CFD-Trading mit Mini- und Mikro-Lots – Chancen für Kleinanleger

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • CFD-Trader müssen nicht in jedem Fall große Summe investieren. Durch Mini- und Mikro-Lots bieten viele Broker ihren Kunden die Gelegenheit, Positionen mit geringerem Volumen zu eröffnen.
  • Das Mindesthandelsvolumen hängt maßgeblich vom bevorzugten Markt ab: Devisenhändler müssen größere Mengen eines Wertes handeln als beispielsweise Anleger, die im Index-Bereich aktiv werden möchten.
  • Mini- und Mikro-Lots eignen sich vor allem für Anfänger, die ohne hohe Einsätze erste Erfahrungen im CFD-Bereich machen möchten.

Mini- und Mikro-Lots

Dass der Handel mit Differenzkontrakten und Devisen so schnell an Bedeutung gewinnen konnte, lässt sich ohne Frage damit erklären, dass die Broker-Auswahl im Internet rasch gestiegen ist. Aus diesem Grund kommen Trader in den Genuss günstiger Konditionen für das CFD-Trading – vor allem im Bereich der Mindestanforderungen. Wenn sich Händler in spe nur ausreichend Zeit für den ausführlichen Vergleich nehmen, kann der Handel schon mit sehr geringem Einsatz vonstattengehen. Zu diesem Vergleich der Anbieter gehört auf jeden Fall der Blick auf die kleinste handelbare Einheit, die ein Broker für das Eröffnen neuer Positionen vorsieht.

Unterschiedliche Rahmenbedingungen der Handelsinstrument-Bereiche

Neben der Mindesteinlage für die Kontoeröffnung ist dies der zweite zentrale Punkt auf der Checkliste für Anfänger und Fortgeschrittene, die einen (neuen) CFD-Broker suchen. Oft erfahren Anleger in diesem Kontext, dass etliche Broker mittlerweile das CFD-Trading mit Mini- und Micro-Lots in ihr Portfolio aufgenommen haben. Diese Entwicklung ist im Grunde die logische Folge der Tatsache, dass auch Kleinanleger verstärkt Interesse am CFD-Handel zeigen, die jedoch meist nicht über hohe vier- oder gar fünfstellige Investitionssummen verfügen können. Und an genau diesem Punkt setzt das Trading der Mini- oder sogar Mikro-Lots (auch in der Schreibweise Micro-Lots bekannt) im Alltag an. Um den Hintergrund der Begriffe verstehen zu können, muss im ersten Schritt bekannt sein, welche Anforderungen CFD-Broker unter normalen Umständen für den Handel vorsehen. Bei einem Handelswert aus dem Devisenbereich setzen Anbieter im Normalfall ein Handelsvolumen in Höhe von 100.000 Einheiten als Basis an. Beim Handel auf Indizes liegt das Minimum meist bei 25 CFDs.

Geringere Mindesteinsätze sorgen für Entspannung bei Händlern

Das Ergebnis sind oft stattliche Einsätze, die sich selbst beim Handel mit dem maximalen Hebel nicht jeder Trader leisten kann oder will. Wie immer bestätigen Ausnahmen auch an diesem Punkt die Regel, denn mancher Broker nutzt seinen Freiraum, um eigene Untergrenzen für die Positions-Ausführung zu definieren. Das CFD-Trading mit Mini- und Mikro-Lots kann Erleichterung bringen, ist aber vor allem eine Chance für Händler, die gerne gleichzeitig mit mehreren Positionen arbeiten möchten – zum Beispiel mit der Absicht, die Risiken einer Order per Hedging über andere Transaktionen abzusichern.

Fürs CFD-Trading mit Mini- und Mikro-Lots gilt:

  • 1 Mini-Lot fasst 10.000 Einheiten eines Instruments zusammen
  • 1 Mikro-Lot entspricht 1.000 Einheiten

Diese Angaben beziehen sich auf Devisen-CFDs. Daraus ergibt sich durch einen einfachen Rechenschritt, dass beim CFD-Trading mit Mini- und Mikro-Lots entsprechend 10,0 bzw. 1,0 Prozent der normalen Handelsbedingungen von Brokern zugrunde gelegt werden. Anders formuliert beläuft sich das Volumen eines Mini-Lots auf 0,1 Lot normaler Größe, bei Mikro-Lots liegt der Wert umgerechnet bei 0,01 Lot. Entspricht – etwa beim Deutschen Aktienindex DAX – ein Index-Punkt einem Gegenwert von 1,00 Euro auf dem Händlerkonto, entspricht dies beim CFD-Trading mit Mini- und Mikro-Lots einem Wert von lediglich 0,10 oder 0,01 Euro pro Punkt.

Im Falle einer Devisenpaarung wie dem Paar „EURO/US-Dollar“ gestalten sich die Positionen (in der Basiswährung beziffert) wie folgt:

  • Standard-Lot – Positionsgröße mit einem Volumen von 100.000 Euro
  • Mini-Lot – Position mit einem Handelsvolumen von 10.000 Euro
  • Mikro-Lot – Position mit einem Volumen von 1.000 Euro

Einzeln oder kombinierter Einsatz als Königsweg?

Noch sind Handels-Modelle dieser Art – zum Leidwesen manches Traders – nicht Standard bei allen CFD-Brokern am Markt. Besonders interessant sind Mini-Lots und Mikro-Lots für Anfänger. Sie können zunächst mit geringerem Risiko Erfahrungen sammeln, wie das CFD-Trading funktioniert. Gewähren Broker ihren Kunden darüber hinaus ein CFD-Demokonto, gelingt der Einstieg schnell und einfach. Schritt für Schritt können sich Trader so an die normale Lot-Größe beim Handel herantasten. Insgesamt gesehen sind Standard-Lots, Mini-Lots und Mikro-Lots Teil eines kompletten Systems, das Tradern reichlich Spielraum zur Entfaltung bietet. Damit können auch und gerade erfahrene Händler flexibel investieren, um das Risiko zu streuen. Fortgeschrittene Händler können Mini- oder Mikro-Lots einsetzen, um mit vielen Positionen gleichzeitig zu handeln und Rendite zu erzielen.

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Mein Fazit

Nur der Vergleich von CFD-Brokern bringt Klarheit dahingehend, wo das CFD-Trading mit Mini- und Mikro-Lots als Ergänzung zu den Standard-Lots offeriert wird. Zum Teil müssen Händler Anfragen an den Broker-Support richten, falls sich nach der Lektüre der Allgemeinen Geschäftsbedingungen keine Gewissheit zu diesem Thema ergibt.

Sebastian Hell
Autor: Sebastian Hell
Mein Name ist Sebastian Hell und ich handle bereits seit 1999 aktiv am Aktienmarkt. Wahrscheinlich kennen mich einige von Euch durch meine zahlreichen Vorträge, Interviews beim Deutschen Anleger Fernsehen oder Buch- und Artikelveröffentlichungen. Mein Fachgebiet ist das Trading mit CFDs. Hier handle ich vorwiegend den DAX sowie Währungen wie EUR/USD, GBP/USD oder Rohstoffe wie Öl und Gold. Ich habe den Börsenhandel kurz vor dem Platzen der Dot.com-Blase, damals noch mit Internetaktien, begonnen. Ab dem Jahr 2002 spezialisierte ich mich auf das Handeln von Hebelprodukten wie Futures, Optionen und CFDs. Nach meinem Finanzstudium in Deutschland und den USA, gründete ich QTrade mit Sitz in München. Ziel des Unternehmens ist es, Top-Handelsbedingungen aus dem institutionellen Bereich auch für private Trader zugänglich zu machen.