Double-Touch-Optionen

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Double-Touch-Optionen gelten als Königsklasse unter den Touch-Optionen, da Händler hier gleich zwei Kursmarken im Blick behalten müssen. Dabei gilt: Nur wenn sowohl der Kurs über dem Startpreis als auch der darunter berührt wird, enden Optionen „in the money“.
  • Es reicht, wenn nur ein angesetzter Kurs unerreicht bleibt, damit Trades out of the money enden. Das Motto lautet hierbei: „Alles oder nichts“.
  • Diese Handelsart ist eine der komplexesten, weshalb sie vor allem Profi-Tradern vorbehalten ist und Anfängern schnell Verluste einbringt.

Doueble-Touch

Bei allen Handelsarten gibt es einfache und kompliziertere Vorgehensweisen. Händler, die ein höheres Risiko eingehen, können fast immer im Falle eines positiven Ausgangs eine höhere Rendite realisieren. Während One-Touch- und No-Touch-Optionen so etwas wie die Standards bei den Touch-Modellen darstellen, sind die Double-Touch-Optionen eher etwas für Händler, die sich bereits seit einiger Zeit mit dem Handel von Binäroptionen befassen und ein gewisses Fachwissen an den Tag legen können. Im Vergleich zu den anderen Touch-Varianten sind Double-Touch-Optionen auf der einen Seite eher selten im Test der Online-Broker vertreten, andererseits sind sie eine noch recht junge Version aus diesem Bereich der Handelsarten.

Bestimmung der Zielwerte verlangt viel Trading-Geschick

Die Redewendung „nomen est omen“ begründet die Funktionsweise dieser besonderen binären Optionen schon sehr gut. Es reicht nicht, wenn nur ein bestimmter Zielpreis eines Assets einmal erreicht bzw. berührt wird. Binaries-Trader müssen vielmehr statt einem gleich zwei Kurswerte festlegen, die während der Options-Laufzeit berührt werden müssen – oder nicht berührt werden dürfen, falls Händler der „No-Touch“- Variante dieser Handelsart den Vorzug geben möchten. Ein Über- bzw. Unterschreiten der Kursmarken erfüllt die Anforderungen an die Touch-Option natürlich ebenso. Die verwendeten englischen Begriffe für die beiden Varianten lauten der Erklärung entsprechend „Double One Touch“ und „Double No Touch“. Der übliche Weg ist die Festlegung eines Kurses oberhalb des Kurses zum Beginn der Laufzeit und eines Kurses unterhalb des Startpreises. Interessant sind die Handelsarten dieser Form für erfahrene Anleger, die davon überzeugt sind, dass ein Basiswert-Kurs bis zum Verfallszeitpunkt mindestens einmal steigen und einmal sinken wird – eben mindestens auf die Zielmarken.
Für diese Handelsart eignen sich zum Beispiel Aktien-Optionen, die im Rahmen der Veröffentlichung wichtiger Unternehmensdaten oft einen vorübergehenden Kurssprung durchlaufen, um sich später wieder auf einem geringeren Niveau einzufinden. Die übrigen Anforderungen sind – von der doppelten Kurs-Ansetzung abgesehen – identisch mit denen bei anderen Touch-Optionen.

Ein Double-Touch im Beispiel:

Die Aktie eines Unternehmens befindet sich aktuell auf einem Kurswert von 50,00 Euro. Als Trader erwarte ich nun, dass der Aktienkurs zunächst auf wenigstens 60,00 Euro steigen und später auf 45,00 Euro oder sogar darunter sinken wird. Dementsprechend werden bei diesen beiden Preismarken Touch-Kurse eingerichtet. Werden diese beiden Kurse innerhalb des Zeitfensters bis zum Verfallszeitpunkt zumindest erreicht, wird ein Gewinn verbucht, da die Double-Touch-Option im Geld endet. Bei einem Options-Einsatz von 20 Euro und einer vom Online-Broker angegebenen Rendite von 75 Prozent läge der Gewinn im Beispiel bei 15,00 Euro.

Zusammenfassung der erforderlichen Schritte bei Double-Touch-Optionen:

  • Auswahl des gewünschten Basiswertes (Underlying Asset)
  • Festlegung der beiden Preismarken (ober- und unterhalb des Einstiegskurses)
  • Bestimmung der geeigneten Options-Laufzeit

Im Einzelfall sehen Broker für den Handel digitaler Optionen die Ansetzung eines höheren und eines niedrigeren Kursziels vom Startpreis aus vor. Dies ist in erster Linie der Tatsache geschuldet, dass beispielsweise bei zwei höheren Preismarken ebenso allein die höhere der beiden ausreichend gewesen wäre, um im Rahmen einer normalen Call- und Put-Option einen Gewinn zu verbuchen. Denn der höhere Wert würde ja automatisch den geringeren Wert bereits beinhalten im Laufe der schrittweisen Kursentwicklung. Unter professionellen Gesichtspunkten sind Optionen vom Format „Double Touch“ eine der schwierigsten Handelsarten, die sich momentan in den Portfolios der Binaries-Broker finden lassen. Wie erfolgreich Trader bei der Ausführung sind, hängt weitgehend vom Erfahrungsschatz und von der Auswahl der gehandelten Vermögenswerte ab.
Nicht alle Basiswerte bieten sich für diese Vorgehensweise an. Ohnehin sind diese Optionen am ehesten etwas für Händler, die ihr Know-how bereits in ausreichender Weise bei den klassischen Handelsarten unter Beweis gestellt haben.

Nemack

Mein Fazit

Wer bereits den Einsatz normaler (No-)Touch-Optionen scheut, sollte von Double-Touch-Optionen Abstand nehmen. Denn hier braucht es ein besonders gutes Gefühl für die zu erwartenden Kursentwicklungen der Vermögenswerte. Schwierig wird die Bewertung insbesondere dadurch, dass Händler in diesem Fall normalerweise sowohl einen Zielwert oberhalb und einen unterhalb des Ausgangskurses festlegen müssen, den die ausgewählten Underlying Assets während der Laufzeit, spätestens aber zum Verfallszeitpunkt erreichen sollen. Die Reihenfolge, in der die prognostizierten Kurse berührt oder übertroffen werden, spielt für den Ausgang der Trades ansonsten keine Rolle. Ihrem Schwierigkeitsgrad nach fallen Double-Touch-Optionen eher in den Bereich der komplexen Handelsarten, die zumindest einen Fortgeschrittenen-Status vom Trader verlangen. Dies eben, weil es ein umfassendes Verständnis für die handelbaren Märkte braucht, um erfolgreich zu sein.

Autor: RP