen, um das Erlernte nochmals zu vertiefen. Bekanntlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Wir beschränken uns an dieser Stelle ohnehin auf die Vokabeln, die für Anfänger ebenso relevant sind wie für professionelle Trader. Den Anfang muss dabei unweigerlich der Begriff „Aktie“ als solcher bilden, denn mit ihm steht und fällt der gesamte Handel an der Börse.

Die wichtigsten Begriffe für Aktionäre: Platz 1 bis 15

1. Aktien – viele Varianten mit ähnlichen Funktionen

Aktien sind Wertpapiere bzw. Anteilsscheine, die Unternehmen in der Rolle als Aktiengesellschaft an der Börse an interessierte Anleger, die so genannten Aktionäre als spätere Besitzer solcher Papiere, ausgeben. Jede Aktie für sich stellt einen Teil des Grundkapitals des jeweiligen Aktienunternehmens dar. So sind alle Anteilseigner also im Grunde Miteigentümer des Unternehmens, dessen Aktien sie halten. Vielfach wird das Kapital einer Aktiengesellschaft als Tortendiagramm dargestellt. Aktionäre bekommen durch den Ankauf ein kleines Stück dieser „Torte“. Übliche Synonyme für den Aktien-Begriff sind „Shares“, „Stocks“ oder eben (Anteils-)Scheine, (Wert-)Papiere oder kurz: „Werte“. Die verschiedenen Aktien-Modelle, die an den Börsen gehandelt werden, erklären wir an anderer Stelle noch ausführlich. Zutreffend ist jedenfalls: Die verschiedenen Varianten sind für Aktionäre mit unterschiedlichen Rechten – teils auch Pflichten – verbunden.

Zu den Rechten gehört bei mancher Aktie ein Stimmrecht, wenngleich Kleinanleger eher selten bei Unternehmens-Hauptversammlungen erscheinen, um von diesem Recht Gebrauch zu machen. Aktien sind für Konzerne ein relativ einfacher Weg der Kapitalbeschaffung, um liquide zu bleiben und neue Investitionsspielräume zu schaffen. Börsengänge sind im Regelfall nur interessant für mittlere oder große Unternehmen, Kleinunternehmen ziehen aufgrund der mit dem Gang an die Börse verbundenen Kosten eher keinen Nutzen aus Aktien-Emissionen. Aktien an sich werden an diversen nationalen und internationalen Börsen gehandelt und in Indizes gelistet. Der Marktpreis einer Aktie berechnet sich anhand von Angebot und Nachfrage an der Börse. Hintergrund des Aktienkaufs für Anleger ist die Gewinn-Realisierung sowie Umsätze durch Auszahlungen von Dividenden, falls Unternehmen rentabel wirtschaften. Um tatsächliche Renditen einschätzen zu können, müssen Aktionäre ein klares Bild von den anfallenden Gebühren beim Handel mit Aktien haben.

2. Abgeltungssteuer – alle Kapitaleinkünfte deutscher Anleger sind steuerpflichtig

Kunden, die an der Börse spekulieren möchten, streben generell Gewinne und Rendite an. Und genau diese Einkünfte sind in Deutschland seit dem Jahr 2009 über die so genannte Abgeltungssteuer generell steuerpflichtig. Die Steuer trat als Ersatz der vormaligen Besteuerung auf Basis des individuellen Steuersatzes in Kraft. Die Steuer liegt pauschal bei 25 %. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % – er wird prozentual auf die eigentliche Abgeltungssteuer-Summe erhoben. Weiterhin fällt vielfach die übliche Kirchensteuer an, die anteilig je nach Bundesland bei 8,0 oder 9,0 % liegt. Die Abgeltungssteuer betrifft private Anleger und bezieht sich auf der einen Seite auf Kursgewinne, auf der anderen Seite gilt sie aber ebenfalls für Einkünfte aus Dividenden-Ausschüttungen durch Aktiengesellschaften. Anleger müssen in Zeiten der Digitalisierung und Internationalisierung des Aktienhandels vor allem eines wissen: Kunden, die über einen Broker mit Sitz im Ausland traden, sind keineswegs von der Steuer befreit.

Sie müssen dem Finanzamt alle Einkünfte aus dem Aktienhandel im Rahmen der Steuererklärung mitteilen. Anleger, die über einen deutschen (Online-)Broker handeln, müssen sich um die Steuermeldung nicht selbst kümmern. Hier wird die Arbeit aufgrund der besonderen gesetzlichen Regelung vom Broker bzw. der Bank automatisch nach dem Aktien-Verkauf erledigt. So braucht es keine Meldung im Zuge der jährlichen Einkommenssteuererklärung. Das Verschweigen von Einkünften aus dem Handel mit Shares hat im Ernstfall ein rechtliches Nachspiel, das auch über geringe Bußgeldzahlungen hinausgehen kann. Entstehen Anlegern am Ende eines Steuerjahres Verluste, können sie ins folgende Jahr übertragen und gegengerechnet werden.

