So setzt man auf sinkende FOREX-Kurse – FX-Handel in schlechten Zeiten

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Anders als am Aktien- oder Anleihenmarkt bietet sich der Forex-Handel auch bei erkennbaren Kursrückgängen an. Richtige Prognosen können je nach Einsatzbereitschaft sehr hohe Gewinne einbringen, selbst wenn die FX-Kurse insgesamt merklich in den Keller gehen
  • Erlauben Broker den Handel mit Mini- und Mikro-Lots, können Händler auch mit sehr kleinen Einsätzen Gewinne mitnehmen, wenn Abwärtstrends bei einer Währung oder am Markt insgesamt auftreten
  • FX-Trader müssen sich mit den einflussreichen Marktnachrichten und Faktoren auskennen, die den Markt beeinflussen können. Dies trifft ebenso auf sinkende wie auf steigende Devisenkurse zu

In den allermeisten Bereichen der internationalen Finanzmärkte geht es darum, dass Anleger nur dann Gewinne erreichen, wenn die gehandelten Kurse steigen. In Zeiten schwieriger Marktumgebungen sind Anlagemodelle dieser Art eher ungeeignete Investments: Turbulente Zeiten, in denen die Kurse von Aktien, Optionen und Zertifikaten ordentlich durcheinander geraten und in den Keller gedrückt werden, sind schlecht für Anleger. Gut für Investoren sehen dagegen die Chancen auf fortgesetzte Gewinne am Devisenmarkt aus. Dort können Händler nicht nur auf steigende, sondern ebenso auf sinkende Forex-Kurse setzen. Dies optimiert bzw. erweitert den Spielraum fürs Trading in erheblichem Maße.

Gewinne nicht alleiniger Grund für das Setzen auf Kursrückgänge

Als Grund für das Spekulieren auf sinkende Kurse kommt übrigens nicht nur der reine Rendite-Wille eines FX-Händlers infrage. Diese Art des Handelns ist zugleich als Möglichkeit zur Depotabsicherung zu sehen. So können zum Beispiel drohende Verluste aus dem Aktienhandel über geeignete Devisen-Positionen kurz- oder langfristig abgesichert werden. Grundsätzlich ergeben sich im Devisen- bzw. FX-Sektor so wie in allen Bereichen des Finanzmarktes Aufwärts- und Abwärtstrends. Ein Unterschied zu anderen Bereichen ist aber darin zu sehen, dass Anleger über den Handel mit Währungspaaren in beiden Umgebungen rentabel agieren können. Es braucht lediglich Entscheidungen, die der Marktlage entsprechen. Zumal es sich nicht in jedem Fall um einen Trend nach unten handeln muss – auch kurzfristige Kurskorrekturen nach einem Zwischenhoch sind denkbar. Sie lassen sich ebenso im Zusammenhang der Erklärung, wie man auf sinkende FOREX-Kurse setzt, berücksichtigen.

Schnelle Ausführung verringert Gefahr akuter Schwankungen

Ein Vorteil des Handels über einen Online-Broker ist darin zu sehen, dass die Reaktionszeiten erfreulich kurz ausfallen. Dies bedeutet, dass Trader oft nur wenige Schritte von der Ausführung ihrer Forex-Orders entfernt sind. Etliche Forex-Broker offerieren hierzu Systeme nach dem Motto „One-Click-Trading“. Hier müssen die Händler lediglich das gewünschte Währungspaar auswählen, um – nomen est omen – mit einem einzigen Klick Positionen zu eröffnen. Oder zu schließen, denn dies gelingt nicht minder schnell. Nicht ohne Grund gilt das Forex Trading als interessanter Weg für Händler, um kurzfristig Gewinne mitzunehmen. Je nach Nachrichtenlage fallen die Kursschwankungen mehr oder weniger deutlich aus. Trading-Ansätze wie das „Spread Betting“ oder das so genannte „Scalping“, bei dem sehr viele kleinere Positionen im besten aller Fälle einen hohen Gesamtgewinn einbringen, sind zurecht bei erfahrenen Tradern beliebt.

Anfänger sollten bei Transaktionen auf sinkende – wie auch steigende – FX-Kurse zunächst Vorsicht walten lassen und erst einmal den Forex-Handel lernen. So verlockend gerade der Handel mit Hebelwirkung (teilweise mit nur 1 Euro Einsatz für bis zu 500 Euro Investion) sein mag, so wichtig ist zunächst die gezielte Ausbildung.

Welche Positionsgrößen sehen Devisen-Broker allgemein vor?

Im Fachjargon wird das Setzen auf sinkende FOREX-Kurse auch als „short gehen“ oder „shorten“ bezeichnet. Der Handel erfolgt über elektronische Handelsbörsen und unabhängig von den normalen Öffnungszeiten der klassischen Börsen, so dass Trader letztlich fast rund um die Uhr Erfahrungen als Forex-Broker sammeln können. Dabei müssen stets die geltenden Handelszeiten eingeplant werden. Lohnend ist das Traden mit sinkenden Kursen bei FX, wenn sich Abwärtstrendkanäle abzeichnen. Das Eröffnen aus einem vergleichsweise hohen Preis in Richtung einer Kursverfalls kann sehr rentabel sein. Mit Bezug auf Leverage bzw. Hebel kann gesagt werden: Setzt ein Broker den maximalen Hebel mit 1:100 ein (manchmal auch als 100:1 bezeichnet), kann ein Standard-Lot mit 100.000 Einheiten der Basiswährung mit einem Trader-Einsatz von nur 1.000 Euro eröffnet werden. Besagtes Standard-Lot ist aber nicht bei jedem Online-Broker obligatorisch. Vielfach erlauben Anbieter auch Positionen über Mini-Lots (10.000 Basiswert-Einheiten) oder Mikro-Lots (1.000 Einheiten). Dies lässt den Mindesteinsatz über die Sicherheitsleistung (Margin) deutlich sinken.

