Die wichtigsten Begriffe für Aktionäre: Platz 16 bis 30

 

wichtige begriffe aktien2Die ersten 15 Fachbegriffe, die Lesern am Anfang dieses Ratgeber-Teils begegnet sind, stellen natürlich nur eine erste Auswahl wichtiger Termini dar, wobei sie weitgehend nicht allein für fortgeschrittene Aktionäre eine Rolle spielen. Im weiteren Verlauf widmen wir uns nun der zweiten Hälfte – also den Begriffen 16 bis 30 –, die Trader ebenfalls kennen sollten, um die Funktionsweise des Aktienhandels weltweit zu verstehen. Dies vor allem auch deshalb, damit die Anleger die Chancen der verschiedenen Aktienarten, der Ordertypen und der unterschiedlichen internationalen Märkte erkennen können. Denn hier braucht es ein möglichst umfassendes Verständnis, um ein gesundes Risiko-Rendite-Verständnis zu entwickeln.

16. Technische Aktienanalyse und Fundamentalanalyse

Ohne analytisches Geschick ist der Handel mit Aktien reines Glücksspiel. Für die Aktienanalyse stehen Anlegern letztlich zwei Konzepte bzw. Methoden zur Verfügung. Auf der einen Seite gibt es die Fundamentalanalyse, ihr gegenüber steht die technische Analyse.

Im Rahmen der Fundamentalanalyse bilden wichtige, eben fundamentale, Daten zu einem Aktienunternehmen die Basis für die Bewertung des aktuellen Aktienkurses. Zu diesen Fundamentaldaten gehören unter anderem der Umsatz und der Gewinn, aber auch der so genannte Cashflow und verschiedene andere Faktoren, die eine mehr oder weniger exakte Prognose der Kursentwicklungen erlauben. Die genannten Kennzahlen dienen auch zur rechnerischen Ermittlung anderer fundamentaler Kennzahlen. Gemeint sind damit unter anderem das Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) und das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Von der Kalkulation versprechen sich Aktionäre das Erkennen von unterbewerteten Aktien, die möglichst bald einen Kurssprung vorweisen können.

Bei der technischen Analyse spielen in erster Linie Charts, also grafische Darstellungen von Aktien-Kursverläufen, eine zentrale Rolle. Die Beobachtungszeiträume können dabei variieren. Es geht darum, über die Charts zu Wertpapieren spezielle „Formationen“ ausfindig zu machen. Die Historie zeigt, dass sich derartige Formationen in gewissen Zeitabständen wiederholen können und werden. Sie sollen somit Prognosen zu kommenden Kursentwicklungen erlauben, damit Aktionäre entweder die Fortsetzung eines Trends oder eine Trendumkehr bezüglich eines Stock-Values oder eines gesamten Marktes ablesen können. Dies wiederum soll dabei helfen, geeignete Zeitpunkte für Ein- und Ausstiege abzupassen. Die technische Analyse, die oft auch als Chartanalyse bezeichnet wird (wobei diese im Grunde durchaus einige Unterschiede aufweist), verzichtet weitgehend auf die von der Fundamentalanalyse bekannten Fachbegriffe aus der Ökonomie. Hier geht es eben darum, dass Charttechniker auf visuelle Erkenntnisse setzen.

Eine wissenschaftliche Rolle spielt die Charttechnik im eigentlichen Sinne nicht. Dennoch erweist sie sich methodisch in vielen Phasen als Alternative oder Ergänzung zur Fundamentalanalyse. Aus Sicht von Analysten erweist sich die Charttechnik nicht zuletzt auch deshalb als erfolgreich, weil viele Aktionäre und Anleger im Bereich des Derivate-Handels fest von ihrer Wirkung überzeugt sind und deshalb auf dietechnische Analyse vertrauen. Die psychologische Komponente ist in diesem Kontext also nicht zu unterschätzen.

17. Aktiencharts

Natürlich können Anleger mühsam Berichte zu Kursentwicklungen in Online-Portalen sammeln, um anhand der Kurse eine Einschätzung der erwarteten zukünftigen Veränderung des Preises abgeben zu können. Alternativ bieten sich Aktiencharts als grafisches Analyse-Hilfsmittel an. Die bildhafte Darstellung vereinfacht die Auswertung der Änderungen von Aktienkursen merklich. Präsentiert werden im Aktienchart die Kurs-Bahnen aus einem vorab zu definierenden Beobachtungszeitraum. Nicht nur für Aktien bieten sich Charts an, sondern allgemein für alle Arten von Wertpapieren. Die Diagramme in Aktiencharts vermitteln auf einen Blick einen Eindruck von der Entwicklung eines Aktienkurses.

