Wichtige Begriffe für CFD-Trader

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Trader müssen mit den wichtigsten Begriffen rund ums CFD-Trading vertraut sein, um abgestimmt auf ihr Budget und ihre Risikobereitschaft individuell geeignete Handelsentscheidungen treffen zu können.
  • Insbesondere die Themenbereiche der Handelskosten und Mindestanforderungen für den Trading-Start spielen im Broker-Vergleich eine zentrale Rolle.
  • Ausführliche Erklärungen zu den Fachbegriffen und den Konditionen sprechen für die Seriosität der Broker und ihren Transparenz-Anspruch.

wichtige begriffe cfd traderRelevante Fachbegriffe, die Sie vor dem Start ins CFD-Trading kennen sollten, gibt es insgesamt und als Basis für den Vergleich von Brokern viele. Dies ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass sich die CFD-Broker ständig etwas Neues einfallen lassen, um Kunden zu gewinnen oder an sich zu binden. An dieser Stelle soll es deshalb um einige zentrale Begriffe gehen, die auf jeden Fall bekannt sein müssen. Nur so lässt sich der Grundstein für den erfolgreichen reibungslosen Start in den Handel legen – ob mit oder ohne ein CFD-Demokonto. Nicht jeder Broker im Wettbewerb bietet schließlich solche Angebote.

Punkt 1: Underlyings

Als „Underlying“ werden branchenintern die Basiswerte bezeichnet, die als Grundlage für die Berechnung der CFD-Kurse dienen. Underlyings sind aus diesem Grund genau genommen der wichtigste Aspekt für den Handel mit CFDs. Das Gros der Werte stammt bei der Mehrheit der Broker aus den Sparten Aktien und Indizes (national wie international) sowie Devisen und Rohstoffe. Die Anteile am Gesamt-Portfolio sind dabei abhängig vom Broker. Die Derivat-Kurse – also die Kursentwicklungen der Differenzkontrakte – basieren zu 100 % auf den Kursen der zugehörigen Underlyings.

Punkt 2: Finanzierungs- oder Transaktionskosten

Werden Long- oder Short-Positionen am selben Handelstag geschlossen, entstehen keine Kosten, beispielsweise durch den Einsatz von Extrafunktionen für die Gewinnmitnahme oder Verlustabsicherung. Beim Übernacht-Handel indes stellen viele CFD-Broker Finanzierungskosten für das vollständige Positions-Volumen in Rechnung. Hierbei können verschiedene Aspekte Einfluss nehmen. So arbeiten viele Broker mit kombinierten Abrechnungsmodellen aus einem selbst festgelegten Kostensatz und einem Tagesgeldsatz, der am aktuellen Zinsniveau des Interbankenmarktes ausgerichtet wird. Transaktionskosten entstehen CFD-Tradern oft sowohl beim Eröffnen als auch Schließen einer Position. Umgehen können Trader diese Nebenkosten nicht, denn ohne die Einbindung eines Brokers könnten Privatanleger nicht an den Märkten handeln. Ergänzend ist zu sagen, dass die Finanzierungs- und Transaktionskosten aufgrund des inzwischen vorherrschenden Internethandels binnen einiger Jahre rapide gesunken sind.

Punkt 3: der Spread

Beim Handel über einen Online-Broker fürs CFD-Trading werden beim Ankauf eines Kontraktes andere Kurse abgerechnet als bei einem Verkauf. Die Differenz zwischen dem An- und Verkaufskurs eines Basiswertes bezeichnet man als Spread. Im Normalfall sind die Spreads für Broker der wichtigste Einnahmefaktor. Davon abweichende Informationen finden sich im Broker-Vergleich hinsichtlich der Spread-Abrechnung. Dabei gibt es Anbieter, die mit fixen Spreads rechnen, während andere Dienstleister mit variablen Preisen arbeiten, die regelmäßig (teils mehrfach pro Handelstag) aktualisiert oder prozentual auf das jeweilige Handelsvolumen berechnet werden. Die Spreads sollten Trader beim Handel mit Long- und Short-Positionen berücksichtigen, um einen Gewinn zu realisieren.

Punkt 4: die Margin

Die obligatorische Sicherheitsleistung, die CFD-Trader auf Konten für den Handel hinterlegen müssen, trägt den Namen Margin. Hintergrund ist die Möglichkeit für Anleger, über die eingezahlte Margin das CFD-Trading mit einem geringen Anteil am tatsächlichen Handelsvolumen aufnehmen zu können. Die Höhe der Margin variiert je nach Broker und gehandeltem Basiswert. Übliche Werte liegen im Bereich von 0,25 bis 10,00 %. Der Löwenanteil der Finanzierungssummen wird kreditbasiert investiert. Je geringer die Margin, desto weniger Eigenkapital müssen die Händler einsetzen. Aus der Margin berechnet sich zugleich der maximale Hebel für den CFD-Handel. Eine CFD-Long-Position auf den Deutschen Aktienindex (DAX) kostet etwa bei einem Einsatz von 1,00 Euro pro Index-Punkt und einem angenommenen Kursstand von 7.000 Punkten 7.000 Euro. Beträgt dann die Margin 1,00 %, kann eine vollständige Position mit einem Einsatz von nur 70,00 Euro gehandelt werden. Die geringen Margin-Werte stellen aber ebenso ein nicht zu unterschätzendes Investitionsrisiko dar (siehe dazu den Margin Call). Zudem kann es dazu kommen, dass eine Sicherheitsleistung bei negativen Entwicklungen frühzeitig rasch aufgebraucht ist. Schließt der CFD-Broker in diesem Fall automatisch die Positionen, ist der Einsatz oft in voller Höhe verloren.