3. Aktiendepot – die moderne Basis für den Aktienhandel

Bevor das Internet für den normalen Endverbraucher zugänglich wurde, blieb privaten Anleger für den Aktienhandel nur der Gang zum Anlageberater bei einer Bank. Schon damals benötigten Anleger ein Aktiendepot, in dem Aktien aufbewahrt wurden – allerdings noch physisch, denn Wertpapiere wurden damals vielfach tatsächlich an Aktionäre ausgehändigt. Heute erfolgt der Handel mit Shares weitgehend digital, ein Aktiendepot benötigen Kunden aber nach wie vor. Ein Depot ist letztlich nichts anderes als ein Aktienkonto, das der Aufbewahrung der Aktien eines Aktionärs dient. In vielen Fällen erlauben Broker als Depot-Anbieter auch die Lagerung anderer Anlagen, etwa von Fondsanteilen oder Anleihen. Gebräuchliche Alternativnamen sind Trading-Konto, Depotkonto oder Aktien-Account – viele Banken und andere Finanzdienstleister legen einige Kreativität bei der Namensgebung an den Tag. Der oft genutzte Terminus „Portfolio“ hingegen ist im eigentlichen Sinne nicht korrekt, da er im Prinzip alle Vermögenswerte eines Anlegers bezeichnet, somit also auch Bestandteile wie Immobilienbesitz, Edelmetalle und Rohstoff-Werte.

Ohne ein Aktiendepot ist der Handel an der Börse (ganz gleich, ob An- oder Verkauf) nicht möglich. Oftmals sind es inzwischen gerade die Online-Broker oder Direktbanken, die Kunden im Vergleich besonders günstige Konditionen für die Depotführung und den Aktienhandel bieten, da sie ihre geringeren eigenen Kosten als Gebührenvorteil zu einem gewissen Anteil an die Kunden weitergeben. Eine spezielle Form eines Aktiendepots ist das „Musterdepot“. Mit einem solchen Angebot können Aktien-Trader in der Regel kostenlos und ohne Risiko den Börsenhandel testen und kennenlernen, ohne dass sie den Verlust ihres Eigenkapital in Kauf nehmen müssen. Allerdings bleiben bei derartigen Erfahrungen gleichermaßen Gewinne bei im Grunde richtigen Handelsentscheidungen aus. Je nach Broker werden solche Musterdepots auch als Test- oder Demokonto bezeichnet.

4. Agio/Disagio – Aktienkauf ist mit Gebühren verbunden

Der Fachbegriff „Agio“ stammt aus dem Italienischen und bedeutet so viel wie „Bequemlichkeit“ oder „Leichtigkeit“. Beim Handel an der Börse geht es hierbei nicht um die Art und Weise des Aktienhandels. Stattdessen handelt es sich beim Agio um einen Aufschlag oder ein so genanntes Aufgeld. Dieser Aufschlag wird bei verschiedenen Anlageformaten erhoben. Üblich ist die Berechnung des Aufgeldes als prozentualer Anteil am Nennwert einer Aktie. Ähnlich bei Anleihen, bei denen sich der Agio-Wert auf den geltenden Effektivzins auswirkt, der die wesentlichen Gebühren beim Handel bereits beinhaltet. Der Aufschlag ist Anlegern vor dem Kauf bekannt, so dass gezielte Investitionen mit Blick auf die Rendite-Ziele möglich sind, wenngleich die Aktienkurs-Schwankungen natürlich Folge der alltäglichen Veränderungen bei Angebot und Nachfrage sind. Im Falle des Aktienhandels meint der Terminus Agio den Aufschlag, der über den eigentlichen Nennbetrag bei der Ausgabe (Emission) von Wertpapieren hinaus berechnet wird. Auch im Aktienrecht werden Agios ausdrücklich thematisiert. Hier tauchen sie bei so genannten „Über-Pari-Emissionen“ auf, die unter anderem im Rahmen von Kapitalerhöhungen relevant sind und notariell korrekt im jeweiligen Zeichnungsschein festgehalten werden. Zudem kommt das Agio bei Fonds auf Aktienbasis zum Tragen.

Beim tatsächlichen Aktienhandel wird das Agio als fester Bestandteil des Eigenkapitals in der Unternehmensbilanz vermerkt und bewertet. Rechtlich fallen Agios in den Bereich der „gläubigerschützenden Kapitalbindung“. Allgemein handelt es sich beim Aufschlag dennoch um eine Provision. Sie wird vom Käufer gezahlt und kommt beim Erwerb von Aktien so noch „on top“ zum normalen Preis hinzu. Das Gegenstück zum Agio ist der „Abschlag“ oder das „Disagio“. Es stellt nach dem sprachlichen Kontext erwartungsgemäß einen Abschlag (auch „Damnum“) dar. Wie das Agio bezieht es sich auf den Nennwert einer Aktie, nur eben in Form eines Abzugs vom eigentlichen Shares-Ausgabepreis. Eine Aktien-Ausgabe mit Disagio ist nach aktueller Rechtslage nicht zulässig in Deutschland. Üblich ist die Anwendung eher bei Darlehen- oder Bargeldtransaktionen über Banken und Kreditinstitute. Zum Teil lässt sich so auch die alternative Wortwahl von Briefkurs (Agio) und Geldkurs (Disagio) erklären. Da das Agio beim Aktienhandel als Kapitalrücklage für die Bilanzen angesetzt wird, ist es ein Teil des gezeichneten Kapitals.

