Unterschied FOREX zu Zertifikaten – nicht nur der Hebel muss bekannt sein

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Der einsetzbare maximale Hebel („Leverage“) fällt beim Forex-Handel normalerweise deutlich größer aus als beim Handel mit Zertifikaten, weshalb FX-Händler oft mit sehr geringem Einsatz aktiv werden können
  • Der Zertifikat-Handel verlangt zumeist recht hohe Mindesteinsätze. Ein Konto bei einem Forex-Broker können Trader vielfach schon mit einer geringen Mindesteinzahlungssumme von wenigen hundert Euro eröffnen. Ein typisches (meist gebührenpflichtiges) Depot benötigen Devisenhändler nicht
  • Gerade hinsichtlich der Handels-Nebenkosten sind FX-Trader auf der sicheren Seite: Beim Zertifikat-Handel müssen die Händler oft genau die Finanzierungskosten hinterfragen, FX-Broker geben dagegen transparent Auskunft über Spreads (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis) und andere Nebenkosten

Händler, die bereits Erfahrungen mit dem Devisenhandel vorweisen können und bei einem geeigneten Broker das Forex Trading lernen konnten, wissen vor allem den Handel mit einem individuell einstellbaren Hebel („Leverage“) und die geringe Sicherheitsleistung („Margin“) als positive Eigenschaften zu schätzen. Und an genau dieser Stelle wird deutlich, welcher Unterschied zwischen FOREX und Zertifikaten besteht. Am Devisenmarkt können FX-Trader mit dem richtigen Broker an ihrer Seite mit geringem Mindesteinsatz drastisch größere Summen bewegen. Bei Zertifikaten können Trader für den Kontrakt-Handel in den meisten Fällen überhaupt keinen oder nur einen sehr geringen Hebel verwenden. Devisen sind auch technisch komfortabler – nicht nur für Anfänger – als Zertifikate, und sie zeichnen sich darüber hinaus durch günstigere Handels-Konditionen aus.

Forex-Handel ohne vorzeitige, unerwartete Ausfälle

Börsengebühren werden von den Brokern meist nicht erhoben. Die einfache Funktionsweise erlaubt FX-Tradern zusätzlich den frühen Einstieg ohne monatelange Vorbereitung auf die erste Order. Einen vorzeitigen Verfall in Form eines Knock-outs wie etwa bei Zertifikaten sucht man erfreulicherweise vergeblich beim Forex-Handel. Die Entwicklungen der Forex-Positionen werden stets 1:1 auf den Kurs der Devisenpaare übertragen. Hier gibt es also ebenfalls keine Missverständnisse. Welche Konditionen genau für Zertifikate gelten, hängt von der jeweiligen Produktvariante ab, denn hier hier gibt es diverse Modelle, bei denen abweichende Bedingungen gelten können. Dabei tauchen unter anderem Angebote auf Zinsentwicklungen auf. Teilweise setzen sich Produkte auch aus mehreren Werten zusammen (meist innerhalb einer Branche wie der Solarindustrie etc.). Beim Handel mit Devisen im eigentlichen Sinne geht es einzig und allein um die Kursentwicklungen eines bestimmten Paars von Währungen. Zudem zeigt sich ein Unterschied hinsichtlich der Situationen, in denen Renditen bei Forex und Zertifikaten realistisch sind.

