Die Absicherungsstrategie beim Binärhandel

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Anleger, die normalerweise in Aktien, Indizes oder andere echte Werte wie Gold investieren, können über die Absicherungsstrategie beim Binärhandel die nötigen Vorkehrungen treffen, um Verluste auszugleichen. Direkte Gewinne sind eher nicht das Ziel von Tradern, die Positionen in anderen Bereichen über den Binaries-Handel schützen möchten.
  • Experten unterscheiden beim Absichern zwischen eher konservativen Verhaltensmustern und den aggressiven Vorgehensweisen, bei denen risikofreudige Binäroptions-Trader durchaus mit Glück und Sachverstand Renditen erreichen können – trotz der Verluste in den abzusichernden Optionen.
  • Auch CFD- und Forex-Händler können binäre Optionen verwenden, um Verluste zu reduzieren oder vollständig auszugleichen. Als Schutz gegen Aktienverluste kommen durchweg Put-Optionen zum Einsatz.

Ein zentraler Vorteil des Binäroptionen-Handels besteht aus Trader-Sicht darin, dass die Händler vorab wissen, welcher Verlust ihnen droht, falls Positionen zum Verfallszeitpunkt oder im Falle von Touch-Optionen schon während der Laufzeit aus dem Geld enden. Der Maximalverlust ist der jeweilige Einsatz. Oft schützen sich Trader durch eine Verlustabsicherung, die mancher Binäre-Optionen-Broker in einem gewissen Rahmen standardmäßig vorsieht. So kommt der Einsatz anteilig zurück, obwohl die Händler erfolglos getradet haben. Doch auch die Händler selbst können strategischen Einfluss auf ihr Risiko nehmen. Die Absicherungsstrategie beim Binärhandel dient genau diesem Zweck. Dabei geht es hier nicht allein um den Handel mit digitalen Optionen. Vielmehr ist der Hintergrund der Strategie in der Verlust-Absenkung in anderen Bereichen des Finanzmarktes zu sehen. Aktionäre, aber auch CFD- und Forex-Trader setzen gerne auf die Absicherungsstrategie als eine Art Schutzmechanismus.

Hedging als Chance für jeden Trader?

Ein alternativer Begriff für die Absicherungsstrategie ist „Hedging“, wobei dieser Ausdruck Händlern in vielen Marktbe-reichen begegnen kann. Im Grunde bietet dieser strategische Ansatz die Möglichkeit, Investitionen in einem Bereich durch Transaktionen in einem anderen Segment vollständig auszugleichen oder wenigstens in Teilen abzufedern. Wichtig dabei ist, mögliche Transaktionskosten zu berücksichtigen. Damit Verluste aus „out of the money“ endenden Trades in Rendite umgewandelt werden können, muss der Gewinn bei der Absicherungsposition nach Abzug aller Gebühren und Nebenkosten höher ausfallen als das Minus in der Gegenposition. Das Absichern über den Binärhandel bietet sich allgemein für alle Investments an, die Händlern nur bei steigenden Kursen Gewinne einbringen – also etwa beim Spekulieren am Aktienmarkt oder im Bereich der Zertifikate und Anleihen.
Aufgrund der guten Erfolgsaussichten bei akkurater Anwendung des Systems gilt die Absicherungsstrategie zurecht als eine der populärsten Strategien auf dem Gebiet des Binärhandels. Nicht immer werden Verluste gänzlich ausgeglichen, oft reicht es Händlern aber ohnehin bereits, wenn sie immerhin einen Teilverlust über binäre Optionen zurückholen.

Die Absicherung von Aktien-Positionen geht wie folgt vonstatten:

Trader sichern ihre Aktienkäufe durch eine klassische Put-Option ab, die sie bei ihrem Binäre-Optionen-Broker eröffnen. Verliert der Aktienkurs (oder in einem anderen möglichen Szenario eine Währung) an Wert, realisieren Trader über die digitalen Optionen einen Gewinn – denn bei einem Put enden Trades ja „in the money“, wenn der Kurs sinkt. Besonders gut eignet sich die Absicherungsstrategie im zeitlichen Umfeld von wichtigen (vor allem politischen oder wirtschaftlichen) Ereignissen, die sich auf die Märkte auswirken. Die Veröffentlichung von Geschäftsbilanzen und Arbeitsmarktdaten, Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank oder staatliche Förderprogramme (wie seinerzeit die Abwrackprämie als Unterstützung für die Automobilbranche) können sinnvolle Auslöser für den Einsatz der Absicherungsstrategie sein. Die genannten und viele andere Faktoren können akute Auswirkungen auf den Markt und die Entscheidungen der Marktteilnehmer haben. Anleger, die schnell reagieren, können binnen weniger Stunden mit den passenden Underlying Assets und Laufzeiten Gegenmaßnahmen ergreifen, die mit den offenen Positionen oft eben nicht denkbar sind.

Strategie macht Aktienverkauf oft zunächst überflüssig

Vielfach bleibt Anlegern nur der Verkauf von Aktienwerten, um Schlimmeres zu verhindern (also einen noch gravierenderen Verlust durch eine Fortsetzung des neuen Abwärtstrends). Das Minus wird im besten aller Fälle durch die Trades über die Binäroptions-Handelsplattform wieder wettgemacht – soweit die Theorie. Das Ziel wird natürlich nur erreicht, wenn Binaries-Trader die richtigen Optionen auswählen und auch der Markt mitspielt. Denn Händler, die nicht über unbegrenzte Mittel verfügen, können nun einmal nicht jeden Verlust „hedgen“. Der Spielraum lässt sich mit den passen-den Daten genau definieren. Kommt es zu einem akuten krisenbedingten Kurseinbruch, stoßen Nutzer der Absicherungsstrategie möglicherweise schon frühzeitig an ihre Grenzen. Erfahrene Anleger wissen dabei, wann es Zeit ist, Positionen abzusichern. Höhere Verluste lassen sich über die Strategie oft nur durch den Einsatz von One-Touch-Optionen ausgleichen, und dabei kommt vielfach der so genannte High-Yield-Modus zum Tragen als Format zur Verlustkompensation.
Hintergrund der Absicherungsstrategie als Hedging-Ansatz ist laut der Erklärung also im eigentlichen Sinne nicht das Erreichen einer Rendite, sondern das Verhindern eines Verlusts. Wer eine Gewinnerzielung anstrebt, wird dieser Strategie eher nicht den Vorzug geben, sondern auf andere Handelsarten und Strategien setzen.

