Tipp vom Experten: Trader sollten mit Tagebuch und Plan arbeiten

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Die Analyse des eigenen Verhaltens ist unerlässlich, um als Trader Fortschritte zu machen. Die Handels-Historie, die vielerorts Bestandteil der Konten ist, stellt einen Analyse-Aspekt dar. Die eigenständige Anfertigung eines Tradingtagebuchs und eines Plans zur Vorgehensweise beim Binärhandel sorgt von Anfang an für geordnete Abläufe.
  • Das Tagebuch für Einträge zu allen ausgeführten und geplanten Trades sollte alle wichtigen Fakten beinhalten, wie die Underlying Assets, Laufzeiten, Einsätze, genutzte Zusatz-Funktionen sowie Informationen zur Marktlage.
  • Einträge im Tagebuch können das zukünftige Trading unter vergleichbaren Bedingungen an den Märkten vereinfachen.

trader arbeiten plan tagebuchDen Begriff des Trading-Tagebuchs sollten Händler nicht mit dem so genannten Orderbuch verwechseln. Letzteres dient dazu, dass die Trades der Händler über die Broker-Handelsplattformen ausgeführt werden. Je nach Ausrichtung des Tradingmodells erfolgt die besagte Eintragung entweder direkt ins Orderbuch am Markt und ohne Beteiligung eines Brokers oder die Broker übernehmen die Kursstellung und Ausführung der Orders. Beim Trading-Tagebuch hingegen geht es darum, dass Anleger aktiv daran arbeiten, ihre Historie im Blick zu behalten. Viele Broker bieten zwar Übersichten über die jeweilige Handels-Historie. Diese beinhalten aber oft nur einen gewissen Zeitraum und eingeschränkte Daten zu den Aktivitäten in der Vergangenheit.

Alle Daten auswerten und aus Fehlern lernen

Trader können ihr Tagebuch entweder von Hand oder digital führen, denn es gibt durchaus die Möglichkeit, die abgearbeiteten Trades am Rechner zu notieren – teils eben auch mithilfe der Handelsplattformen der Broker. Dabei erweist sich das Tradingtagebuch keineswegs nur beim Handel mit binären Optionen als sinnvolles Konzept, um manche verlustreichen Trades in vergleichbaren Situationen in Zukunft zu umgehen. Auch Aktionäre und Händler von Differenzkontrakten (CFDs) tun gut daran, alles aufzuschreiben, was ihnen in Zukunft bei der Senkung der Fehlentscheidungen hilfreich sein kann. Denn die Wahrheit ist nun mal: Vor allem Hobby-Trader müssen gerade am Anfang oft schmerzliche Verluste hinnehmen. Zumindest ein Teil dieser Verluste kann durch die lückenlose Archivierung aller Orders und Positionen samt der Extra-Funktionen mitsamt einer objektiven Auswertung ausgeglichen werden.

Wie verhalte ich mich in welcher Situation?

Und da die Nachbereitung des eigenen Engagements nur eine Seite der Medaille ist, gehört neben der Tagebuch-Führung auch ein Konzept – also ein Tradingplan – zu einem sinnvollen Vorgehen beim Binärhandel. Wer nicht plant, nimmt hohe Verluste billigend in Kauf, so ließe sich das Risiko wohl am besten auf den Punkt bringen. Zum Trading-Plan sollte im ersten Schritt der Wissensaufbau gehören. Lektüre zum Binaries-Trading von Profi-Investoren gibt es in-zwischen zuhauf. Auch die Teilnahme an Seminaren (oder Webinaren), wie sie bei vielen Binäre-Optionen-Brokern mehr oder weniger häufig stattfinden, vereinfacht den Einstieg und verbessert die Erfolgsaussichten.
Händler sollten die Märkte, deren Underlying Assets für den Handel digitaler Optionen infrage kommen, kennen und verstehen. Dies bedeutet, dass sich die Trader regelmäßig mit der Marktanalyse befassen müssen, denn die Märkte verändern sich zusehends. Zum Trading-Plan gehört ebenso die Analyse des eigenen Verhaltens (Stichwort: Trading-Psychologie). Zu große Verlustängste sind eine ähnlich schlechte Erfolgs-Basis wie zu allzu risikofreudiges oder gar gieriges Agieren. Oft können Trader in der Auswertung erkennen, wann sie übereifrig oder zu vorsichtig gehandelt haben.