Ein Agio-Beispiel:

Die Aktie XY hat eigentlich einen Nennwert von 500,00 Euro. Der Ausgabepreis an der Börse wird jedoch mit 550,00 Euro angegeben. 50,00 Euro dieses Wertes sind die normalen Aufschläge, die auf den Aktienkurs kalkuliert werden. Liegt das Agio bei 10 % des Nennwertes, ergibt sich daraus ein Wert von 50,00 Euro.

5. Aktiengesellschaft – Unternehmen geben verschiedene Aktienarten aus

Eine Aktiengesellschaft oder kurz „AG“ ist eine Handelsgesellschaft, deren Gesellschafter in mehr oder weniger großem Umfang am jeweiligen Grundkapital des Unternehmens beteiligt sind. Diese Gesellschafter werden Aktionäre genannt. Eine AG zerteilt ihr Grundkapital in diesem Fall in Aktien, die einzeln oder in Paketen an der Börse gehandelt werden. Für die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft sollten Unternehmen eine Mindestgröße vorweisen können, für kleinere Unternehmen ist das Konzept eher uninteressant. Zum einen muss eine neu geschaffene AG erst einmal eine ausreichend große Gruppe von Interessenten am Markt finden, um eine gewisse Nachfrage sicherzustellen. Zudem ist der bürokratische bzw. börsliche Aufwand nicht zu unterschätzen – Gleiches gilt dementsprechend für die Kosten, die mit einem Börsengang verbunden sind. Grund für das Bestreben eines Unternehmens, zu einer Aktiengesellschaften zu werden, ist vor allem die Aussicht auf die Schaffung einer guten zusätzlichen Kapitaldecke. Im Rahmen eines gut geplanten Börsengangs erfolgt außerdem die Kapitalbeschaffung vergleichsweise rasch.

Ein Vorteil besteht damit darin, dass Unternehmen ihre Marktposition nach der Aktien-Emission durch größere Marktanteile noch stärker ausbauen können. Erwähnt sei an dieser Stelle natürlich auch das Risiko, dass sinkende Aktienkurse für Unternehmen und Aktionäre zum Nachteil gereichen können, wenn Aktien an Wert verlieren. Anteilseigner, also Aktionäre, können abhängig von der Art der gehandelten Aktien (beispielsweise Stammaktien) stimmberechtigt im Rahmen von Aktionärs- bzw. Hauptversammlungen sein – schließlich sind die Inhaber der Aktien Miteigentümer der betreffenden AG. Je mehr Aktien einer Aktiengesellschaft ein Aktionär hält, desto größer fällt die Chance zur Einflussnahme somit aus. Die breite Masse der Klein-Aktionäre kann gemeinsam aber durchaus die unternehmerische Marschrichtung einer Aktiengesellschaft mitbestimmen, indem sie zusammen Großaktionäre überstimmen. Nicht alle Wertpapiere von Unternehmen müssen übrigens an der Börse getradet werden. Anbieter können ihre Stocks auch auf privater Ebene anbieten oder zurückkaufen. Dies schränkt dementsprechend den Kreis der potentiellen Aktien-Käufer vielfach merklich ein.

6. Arbitrage – Anleger können Kursunterschiede zwischen Börsen nutzen

Wenn Aktien an unterschiedlichen Börsen gehandelt werden, können die Kurse zwischen den Handelsplätzen abweichende Kurse vorweisen. Werden diese Kursunterschiede zum gleichen Zeitpunkt beim Handel ausgenutzt, spricht man von der so genannten Arbitrage. Anleger erwerben Wertpapiere an der Börse mit dem geringeren Kurs und verkaufen sie wieder an einer Börse, die zum besagten Zeitpunkt einen höheren Preis bietet. Der Begriff lässt sich aus dem Französischen oder ursprünglich dem Lateinischen ableiten und bedeutet zunächst so viel wie „freies Ermessen“ oder „freier Spielraum“. Gemeint ist damit im allgemeinen wirtschaftlichen Kontext, dass Anleger die preislichen Abweichungen verschiedener Märkte für sich nutzen – denn nicht nur beim Aktien an der Börse spielt die Arbitrage eine Rolle. Auch bei anderen Handelsgütern ergeben sich im Verlauf der Marktentwicklungen. Die Kursdifferenzen bestehen dabei stets nur einen eingeschränkten Zeitraum lang. Vor allem beim Trading mit großen Positionen können Händler Chancen nutzen – geläufig ist in diesem Zusammenhang der Begriff „Arbitrageur“.

