Regulierung und Einlagenschutz von Binäroptions-Brokern

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Die Themenbereiche Regulierung und Einlagenschutz bei Binäroptions-Brokern sind für Händler deshalb so wichtig, weil sie Aufschluss über die Seriosität der Anbieter am Markt geben. Regulierte Broker sind an Auflagen ihrer Lizenzgeber gebunden. Die Einlagenschutz-Bedingungen geben an, in welchem Umfang Kundengelder im Insolvenzfall geschützt sind.
  • Die Anforderungen der Regulierungsbehörden fallen unterschiedlich streng aus. Die britische FCA und die deutsche BaFin gelten als besonders anspruchsvoll.
  • Der Standort und die Zugehörigkeit zu Banken oder anderen Unternehmen können dafür sorgen, dass die Einlagensicherung bei Brokern besonders gut ausfällt.

In den ersten Jahren nach der Freigabe des Binärhandels für den Privatanleger-Bereich hatte es die Branche nicht gerade leicht. Immer wieder berichten (auch nach wie vor) Medien über schwarze Schafe, denen es als Online-Broker eher um den eigenen Umsatz als um eine seriöse Geschäftspraxis gegenüber der Kundschaft geht. In der Tat gibt es auch heute noch schlechte Anbieter, die durch einen genauen Vergleich der Konditionen aber recht schnell ausfindig gemacht wer-den können – insbesondere dann, wenn Trader wissen, was sie sich vom Broker genau versprechen und wünschen. Der Markt ist wesentlich transparenter geworden, so dass Anleger über digitale Optionen inzwischen mit überschaubarem Risiko Geld investieren und Gewinne realisieren können. Geschuldet ist die bessere Übersichtlichkeit auch und gerade den Themen Regulierung und Einlagenschutz von Binäroptions-Brokern.

Immer mehr Broker streben gezielt Regulierungslizenzen an

Die Regulierung durch staatliche Aufsichtsbehörden ist bis dato zwar noch nicht überall gewährleistet. Insgesamt gesehen aber ist die Regulierung auf einem guten Weg hin zum brancheninternen Standard, der Neukunden Sicherheit bietet. Diese Aussage hat weltweit Gültigkeit, indes gilt weiterhin: Die Regulierungsbehörden unterscheiden sich aus Sicht von Trading-Experten zum Schwerpunkt Binärhandel mit Blick auf die Strenge und die Anforderungen an ihre Lizenznehmer. Richtig ist: Broker, die sich nicht an die Vorgaben der Behörden halten, müssen im Ernstfall mit dem Lizenzentzug rechnen. Nimmt man zur Kenntnis, dass mittlerweile der Großteil der Online-Broker aus dem Test reguliert wird, wäre der Entzug für die betroffenen Anbieter durchaus ein Wettbewerbsnachteil.
Die Lizenznehmer sind bemüht, ihren Pflichten nachzukommen, was wiederum bedeutet, dass sie regelmäßig Geschäftsberichte vorlegen und nachweisen müssen, dass sie selbst ihre Versprechen gegenüber den Kunden einhalten. Ins-besondere die Bonusbedingungen liegen den Tradern dabei am Herzen.

Hohe Ansprüche an technische Sicherheit für Kunden-Accounts

Die AGB müssen verständlich darstellen, unter welchen Umständen Boni vergeben und ausgezahlt werden. Darüber hinaus beinhaltet die Regulierung von staatlicher Seite die wichtigen Themen der Kapitalverwaltung und technologischen Sicherheit. Broker garantieren ihren Kunden möglichst den aktuell besten Schutz für die Kundendaten. Wobei da-rauf hinzuweisen ist, dass Händler selbst durch die Festlegung sicherer Zugangsdaten und deren Aufbewahrung einen Beitrag zur eigenen Sicherheit leisten. Bezüglich der Kundengelder sollte dafür gesorgt sein, dass diese streng getrennt vom Broker-Kapital aufbewahrt werden. Kommt es doch zu einer Insolvenz, fließen die Mittel der Trader in diesem Fall nicht mit in die Insolvenzmasse ein. Es gibt allein schon in Europa eine ganze Reihe von Aufsichtsbehörden, die verschiedene Anforderungen an ihre Mitglieder bzw. Lizenznehmer stellen.
An die europäische Finanzmarktrichtlinie sind Binärhandels-Broker mit Europa-Sitz grundsätzlich gebunden. Die bekanntesten europäischen Finanzaufsichtsbehörden sind:

  • die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Deutschland
  • die britische Financial Conduct Authority (FCA)
  • die zypriotische CySEC (Cyprus Securities and Exchange Commission)
  • hinzu kommt vor allem noch die Securities and Exchange Commission (SEC) in den USA.