Punkt 5: der Margin Call

Erfolgt der Handel mit CFDs auf Margin-Basis, bringen Trader nur einen Bruchteil der eigentlichen Investitionssumme aus eigener Tasche in die Positionen. Bei einer Margin von beispielsweise 1,00 % und einer Positionsgröße von 10.000 Euro braucht es nur einen Eigenanteil in Höhe von 100,00 Euro für das Eröffnen einer Position. Diese Summe wird als Sicherheitsleistung auf dem Account hinterlegt. Der Vorgang wird auch als „Initial Margin“ (Anfangs-Margin) bezeichnet. Ist dieser Betrag aufgebraucht, können CFD-Broker ihre Kunden zur erneuten Einzahlung auffordern, um ein automatisches Schließen der Positionen und den daraus resultierenden Totalverlust zu vermeiden. Diese Aufforderung ist der so genannte Margin Call, der sich jeweils auf die Differenz zwischen der Sicherheitsleistung und dem entstandenen Verlust aus einer Position bezieht.

Dabei muss der Margin Call nicht zwingend eine Aktivität vom Händler verlangen. Je nach Vereinbarung zwischen Broker und CFD-Trader kann der Anbieter auch initiativ direkt per Lastschriftverfahren Geld vom Referenzkonto abbuchen oder die registrierte Kreditkarte mit den zusätzlichen Kosten belasten. Zunächst aber wird über die Sicherheitsleistung das verbliebene Guthaben auf dem Händlerkonto zum Verlust-Ausgleich genutzt. Der „Call“ kann wahlweise im direkten telefonischen Kontakt mit dem Broker oder in schriftlicher Form erfolgen. Umgehen lässt sich die Zahlungsaufforderung durch das Einrichten einer Stopp-Loss-Order. Auch verzichtet mancher Anbieter aus dem CFD-Broker-Vergleich auf die Nachschusspflicht (Airbag-Funktion).

Punkt 6: der Hebel für den CFD-Handel

Der maximale Hebel, mit dem Händler CFD-basiert traden können, hängt von der Margin ab, die die Broker festlegen. Dabei gilt für den maximalen Hebel das Rechenmodell: der Wert 100 geteilt durch die Margin in Prozent. Eine Margin von 2 % entspricht – je nach Schreibweise beim Broker – einem Maximalhebel von 1:50 bzw. 50:1. Beträgt die Margin 0,50 % pro Position, handelt es sich um einen maximalen Hebel von 1:200 bzw. 200:1. Dem System folgend, können Trader also ohne tiefgreifende mathematische Kenntnisse wechselseitig den einen Wert aus dem anderen berechnen.

Punkt 7: die Long-Position

Im Falle einer Long-Position im CFD-Sektor wetten Trader darauf, dass der Kurs des ausgewählten Basiswertes steigen wird. So kommt es infolge ihrer Einschätzung zu einem Kontrakt-Ankauf. Kommt es wie erwartet zum Anstieg des Underlying-Kurses, wird ein Gewinn realisiert. Die Rendite-Höhe wird auch von den Finanzierungskosten mitbestimmt. Kommt es zu einer Fehleinschätzung und sinkt der Basiswert-Kurs, kommt es zu einem Verlust.

Punkt 8: die Short-Position

Von einer Short-Position spricht man beim Trading mit CFDs, wenn Händler von fallenden Kursen ausgehen und auf das Eintreffen ihrer Erwartung wetten. Dabei werden Kontrakte verkauft, welche die Trader gar nicht besitzen. So kommt es zu einem so genannten Leerverkauf. Tritt das erwartete Ereignis ein und sinkt also der Kurs der Basiswerte (Underlyings), erzielen Anleger einen Gewinn. Steigen die Kurse, werden Verluste verbucht. Haben Händler Zugriff auf ein CFD-Demokonto, entstehen die Verluste bei Short-Positionen wie Long-Positionen natürlich nur „auf dem Papier“.

sebastianhell1

Mein Fazit

Sind Händler mit diesen wenigen Termini aus dem Bereich des CFDs-Handels vertraut, verfügen sie im Grunde über das unverzichtbare Handwerkszeug für den ersten (vorsichtigen) Einstieg in den Alltag eines Traders. Natürlich gibt es viele weitere Begriffe, die im weiteren Verlauf auftauchen. Dennoch können die Basis-Varianten des Handels mit CFDs bei einem Verständnis für die vorangegangenen Erläuterungen problemlos und ohne erhöhtes Risiko getestet werden. Dadurch, dass viele Broker ihre Plattformen mit CFD-Demokonten ergänzen, erfahren Nutzer der Angebote Zug um Zug auch alles zu komplexeren Handelsarten und Extrafunktionen.

Autor: RP