Der digitale Handel bietet dabei am ehesten Spielraum, da An- und Verkäufe in sehr knappen Zeitfenstern oder sogar simultan vonstatten gehen können. Je kürzer die zeitlichen Abstände zwischen dem Kauf und Verkauf der betreffenden Wertpapiere, desto geringer ist das Verlustrisiko für Aktionäre zu bewerten. Am besten können Gewinne über die Arbitrage erreicht werden, wenn Aktionäre im Bereich der „Futures“ agieren – also bei Investments aus dem Sektor der Terminkontrakte, die erst in der Zukunft zu vorab festgelegten Konditionen bei einem bestimmten Basiswert zustande kommen. Aus börslicher Sicht dient die Arbitrage letztlich sogar zur Angleichung bzw. als Ausgleich der Preisdifferenzen am Markt, so dass es zu einer Vereinheitlichung der Marktpreise im internationalen Kontext kommt. Dementsprechend führt die schnelle und enge Zusammenarbeit der globalen Handelsplätze dazu, dass Arbitrage-Geschäfte zunehmend an Bedeutung verlieren.

7. Ask & Bid – eng verbunden mit Baisse & Hausse

Die Termini „Ask“ und „Bid“ stellen die international verwendeten Begriffe für das Angebot an einem Markt auf der einen und die Nachfrage auf der anderen Seite dar. Das Verhältnis beider Faktoren zueinander bildet die Grundlage für die Entwicklung eines Aktien- oder Index-Kurses. Das Angebot bestimmt, welcher Kurs zum Zeitpunkt X für eine Aktie Y als Kaufpreis aufgerufen wird, während die Nachfrage ein Abbild des Kurses darstellt, zu dem die betreffende Aktie zum jeweiligen Zeitpunkt verkauft werden kann. Die Nachfrage sinkt üblicherweise im Zuge einer „Baisse“. Eben dieser Begriff, der oft auch als Bärenmarkt bezeichnet wird, benennt negative Entwicklungen bzw. sinkende Kurs am Aktienmarkt. Das Gegenteil ist die „Hausse“ oder der so genannte Bullenmarkt. Sprechen Experten von einer Hausse, meint dies, dass die Aktienkurse bzw. die Indizes einen Anstieg verbuchen. Geschulte Anleger können aus Ask & Bid ablesen, in welcher Situation der Moment für einen Ein- oder Ausstieg gekommen ist.

8. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis – wichtige Kennziffer für die Aktien-Auswahl

Die Abkürzung KGV begegnet Anlegern frühzeitig, wenn sie am Aktienmarkt nach rentablen Aktienwerten suchen. Und in der Tat spielt dabei die Rentabilität eine zentrale Rolle für die Bewertung der Chancen und Risiken, die eine Aktie auszeichnen. Hinter dem Akronym „KGV“ steckt das Kurs-Gewinn-Verhältnis als Kennziffer. Dabei geht es um die Frage, welches Verhältnis zwischen dem Unternehmensergebnis pro Aktie und dem aktuellen Kurs der Aktie an der Börse besteht. Für den Kauf spricht ein niedriges KGV. Trennen müssen Anleger bei der Analyse allerdings, ob in der Berechnung des KGV das tatsächliche Bilanzergebnis aus dem zurückliegenden Geschäftsjahr zugrunde gelegt wird oder ob die Kalkulationen eventuell auf Basis möglicher Bilanz-Prognosen für das noch laufende Jahr (eventuell Hochrechnungen) oder Prognosen für das kommende Geschäftsjahr erfolgen. Unter Umständen handelt es sich in den letztgenannten Fällen um nicht viel mehr als Schätzungen.

Die Rentabilität wiederum stellt eine Kennzahl wirtschaftlicher Natur da, die auf den Erfolg eines Aktienunternehmens Bezug nimmt – genauer gesagt auf den finanziellen Erfolg der Aktiengesellschaft allgemein. Gemessen wird an dieser Stelle das Verhältnis des Umsatzes oder verwendeten Kapitals eines Unternehmens zu den erzielten Gewinnen. Aus diesem Grund hat sich der Begriff der Umsatzrentabilität oder Kapitalrentabilität etabliert. In der Kalkulation mit Blick auf ein Wertpapier ist damit der aktuelle Kurs zuzüglich der Zinserträge und/oder Dividenden minus des aufgewendeten Kapitals gemeint. Rentabel sind Shares in diesem Fall, wenn bei der Berechnung unterm Strich ein positives Endergebnis herauskommt.

Das KGV betreffend erfolgt die Beurteilungskalkulation wie folgt:

KGV = Aktienkurs / Gewinn pro Aktie

Liegt der Aktienkurs also bei 200,00 Euro und der Gewinn bei 20,00 Euro, liegt das KGV bei einem Wert von 10,0. Hieraus ergibt sich eine Zeitspanne von zehn Jahren, die es braucht, bis die emittierende Aktiengesellschaft summiert Gewinne vorweisen kann, die dem Aktienwert entsprechen. Ein relativ geringer KGV-Wert ist ein wichtiger Hinweis auf die Unternehmensrentabilität. Natürlich ist auch dies nur ein Betrachtungsaspekt, den Anleger mit Investitionswünschen berücksichtigen müssen.