Trader müssen die eigene Risikobereitschaft kennen

Es ist stets empfehlenswert, sich realistische Ziele zu setzen und an einem Trading-Plan festzuhalten. So wird verhindert, dass man blindlings übers Ziel hinaus schießt. Habe ich mir ein Rendite-Ziel gesetzt, sollte ich diesem treu bleiben und kein höheres Risiko eingehen. Spätestens beim damit verbundenen unverzichtbaren Risikomanagement und der Kapitalverwaltung finden der Trading-Plan und das erwähnte Trading-Tagebuch zusammen. Oft zeigt sich erst nach einigen ersten Trades, ob man die richtigen Parameter angesetzt hat. Händler sollten sich regelmäßig (beispielsweise ein-mal wöchentlich nach Schließen der Märkte am Wochenende) die Zeit nehmen, um die letzten Orders im Tagebuch auf den Prüfstand zu stellen. Meist wird recht schnell klar, ob die Entscheidungen tatsächlich sinnvoll und den eigenen Möglichkeiten entsprechend waren.

Um einen Eindruck davon zu bekommen, inwieweit man sich am anfänglichen Plan orientiert hat und in welchen Fällen man vielleicht als Händler sprichwörtlich über das Ziel hinausgeschossen ist, braucht es eine Reihe wichtiger Fakten. Zur Dokumentierung im Trading-Tagebuch gehören:

  • die getradeten Basiswerte und Zeitpunkte
  • Gründe für die Asset-Auswahl
  • die ausgewählten Laufzeiten und Einsätze
  • genutzte Extra-Funktionen wie „Sell Order“, „Take Profit“ etc.
  • wichtige Marktnachrichten, die eventuell zu Entscheidungen geführt haben

Erfahrene Trader überlassen nichts dem Zufall

Sich allein auf das eigene gute Gedächtnis zu verlassen, ist aus professioneller Trading-Sicht im Grunde fahrlässig. Je aktiver Händler mit binären Optionen traden, desto wichtiger sind Planungsschritte wie die Dokumentation sowie die nötige Disziplin. Zwar behalten Profi-Trader deutlich besser die Übersicht als Einsteiger, die bisher kaum Binaries-Erfahrungen vorweisen können. Doch gerade ambitionierte Händler sollten ein Tradingtagebuch führen, um nicht die Kontrolle über ihre Investitionen zu verlieren. Ob man das Tagebuch in Form von digitalen Tabellen führt oder handschriftlich arbeitet, ist dabei nebensächlich.
Die Online-Arbeit erlaubt eine rasche Übertragung erfolgversprechender Trades in die Handelsplattform des Binäroptionen-Brokers, sofern sich Parallelen zwischen früheren Transaktionen und aktuellen Marktumgebungen abzeichnen. Genau diese Ähnlichkeiten würde man ohne Trading-Tagebuch und geplantes Handeln vielfach übersehen. Planung ist beim Binärhandel nun einmal mindestens die sprichwörtliche halbe Miete.

Nemack

Mein Fazit

Wie in allen Handelsbereichen sollten Trader immer wieder hinterfragen, welche Umstände und Entscheidungen zu Gewinnen oder Verlusten geführt haben. Wer Tag für Tag Trades über die Handelsplattform ausführt, verliert zwangsläufig irgendwann die Übersicht. Anfänger wie Experten können durch ein lückenloses Tradingtagebuch dafür sorgen, dass gute wie schlechte Transaktionen nicht in Vergessenheit geraten. Zugleich können Einsteiger so rasch Punkte auf der Erfahrungsliste abhaken, die sie während ihrer Ausbildung zum erfahrenen Binäroptions-Händler abarbeiten sollten.

Autor: RP