Dabei erweist sich die Analyse in vielen Fällen vor allem über längere Zeiträume als dienlich. Dagegen ist die Chartanalyse im Rahmen des so genannten Daytradings nicht immer erfolgversprechend, weil akute Politik- und Finanzmeldungen zu einer erheblichen kurzfristigen Verzerrung der Darstellungen führen können. Ansonsten können schlechte Veränderungen eines Aktienkurses ebenso abgelesen werden wie ein Aufwärtstrend. Vorteilhaft an der Chart-Analyse ist ebenfalls zu bewerten, dass die Auswertung viel Zeit spart, so dass Anleger oft sehr schnelle Entscheidungen treffen und Kursgewinne mitnehmen können. Die meisten Online-Aktien-Broker statten ihre Handelsplattformen bereits mit etlichen gängigen Charttypen aus, etwa Candlestick-Charts oder Linien-Charts. Darüber hinaus können Aktien-Trader vielfach (kostenlos) weitere Extras installieren, um die Chart-Analyse nach eigenen Wunschmerkmalen zu personalisieren.

18. Börsencrash

Eine gebräuchliche Redewendung an der Börse besagt, dass selbst der beste Trend irgendwann einmal ein Ende erleben wird. Fällt dieses Ende eines Trends sehr abrupt aus und fallen die Kurse im Anschluss dramatisch oder gar ins Bodenlose, spricht man von einem Börsencrash. Ob nun im Englischen als „Crash“ oder eher deutsch als „Börsenkrach“ an den heimischen Aktienmärkten – es geht stets um dasselbe Szenario: Die Aktienkurse an einer Börse (oder sogar weltweit, wie im Falle der internationalen Finanzkrise ab Ende 2007) brechen in einer kurzen Zeitspanne massiv ein. Die Geschichte hat gezeigt, dass die Preise der betroffenen Aktien oftmals Index- und Branchen-übergreifend selbst in nur wenigen Minuten massiv an Wert verlieren können. Auslöser einer solchen Entwicklung sind zeitgleiche Verkäufe vieler Aktionäre, die entweder Gewinne mitnehmen oder ihre Verluste reduzieren möchten.

Parallel dazu fehlt die ausgleichende Nachfrage am Markt nach den verkauften Aktienwerten. Eben dieses Überangebot an den Märkten führt zum Börsencrash. Dabei kommt es vielfach zu regelrechten Panik-Verkäufen. Letzten Endes führt eins zum anderen, weshalb auch oft der Begriff eines „Schneeballeffekts“ im Zusammenhang mit einem Börsencrash verwendet wird. In der besagten Krisenzeit ab Ende 2007 verlor beispielsweise der DAX binnen eines Jahres mehr als 3.000 Punkte. Der Löwenanteil der Verluste wurde in den Sommermonaten 2008 verbucht. Auslöser eines Börsenkrachs kann etwa eine vorab entstandene Kursblase wie einst am so genannten „Neuen Markt“ nach 2000 sein. Nach langen Kursanstiegen kam es bei den Aktien der jungen Internet-Unternehmen am Ende einer anhaltenden Spekulationszeit gewissermaßen zu einer Kursbereinigung. Diese Korrektur ließ die aus Analysten-Sicht oft drastisch überbewerteten Wertpapiere vielfach in den Kurs-Keller fallen, tausende Anleger verloren einen kleinen oder großen Teil ihres Vermögens.

Die Anschläge am 11. September 2001 unter anderem auf das World Trade Center in New York und die Unternehmenspleite der Investmentbank Lehman Brothers waren zwei andere Ereignisse, die zumindest in Teilbereichen der Aktienmärkte zu einem Börsencrash führten. Zum Crash einzelner Aktien kann es weiterhin kommen, wenn veröffentlichte Bilanzen die Experten- und Anlegererwartungen nicht erfüllen, so dass sich viele Investoren gleichzeitig von ihren Aktien trennen.

19. Emerging Markets

Seit einigen Jahren geistert der Terminus der Emerging Markets immer wieder durch die deutschen Medien. Der englische Fachbegriff fasst im ersten Schritt die so genannten Schwellenländer oder Schwellenmärkte zusammen. Gemeint sind damit Aktienmärkte, die als aufstrebend zu bezeichnen sind und derzeit oder bereits seit einiger Zeit einen Boom erleben. Das momentan wohl bekannteste Beispiel sind die Börsenplätze in Fernost – allen voran die Volksrepublik China, die seit Jahren einen vorbildlichen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt, der sich auch auf den dortigen und weltweiten Börsenhandel auswirkt. Chinesische Aktien – insbesondere die dortigen Blue Chips global tätiger Konzerne – erfreuen sich nicht nur am Heimatmarkt einer wachsenden Nachfrage. Für Anleger zeichnen sich die Emerging Markets auf der einen Seite vielfach durch sehr gute Rendite-Chancen aus.

Den möglichen Renditen stehen aber auf der anderen Seite auch sehr hohe Risiken gegenüber, die Händler vor dem Einstieg zu bewerten wissen sollten. Neben dem allgemein bestehenden Risiko geht es in diesem Kontext unter anderem um Währungsrisiken sowie drohende politische Unruhen in den betreffenden Ländern. Nicht überall auf der Welt sind Staaten vergleichbar demokratisch und gefestigt wie Deutschland. Beliebt sind Werte von Emerging Markets insbesondere auch bei Fondsbetreibern. Neben China, Indien und Brasilien werden auch etliche andere Staaten Asiens oder Osteuropas von Analysen als Emerging Markets, also als allmählich aufkeimende Märkte bezeichnet. Dabei sind in vielen Fällen die Grenzen fließend zwischen Wachstumsmärkten und im weltweiten Aktienhandel etablierten Börsenplätzen und Märkten. Zu einem solchen Markt werden kleinere Staaten zum Beispiel mitunter, wenn größere neue Rohstoffvorkommen entdeckt werden.