9. Außerbörslicher Handel – Transaktionen jenseits der Börsen

Der Handel mit Aktien erfolgt schon seit Jahren nicht allein an den Börsen selbst. Wertpapiere werden zugleich über den außerbörslichen Handel ge- und verkauft. In diesem Bereich sind in erster Linie Banken, Versicherungsgesellschaften und andere institutionelle Anleger mit größeren finanziellen Möglichkeiten aktiv. Ein offensichtlicher Vorteil dieser Vorgehensweise besteht unter anderem darin, dass Aktionäre beim Handeln im außerbörslichen Umfeld nicht an die normalerweise geltenden Handelszeiten gebunden sind. Stattdessen besteht die Möglichkeit, sowohl vor der Öffnung der Börsen als auch nach ihrem Handelsschluss zu traden und Transaktionen durchzuführen. Es gibt viele verschiedene Anbieter für den auch als Direkt- oder OTC-Handel („over the counter“) bekannten außerbörslichen Handel. Die Marktteilnehmer können unter anderem die Aktien-Emittenten selbst oder eben Banken sein.

Basis dieser Spielart sind wie gehabt zu einem guten Teil Aktien, die an der Börse getradet werden, jedoch ohne die an der Börse sonst übliche Aufsicht. Darüber hinaus gibt es Aktien, die generell nicht an Börsen gehandelt werden. Das außerbörsliche Handelsvolumen wächst seit Jahren stetig. Ein Vorzug dieser Abwicklungsart ist darin zu sehen, dass sich Anleger die gängigen Börsengebühren ersparen. Viele Broker arbeiten weiterhin mit Fixkosten, so dass Händler sehr genau wissen, welche Konditionen in welchem Fall gelten. Zugleich erfolgt der Handel außerhalb der Börsenzeiten vielfach besonders zügig. Die Gewinnmargen fallen nicht selten deutlich höher aus. Gegen den außerbörslichen Handel sprechen die geringeren Aufsichts- und Regulierungsmaßnahmen. Einen Einblick in die Orderbücher der Broker erhalten Anleger in der Regel nicht. Angebot und Nachfrage werden durch Makler (oder die betreffenden Emittenten) ohne Verbindlichkeit präsentiert. Für Anleger, die größten Wert auf zeitliche Flexibilität legen, sind indes die verlängerten Handelszeiten ein zentraler Anreiz für den außerbörslichen Handel. Dafür müssen die Aktionäre im Gegenzug teilweise mit schlechteren Kursen als an der Börse leben, da die Kurse außerhalb der Börsenplätze Angebots-Charakter haben und oftmals Requotes sind. Requotes sind Kurse in Form von Vorschlägen anderer Trader, die aufgrund eines zeitversetzten Einstellens von aktuellen Kursen an der Börse abweichen. Arbeiten Broker mit vielen außerbörslichen Anbietern zusammen, präsentieren sich Anlegern im OTC-Bereich oftmals sehr günstige Gebührenmodelle, bei denen sie die jeweils besten für sich nutzen können.

10. Courtage – Gebühren der Makler-Einbindung

Ohne die Einbindung von Maklern geht an der Börse im Grunde nichts. Die Makler berechnen für ihre Arbeit beim Abschluss von Transaktionen die so genannte Courtage. Die Beträge werden üblicherweise in Promille-Werten angegeben und variieren je nach Börsenplatz. Nehmen wir an, die Courtage liegt zum Beispiel bei 1,0 Promille und ein Anleger investiert einen Betrag von 1.000 Euro, dann entspricht dies einer Summe von 1,00 Euro. In vielen Fällen hängt die Courtage beim Vergleich vom jeweiligen Ordervolumen ab, das Aktienhändler ausführen lassen möchten. Courtagen werden üblicherweise im Sektor des Präsenzhandels als Provisionen für die Vermittlung von Transaktionen erhoben. Gängige Praxis ist diese Abrechnung nicht nur bei Aktien, sondern ebenso beim Handel mit Fonds und Hebelprodukten wie CFDs oder Optionsgeschäften.

Die Abrechnung erfolgt direkt über die Broker. Die Courtage ist also eine Vermittlerprovision, die Anlegern im Falle des Abschlusses eines Geschäfts an der Börse in Rechnung gestellt wird. Der jeweils angesetzte Promille-Wert wird auf den Kurswert einer Aktie berechnet. Die Umsetzung eines Transaktionsauftrags ist also Voraussetzung für die Abrechnung der Provision. Anleger, die an verschiedenen internationalen Handelsplätzen aktiv werden möchten, tun gut daran, sich ausgiebig mit den Courtagen an den verschiedenen Börsen zu befassen, da die Provisionen im Vergleich recht deutlich voneinander abweichen können. Denkbar sind dabei je nach Makler, Investment-Gattung und auch Volumen der Orders auch gestaffelte Courtagen – ein weiterer Grund, weshalb Aktionäre vor Investitionen genau hinschauen sollten, wie hoch die Vermittlungsgebühr tatsächlich ausfällt. Mittlerweile treten bei vielen Börsen Handelsentgelte an die Stelle der vormals gängigen Courtage-Modelle.