Behörden nennen Anforderungen an Lizenznehmer

Auch in anderen Staaten gibt es ähnlich gestaltete Regulierungsmodelle, im Bereich des Binäre-Optionen-Handels aber tauchen diese vier Behörden aufgrund der geografischen Verortung der meisten Broker am häufigsten auf. Zum Teil weisen Anbieter auf die Regulierung durch verschiedene Aufsichten hin. Dabei geht es aber zumeist darum, dass beispielsweise zypriotische Broker von der deutschen BaFin für den deutschen Markt zugelassen sind. In solchen Fällen findet sich dann auch das BaFin-Emblem auf den Broker-Präsenzen im WWW. Broker nennen auf ihren Webseiten in der Regel direkt einsehbar ihre Lizenznummer oder bieten die Links zur zuständigen Behörde an, damit sich Kunden einen Eindruck von der Regulierungsdauer und andere interessante Fakten für den Vergleich von Binäre-Optionen-Brokern verschaffen können. So erfahren Kunden in spe in gleichem Maße, mit welchen Vorgaben die Regulierung jeweils verbunden ist.
Auch auf den Einlagenschutz von Binäroptions-Brokern wirkt sich die Heimat der Anbieter aus, wie der Broker- Vergleich erkennen lässt. In kaum einem Punkt gehen die Aussagen der Anbieter im Bereich des Binärhandels so gravierend auseinander. Die Mehrheit der Betreiber von Handels-Umgebungen ist heutzutage auf Zypern zuhause. Die dort geltende Einlagensicherung spielt im Broker-Vergleich dementsprechend eine zentrale Rolle.

Zahlreiche Broker aus Zypern – deutsche Anbieter rücken nach

Zypriotische Broker bieten ihren Kunden, sollte es zur finanziellen Pleite kommen, in der Regel eine Absicherung in Höhe von 20.000 Euro (bzw. maximal 90 Prozent des vorhandenen Guthabens). Denn genau um diesen Aspekt geht es beim Einlagenschutz von Binäroptions-Brokern: den Schutz der Trader für den Fall einer Insolvenz. Die genannte Summe von 20.000 Euro deckt das Guthaben der meisten normalen Anlegern vollständig ab, professionelle Händler aber müssen an diesem Punkt noch etwas genauer in die AGB eintauchen und den geltenden Einlagenschutz studieren. Je mehr Guthaben auf dem Konto aufbewahrt wird, desto wichtiger ist ein Schutz über diesen Standard hinaus. Wichtig ist weiterhin, dass die Einlagensicherung selbstredend nur für Schäden gilt, die von den Brokern verursacht worden sind. Haben Händler erfolglose Trades ausgeführt, gehen die entstandenen Verluste in voller Höhe auf das Händlerkonto bzw. eben von dort ab als Minus.

AGB geben Aufschluss über die genaue Absicherung

Mit dem Einlagenschutz von Binäroptions-Brokern ist die Aufbewahrung des Kundenkapitals verknüpft. Durchgesetzt hat sich branchenintern mittlerweile die strikte Trennung der eigenen Broker-Gelder vom Guthaben der Trader-Community bei Partner-Banken. Schon diese Maßnahme verhindert, dass Kundengelder als Teil der Insolvenzmasse gewertet werden, sollte es in der Tat aufgrund etwaiger wirtschaftlicher Probleme zur Insolvenz kommen. Die Marke von 20.000 Euro als Einlagenschutz bei den Binaries-Brokern ist zwar Standard, dennoch gibt es Anbieter außerhalb Zyperns, die freiwillig oder aufgrund geltender Vorschriften vonseiten der Gesetzgeber höhere Einlagensicherungen garantieren.

Fakten zur Einlagensicherung beim Binärhandel:

  • Zypriotische Broker schützen meist bis 20.000 Euro.
  • BaFin-regulierte Broker bieten Einlagensicherung bis 100.000 Euro.
  • Britische Broker setzen meist auf 50.000 Pfund als Obergrenze.
  • Zusätzliche freiwillige Absicherungen optimieren den Kunden-Schutz.

Europäische Broker bieten sehr guten Kundenschutz

Großbritannien beispielsweise sieht in der Regel einen Einlagenschutz von Binäroptions-Brokern von 50.000 Pfund vor. In Deutschland und anderen Staaten der Eurozone sorgt die Richtlinie „Markets in Financial Instruments Directive“ (die so genannte MiFID) meist für eine Absicherung von 100.000 Euro. Gehören Binäre-Optionen-Broker zu größeren Banken, sorgt dies ganz im Sinne der Trader in einigen Fällen für die Mitgliedschaft in einem Branchenverband wie der EdB, der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH. Diese Einrichtung schützt Kundengelder seit dem Jahr 2011 bis maximal 100.000 Euro in voller Höhe. Finanzdienstleister, die nicht zur Bankenbranche gehören, sind mitunter anderen Entschädigungseinrichtungen angeschlossen, die ähnliche Rahmenbedingungen garantieren. Generell sollten Trader einen solchen Ergänzungsservice eher nicht erwarten.