20. Performance

Ein wichtiges Kriterium für die Beurteilung der Entwicklung eines Aktienkurses ist die so genannte „Performance“. Ein gutes sprachliches Pendant zur Performance ist im Deutschen im Grunde das Wort „Leistung“. Was einfach und unkompliziert klingt, ist selbst für erfahrene Aktionäre nicht immer leicht zu beurteilen. Ist in Fachmedien von einem so genannten starken oder Top-Performer die Rede, ist damit eine sehr leistungsstarke Aktie oder ein Wertpapier gemeint, dessen Kurs sich überdurchschnittlich positiv entwickelt hat im zugrundeliegenden Referenzzeitraum. Hintergrund ist hierbei natürlich, dass ein Aktienkurs in einem Zeitfenster deutlich zugelegt hat. Das Gegenteil zum Top-Performer ist der Logik folgend ein schwacher Performer – eine Aktie, deren Kurs zuletzt eine eher schlechte Entwicklung oder gar ein Minus erkennen ließ.

In der Performance-Analyse tauchen weiterhin die Termini des Outperformers und Underperformers auf. Auch sie spielen für die Aktienanalyse eine zentrale Rolle. Outperformer sind Shares, die sich im Vergleich zu einem bestimmten Index besonders gut entwickeln oder denen zumindest sehr gute Chancen bei der Kursentwicklung zugesprochen werden. Als Referenzindex in Deutschland dient diesbezüglich meist der DAX, während der Dow Jones an der US-Börse als Vergleichswert genutzt wird. Lässt der Aktienkurs eine schlechtere Entwicklung als der jeweilige Index erkennen, spricht man beim analysierten Aktienwert von einem „Underperformer“. Eine Outperformance wird gemeinhin als Kauf-Argument, eine Underperformance als Argument für einen Verkauf gewertet.

21. IPO

Irgendwann ist der Entschluss gefasst, dass Anfänger erstmals nicht nur Kurzentwicklungen an der Börse beobachten, sondern selbst eine Investition auf den Weg bringen möchten. Spätestens in diesem Moment begegnet Aktionären in spe die Abkürzung IPO. Dieses Kürzel steht international beim Aktienhandel für den englischen Begriff „Initial Public Offering“. Kurzum: Es geht um das erste öffentlich unterbreitete Angebot mit Bezug zu einer bestimmten Aktie, also bei der Erstemission eines Wertpapiers. Etwaige außerbörsliche Angebote sind damit nicht gemeint, wie sie vielfach vor allem bei Offerten in Richtung institutioneller Anleger ausgesandt werden. Börsen-Portale und Fachzeitungen berichten diesbezüglich regelmäßig über Erfolge oder Misserfolge der IPOs von neuen Aktienunternehmen. Ebenfalls informieren Experten potentielle Aktionäre darüber, wie die Vorbereitungen wichtiger Börsengänge laufen und wann IPOs planmäßig durchgeführt werden sollen.

Zu sagen ist also: Jedes Mal, wenn eine AG neu an der Börse erscheint, um über ihren Aktienverkauf zu Beginn im öffentlichen Handel frisches Kapital zu beschaffen, spricht man von einem IPO. Hintergrund des Börsengangs kann das geplante Unternehmenswachstum sein oder ein Kapitalbedarf, um neue Entwicklungen voranzutreiben und sich im Wettbewerb besser aufzustellen. Für Anleger in spe bieten IPOs die Chance, eine Rendite zu erzielen, wenn sie zum Ausgabekurs Aktien kaufen und den erhofften Kursanstieg nach dem Handelsstart für sich nutzen. Der IPO wird entweder durch eine einzelne Bank oder durch mehrere Institute auf den Weg gebracht. Vorab wird die Aktienmenge festgelegt, die bei der Erstemission an den Börsenplätzen gehandelt werden soll und zu welchem Emissionspreis (auch „Ausgabekurs“). Optional können Aktionäre neue Shares meist bei jeder normalen Bank zeichnen, also erwerben oder vorbestellen. Für IPOs gelten Zeichnungsfristen, die ebenfalls von den vom Emittenten beauftragten Banken bestimmt werden. So groß die Strahlkraft eines IPOs auf private Anleger sein mag, nicht immer ist der Einstieg zu Beginn für Normalanleger ratsam. Anders verhält es sich, wenn bereits etablierte, bekannte Unternehmen an die Börse gehen. Hier sind tatsächlich beachtliche Zeichnungsgewinne möglich.

