No-Touch-Optionen

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • No-Touch-Optionen sind eine Alternative für Trader, wenn sie davon ausgehen, dass ein – meist vom Broker festgelegter – Kurs bis zum Verfallszeitpunkt nicht ein einziges Mal erreicht wird, je nach Konstellation oberhalb oder unterhalb des Anfangswertes.
  • Je knapper der Kursbereich bei No-Touch-Optionen ausfällt, desto höher ist das Verlustrisiko – aber ebenso die maximal erreichbare Rendite der digitalen Optionen.
  • Sehr volatile Basiswerte gelten als sehr riskant, können aber bei zutreffender Einschätzung der Marktveränderungen extreme Gewinne aufs Konto bringen.

No-Touch

Die bereits vorgestellten One-Touch-Optionen sind nur eine mögliche Spielart der Binaries vom Format „Touch“. Ihr Gegenpol sind die so genannten „No-Touch-Optionen“. Sie funktionieren letzten Endes genau entgegensetzt zu den Bedingungen bei den One Touch Orders. So müssen Händler anfangs ebenfalls einen zu handelnden Vermögenswert aus dem Sortiment des Brokers auswählen und entscheiden, welche Laufzeit sie für die betreffende digitale Option wünschen. Im nächsten Schritt aber müssen Sie als Trader einen Kursbereich bestimmen, aus dem sich der Kurs während der Options-Laufzeit gerade nicht herausbewegen wird. Wie der Name bereits verdeutlicht, darf der Kurs nicht einmal die Grenzwerte des preislichen Rahmens berühren. Geschieht dies doch, ist der Einsatz vollständig verloren, sofern der Händler bei Laufzeitbeginn keine Verlustabsicherung eingerichtet hat oder der Broker nicht standardmäßig eine gewisse Rückerstattung im Verlustfall vorsieht.
Solche Angebote sind aber längst nicht die Regel, wie der Broker-Vergleich schnell verdeutlicht. Ein einziges Verlassen des Kursbereichs, der für die No-Touch-Optionen installiert wurde – schon ist schlimmstenfalls der vollständige Trading-Einsatz verloren. Diesen Aspekt sollten sich Händler immer wieder vor Augen führen, wenn sie sich von den hohen Gewinn-Aussichten dieser Handelsart anziehen lassen. Das Motto lautet wie immer: Kein Gewinn ohne Risiko!

Genaue Auswahl der Vermögenswerte ist dringend angeraten

Wie bei den One-Touch-Optionen sollte die Laufzeit passend zum gehandelten Vermögenswert und zum Kursbereich ausgewählt werden. Bei Devisenpaaren und Rohstoffen können vielfach schon einige Minuten ausreichen, um einen Gewinn zu erreichen. Aktien und Indizes unterliegen in den meisten Fällen weniger akuten Schwankungen und entwickeln sich oft eher auf lange Sicht – wobei genau dies ideal für die Ausführung von No-Touch-Optionen sein kann. Schließlich geht es hierbei darum, möglichst Assets mit stabilen Kursen zu finden, die überschaubare Bewegungen aufweisen. Es liegt indes in der Natur der Sache, dass wenig volatile, also nur bedingt für Kursschwankungen anfällige Underlyings eher keine sagenhaften Renditen bringen werden. Anders verhält sich die Lage bei Basiswerten, die erfahrungsgemäß bei wichtigen Marktveränderungen fast jederzeit Veränderungen unterliegen können. So hoch das Risiko eines Totalverlusts, so hoch ist auch die Rendite nach einer richtigen Prognose.

Gegenpol zu normalen One-Touch-Optionen

Dabei unterscheiden sich die Schwierigkeiten der Handelsart nicht wesentlich von denen, die bei den mit ihr eng verwandten One-Touch-Optionen gelten. Nur eben mit umgekehrten Vorzeichen, da es hier genau darum geht, dass der Basiswert den ausgewählten Grenzbereich nicht verlässt, genauer: nie die Grenzlinien berührt. Hier zeigt sich die Bedeutung des englischen Wortbestandteils „touch“ wie „berühren“. Die Funktionsweise insgesamt ist also dem Gegenstück sehr ähnlich.

In einem Beispiel könnte eine No-Touch-Option wie folgt aussehen:

Ein Trader entscheidet sich für die Aktie des Unternehmens XY, die momentan einen Kurswert von 50,00 Euro hat. Der Händler investiert eine Summe von 1.000 Euro und sagt vorher, dass der Kurs nicht auf den Wert von 60,00 Euro steigen wird. Der Broker verspricht eine Rendite von 80 Prozent. War die Prognose korrekt, erzielt der Händler einen Gewinn in Höhe von 800,00 Euro. Die tatsächliche Rendite ergibt sich nach Abzug aller möglichen Handelsgebühren, etwa einer Auszahlungsgebühr oder etwaiger Transaktionskosten für das Halten von Positionen übers Wochenende.

Die relevanten Faktoren für No-Touch-Optionen, die man auswählen muss, sind also:

  • der gewünschte Basiswert
  • die Laufzeit der Option
  • der Kurs(-Bereich), den die Option nicht erreichen darf
  • die Richtung, in die sich der Kurs bewegen soll

Kursfenster können über oder unter dem Startpreis liegen

Richtig gelesen: Auch die erwartete Kursbewegungs-Richtung müssen Händler für das Binaries-Trading über diese Handelsart bestimmen. Den Aufwand und das hohe Risiko lassen sich Broker durchaus etwas kosten, und zwar in Form einer hohen Maximalrendite. Wer ein höheres Risiko einzugehen bereit ist, entscheidet sich für den High-Yield-Modus und kann sage und schreibe 500 Prozent erreichen, in einigen Fällen sogar eine noch bessere Rendite. Zugleich gilt aber, um es nochmals zu betonen, dass ein einziges Berühren des Kurswertes ausreicht, damit der gesamte Einsatz verfällt, da die Position in diesem Moment aus dem Geld endet.
Es sei denn, Händler haben eine Verlustabsicherung eingerichtet, um so im Falle eines Verlusts einen gewissen Teil ihres Einsatzes zurückzuerhalten. Diese Rückerstattungen fallen allerdings meist nicht allzu hoch aus, sieht man einmal von Angeboten zum „Option Building“ für Trades mit selbst eingestellten Risiko-Rendite-Verhältnis ab. Dennoch ist es immer noch besser, bis zu 20 Prozent des Verlustes erstattet zu bekommen, als den kompletten Einsatz infolge einer falschen Einschätzung über No-Touch-Optionen abschreiben zu müssen, weil Positionen wider Erwarten nicht „in the money“ enden.

Nemack

Mein Fazit

Generell sind alle Handelsarten nicht gänzlich ohne Risiko. Dennoch sind No-Touch-Optionen in der Analyse riskanter als normale digitale Optionen, bei denen Trader allein abwägen müssen, ob Kurse steigen oder sinken werden. No-Touch-Optionen sind mit einem höheren Risiko verbunden, oft aber eben auch mit deutlich höheren maximalen Renditen. Die Auswertung vergangener Kursentwicklungen dient Tradern in der Analyse dazu, einen Kursbereich festzulegen, den die ausgewählten Basiswerte während der Laufzeit nicht einmal knapp erreichen. Denn schon ein einmaliges Erreichen des Kursrahmens reicht aus, um einen Einsatz-Verlust auszulösen.

Autor: RP