Einlagenschutz sichert Trader für den Notfall ab

Wichtig ist indes, dass Broker nicht nur im Insolvenzfall für Schäden aufkommen, die ihren Händlern entstehen. So-wohl der Zugriff auf die Accounts bei Zahlungsdiensten als auch die Daten zum Bank- oder Kreditkartenkonto birgt ein erhebliches Schadensrisiko. Können sich Kriminelle Zugang zu den Kundendaten verschaffen und liegt die Schuld für diese Gefahr von außen eindeutig beim Broker, sollte der Einlagenschutz ebenso greifen. Dabei braucht es jedoch einen lückenlosen Nachweis darüber, dass sich die Händler selbst in erster Linie bei der Festlegung und Nutzung der Passwörter und Kontodaten allgemein nichts zuschulden haben kommen lassen. In solchen Momenten zeigt sich nicht selten, welchen Stellenwert ein guter Service am Kunden bei Binäre-Optionen-Brokern tatsächlich einnimmt.

Basis-Absicherung hängt vom Standort der Betreiber ab

Ein unbürokratisches Entgegenkommen kann für Anbieter der beste Weg sein, um Kunden auf Dauer an sich zu binden. Sicherheit schafft darüber hinaus im gleichen Maße eine transparente Arbeitsweise sowie eine risikobewusste Investitionspolitik der Broker, so dass es gar nicht erst zum Schlimmsten kommen kann. Die Treue von Bestandskunden sowie die Publikation und Zugänglichkeit von Geschäftsberichten aus der Vergangenheit sind für Neukunden in spe ein eben-so relevanter Aspekt, um den geeigneten Broker im Anbieter-Test ausfindig zu machen. Die erwähnte Verbindung zwischen der Heimat der Broker und der garantierten Einlagensicherung ist – dies gewissermaßen als abschließende Zusammenfassung zum Thema – nicht selten ein potentieller Trugschluss. Denn dazu kann sich in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ein Hinweis darauf finden, dass zwar der Broker aus Deutschland stammt, die Partner-Bank indes in einem anderen Land ansässig ist.

Art des Kontos kann Einfluss auf Einlagenschutz haben

Der Punkt hierbei: Die Basisabsicherung kann dem Standort des Brokers geschuldet sein, der Einlagenschutz von Binäroptions-Brokern darüber hinaus kann aber je nach Verortung der Bank variieren. Einmal mehr ist zu sagen, dass die Schutzmechanismen in Deutschland und Großbritannien zurzeit besonders kundenfreundlich ausfallen. Summen von bis zu 500.000 Euro sind erfahrungsgemäß zu finden, teils sogar noch mehr über die Bankenverbände und ihre Einlagensicherungsfonds. In einigen Fällen legen Binaries-Broker die gebotene Einlagensicherung auch anhand der verwendeten Kontomodelle fest. Wer eine höhere Ersteinlage leistet und ständig große Trading-Volumina bewegt, kann sich als Inhaber eines Premium-Kontos mitunter auf einen besseren Schutz verlassen als Nutzer eines Basis-Accounts. Hier stellt sich natürlich die Frage, ob die relevanten Broker überhaupt mit verschiedenen Kontomodellen und daraus folgend verschiedenen Mindestanforderungen arbeiten oder ob lediglich ein Kontoformat für alle Zielgruppen offeriert wird.

Nemack

Mein Fazit

Die Herkunft der Broker bzw. die Frage, wo die verantwortlich zeichnenden Unternehmen beheimatet sind, wirkt sich auf die Regulierung aus. Viele Broker haben ihren Firmensitz auf Zypern und werden über die dortige CySEC reguliert. Die britischen und deutschen Regulierungsbehörden zeichnen sich durch strengere Anforderungen aus. Bezüglich der Einlagensicherung halten sich Dienstleister vielfach nur an die jeweiligen Mindestanforderungen. Gehören Broker zu Bankenhäusern, existiert vielfach ein besserer Einlagenschutz, was sich gerade für Großinvestoren mit Vorliebe für binäre Optionen positiv auswirkt. Insgesamt steigt die Zahl der staatlich regulierten Binaries-Broker, weil die Anbieter das Fehlen einer Lizenz als Nachteil im Wettbewerb um die Kundengunst erkannt haben.

Autor: RP