CFD-Broker-Regulierung

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Immer mehr CFD-Broker beantragen eine staatliche Regulierung in ihren Heimatländern oder in Ländern, in denen sie Zweigstellen unterhalten. Sie verstehen diese Regulierung als Entscheidungskriterium, auf das viele Händler im Broker-Vergleich vertrauen.
  • Die staatlichen Aufsichtsbehörden setzen nicht immer vergleichbar strenge Auflagen an die Vergabe und Aufrechterhaltung der Lizenzen. Die deutschen und britischen Regulierungsbehörden gelten als besonders streng.
  • Regulierungs-Informationen sollten von Tradern genau geprüft werden. Mancher Hinweis auf die staatlichen Aufsichten bedeutet am Ende lediglich, dass Broker ihre Dienste in den betreffenden Ländern anbieten dürfen. Eine tatsächliche Regulierung vor Ort ist dafür nicht zwingend erforderlich.

Vielen Tradern dienen beim Vergleich der CFD-Broker im ersten Schritt die Erfahrungsberichte anderer Händler und Auszeichnungen in Vergleichstests als wichtige Hinweise auf die Seriosität von Anbietern. Diese Einschätzungen dienen in der Tat als verlässliche Informationen bezüglich der Arbeitsweise der Broker, die ihren Kunden das CFD-Trading ermöglichen. Jedoch kann gesagt werden: Gerade die Bewertungen von (ehemaligen) Bestandskunden sind bedingt mit Vorsicht zu genießen, da auch schlechte Erfahrungen infolge falscher Handelsentscheidungen in die Aussagen mit einfließen. Ein besseres Indiz für Qualität und Verlässlichkeit ist die CFD-Broker-Regulierung durch staatliche Aufsichtsbehörden. Bei genauer Betrachtung wird in diesem Zusammenhang jedoch deutlich, dass nicht bei allen Regulierungsbehörden vergleichbar hohe Auflagen zugrunde gelegt werden. Indes gilt auch hier: Infolge der Finanz- und Bankenkrisen seit dem Jahr 2006 haben viele Behörden bzw. Gesetzgeber die Anforderungen an Finanzanbieter teils deutlich verschärft.

Unterschiedliche Rahmenbedingungen zwischen den Behörden

Für die regulierten Broker selbst ist der Nachweis einer Lizenzierung oft ein entscheidendes Wettbewerbsmerkmal im Kampf um neue Kunden. Immer mehr Anbieter streben eine CFD-Broker-Regulierung durch die Behörden am Heimatstandort an, sodass deren Fehlen im Vergleich der Händler schnell als Ausschlusskriterium gewertet werden kann. Zu den strengsten Aufsichtsbehörden gehören die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und die britische Financial Conduct Authority (FCA). Auch eine Regulierung durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) in der Schweiz gilt als Fingerzeig auf verbraucherfreundliche Handelsmodelle, wie auch durch die Securities and Exchange Commission (SEC) in den USA. Welche Anforderungen die Behörden an Finanzanbieter bzw. ihre Mitglieder stellen, entscheiden in der Regel die (inter-)nationalen Rechtslagen. Gerade innerhalb der Europäischen Union gibt es klare Bedingungen, die beispielsweise die Vorlage von Geschäftsberichten und die Aufbewahrung der Kundengelder beim Broker betreffen.

Hier nun eine kurze Übersicht der am häufigsten auftretenden Regulierungsbehörden:

  • Deutsche BaFin
  • US-amerikanische SEC
  • Irische Zentralbank CBI
  • Britische FCA
  • CySEC, Aufsichtsbehörde in Zypern
  • ASIC in Australien
  • Schweizer FINMA

Wissen müssen Händler, dass ausländische Broker – etwa mit Sitz auf Zypern oder Malta – in ihren Selbstdarstellungen oft und gerne mit einer BaFin-Regulierung werben. Diese Angaben halten jedoch vielfach einer genauen Prüfung nicht stand. Mehrheitlich bedeutet das Gütesiegel „BaFin-reguliert“ an dieser Stelle letztlich nur, dass die Broker ihre Dienstleistungen überhaupt auf dem deutschen Markt anbieten dürfen. Die Regulierung der CFD-Broker mit Sitz außerhalb Deutschlands erfolgt dennoch durch die dort zuständigen Behörden. Eng verbunden ist die CFD-Broker-Regulierung in den meisten Fällen mit dem Thema Einlagensicherung, das im Folgenden noch eingehender thematisiert wird.

sebastianhell1

Mein Fazit

Im CFD-Broker-Vergleich kann die große Mehrheit der Anbieter einem Test zum Thema Regulierung standhalten. Den Unterschied macht dabei eher der Standort der Broker und der Regulierungsbehörden aus. So erweisen sich nicht alle staatlichen Börsen- und Finanzaufsichtsbehörden als gleichermaßen streng. Broker aus Großbritannien und Deutschland sind – im europäischen Vergleich der CFD-Broker – im Normalfall strikter und genauer als Anbieter aus anderen Hochburgen des Finanzmarktes.

Autor: RP