11. Index – Gruppierung verschiedener Wertpapiere

Aktien werden an der Börse zwar einzeln gehandelt. Dennoch werden verschiedene Aktien oft nach unterschiedlichen Eigenschaften börslich zusammengefasst. In diesem Fall spricht man von einem so genannten Index. Dieser dient der Abbildung der in ihm zusammengefassten Wertpapiere. Der wichtigste Index an Börsen in Deutschland ist der „Deutsche Aktienindex“ – kurz DAX. Er spiegelt die 30 wichtigsten an deutschen Börsen gehandelten Aktien wider. Es handelt sich bei den zugrunde liegenden Aktiengesellschaften somit in gewisser Weise um die bedeutendsten börsennotierten Unternehmen mit Firmensitz in Deutschland. Indizes – so der korrekte Plural von Index in diesem Kontext – von Wichtigkeit für die deutsche Börse sind neben dem DAX der TecDAX (Index wichtiger Technologie-Werte), der MDAX (der erst 1996 eingeführte „Mid-Cap-DAX“), der SDAX („Small-Cap“-Werte), der MSCI Emerging Markets Index und der DivDAX, der besonders dividendenstarke Aktien zusammenfasst.

Zwei international sehr wichtige Indizes sind der US-amerikanische Dow Jones und der japanische Nikkei. Jeder Index wird in seinem speziellen Bereich gerne als „Börsenbarometer“ tituliert – eben weil die Indizes Aussagen über die Verläufe von Kursen in den jeweiligen Börsenbereichen treffen. Dow Jones, Nikkei und DAX werden dabei üblicherweise als Leitindizes bezeichnet. In ihnen werden zumeist Aktiengesellschaften mit besonders hohen Umsätzen geführt. Entweder verfügen die entsprechenden Unternehmen über eine besonders gute Kapitalisierung am Markt oder sie erreichen überdurchschnittlich hohe Handelsvolumina. Für die Aufnahme in den Index müssen Unternehmen weiterhin Bilanzen vorlegen und bereits am Markt etabliert sein. Die Indizes sind für Aktionäre insbesondere im Zusammenhang mit der „Performance“ von Aktien von Bedeutung. Denn so können Anleger besser ein Urteil darüber erlangen, ob sich die Aktie X zum Zeitpunkt Y besser oder schlechter entwickelt als der relevante Index.

12. Rendite – der Gewinn für Aktionäre an Börsen

Anleger, die ganz am Anfang ihrer Karriere als Aktionär stehen, setzen den Begriff der Rendite gerne – vorschnell – mit jedem x-beliebigen Gewinn gleich. Letzten Endes aber gelingt die Definition so einfach eben nicht, denn es gibt in der genauen Betrachtung verschiedene Erklärungen für ein und denselben Fachbegriff, eben weil es unterschiedlichen Formen der Rendite gibt, die im Rahmen des Handels mit Aktien eine Rolle spielen. Indes: Für den normalen Privatanleger geht es dabei einzig und allein um die Möglichkeiten, einen Aktiengewinn zu realisieren. Die Daten zur Rendite am Aktienmarkt bzw. zu den Kursveränderungen einer Einzel-Aktie werden im Normalfall in Prozent dargestellt. Als Betrachtungszeitraum für Rendite-Auswertungen dient meist eine Zeitspanne von 12 Monaten.

Die tatsächliche Rendite hängt am Ende maßgeblich davon ab, welche Gebühren die Broker für die Ausführung und zusätzlich die Handelsplätze (Courtagen für Makler sowie andere Transaktionskosten) erheben, sodass sie von der Aktien-Rendite abgezogen werden müssen. Zudem ist zu sagen, dass sich die Rendite einer bestimmten Kapitalanlage aus mehreren Punkten zusammensetzen kann. Denn über die normalen Kursgewinne eines Wertpapiers hinaus gehören auch die Ausschüttungen von Dividenden oder Zinsgewinnen (bspw. bei Devisengeschäften oder Anleihen) zur Rendite einer Anlageklasse. Neben den Transaktionskosten kommen in der Berechnung auch laufende Kosten zum Tragen (etwa für die Depotführung). Gleiches gilt für Kursauf- oder -abschläge (Agio/Disagio).

Ein einfaches Rendite-Beispiel ohne Berücksichtigung der auftretenden Gebührenfaktoren und der gewinnsteigernden Extras wie Dividendenzahlungen:

Ein Anleger erwirbt eine Aktie zu einem Kurs von 50,00 Euro. Im Laufe der Zeit entwickelt sich der Kurs infolge positiver Bilanzen oder wichtiger Marktnachrichten und steigt auf 60,00 Euro. Der Aktionär entscheidet sich für den Verkauf und erreicht somit pro Aktie einen Gewinn von 10,00 Euro, was im ersten Schritt einer Rendite von 20 % entspricht. Von dieser Rendite müssen noch die besagten Gebühren abgezogen werden.

