FOREX – Praxisbeispiele für interessierte Einsteiger

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Praxisbeispiele fürs FOREX Trading können nur Hinweise auf die Möglichkeiten des Handels geben. Entscheidend für die Bestimmung der richtigen Einsätze, Laufzeiten und Orderarten sind persönliche Vorlieben und die Fristen, innerhalb derer Trader Gewinne realisieren möchten
  • Hohe Investitionssummen sind möglich, wenn Trader im FX-Bereich den maximalen Hebel ausschöpfen. Dieser Hebel basiert auf den gewählten Devisenpaaren und der Nachfrage am Markt
  • Trader können beim Devisenhandel nicht nur Positionen kaufen, sondern auf Finanzierungsbasis ebenso Verkaufs-Positionen eröffnen. Dafür erheben FX-Broker Finanzierungskosten, deren Höhe von den marktüblichen Zinssätzen und den Haltezeiten beim Trading mit Währungspaaren abhängt

Alle theoretischen Erläuterungen sind bei aller Ausführlichkeit für Anfänger stets nur ein Indiz dafür, welche Chancen sich am Devisenmarkt für Händler bieten können. Wie das Trading funktioniert und welche Forex-Strategie in welcher Situation am besten geeignet ist, kann letzten Endes nur eine an an der Praxis orientierte Forex-Handel-Erklärung aufzeigen. Vielfach formulieren Experten ähnliche Tipps mit Bezug zu einem Demokonto. Der risikofreie Handel mit Devisen, so die gängige Aussage, kann nur bedingt Rückschlüsse auf das Trading mit Echtgeld erlauben. Droht ein echter Kapitalverlust, reagiert mancher Trader eben doch anders als beim Test mit Spielgeld – eben ohne die Chance, zum Echtgeld-Forex-Millionär zu werden.

Aus diesem Grund sollen die folgenden Praxisbeispiele einen praktischen Einstieg in die Forex-Materie ermöglichen. Vor allem im Kontext der Gewinnmöglichkeiten bei steigenden wie auch sinkenden Kursszenarien sind solche Beispiele unverzichtbar für jeden, der den Forex-Handel erstmals ausprobieren möchte. Basis für die Exempel soll dabei das Major-Währungspaar von Euro und US-Dollar bzw. US-Dollar und europäischer Gemeinschaftswährung sein – je nachdem, welche Währung eben die Basis des Devisenpaars beim Trading darstellt. An dieser Stelle der Forex-Handel-Erklärung wird abermals offensichtlich, wie elementar Nachrichten aus Politik und Wirtschaft für das erfolgreiche Erstellen von FX-Positionen sind. Natürlich nicht für für den geneigten Forex-Millionär, der weiterhin Höchstrenditen anstrebt, sondern im gleichen Maße oder sogar noch mehr für Neu-Trader, die erst seit kurzem aktiv sind und von auffälligen Chancen am Devisenmarkt profitieren möchten.

Szenario eines Devisenkaufs

Im Umfeld eines drohenden fortgesetzten Anstiegs der Inflationsrate entscheidet sich die Europäische Zentralbank zur Anhebung des Leitzinsniveaus. FX-Händler rechnen angesichts solcher Meldungen also mit einem steigenden Euro-Kurs. Eine gute Gelegenheit für den Kauf von Devisen in Form des Währungspaars EUR/USD.

Angenommen, ein Händler möchte 10.000 Euro investieren, wobei der Wechselkurs Euro zum US-Dollar im Beispiel bei 1,25 liegt. Daraus ergibt sich, dass der Trader 10.000 Euro auf der einen Seite kauft, um 12.500 USD auf der anderen Seite zu verkaufen. Sein Broker arbeitet mit einer Sicherheitsleistung (Margin) von 2,00 Prozent, was dazu führt, dass eine Summe von 200,00 Euro (2,00 % von 10.000 Euro) auf dem Konto hinterlegt werden muss, damit die gewünschte Position realisiert werden kann. Aus den Rahmenbedingungen ergibt sich ein Hebel von 1:50. Im weiteren Verlauf steigt der Euro-Kurs tatsächlich wie erhofft und zwar auf 1,40 US-Dollar. Am Beispiel bedeutet dies, dass der Trader im Falle der Glattstellung der Position (also beim Schließen) für die zugrunde gelegten 10.000 Euro (jetzt als Verkauf) 14.000 Dollar zurückkauft. Die Rechnung lautet hierbei: 10.000 (Euro) x 1,40 = 14.000 (USD). Der Gewinn dabei würde sich somit auf 1.500 Dollar belaufen. Der FX-Broker schreibt den Gewinn anhand des jeweils gültigen Wechselkurses dem Händlerkonto gut. 1.500 USD geteilt durch den Wechselkurs von 1,40 ergeben einen Gewinn von knapp 1.071 Euro. Wohlgemerkt Gewinn, nicht Rendite: Von diesem Betrag gehen mögliche Gebühren wie Haltekosten beim Handel über den Handelstag hinaus ab. Denkbar sind aber ebenso Zinseinkünfte beim Kauf einer inzwischen besser verzinsten Währung.