Manches jüngere Internet-Unternehmen hat zuletzt bewiesen, dass der Kurs nach Erstnotiz nicht immer die gewünschte Richtung einschlägt. So mancher IPO brachte zwar dem Unternehmen neues Geld, doch viele Anleger verbuchten schon kurze Zeit nach dem Börsengang mehr oder weniger deutliche Verluste. Die Kursentwicklungen nach einer Neuemissionen sind für Laien und oft selbst für fortgeschrittene Trader nicht immer absehbar. Generell gilt: Neue Aktien müssen sich im Börsenumfeld stets bewähren. Aus Sicht der neuen AG ist es hinsichtlich des IPO-Vorhabens wichtig, möglichst viele Anleger auf sich aufmerksam zu machen und im Vorfeld Interesse und Anreize zu schaffen. Entsprechend lassen sich die Anbieter mittlerweile gerne medienwirksame Aktionen und Kampagnen einfallen. Von diesen sollten sich Aktionäre aber nicht blenden lassen, sondern stattdessen die Unternehmenszahlen – zur Geschichte, Entwicklung, Umsatz und Gewinn etc. – für sich analysieren, bevor sie eine neue Aktie zeichnen.

IPOs werden üblicherweise in guten Phasen vorgenommen, also in stabilen oder optimistischen Wirtschaftszeiten. Je „heißer“ Aktionäre auf die Neuemission sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Aktien nicht nur vollständig verkauft, sondern überzeichnet werden. Dies führt zu einem raschen und spürbaren ersten Plus des Aktienkurses. Gerade viele größere Aktionäre nutzen diesen möglichen frühen Boom, um ihre Aktien zur Gewinnmitnahme direkt wieder abzustoßen.

22. Junge und alte Aktien

Berichten Börsenmagazine von „jungen“ und „alten“ Aktien, sind damit nicht etwa die Aktien von Unternehmen mit kurzer Firmenhistorie gemeint, die erst seit kurzem an der Börse notiert werden. Vielmehr kann es im Einzelfall um das genaue Gegenteil gehen. Alte Aktien – dies sind bereits in Umlauf befindliche Aktien einer Aktiengesellschaft, die schon vor einiger Zeit emittiert wurden. Junge Aktien sind hingegen Aktien, die zusätzlich zu bereits gehandelten Wertpapier-Margen ausgegeben und an interessierte Anleger verkauft werden. Damit das Unternehmen XY also junge Aktien in den Handel bringen kann, muss es bereits alte Aktien dieser AG geben. Aufgrund dieser Definition gibt es für junge Aktien auch die alternative Bezeichnung „neue Aktien“. Werden junge Aktien emittiert, bedeutet dies also, dass eine AG mehr Geld einnehmen möchte, indem sie mehr Aktien als bisher fürs nationale oder internationale Shares-Trading freigibt.

Meist geschieht dies über eine Kapitalerhöhung. Alle Aktien, die vor dieser erneuten Kapitalbeschaffung bereits gehandelt worden sind, werden so automatisch zu alten Aktien. Kommt es im späteren Verlauf nochmals zu einer Kapitalerhöhung, werden auch die vorher emittierten Wertpapiere zum Bestandteil der Masse alter Aktien. Eine Besonderheit bei vielen Neuemissionen (nicht mit Erstemissionen zu verwechseln!): Aktionären, die bereits alte Aktien eines Unternehmens besitzen, wird vielfach ein Erst-Kaufrecht zum Vorzugspreis eingeräumt, wenn sie junge Aktien zur Aufstockung ihres Aktiendepots auswählen. Diese Vorgehensweise kann bei entsprechender Inanspruchnahme dafür sorgen, dass Altaktionäre weiterhin den vorherigen Anteil an der AG halten. Junge Aktien werden meist ausgegeben, wenn die Stimmung an der Börse optimistisch ist.

23. Marktkapitalisierung

Taucht in Börsenmeldungen der Begriff der Marktkapitalisierung auf, wissen viele Anleger mit Anfänger- oder Fortgeschrittenen-Status ihn nicht immer korrekt einzuordnen. Doch faktisch spielt er gerade im Rahmen der Aktienanalyse (insbesondere der Fundamentalanalyse) eine wichtige Rolle. Diesbezüglich geht es unter anderem um die Kalkulation des KUV, also des Kurs-Umsatz-Verhältnisses. Die Marktkapitalisierung drückt im Grunde aus, welchen Wert eine Aktie X aktuell an der Börse eigentlich hat bzw. auf welchen Wert sich das börsliche AG-Eigenkapital beziffern lässt. Eine steigende Marktkapitalisierung wird verbucht, wenn der Aktienkurs eines Unternehmens steigt. Im entgegengesetzten Fall reduziert sich die Kapitalisierung am Markt, wenn der Börsenkurs sinkt. Ein alternativer Terminus zur Marktkapitalisierung ist aus naheliegenden Gründen der Begriff der Börsenkapitalisierung.