Die Rendite im börslichen Umfeld bezeichnet die effektive Verzinsung eines Wertpapiers. Die Rendite fällt (auf einen gleichbleibenden Zinssatz bezogen) höher aus, wenn der Aktienkurs auf einem geringen Niveau liegt. Dementsprechend sinkt sie bei einem steigenden Aktienkurs. Die Rendite einer Kapitalanlage (alternativ einer Geldanlage) erteilt Anlegern in spe Auskunft darüber, durch welche Rentabilität sich eine Anlage auszeichnet, also aufs Jahr und prozentual kalkuliert. Hieraus ergibt sich auch der oft genutzte englische Fachbegriff der „annual rate of return“. Die Prozentangaben basieren jeweils auf dem ursprünglich vom Aktionär erbrachten Kapitaleinsatz. Im inzwischen gebräuchlichen System für den Geschäftsverkehr ist allerdings die Angabe in Form des Zinseszins Usus statt in der normalen bzw. „einfachen Zinsrechnung“, und zwar entweder bezogen auf einzelne Aktien oder das komplette Portfolio eines Anlegers.

13. Ad-hoc-Meldungen – wichtige News müssen zeitnah publiziert werden

Im börslichen Alltag gibt es immer wieder wichtige Nachrichten, die sich mal mehr, mal weniger gravierend auf die Kurse auswirken können. In vielen Fällen sind politische oder allgemein wirtschaftliche Entscheidungen und Entwicklungen Grund für die veränderte Nachrichtenlage. Auf der anderen Seite gibt es die so genannten Ad-hoc-Meldungen. Sie stammen aus dem direkten Umfeld von Aktiengesellschaften. Die Publikation von Ad-hoc-Meldungen ist eindeutig in § 15 des Wertpapierhandelsgesetzes geregelt, der Unternehmen vorschreibt, wie sie Unternehmensmeldungen zu veröffentlichen haben, sofern sich diese auf den Aktienkurs auswirken können. Grundlage für die Veröffentlichung ist vor allem die Tatsache, dass die relevanten Informationen für alle Anleger und Aktionäre gleichermaßen gut verfügbar sein sollen. Alle Marktteilnehmer, so die Rechtslage, müssen in gleicher Weise medial und an den Märkten informiert werden.

Wichtig ist zudem, dass Emittenten, die über eine Zulassung für den Handel an Börsen im Inland verfügen, die News zeitnah und ohne Verzug publik machen, sofern feststeht, dass die Nachrichten entweder Einfluss auf die finanzielle Lage oder den Vermögensstand des Unternehmens und dementsprechend Auswirkungen auf die Wertpapierpreise haben. Auch die Verantwortung für den Inhalt der Meldungen liegt beim Aktienunternehmen. Falschmeldungen oder in Teilen fehlerhafte Informationen können etwaige Regressforderungen von Seiten der Anleger zur Folge haben. Aus diesem Grund wägen Aktiengesellschaften sehr gut ab, welche Fakten sie in welcher Art und Weise der Öffentlichkeit zugänglich machen. Durch die Regelungen zur Schadenersatzpflicht von Emittenten will der Gesetzgeber insbesondere erreichen, dass Unternehmen Meldungen nicht zu eigenen Gunsten manipulieren oder Informationen künstlich erzeugen, um ihre Aktien für Anleger interessanter werden und die Kurse steigen zu lassen.

Zu den wichtigsten Ad-hoc-Meldungen gehören:

  • Bilanz-Veröffentlichungen
  • Gewinnwarnungen
  • Informationen zu Produktneuentwicklungen
  • Hinweise zu personellen Veränderungen (neue Vorstands- und/oder Aufsichtsratsbesetzung sowie Management-Veränderungen)
  • Übernahme-Meldungen

Von der Mitteilungsart hängt ab, welche Meldefristen das Wertpapierhandelsgesetz für die Veröffentlichung vorsieht. Die Notwendigkeit der Bekanntgabe nach eindeutigen Regeln („Publizitätspflicht“) dient weiterhin dazu, den Spielraum für den Handel auf Basis von Insiderwissen zu minimieren. Die Redewendung „gleiches Recht für alle“ lässt sich hierbei treffend anwenden. In Deutschland zeichnet die BaFin – die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht – in Zusammenarbeit mit der jeweils zuständigen Börsenführung verantwortlich für die Richtlinien zur Veröffentlichung von Ad-hoc-Meldungen. Im Normalfall stammen die Meldungen heutzutage von speziellen Ad-hoc-Dienstleistern, die wiederum den Auftrag von den Aktienunternehmen erhalten. Üblicherweise werden Ad-hoc-Meldungen während der Handelszeiten bekanntgegeben, auch wenn viele Marktteilnehmer nach wie vor davon ausgehen, dass die Publikation außerhalb der Öffnungszeiten erfolgen sollten.