Transparente Trading-Modelle fürs Handeln in allen Phasen

Die Erklärung zum Forex Trading legt dar, dass Gewinne auch dann möglich sind, wenn die Kurse der Basiswerte nicht von einem Aufwärtstrend geprägt sind. Zwangsläufig müssen FX-Trader zuvor eine entsprechende Entscheidung zugunsten von Verkaufs-Positionen getroffen haben – sie müssen also „short gegangen“ sein, um erfolgreich zu traden. Darüber hinaus ist darin ein Unterschied zu sehen, dass die Spreads beim Forex-Handel – also die Abstände zwischen den Preisen beim Kauf und Verkauf eines Instruments (hier den Währungspaaren) – oft sehr eng gesteckt sind. Dies erlaubt das Trading mit Devisenpaaren zu sehr günstigen Konditionen. Beim Handel mit Zertifikaten hingegen fallen diese Unterschiede mehrheitlich deutlich höher aus. Auch fallen die Konditionen zum Leidwesen vieler Händler vergleichsweise intransparent aus, was dem Verständnis auf Seiten von Anfängern nicht gerade förderlich ist. Wann drohen Zertifikate vorzeitig zu verfallen und welche Handelskosten können entstehen? Antworten auf solche Fragen finden Händler mit Zertifikat-Interesse oft erst bei der eingehenden Analyse oder auf Nachfragen bei den jeweiligen Anbietern.

Zertifikats-Nebenkosten werden oft verschleiert

Ohnehin sind bei Zertifikaten und ähnlichen Finanzinstrumenten versteckte Transaktionskosten immer wieder zum Ärger der Anleger zu finden, leider in vielen Fällen erst beim Blick auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und ins Kleingedruckte. Und diese wirken sich im schlimmsten Falle spürbar negativ auf die Renditen aus. Die Forex-Handel-Erklärung bringt ans Licht, dass es im FX-Sektor eher wenige Kostenfaktoren gibt. Was nichts daran ändert, dass auch Devisenhändler vor allem erfolgreich traden müssen, um zum Forex-Millionär zu werden. Geringe Tradinggebühren führen eher dazu, dass die Zeit bis zu den ersten größeren Renditen kurz ausfällt. Auf unterschiedliche Broker müssen Anleger übrigens nicht zurückgreifen, wenn sie sowohl im FX-Bereich traden als auch in Zertifikate investieren möchten. Verschiedene Broker aus dem Vergleich erlauben Aktivitäten in beiden Marktsparten, was den bürokratischen Aufwand (wie auch oft die Transaktionskosten) auf ein Minimum senken kann. Keine Unterschiede zeigen sich bei den wichtigen Eigenschaften für die Broker-Auswahl: Zertifikate- wie Forex-Broker sollten die Kontoeröffnung zu möglichst geringen Ersteinlagen und Mindesteinsätzen erlauben.

Kontrollen durch Aufsichtsbehörden bringen Händlern Sicherheit

Eine staatliche Regulierung ist stets eine positive Aussage zur Seriosität der Anbieter. Gleiches gilt für eine Einlagensicherung in ausreichender Höhe, damit Händler-Guthaben zu jedem Moment der Forex-Strategie-Anwendung gegen vom Broker verursachte Ausfälle geschützt sind.

Einen Zusammenhang zwischen Zertifikaten und dem Forex Trading gibt es wie folgt: Während beim reinen FX-Handel über einen Online-Broker meist allein Devisenpaare zum Einsatz kommen, besteht auf der anderen Seite die Möglichkeit, in Zertifikate auf Währungen oder Währungspaare zu investieren. Die daraus resultierenden Nebenkosten aber sorgen dafür, dass das Forex-Handel-Lernen meist eben doch eher über den direkten FX-Markt absolviert wird – was auch so sein sollte, denn so erfolgt der Einstieg schlichtweg am schnellsten und einfachsten.

sebastianhell1

Mein Fazit

Es gibt einige Parallelen und gewisse Unterschiede zwischen Investitionen am Devisenmarkt und dem Erwerb von Zertifikaten. Ein Vorzug des FX-Tradings ist eindeutig in der transparenten Darstellung der drohenden Handelskosten und Gebühren zu sehen, während Anleger bei Zertifikaten oftmals nicht von Anfang an informiert sind, welche Nebenkosten der Handel verursacht. Schaut man sich die anfallenden Kosten für den Handel in beiden Bereichen genauer an, schneiden FX-Broker in den meisten Fällen besser ab als Anbieter klassischer Zertifikate. Trotz der Unterschiede zeigt der Broker-Vergleich, dass es am Markt interessante Anbieter für den Handel mit beiden Modellen gibt.

Autor: RP