Der Marktkapitalisierung liegen einzig und allein die frei im Umlauf befindlichen Aktien einer Aktiengesellschaft zugrunde. Wertpapiere, die für den freien Börsenhandel (zumindest im jeweiligen Moment) nicht verfügbar sind, bleiben von den Berechnungen ausgeschlossen. Gibt es beispielsweise von einer AG aktuell 500.000 Aktien und hat jede Aktie derzeit einen Börsenwert von 20,00 Euro, ergibt sich aus diesen beiden Zahlen eine Marktkapitalisierung in Höhe von 1,0 Millionen Euro. Relevant ist die Börsenkapitalisierung insbesondere auch für normale Privatanleger, die ihre Investitionen aufgrund überschaubarer Mittel oftmals besonders genau planen müssen.

Die Marktkapitalisierung gibt als zentrale Kennzahl in der Analyse Aufschluss darüber, welchen Börsenwert eine Aktie hat. Dies wiederum erlaubt meist einen recht genauen Rückschluss auf die Unternehmensgröße. Experten raten normalen Anlegern von Wertpapieren mit einer geringen bzw. schwachen Marktkapitalisierung eher ab. Diese Aktien sind vielfach besonders anfällig für starke Kursveränderungen, weil die Aktien solcher Unternehmen meist weniger stark getradet werden. Eine geringe Marktkapitalisierung lässt oft darauf schließen, dass sich die Aktiengesellschaft hinter dem Aktienkurs wirtschaftlich erst noch besser bewähren muss, damit das Investitionsrisiko für Anleger sinkt. Die Börsen- oder Marktkapitalisierung darf vor allem bei akut schwankendem Aktienkurs nicht mit dem eigentlichen AG-Wert verwechselt werden, der beispielsweise im Falle einer Übernahme zu zahlen wäre. Anleger können sich bei der Marktkapitalisierung auf Daten von Experten verlassen und müssen sie nicht selbst mit großem Recherche-Aufwand ermitteln. Dies spart Zeit und erlaubt zeitnahe Entscheidungen ohne langen Vorlauf.

24. Money Management

Zum Aktienhandel mit Erfolg gehört zu einem erheblichen Teil das nötige Fingerspitzengefühl, um geeignete Wertpapiere zu finden, die zum einen gute Entwicklungschancen bergen und zugleich eine ordentliche Rendite samt Dividende abwerfen. Auf der anderen Seite aber müssen Aktionäre vor allem auch dem Thema Money Management einige Aufmerksamkeit zuteil werden lassen. Hinter diesem englischen Fachbegriff verbirgt sich um Grunde die präzise Planung des eigenen Investitionsrisikos. Unorganisiertes Investieren ist riskant und führt am Ende eher zu Verlusten als zu einem Plus auf dem Aktienkonto. Beim individuellen Money Management – also auf gut Deutsch der Geldverwaltung – geht es darum, mit dem verfügbaren Kapital das bestmögliche Ergebnis unter Berücksichtigung eines sinnvollen Risikos (Stichwort „Risk Management“) zu erzielen.

Allzu emotional sollte Aktionäre also nicht vorgehen, sondern stattdessen mit kühlem Kopf agieren. Im ersten Schritt wägen Anleger ab, wie viel Kapital ihnen für den Handel mit Shares zur Verfügung steht. Kapital, das schon bald für andere Zwecke benötigt wird, sollte nicht in Aktien investiert werden, da Gewinne an den Börsenplätzen im Wertpapier-Bereich eher mittel- bis langfristig erreicht werden. Ein wichtiger Aspekt beim Money Management ist das Thema Diversifikation (Risikostreuung). Händler von Aktien sollten das Risiko nicht zu massiv auf Einzelwerte konzentrieren, sondern auf verschiedene Werte verteilen. Hierbei kann es auch darum gehen, neben Aktien Anleihen, Derivate wie Differenzkontrakte und andere Anlageklassen als Ergänzung fürs Depot auszuwählen. Außerdem gehört es zum Money Management, sich selbst klare Grenzen zu ziehen. Welchen Verlust kann oder will ich maximal hinnehmen?

Dies ist eine zentrale Frage bei der Kapitalverwaltung. Aktien-Profis raten meist, nur bis zu 10 % des gesamten Börsenkapitals für einzelne Positionen auszugeben. Gerade am Anfang aber sollten Kunden noch deutlich unter dieser Grenze bleiben, um sich nicht gleich der Freude am Handel mit Aktien zu berauben, wenn rasch erste Verluste aufgetreten sind. Denn dies kann dazu führen, dass eigentliche talentierte Anleger früh aufgrund kleinerer Anfängerfehler unnötig die Flinte ins Korn werfen müssen.

25. Streubesitz

Es gibt Unternehmen, deren Aktien weitgehend in Familienbesitz sind oder allein von einigen wenigen institutionellen Anlegern gehalten werden. In anderen Fällen befindet sich der Großteil der in Umlauf befindlichen Wertpapiere einer Aktiengesellschaft in den Depots vieler kleinerer Anleger. Beim zweiten Fall spricht man im börslichen Fachjargon vom so genannten Streubesitz – oder auf Englisch „Free Float“. Per Definition handelt es sich beim Handel an der Deutschen Börse nur dann um Streubesitz, wenn der betreffende Anleger für sich höchstens fünf Prozent der Anteilsscheine einer AG besitzt. Mitunter müssen Unternehmen, die ihre Aktien in einen Index aufnehmen lassen möchten, einen bestimmten Streubesitzanteil vorweisen. Im DAX etwa liegt dieser Wert aktuell bei zehn Prozent.

