So setzt man auf steigende FOREX-Kurse in guten Marktzeiten

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Anleger, die bereits außerhalb des Devisenmarktes Trading-Erfahrungen gesammelt haben, sind vertraut mit dem Handel in Zeiten steigender Kurse. Beim Forex-Trading ergeben sich die Chancen dagegen in verschiedenen Situationen. So bieten sich allgemein gute Phasen ebenso an wie Umgebungen, in denen nur eine Währung steigt. So können Händler vom Verhältnis zweier Währungen zueinander profitieren
  • Der Devisenmarkt ist bekannt dafür, im Zusammenhang mit wichtigen Marktnachrichten teils gravierende Kursanstiege aufzuweisen. Gerade kurzfristige Orders können bei entsprechender Risikobereitschaft sehr hohe Renditen aufs Handelskonto bringen
  • Vor allem international relevante Währungen wie der US-Dollar und der Euro können akute Chancen bieten, wenn Trader schnell auf den fahrenden Zug aufspringen, bevor sich die Kurse stabilisieren oder wieder nachgeben

Wer über seinen Forex-Broker mit Devisen bzw. Währungspaaren handelt, hat stets zwei Möglichkeiten, um von den Entwicklungen am Devisenmarkt profitieren zu können. Auf der einen Seite bietet sich der typische Weg an, den Anleger aus anderen Marktbereichen hinreichend kennen: Hier geht es darum, Momente steigender Kurse abzupassen, um Gewinne mitnehmen zu können. In Krisenzeiten haben Anleger in anderen Bereichen aber oftmals das Nachsehen. Beim Forex Trading gibt es dagegen gerade auch in solchen Situationen Chancen, um aus sinkenden Devisenkursen Profit ziehen zu können.

Maximaler Hebel birgt Chancen und Risiken

An dieser Stelle jedoch geht es zunächst einmal um die Umgebung steigender FX-Kurse. Eine wichtige und zentrale Rolle beim Forex Trading kommt grundsätzlich dem Handel mit dem so genannten Hebel (Leverage) zu. Über ihn haben Händler ein Instrument zur Handel, um Einsätze in vielfacher Höhe ihres eigenen Investments zu wagen. Viele Online-Broker benennen in ihren Forex-Handel-Erklärungen einen maximalen Hebel, der teilweise bis zu 1:500 betragen kann. Dies bedeutet: Forex-Händler können pro Euro Eigeneinsatz bis zu 500,00 Euro Fremdkapital als Quasi-Kreditleistung des Brokers investieren. Dabei wirkt sich die Hebelwirkung nicht ausschließlich positiv aus. Mancher FX-Online-Broker setzt die so genannte Nachschusspflicht an, so dass im Falle eines Verlusts oder eines Kursverlaufs entgegen der Erwartung zusätzliches Kapital eingezahlt werden muss. Andernfalls werden Positionen oft automatisch vom Broker geschlossen, sobald es an der ausreichenden Kontodeckung fehlt.

„Long“ traden zu jeder Tageszeit

Ein Punkt, durch den sich der Devisenhandel auszeichnet, ist die Möglichkeit, ohne langen zeitlichen Vorlauf schon innerhalb von Minuten (mitunter schon ab 30 Sekunden) über steigende Kurse und die richtige Einschätzung der Marktlage hohe Gewinne zu erreichen. Setzt ein Forex Trader auf den Kursanstieg einer Währung, wird diese Währung gekauft. Im Fachjargon spricht man auch davon, dass Trader „long gehen“. Ein Vorzug des FX-Handels – insbesondere gegenüber dem normalen Börsenhandel – ist darin zu sehen, dass der Devisenmarkt über Online-Broker rund um die Uhr erreichbar ist. Dies stellt auch einen elementaren Unterschied zum Trading an den Rohstoffbörsen dar. Die Stellung der Kurse erfolgt über den so genannten Interbankenmarkt. Die üblichen Handelszeiten liegen in der Zeit von 22.00 oder 23.00 Uhr am Sonntag Abend bis zur gleichen Zeit am Freitag, also 5 ganze Tage pro Woche. Je nach Forex-Broker fallen die Handelszeiten mitunter geringfügig anders aus.

Zunächst benötigen Händler ein Depot beim Online-Broker

Um den Handel mit FX-Instrumenten aufnehmen zu können, benötigen Trader im ersten Schritt ein Forex-Depot bei einem Anbieter aus dem Forex-Broker-Vergleich. Als optimaler Online-Broker sollten Betreiber von Handelsplattformen neben geringen Mindesteinlagesummen für die Depot-Eröffnung und niedrigen Mindesteinsätzen pro Position vor allem eine gute Auswahl an Handelsinstrumenten und Handelsarten sowie sinnvolle Analyse-Tools und Erklärungen zum Forex Trading für den Einstieg und die Weiterbildung bieten.