Das Gegenbeispiel: Sinkt der Kurs nach Positions-Eröffnung, verbuchen Devisenhändler entsprechend einen Verlust. Als Beispiel: Gibt der Euro bei derselben Position auf 1,10 Dollar nach, entspricht dies einem Verlust in Höhe von 1.500 Dollar (vom Ausgangswert 12.500 USD aus), was wiederum ein Minus von 1.363 Euro auf dem Konto zur Folge haben würde nach der Glattstellung der Positionen im Portfolio eines Traders.

Sie interessieren sich für die Abwicklung eines Verkaufs?

Natürlich soll hier der Vollständigkeit halber auch ein Beispiel für den Verkauf beim Devisenpaar angeführt werden. Angenommen, aufgrund der bevorstehenden Veröffentlichung neuer Wirtschaftsdaten aus den USA ist von einem Sinken des Dollar-Kurses auszugehen. Das ist ebenfalls eine gute Chance, um einen Gewinn zu realisieren – jedoch kommt es in diesem Fall zu einem Euro-Verkauf und einem Dollar-Ankauf.

Im Beispiel beträgt der Wechselkurs Euro zu USD 1,35. Durch den Verkauf von 10.000 Euro über eine FX-Position kaufen Sie als Trader also eine Summe von 13.500 Dollar. Die Berechnung erfolgt nach dem bekannten Muster:

10.000 Euro x 1,35 = 13.500 Dollar.

Ein Grund für eine solche Aktion kann beispielsweise in der Erwartung einer Dollar-Abwertung infolge schlechter Wirtschaftsdaten aus den USA liegen. Die Margin beträgt wie im Kauf-Beispiel 2,00 %, so dass Sie als Devisenhändler in diesem Fall eine Sicherheitsleistung von 200,00 Euro auf dem Trading-Account hinterlegen müssen. Im Einzelfall kann dafür eine weitere Guthabeneinzahlung vonnöten sein.

Zurück zum Exempel:

Die publizierten Zahlen entsprechen der persönlichen Prognose: Der US-Dollar büßt gegenüber dem Euro an Wert ein und findet sich auf einem Stand von 1,25 wieder. In diesem Moment ergreifen Sie als Anleger die Gunst der Stunde, indem Sie Ihre verkauften Euro-Position zurückerwerben, denn auf diese Weise streichen Sie Ihren Gewinn ein. Sie kaufen 10.000 Euro und verkaufen parallel 12.500 Dollar – entsprechend dem neuen Wechselkurs. Die Differenz zwischen den aktuellen Kursen und dem Ausgangswert wird als Spread bezeichnet und in Pips angegeben. Übrig bleiben 1.000 Dollar von der ursprünglichen Position. Diese sind der Gewinn für den Händler, wobei abermals an mögliche Haltegebühren und andere Handelsnebenkosten gedacht werden muss, bevor der tatsächliche Gewinne offensichtlich wird.

Natürlich kann die Einschätzung der Marktlage auch hier falsch gewesen sein, so dass es zu einem Verlust kommt. Mögliche Gebühren würden dennoch fällig, so dass das Minus im Kontostand noch deutlicher ausfallen könnte.

sebastianhell1

Mein Fazit

Ganz gleich, wie sicher sich Trader beim Eröffnen einer Devisen-Position unter Anwendung einer scheinbar verlässlichen Forex-Strategie auch sein mögen: Im Grunde können unerwartete Ereignisse jederzeit dazu führen, dass Sie statt des Gewinns einen Verlust hinnehmen müssen. Dennoch stehen die Chancen gut für Händler, die sich ausgiebig mit einer Forex-Handel-Erklärung befassen, die Zeichen der Zeit verstehen und dann einen Kauf oder Verkauf über ihren Forex-Broker ausführen lassen, wenn die Aktion tatsächlich einen Gewinn nach sich ziehen wird. Ebenso wichtig ist ein Verständnis für Extra-Funktionen wie Entry-Orders, Limits und anderes: Sie erlauben eine Individualisierung der Positionen und können zugleich der Absicherung von Gewinnen und dem Schutz vor nicht wieder gut zu machenden Verlusten dienen!

Autor: RP