Aktionäre, die mehr als fünf Prozent aller Aktien eines Unternehmens besitzen, werden bereits als Großaktionäre bezeichnet. Von dieser Einstufung werden einzig und allein Fonds oder Vermögensberater ausgenommen. Diese Regelung beruht darauf, dass es sich in einem solchen Fall aus börslicher Sicht um ein Verwaltungsvermögen handelt, nicht aber um eine Finanz- oder Kapitalanlage im eigentlichen Sinne. Schließlich werden hierbei Anteile vieler Fonds-Anleger gemeinsam verwaltet. Die Trennung zwischen Kleinanlegern und dem Free Float auf der einen und Großaktionären auf der anderen Seite beruht zumindest teilweise darauf, dass Kleinleger Aktien meist weniger lang als größere Investoren halten. Wie immer gibt es diesbezüglich natürlich Ausnahmen, die für den Streubesitz und seine Definition aber irrelevant sind.

Zum Free Float ist zu sagen, dass sich Aktien mit geringerem Streubesitz eher nicht für Kleinanleger eignen. Der Grund: Stößt ein Großanleger größere Mengen eines Wertpapiers ab, kann dies massive Kursrückgänge und damit schmerzliche Verluste zur Folge haben. Eine zentrale Rolle nimmt der Streubesitz situationsabhängig bei Unternehmensübernahmen ein. Eine so genannte „feindliche Übernahme“ droht Unternehmen eher, wenn ihre Aktien von einem vergleichsweise hohen Free-Float-Anteil gekennzeichnet sind. Kleinanleger gehen nämlich in der Regel schneller auf Kaufangebote ein als Aktionäre, die selbst größere Aktienpakete besitzen und sich deshalb ihrer Bedeutung als Verkäufer für ein Unternehmen mit Übernahmewunsch bewusst sind.

26. High Flyer

Es gibt Unternehmen, deren Aktien eher als sichere Bank beim Börsenhandel gelten. Dies sind oftmals die Werte, die in den großen Indizes wie dem DAX 30 gelistet werden. Diese Stocks zeichnen sich meist durch einen relativ stabilen Kurs und nachvollziehbare Dividenden-Regelungen aus. Für risikofreudige Anleger sind diese Klassiker jedoch oft nicht gut geeignet. Sie setzen zum Teil eher auf so genannte „High Flyer“. Der Begriff „Höhenflug“ ist Anlegern aus vielen Bereichen bekannt, er spielt also nicht nur an der Börse eine Rolle. Aktien, die den Beinamen High Flyer bekommen, zeichnen sich dadurch aus, dass sie von Analysten als hochspekulativ eingestuft werden. Sie gelten als Werte, denen von Börsenexperten sehr hohe Erfolgschancen zugesprochen werden.

Somit können Aktionäre bei derartigen High-Flyer-Aktien vielfach innerhalb einer recht kurzen Zeitspanne beachtliche Renditen realisieren. Die Unternehmen, die als High Flyer bezeichnet werden, können sich wiederum selbst in vielen Fällen über extrem hohe Erträge freuen. Gänzlich risikofrei gelingen Investments in die Aktien eines High Flyers erwartungsgemäß nicht. Denn unter Umständen sind wirtschaftliche Fehlmeldungen oder schlechte Prognosen Auslöser der positiven Bewertung, so dass sich die Erwartungen am Ende nicht erfüllen und nach kurzen Kurssprüngen durchaus ein Einbruch auftreten kann. Oft werden „Highflyers“ oder „High Flyers“ auch als so genannte „explosive Aktien“ tituliert. Grundsätzlich sind damit Wertpapiere gemeint, deren Kurse sehr rasante Anstiege innerhalb kurzer Zeiträume verbucht haben.

Das Problem aus Anlegersicht ist in erster Linie darin zu sehen, wenn der Kursboom eben nicht auf wirtschaftlich relevanten Daten zur Aktiengesellschaft beruht. Stattdessen lässt sich das Kursplus in der Regel durch Spekulationen am Markt erklären, die wiederum nicht selten von Gerüchten befeuert werden. Eben dies macht die Mehrheit der High Flyers zu einem so hoch spekulativen Investment am Aktienmarkt. In den vergangenen 20 Jahren ergaben sich diese Konstellationen vor allem am so genannten „Neuen Markt“ (Internet-Konzerne und Technologie-Werte). Damals entwickelte sich ein Großteil aller New-Economy-Werte zu High Flyern. Mancher „Überflieger“ verschwand damals zügig wieder vom Parkett, nachdem im Rahmen von Neuemissionen teilweise Kursanstiege um ein X-faches des Ausgabekurses für Euphorie unter den Anlegern sorgte. Es ist also extrem wichtig, dass Aktionäre in diesem Bereich den richtigen Zeitpunkt für den Einstieg finden – und auch für den Ausstieg, denn auf Dauer hält sich kaum ein High Flyer auf seinem Höhentrend.

