Unterschied zwischen CFDs und Zertifikaten

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Beim Handel mit Differenzkontrakten können Händler meist über ihre Broker eine größere Hebelwirkung für sich nutzen als beim Trading mit Zertifikaten.
  • Kurse von Zertifikaten basieren häufig auch auf den (Rest-)Laufzeiten und den veränderten Marktpreisen – vor allem beim Wiederverkauf.
  • CFD-Broker verlangen nicht den Einsatz des kompletten Basiswert-Gegenwertes, wie dies beim Zertifikate-Handel üblich ist.

unterscheid cfds zertifikateAuf den ersten Blick zeigen sich Parallelen zwischen dem CFD-Handel und dem Einsatz von Zertifikaten. So kann in beiden Fällen mit einer Hebelwirkung gearbeitet werden. Im Zusammenhang mit Zertifikaten müssen Händler aber den ausgewählten Basiswert auf Grundlage seines aktuellen Kurses am Markt abbilden. Können Hebelzertifikate etwa mit einem maximalen Hebel des 50-fachen Einsatzes gehandelt werden, dann gilt: Liegt der Kurs eines Index bei 5.000 Punkten und wird das Zertifikat zu einem Kurs von 10,00 Euro angeboten, müssen Trader entsprechend insgesamt 10 Zertifikate (für 100 €) kaufen. Die Werte von Zertifikaten verändern sich mit dem Sinken oder Anstieg des Indexstandes sowie des Preises für die Zertifikate. Kommt es später zu einem Verkauf, müssen Händler fast immer Ordergebühren entrichten. Und genau hier zeigt sich ein wesentlicher Unterschied des CFD-Handels: Gebühren für die Orderausführung erheben Anbieter, die im Broker-Vergleich vorkommen, im Normalfall nicht. So bleibt vom erzielten Gewinn am Ende mehr übrig. Ebenso fallen im Verlustfall die Nebenkosten geringer aus.

Als vorteilhaft beim typischen CFD-Online-Broker erweist sich, dass Trader meist mit einem höheren Maximalhebel als beim Zertifikat-Handel investieren können. Daraus resultiert ein geringerer Mindesteinsatz. Welche Kurse angesetzt werden, hängt natürlich auch an dieser Stelle von den Marktkursen der Basiswerte ab. Einen weiteren Faktor für die Trade-Ausrichtung gibt es aber beim Traden mit Differenzkontrakten meist nicht. Anders sieht es bei der Preisgestaltung von Zertifikaten und Optionsscheinen aus: Hier wirken sich die verbliebene Laufzeit und das Ausmaß der Kursschwankungen neben anderen Aspekten auf den Kurs aus. CFD-Kurse zeichnen sich durch eine sehr hohe Transparenz aus. Einschränkungen bei den Laufzeiten sind im Grunde nicht vorgesehen. Für jeden Basiswert bildet der Markt einen einzigen CFD ab. Im Einzelfall müssen Händler ihrer Nachschusspflicht nachkommen und zusätzliches Kapital einzahlen. Dies ist immer dann der Fall, wenn der verbuchte Verlust aus einer Transaktion höher als die bereitgestellte Sicherheitsleistung ausfällt. Beim klassischen Hebelzertifikat wird zwar auf die Zahlung der Margin (Sicherheitsleistung) verzichtet, dafür muss aber der gesamte Preis der zugrunde liegenden Wertpapiere vom Händler gezahlt werden. Allerdings bieten einige CFD-Broker mittlerweile eine so genannte „Airbag-Funktion“, die ein Absinken des Kontostandes in den negativen Bereich vermeidet.

sebastianhell1

Mein Fazit

Statt wie beim Kauf von Zertifikaten den vollständigen Wert des Basiswertes anlegen zu müssen, bietet der CFD-Handel vielfach die Gelegenheit, schon mit Einsätzen im einstelligen Eurobereich aktiv zu werden. Auch zeigt sich im Vergleich, dass CFD-Händler durch die richtigen Entscheidungen sehr kurzfristige Gewinne erzielen können. Für Differenzkontrakte spielen Laufzeiten eine untergeordnete Rolle: Die Basis für die Gewinn- oder Verlust-Wahrscheinlichkeit ist allein der aktuelle Kurs des jeweiligen Basiswertes. Höhere Kosten können Tradern bei akuten Kursschwankungen durch die so genannte Nachschusspflicht entstehen – die aber vermieden werden kann. Daneben kann sich auch der so genannte Übernacht-Handel durch zusätzliche Finanzierungskosten auf die endgültige Rendite auswirken.

Autor: RP