Positionsgröße hängt vom abzusichernden Volumen ab

Die Absicherungsstrategie als solche kann in eine aggressive und eine konservative Variante unterteilt werden. Welche Variante die geeignetere ist, entscheiden die eigenen Trading-Ziele, eine Pauschalaussage gibt es also nicht. Auch die abzusichernden Instrumente sind entscheidend für die Festlegung der Strategie-Version. So müssen Händler nicht in je-der Marktumgebung massive Verluste absichern. Richtig ist: Sollen Long-Positionen abgesichert werden, setzen Händler auf „Put“- oder „Down“-Optionen. Müssen FX- oder CFD-Orders im Short-Format geschützt werden, gelingt dies über „Call“- oder „Up“-Trades mit binären Optionen. „Short gehen“ bezieht sich beim Devisen- und Differenzkontrakt-handel auf Leerverkäufe, die meist auf Finanzierungsbasis erfolgen. Neben den eigentlichen Verlusten sind sie damit auch mit Finanzierungskosten für das Halten von Positionen über den Schluss des jeweiligen Handelstags hinaus verbunden. Das Hedging über Binäroptionen sollte unter idealen Umständen auch diese Nebenkosten absichern.

Absicherungsstrategie erlaubt kurzfristige Maßnahmen

Das hohe Maß an Flexibilität macht Binäroptionen im Kontext der Absicherungsstrategie so interessant. Dass Händler hier auf Instrumente aus verschiedenen Sparten traden und dabei auch reichlich Laufzeit-Spielraum von meist minimal 60 Sekunden bis zu mehreren Monaten ausschöpfen können, macht die Absicherungsstrategie auf diesem Wege so spannend und erfolgversprechend. Konservative Absicherungs-Anleger bevorzugen normalerweise klassische Call- oder Put-Optionen. Beim aggressiven Hedging sind One Touch oder No Touch ein dienlicher Ansatz beim Handel mit binären Optionen. Auf diesem Wege kann selbst in ausweglosen Situationen oft noch ein Gewinn erreicht werden. Allerdings können im Ernstfall aufgrund des hohen Investitionsrisikos (gerade im erwähnten High-Yield-Modus) sogar noch höhere Verluste auftreten.

Ein Beispiel zur Absicherungsstrategie beim Binärhandel

Trader X hält seit längerer Zeit Aktien eines bestimmten Unternehmens, z.B. der Deutschen Telekom. In Erwartung der bevorstehenden Veröffentlichung negativer Bilanzen und Jahresberichte sollen drohende Verluste über digitale Optionen abgesichert werden. In diesem Fall wählt der Händler kurz- bis mittelfristige Put-Optionen und setzt also auf einen Kursrückgang. Welche Summe in die Absicherungsstrategie beim Binärhandel investiert werden sollte, hängt insbesondere von zwei Faktoren ab: dem drohenden Kurs-Minus und der Menge der gehaltenen Aktien. Befinden sich beispielsweise größere Mengen Telekom-Aktien im Depot, braucht es größere Binaries-Investments auf sinkende Kurse. Bei einem Einsatz von 500,00 Euro für die „Down-Option“ und einer garantierten Rendite von 80 % bei Trades, die in the money enden, gleichen Trader mit einer einzigen Position einen Verlust von 400,00 Euro aus dem eigentlichen Aktienhandel aus. Um erfolgreich abzusichern, müssen Anleger eine Vorstellung vom wahrscheinlichen Kursverlust an der Börse haben. Bei höheren Aktienkursen und größeren Aktienmengen müssen sie beim Binärhandel besonders akkurat planen.

Nemack

Mein Fazit

In vielen Situationen eines typischen Anlegerlebens ist die Absicherungsstrategie im Binärhandel ein guter Weg, um Verluste zu reduzieren. Es geht hierbei nicht zwingend um das Realisieren eines Gewinns über digitale Optionen. Eher ist das Ziel der Absicherungsstrategie das Abfedern von Rückschlägen an verschiedenen Märkten. Sehr gut eignet sich das strategische Konzept für Anleger, die Aktien halten oder Gelder in Indizes investiert haben. Großanleger müssen diesbezüglich wesentlich mehr Kapital einsetzen, um in schlechten Marktphasen Verluste abzusichern, ohne dass beispielsweise Aktien mit einem schmerzlichen Minus verkauft werden müssen, um schlimmere Konsequenzen zu vermeiden.
Tatsächlich kann eine solche Strategie unter idealen Umständen sogar aus einem Verlust einen Gewinn werden lassen. Dies aber verlangt von Binäroptions-Tradern ein geschicktes Vorgehen und zudem die Fähigkeit, Märkte und Kurse zu lesen. Auch muss die Binäre-Optionen-Software mitspielen, weil teilweise sehr kurzfristige Entscheidungen nötig sind, um die Absicherungsstrategie beim Binärhandel mit dem erhofften positiven Ergebnis einzusetzen.

Autor: RP