27. Dividende, Abschlag und Dividendenrendite

Als Dividende wird der Anteil am Aktiengewinn bezeichnet, der von einer Aktiengesellschaft (in der Regel als Brutto-Betrag) an Anteilseigner ausgeschüttet wird. Als Nettodividende wird die Summe bezeichnet, von der bereits die so genannten Kapitalertragssteuer (in Höhe von aktuell 25,5 % in Deutschland) abgezogen wurde. Bei der Dividende handelt es sich um eine zweite Möglichkeit, neben dem Aktienkurs mit Wertpapieren Renditen zu realisieren – eben über eine Gewinnbeteiligung. Die Dividenden-Berechnung erfolgt sehr einfach durch die Division der Gesamt-Ausschüttung durch die Zahl der in Umlauf befindlichen Aktien der jeweiligen AG. Die übliche Prozedur in Deutschland sieht vor, dass Dividenden jeweils einmal pro Geschäftsjahr an Aktionäre ausgezahlt wird. In anderen Ländern wie beispielsweise den USA ist die Auszahlung pro Quartal üblich. Die pro Aktie erzielte Dividendenrendite in Prozent lässt sich errechnen, indem die ausgeschüttete Summe durch den aktuellen Aktienkurs geteilt und dann mit 100 multipliziert wird.

Ein weiterer Begriff, der in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle spielt, ist der so genannte Dividendenabschlag. Er entspricht dem Betrag, der am Ausschüttungstag im Moment der Notierung einer Aktie abgezogen wird. Diesbezüglich entspricht der Abschlag also der erwähnten Brutto-Dividende. Ob eine Dividende gezahlt wird, hängt meist maßgeblich vom Erfolg eines Unternehmens ab. Schlechte Bilanzen können zum Aussetzen führen. Überraschend gute Ergebnisse wiederum können zur Folge haben, dass Aktionäre eine höhere Dividende von der AG erhalten. Oftmals sind es boomende Branchen (interessante Stichworte hierbei sind in der letzten Zeit „Halbleitertechnologien“, „Photovoltaik“ und „Erneuerbare Energien“), bei denen Dividenden-Hochphasen sehr hohe Erträge versprechen. Viele Anleger aber bevorzugen dennoch eher die Sicherheit, die Klassiker wie DAX-Aktien in diesem Punkt bieten.

28. Earnings per Share

Wer der englischen Sprache mächtig ist, versteht bereits, worum es bei diesem so wichtigen Fachbegriff im Bereich des Aktienhandels genau geht. „Earnings per Share“ lässt sich einfach als „Ergebnis je Aktie“ übersetzen. Dieser Wert ist eine wichtige Kennziffer für die Bewertung eines Wertpapiers. Gemeint ist damit das jährliche Ergebnis einer Aktiengesellschaft nach Steuern, wobei dieses Jahresergebnis in Relation zur durchschnittlichen Menge der gehandelten Stammaktien betrachtet wird. Darüber hinaus werden beim so genannten „unverdünnten“ Ergebnis je Aktie weitere Faktoren berücksichtigt, unter anderem Optionen auf Aktien, die Auswirkungen auf den Aktienkurs haben können. Gebräuchlich ist im internationalen Aktienhandel auch die Abkürzung EPS.

Ermitteln lassen sich die Earnings per Share als individueller aktueller Gewinn pro Share, also über den Quotienten aus dem Gewinn (in einem bestimmten Betrachtungszeitraum) und der Aktien-Menge. Einen Mangel weist dieser Terminus für Aktionäre trotz des durchaus großen Nutzen auf. Anleger, die den EPS-Werte verschiedener Aktienunternehmen vergleichen möchten, müssen vielfach erkennen, dass diese Vergleichbarkeit eben nicht in der nötigen Art und Weise gegeben ist. Dies liegt daran, dass das Ergebnis pro Aktie durch abweichende Kapitalstrukturen verzerrt werden kann. So bleibt am Ende in vielen Fällen nur der Vergleich von strukturell ähnlichen Unternehmen oder die Einzelfall-Analyse, um einen Eindruck von den momentanen Earnings per Share zu bekommen.

29. Gewinnwarnung und Gewinnerwartung

Mitverantwortlich für positive Veränderungen eines Aktienkurses sind in vielen Fällen neben der aktuellen Nachfrage auch und gerade Prognosen zu wahrscheinlichen Geschäftsergebnissen, Bilanzen, Gewinnen und Umsätzen einer AG. Im Rahmen von Ad-hoc-Meldungen sind Unternehmen gezwungen, die Börsen umgehend darüber in Kenntnis zu setzen, falls die von Unternehmensseite angekündigten Gewinnzahlen wider Erwarten nicht erreicht werden können. Experten sprechen in diesem Fall von einer so genannten Gewinnwarnung.