Viele Faktoren können Kurse in beide Richtungen beeinflussen

Risikofrei ist das Traden auf sinkende Forex-Kurse aber dennoch nicht. So hoch auf der einen Seite die Gewinne ausfallen können, so hoch ist andererseits das Verlustrisiko zu bewerten. Beides lässt sich mit der hohen Volatilität des Devisenmarktes erklären. Zudem reagiert der Markt empfindlich auf Nachrichten, etwa aus dem Umfeld der Zentralbanken zu Zinsen oder zu den relevanten Arbeitsmärkten. Es erfordert somit einige Flexibilität vom Händler, um erfolgreich traden zu können. Eine geringe Aufmerksamkeitsspanne kann Verluste verursachen, und auch zu emotionales Agieren kann Tradern Verluste bescheren. Für Abhilfe sorgen können dabei Systeme vieler Forex-Broker fürs automatische Trading, die an anderer Stelle ausführlich thematisiert werden. Einfluss nehmen können Trader in der Regel weiterhin auf manueller Ebene, um zum Beispiel eigenständig weitere Trades „von Hand“ auszuführen. Dabei legen die FX-Händler die Parameter und die zu berücksichtigenden Handelsindikatoren fürs Automatik-Trading natürlich selbst fest.

Trader müssen die Funktionsweise des FX-Tradings verstehen

Die Aussagen dazu, wie man auf sinkende FOREX-Kurse setzt, sind dahingehend zu verstehen, dass es eine grundsätzliche Funktionsweise des FX-Tradings gibt. Gewinngarantien spricht Ihnen nicht einmal der vermeintlich perfekte Forex-Broker aus. Vielmehr wären Versprechen dieser Art sogar ein Hinweis auf mangelnde Seriosität der Anbieter.

Doch wie setzt man auf einen Kursverlust am Devisenmarkt und wie kann man Devisen „shorten“? Wie beim Trading auf steigende Kurse bringt eine Beispielposition an dieser Stelle Licht ins Dunkel, damit Einsteiger schnell eine Vorstellung vom Agieren nach diesem Muster bekommen und nach Lektüre der Forex-Handel-Erklärung auf eigene Faust starten können. Einmal mehr wird das Devisenpaar EUR/USD für diesen Teil der Erklärung rund um den Bereich des Devisenhandels herangezogen. Andere Paare wären funktionieren natürlich genauso.

Beispielhafte Darstellung einer Order auf sinkende Kurse

Angenommen, der aktuelle Wechselkurs des Währungspaars EUR/USD liegt bei 1,5000. Als Trader rechnen Sie im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von Daten zur Konjunktur innerhalb der EU mit einem Rückgang des Euro-Kurses. Sie möchten dementsprechend ein Standard-Lot mit einem Volumen von 100.000 Einheiten der Basiswährung Euro shorten, also einen Verkauf ausführen, und US-Dollar im Gegenwert kaufen. Ihr Broker setzt eine Margin von 1,00 % an, so dass Sie als FX-Trader 1.000 eigene Euro investieren müssen. Die Restsumme stellt der Online-Broker auf Kreditbasis zur Verfügung. Die Margin entspricht somit einem Hebel von 100.

Im weiteren Verlauf sinkt der Kurs tatsächlich und findet sich auf einem Niveau von 1,4950 ein, also ein Minus von 50 Pips. Als Pips werden ja Veränderungen im Währungskurs in der vierten Nachkommastelle angegeben. Hier sieht die Rechnung also wie folgt aus:

Ausgangskurs 1,5000 – neuer Kurs 1,4950 = 50 Pips Differenz

Bei Positionen mit einem Standard-Lot entspricht 1 Pip einem Wert von 10,00 US-Dollar – 50 Pips haben damit den Gegenwert von 500,00 USD. Dies ist der Gewinn für Sie als Händler. Auf Basis des aktuellen Wechselkurses lässt sich daraus ein Gewinn von 334,45 Euro berechnen. Dies gilt bei einem Verlustrisiko von 1.000 Euro – im Gewinnfall aber erhalten Sie die Rendite, die Sie mit 100.000 Euro Einsatz realisiert hätten, also den vollen Umfang der Gesamtposition. Der Forex-Broker-Test zeigt, dass Trader bei vielen Anbietern der Branche Stops und Limits einrichten können. So können Positionen automatisch geschlossen werden, sobald eine bestimmte Pip-Grenze erreicht wurde. Gewinnmitnahmen sind auf diese Weise ebenso gut möglich wie Verlustminimierungen.

sebastianhell1

Mein Fazit

Die Europäische Zentralbank hat die Leitzinsen gesenkt? In diesem Fall ist mit einem Rückgang des Eurokurses zu rechnen. Solche und andere Gelegenheiten können Händler nutzen, um über Online-Broker auf sinkende Forex-Kurse zu wetten. Aufgrund der hohen Volatilität des Marktes für Devisen gibt es zwar nie eine Garantie, aber doch recht verlässliche Indikatoren für wahrscheinliche Kursentwicklungen. Diese zu erkennen und entsprechende Maßnahmen ergreifen zu können, dies ist das Ziel einer guten Ausbildung beim Broker und der Forex-Handel-Erklärung. Dabei sollten sich Trader im Forex-Broker-Test vor allem mit den Gebührenmodellen der Broker befassen und zugleich sehr bewusst abwägen, welche Währungspaare sie in welcher Situation für den Handel auswählen. Hier kommt unter anderem den Rendite-Zielen eine zentrale Bedeutung zu.

Autor: RP