Totalverlust vs. Airbag-Funktion

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Der Begriff Totalverlust kann zwei Bedeutungen haben: Zum einen kann er sich auf das komplette Trading-Budget eines Binaries-Händlers beziehen. Auf der anderen Seite kann „nur“ der erbrachte Einsatz pro Position gemeint sein. Ein vollständiger Einsatzverlust kann oft durch eine „Airbag“-Funktion vermieden werden.
  • Einige Broker sehen vorinstalliert eine teilweise Verlustabsicherung vor, die im Normalfall im Bereich bis maximal 20 Prozent des Options-Einsatzes liegt.
  • Können Trader eigene Optionen über die Broker-Handelsplattformen designen, kann das Verhältnis zwischen Verlustrisiken und Rendite-Chancen besonders individuell definiert werden.

Verluste oft wenigstens teilweise absichern?

Im eigentlichen Sinne gibt es bei klassischen Binäroptionen im Modell „Call“ oder „Put“ nur zwei mögliche Folgen der Trades: Entweder sage ich die Entwicklung des Basiswert-Kurses korrekt vorher und realisiere dementsprechend den vorab bekannten Gewinn. Oder ich liege mit meiner Vermutung falsch, so dass die Position zum Verfallszeitpunkt „out of the money“ endet. In diesem Fall ist normalerweise der vollständige Einsatz verloren. Jedoch bieten Binärhandels-Broker ihren Kunden immer häufiger zusätzliche Möglichkeiten zur Absicherung des Kapitals, die in gewisser Weise als Airbag-Funktion dienen können, falls man wider Erwarten eine Fehl-Prognose abgegeben hat, obwohl man sich seiner Sache sicher war. Die Vermeidung eines Totalverlusts ist stets im Interesse des eigenen Risiko-Managements.

Airbag-Funktion als Instrument für alle Händlergruppen

Fragen müssen sich Trader dabei in jedem Fall, inwieweit sie im Gegenzug bereit sind, Abstriche bei der erreichbaren Rendite in Kauf zu nehmen. Denn die Verlustabsicherung, wie Ansätze dieser Art bei vielen Brokern genannt werden, hat ihren Preis. Fast immer bedeutet eine anteilige Rückerstattung der Einsätze nach einem Verlust, dass die Rendite für die Assets von den Betreibern geringer angesetzt wird. Ein Preis, den viele zu zahlen bereit sind, dennoch muss dies genau bekannt sein, um sich einen objektiven und verlässlichen Überblick über die Angebote für den Handel mit binären Optionen über die verschiedenen Binaries-Software-Systeme verschaffen zu können. Ein solcher Airbag ist bei genauer Betrachtung nicht allein für Anfänger eine gute „Waffe“ gegen drohende Verluste. Auch für fortgeschrittene Händler kann es sich anbieten, nicht grundsätzlich den maximal möglichen Gewinnsatz anzustreben. Oft kann es sich lohnen, eher langsam vorzugehen und das Vermögen in kleinen Schritten aufzubauen.

Trader mit geringer Risikobereitschaft akzeptieren Rendite-Abstriche

Stets sollte die Frage gestellt werden, welches Kapital-Risiko man einzugehen bereit ist und welche Ziele man im Handel mit digitalen Optionen individuell verfolgt. Die Analyse des eigenen Verhaltens beim Trading legt den Grundstein für den Erfolg beim Thema Totalverlust vs. Airbag-Funktion. Hier scheiden sich sprichwörtlich wie so oft im Leben die Geister. Mancher Händler geht gerne den Weg des geringen Widerstands und verzichtet dafür gerne auf einen Teil des Gewinns, während andere Trader immer wieder volles Risiko eingehen möchten, denn so lassen sich die höchsten Renditen realisieren. Die vom Trader erhofften Gewinne haben dieser Logik folgend also einen hohen Einfluss auf die Frage, für wie sinnvoll man die vermeintliche Airbag-Funktion am Ende hält.

Besserer Schutz als beim FX- oder CFD-Trading?

Angesichts von Mindesteinsätzen bei Binaries, die je nach Broker schon bei 5,00 bis 10,00 Euro liegen können, stellt sich weiterhin die Frage, wie dramatisch ein Totalverlust tatsächlich einzuschätzen ist. Für Großanleger, die ständig mit hohen Summen jonglieren, ist die Verlustabsicherung natürlich durchaus eine interessante Vorsichtsmaßnahme. Händler, die nur über ein geringes Budget verfügen können, werden ihrerseits gerade zu Beginn sicher gerne zugunsten der Airbag-Funktion auf einen Teil der Rendite verzichten. Unterm Strich ist und bleibt dieses spezielle Thema Anlass für individuelle Abwägungen.
Bekannt sind Airbag-Funktionen vor allem aus anderen Handelsbereichen wie den Angeboten für das Traden mit Devisenpaaren (FX Trading) oder Differenzkontrakten (CFDs). Hier ermöglichen Broker ihren Kunden vielfach den Handel mit einem maximalen Hebel. Dieser wiederum sorgt dafür, dass die Trader ein Vielfaches ihres eigentlichen Kapitals einsetzen können – pro Euro Eigenkapital können in einigen Fällen bis zu 500 Euro auf Kreditbasis investiert werden.

Nachschusspflicht und nachträgliche Verluste sind ausgeschlossen

Dies bedeutet einerseits, dass Kunden sehr hohe Renditen realisieren können. Auf der anderen Seite aber drohen per „Nachschusspflicht“ Folgekosten bei Positionen, die als Misserfolg out of the money enden. Und diese können durch-aus dramatische Auswirkungen haben bei den so genannten Hebelgeschäften. Binäre-Optionen-Trader kommen dagegen per se in den Genuss eines gewissen Trading Airbags. Zwar gibt es einen Totalverlust, sofern keine Rückzahlungen vorgesehen sind. Ein möglicher Ansatz fürs Trading mit digitalen Optionen sind Funktionen wie Stop-Loss-Orders, die bei manchem Broker auch als Airbag-Funktion gegen einen Totalverlust verwendet werden, zugleich aber in gewisser Weise auch als Gewinnabsicherung dienen können. Trader haben so die Möglichkeit, noch nur theoretisch verbuchte Gewinne abzusichern – theoretisch, denn bis zum Laufzeitende ist eine zwischenzeitliche Kursveränderung im erwarteten Sinne normalerweise eben keine Rendite-Garantie für den Trader.

Nemack

Mein Fazit

In den meisten Fällen legen Händler durch ihre eigene Risikobereitschaft fest, ob sie einen Totalverlust in Kauf zu nehmen bereit sind. Nur wenige Broker sehen vordefiniert eine Airbag-Funktion vor, die immerhin einen gewissen Prozentsatz des verlorenen Einsatzes zurück aufs Konto bringen kann. Mehrheitlich bedeutet der Gebrauch einer Airbag-Funktion, dass die Kunden zwar einen Totalverlust verhindern, aber zugleich mit einer geringeren Rendite vorliebnehmen müssen. So genannte „Option Builders“, aber auch Funktionen wie ein Stop-Loss können eine Risikobegrenzung ermöglichen und eine dienliche Maßnahme gegen den drohenden Totalverlust infolge falscher Marktbewertungen der Anleger im Rahmen von Chart-Analysen darstellen. Denn eine wirkliche Gewinngarantie gibt es beim Handel digitaler Optionen eben nicht.

Autor: RP