Grundsätzlich ist jede Aktiengesellschaft dazu angehalten eine Prognose zum erwarteten bzw. gewünschten Unternehmensergebnis pro Quartal bzw. Geschäftsjahr abzugeben. Dies zumal diese Daten für Aktionäre eine wichtige Entscheidungsgröße sind, da sie vielfach erst das Interesse für bestimmte Wertpapiere entstehen lassen. Gewinnwarnungen stammen generell aus dem Umfeld der Unternehmensführung, die eine Korrekturmeldung bezüglich der bisherigen Erwartungen an Aktionäre und potentielle Anleger herausgibt.

Die Rahmenbedingungen für die Veröffentlichung von Gewinnwarnungen sind eindeutig in § 15 des deutschen Wertpapierhandelsgesetzes vorgeschrieben.

Natürlich ist es ebenso denkbar, dass eine Aktiengesellschaft eine positive Änderungsmeldung in Umlauf bringt. In diesem Fall spricht man im Fachjargon von einer Gewinnerwartung. Diese Meldungen werden publiziert, weil Unternehmen sich von zwischenzeitlich besseren Ergebnissen und einer Vergrößerung des Gewinns natürlich eine positive Kursentwicklung versprechen. Anleger, die sich vor allem von Gewinnwarnungen aus der Ruhe bringen lassen, entscheiden sich häufig für eine Gewinnmitnahme.

Eng verbunden mit Gewinnwarnungen und Gewinnerwartungen ist der Begriff der Insidergeschäfte. Bleiben pflichtgemäße Meldungen nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) aus, stehen diesen Geschäften Tür und Tor offen. Bei Transaktionen dieser Art handelt es sich um An- und Verkäufe von Aktien, die auf Basis vertraulicher Infos abgewickelt werden. Diese vertraulichen Daten und Meldungen sind dabei der Öffentlichkeit zum Zeitpunkt der Orders noch nicht bekannt. Der Gesetzgeber verbietet Insidergeschäfte grundsätzlich und sie werden mit den Mitteln des Strafrechts geahndet.

30. Gaps

Das englische Wort „Gap“ steht im Grunde beim Handel mit Aktien und Wertpapieren allgemein für Kurslücken, die in unterschiedlichen Phasen des Börsenhandels auftreten können. Der Terminus ist aufgrund der internationalen Ausrichtung des Aktien-Tradings längst zu einem gängigen Begriff geworden, der das deutsche Wort weitgehend ersetzt hat. Gaps zeichnen sich vor allem in Aktien-Charts mehr oder weniger deutlich ab. Die Ursachen einer Kurslücke können unterschiedlicher Art sein. Insbesondere in sehr volatilen Zeiten können Aktienkurse oft sehr akute Schwankungen aufweisen, die wiederum im Diagramm nur schwierig abgebildet werden können. Diese Schwierigkeit wirkt sich insofern aus, dass im Einzelfall in Liniencharts (und ebenso in anderen Diagramm-Darstellungen) tatsächliche Unterbrechungen auftreten können. Insbesondere beim Over-Night-Trading (Handel über Nacht) kommt es oftmals zu Gaps. Noch deutlicher als beim Übergang vom Vortags-Schlusskurs zum Startkurs des Folgetags können Kurslücken übers Wochenende entstehen. Unterschieden wird fachlich zwischen Aufwärts- und Abwärts-Gaps. Im Falle eines Aufwärtsgap fällt der tiefste Kurs am aktuellen Handelstag höher aus als der Höchstkurs am vorherigen Handelstag. Entsprechend gilt für Abwärtsgaps, dass bei einem solchen Szenario der Höchst- oder Maximalkurs am aktuellen Handelstag unterhalb des tiefsten Kurses vom Vortag angesiedelt ist.

Analysten kategorisieren weiterhin zwischen normalen (common) Gaps, wie sie beispielsweise im üblichen Börsengeschehen binnen einiger Tage oder kürzerer Zeiträume entstehen können. Weitere Gap-Varianten sind:

  • Break-away Gaps (zu Beginn eines Anstiegs oder Abfalls eines Kurses)
  • Measuring Gaps (Lücken, die als Ausreißer-Werte z.B. der Trendbestätigung dienen)
  • Exhausting Gaps (als Indiz für das baldige Ende einer guten oder schlechten Kurs-Phase)

Gaps können von Anlegern (einmal beim Halten von Aktien und Derivat-Instrumenten übers Wochenende) nicht nur nachteilig sein, sie können ebenso zum eigenen Vorteil gereichen, wenn Aktionäre Gaps zu deuten wissen und sie rechtzeitig erkennen. So können rentable Investitionsentscheidungen getroffen werden.

stefan

Mein Fazit

In Verbindung mit der ersten Hälfte der wichtigsten Fachbegriffe zum Aktienhandel haben Aktionäre im Grunde das erste wichtige Handwerkszeug, das ihnen das erfolgreiche Traden mit Aktien ermöglicht. Ausgeschlossen wird auf diese Weise, dass Missverständnisse oder reine Unwissenheit zu falschen Entscheidungen im Alltag führen. Einige der Termini sind bereits für Anfänger von Bedeutung, andere Begrifflichkeiten sind spezieller und deshalb vor allem für fortgeschrittene und professionelle Anleger wissenswert, um an der Börse weltweit zuverlässig traden zu können.