14. Day Trading – Anleger können kurzfristige Gewinne realisieren

Es gibt unterschiedliche Händlertypen. Viele Anleger erwerben Aktien eines bestimmten Unternehmens mit dem Ziel, langfristig zu agieren und Gewinne zu realisieren. Eine zweite wichtige Anlegergruppe sind die so genannten Day Trader. Der entsprechende deutsche Terminus ist, wörtlich übersetzt, „Tageshändler“. Gemeint sind damit Börsen-Aktive, die eben nicht auf mittlere oder lange Sicht investieren, sondern kurzfristig orientiert handeln. Der Begriff Daytrading ist dabei wörtlich zu verstehen. Händler, die auf diese Art und Weise vorgehen, eröffnen und schließen Positionen an ein und demselben Handelstag, schlicht durch das Glattstellen einer Gegenposition oder den direkten Wiederverkauf zuvor erworbener Aktien. Die Handelszeiten der Börsen geben in diesem Rahmen die maximalen Zeitfenster vor, die Day Tradern zur Verfügung stehen. Aktionäre können den Zeitrahmen erweitern, indem sie über ihren Broker weltweit statt nur an einer Börse im Inland investieren. In diesem Fall sind sie jedoch weiterhin an die Handelszeiten ihres Brokers gebunden. Day Trading rund um die Uhr ist nur bedingt möglich. Üblich sind Handelszeiten von etwa 9.00 Uhr morgens bis 22.00 Uhr abends. Innerhalb dieser Zeitspanne können Daytrader flexibel vorgehen, um akute Gewinne mitzunehmen, die sich an den Börsen immer wieder ergeben.

Auf der anderen Seite ist zu sagen, dass der Zeitbereich eines Handelstags nur das Intervall für die konventionelle Variante des Daytradings vorgibt. Eine Alternative ist der methodische Ansatz des so genannten „Innergame-Swing“, bei dem Anleger tatsächlich einen zeitlichen Spielraum von bis zu fünf Tagen ausschöpfen können. Je nach Marktlage ist Day Trading auf der einen Seite sehr chancenreich, es birgt andererseits aber auch Risiken. Anleger, die in diesem Bereich tätig werden möchten, müssen sich darüber im Klaren sein, dass ihnen ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit abverlangt wird. Ein gutes Marktverständnis und eine rasche Auffassungsgabe sind unabdingbar, um als Daytrader erfolgreich sein zu können. Wichtig ist zudem der praxisnahe Umgang mit wichtigen Marktnachrichten sowie der Einsatz von Analyse-Instrumenten wie Chart-Tools, um Kursentwicklungen korrekt bewerten zu können. Der automatisierte Handel auf Basis geeigneter Handelsindikatoren kann eine Erleichterung darstellen, wenn Händler nicht ständig in Eigeninitiative die Bewegungen an den Märkten analysieren und Aktien-Trades manuell ausführen können. Doch nicht alle Online-Aktien-Broker erlauben das Automatik-Trading.

15. Handelskosten – diese Aspekte reduzieren den tatsächlichen Aktiengewinn

Der Handel mit Aktien bietet Anlegern in vielerlei Hinsicht die Gelegenheit, hohe Gewinne einzustreichen. Um eine Vorstellung von den erreichbaren Renditen zu bekommen, müssen potentielle Aktionäre die so genannten Handelskosten kennen. Nur dann ist eine realistische Einschätzung der Gewinnmöglichkeiten denkbar. Zugleich sind die Handelskosten für Anleger ein wichtiges Hilfsmittel zur Bewertung der Aktien-Broker und ihrer Handelsplattformen. Seriöse Dienstleister nennen ausführlich und transparent alle Kostenpunkte, mit denen Anleger rechnen müssen. Einige der Gebühren beim Stock-Trading – also dem Aktienhandel – werden als Fixum berechnet, andere variieren je nach Lage an den Märkten und Höhe der Investitionssummen. Makler-Courtagen sind eine Entgeltform, die mit dem Parketthandel einhergehen. Auch die Börsen selbst erheben gewisse Handelskosten für die Ausführung von Orders, wobei einmal mehr der zum Zeitpunkt des Handels geltende Nennwert der Wertpapiere den Ausschlag über die Gebührenhöhe geben kann.

Um vergleichbare Werte zu erhalten, müssen Aktionäre wissen, dass die Umsatzsteuer auch auf Entgelte fällig wird. Es braucht also Brutto-Daten, um verlässliche Bewertungen vornehmen zu können. Extraleistungen wie Handels-Limits lassen sich Aktien-Broker in vielen Fällen ebenfalls von ihren Kunden bezahlen. Kommissionen gehören ebenfalls in den Bereich der Handelskosten. Sie werden unter anderem erhoben, wenn Anleger über Online-Broker nicht direkt mit Aktien, sondern mit Derivaten wie etwa Differenzkontrakten (CFDs) handeln. Der Vorteil besteht in diesem Fall zu einem Teil darin, dass Trader schon mit sehr geringen Einsätzen und einer Hebelwirkung agieren können. Insbesondere Anleger, die Aktienorders an Börsen im Ausland aufgeben möchten, müssen auf vergleichsweise hohe Handelskosten vorbereitet sein. Nicht alle Aktien können an deutschen Handelsplätzen gehandelt werden, so dass im Bedarfsfall nur der Auslandshandel bleibt. Sind an der Ausführung Trading-Profis im Ausland beteiligt, erheben auch sie für ihre Dienste Gebühren. Von lokalen Kosten, Maklergebühren und Depotgebühren abgesehen, begegnen Anlegern bei der Auftrags-Platzierung oftmals Mindest- oder Maximalgebühren pro Order. Dieser klar abgesteckte Kostenbereich kann potentiellen Depotnutzern ebenfalls bei der Auswahl des richtigen Aktien-Brokers behilflich sein.