Beispielhaftes Forex Trading auf einen steigenden Euro-Kurs

Als Basis für Trades sehen Forex-Broker üblicherweise ein Lot vor. Oft müssen mindestens 100.000 Einheiten einer Basiswährung gehandelt werden. Allerdings gibt es über den Handel mit Standard-Lots hinaus oft die Chance, auch Mini- oder Mikro-Lots (oft auch englischer: „Micro-Lots“) zu traden. Mini-Lots sehen 10.000 (10 % eines Lots), Mikro-Lots sogar nur 1.000 Einheiten (1 % eines Lots) als Positions-Minimum vor.

Der Einfachheit halber setzen wir im Beispiel für den Handel mit steigenden Forex-Kurse als Mindestanforderung ein Mini-Lot an. Der erwähnte Hebel sorgt dafür, dass Trader nur eine Sicherheitsleistung (Margin) erbringen, nicht aber die volle Summe selbst investieren müssen. Daraus ergibt sich insgesamt, dass Trades mit Devisen häufig schon mit ein paar Euro Einsatz möglich sind.

Das einfachste Beispiel zur verständlichen FX-Erklärung, das ähnlich in vielen Broker-Beschreibungen zu finden ist

Angenommen, ein Anleger rechnet damit, dass der Kurs der Gemeinschaftswährung Euro schon bald steigen wird. Der Grund kann etwa eine anstehende Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) und eine erwartete Anhebung des Leitzinssatzes sein. Die Entscheidung „long zu gehen“ ist gefallen, bevorzugt wird das Devisenpaar aus Euro und US-Dollar (EUR/USD).

Als Investitionssumme werden 10.000 Euro (ein Mini-Lot) angesetzt. Der aktuelle Wechselkurs EUR/USD liegt bei 1,3000. Sie stellen den Hebel auf 50 ein für die „Long-Position“. Daraus ergibt sich im ersten Schritt eine Sicherheitsleistung von 200,00 Euro = 10.000 Euro / 50 als Hebel – mehr Eigenkapital müssen Sie als Händler nicht investieren fürs Mini-Lot.

Nachfolgend klettert der Kurs auf 1,3075. Der Kursgewinn beträgt damit 75 Pips.

Dies berechnet sich wie folgt: neuer Kurs 1,3075 – Startkurs 1,3000 = 0,0075. Als „Pip“ wird die kleinste angegebene Kursveränderung bei einem Währungspaar bezeichnet. Kurse werden üblicherweise bis zur vierten Nachkommastelle angegeben. Ein Pip entspricht demnach einer Kursveränderung von 0,0001. Wäre der Kurs auf 1,3005 gestiegen, wäre dies entsprechend ein Plus von 5 Pips.

Im zugrunde liegenden Beispiel hat der Forex Trader im Falle einer Positionsschließung also einen Gewinn von 75 Pips realisiert. Beim Mini-Lot mit 10.000 Euro Handelsvolumen ergibt sich pro Pip Zuwachs ein Plus von 1,00 US-Dollar. Dementsprechend sind es 10,00 USD beim Standard-Lot oder 0,10 USD beim Mini-Lot. Im Beispiel ergibt sich so ein Gesamtgewinn von 75,00 US-Dollar.

Dieses Ergebnis wird wiederum in Euro umgerechnet nach der Formel:

75,00 USD (Gewinn) / 1,3075 (neuer Wechselkurs) = 57,36 Euro (abgerundet) Gewinn – und das im Fall der Fälle in wenigen Minuten. Beim Standard-Lot fiele der Gewinn dementsprechend zehnmal so hoch aus. Er läge nach der Umrechnung bei 573,61 Euro, minimal höher aufgrund der Rundung beim Mini-Lot.

Mögliche Wirkung des Hebels beim Forex Trading

Möchte man nun tatsächlich selbst 10.000 Euro einsetzen und dennoch den erwähnten Hebel von 50 nutzen, kann das Gewinnergebnis schlicht mit 50 multipliziert werden. Heraus käme somit ein Gewinn von etwa 2.868 Euro. Vom Gewinn müssen Forex Trader aus Deutschland natürlich noch die Abgeltungssteuer (25,0 %) samt Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer abrechnen. Gleiches gilt für Handelsnebenkosten, etwa beim Halten von Positionen über Nacht. Die Steuer- und Gebührenthematik ist bei solchen Finanztransaktionen stets zu berücksichtigen.

sebastianhell1

Mein Fazit

Heben die internationalen Zentralbanken ihre Leitzinssätze an, lässt dies meist auch die damit verbundenen Devisenkurse steigen. In einer solchen Marktumgebung können sich gute Chancen für Transaktionen auf steigende FOREX-Kurse ergeben. Je früher FX-Trader dabei auf wahrscheinliche Veränderungen reagieren, desto besser stehen die Rendite-Chancen. Absicherungsmechanismen wie „Take Profit“ oder „Stop Loss“ eignen sich gut, um vorzusorgen, falls die Veränderungen nicht so deutlich ausfallen wie erwartet oder sogar gegenteilige Kursentwicklungen auftreten.

Autor: RP