Die Orderarten für FOREX in der Übersicht

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Forex Broker bieten ihren Kunden über die Handelsplattformen die Gelegenheit zum Einsatz diverser Orderarten. Gute Anbieter arbeiten gleich mit einer ganzen Reihe solcher Orderarten, so dass Händler flexibel auf die jeweils aktuelle Situation am Devisenmarkt reagieren können
  • Etliche Orderarten dienen in erster Linie dazu, drohende Verluste zu begrenzen oder bereits erreichte Gewinne gegen Kursentwicklungen während der Haltezeiten abzusichern
  • Zum Teil erlauben Online Broker die Nutzung bestimmter Handelsarten nur in Verbindung mit gewissen Forex-Instrumenten und zu begrenzten Handelszeiten, so dass Trader ihren potentiellen Software-Anbieter auch diesbezüglich genau auswählen müssen

FOREX Orderarten

Um was es sich beim Devisen-Trading im Einzelnen handelt, wissen Einsteiger meist bereits. Und in der Tat ist der Handel mit bzw. das Wetten auf Kursveränderungen bei Währungspaaren durchaus anfängerfreundlich. Allerdings ist es für Händler in spe bei der Forex-Handel-Erklärung ihres Online-Brokers keineswegs damit getan, dass sie die Basis-Funktionsweise des FX-Tradings verstehen. Je nach Broker gibt es verschiedene Orderarten, für die Händler ebenfalls ein Verständnis entwickeln müssen, um auf jede Situation am Markt und die daraus entstehenden Gelegenheiten optimal vorbereitet zu sein. Das Wissen um die diversen Orderarten zählt prinzipiell zu den Grundlagen, ohne die der Devisenhandel im schlimmsten Fall vollkommen erfolglos abläuft und im besten Falle allein vom persönlichen Glück geleitet wird.

FX-Handel sollte gut und präzise geplant werden

Das sind keine akzeptablen Umstände, denn selbst die beste Anfänger-Glückssträhne ist irgendwann einmal vorüber. Besser also, Sie lernen gleich zu Beginn alle wichtigen Fakten kennen. Dabei sind die Orderarten mindestens ebenso wichtig wie die handelbaren Basiswerte (Majors, Minors bis zu den exotischeren Währungen) sowie die Einstiegs-Anforderungen für die Kontoeröffnung und das Eröffnen eigener Positionen. Früh zeigt sich beim Vergleich der Forex-Broker in vielen Fällen, dass es bei den Orderarten sowohl Basics gibt als auch besondere Angebote, die nicht überall genutzt werden können, was einmal mehr für einen sehr genauen Broker-Test spricht. Die von den Online-Brokern gebotenen Möglichkeiten variieren häufig erheblich – ein Grund mehr für einen umfassenden und vor allem objektiven Blick auf die Handelsarten, die mehr oder weniger oft genutzt werden können. Abhängig ist die Auswahl wenigstens zum Teil von den verwendeten Handelsplattformen, wie sich im Vergleich zeigt. Sehr viel Spielraum bietet die Handelsplattform MetaTrader in den Versionen MT4 und MT5.

Erkennbar ist auch, dass die Begrifflichkeiten teilweise recht unterschiedlich sind. So sind einige Handelsarten bei manchen Brokern eher als Extra-Funktion zu finden, während andere Betreiber von Brokerage-Angeboten den Begriff der Handels- oder Orderart nutzen, wenn von „Stops“, „Limits“ und anderen Dingen die Rede ist.

Orderart 1: Market Order – die direkte Ausführung

Trader, die auf einen zeitlichen Vorlauf verzichten möchten und Orders direkt vom Forex-Broker ausführen lassen, setzen auf die „Market Order“, „Direct Market Order“ oder „Market Execution“. Die verschiedenen Titel bezeichnen alle dasselbe: Es geht darum, unmittelbar ohne Wartezeit einzusteigen. Oft reicht hierzu eine so genannte „One-Click-Order“, also die Ausführung durch einen einzigen Klick auf den ausgewählten Handelswert. Dies kann zum Beispiel aus Charts heraus erfolgen oder aus der so genannten Asset-Liste – also der Zusammenstellung aller handelbaren FX-Instrumente im Broker-Portfolio. In den Forex-Handel-Erklärungen nahezu aller Broker finden sich ausdrückliche Hinweise dazu, wie die Software das Long- oder Short-Gehen auf diesem Wege möglich macht.

Die Ausführung sollte dabei automatisch zum aktuellen Handelskurs erfolgen, sofern der Anbieter zu den Online-Brokern gehört, bei denen die Kursstellung generell in Echtzeit erfolgt. Diesen Aspekt sollten Trader im Kontext einer Market-Order unbedingt im Blick behalten. Hier geht es darum, dass Broker die Auftrags-Weiterleitung sofort erledigen. Grundlage bei der Umsetzung der Order-Aufträge sind im Falle eines Kaufs („Buy“) der angegebene Ask-Kurs, im Verkaufsfall („Sell“) legt der Broker den Bid-Kurs zugrunde. War die Prognose zur Kursentwicklung korrekt, verbuchen Sie als Forex-Trader den vorab bekannten Gewinn. Von diesem Gewinn ziehen Broker einen mehr oder weniger hohen Spread (Differenz zwischen An- und Verkaufspreis) als eigenen Verdienst bzw. als Trading-Gebühr ab. Market Orders sind ideal für Trader, die Wert auf eine schnelle Ausführung legen. Die beste Option ist diese Handelsart aber nicht immer, gerade aufgrund möglicher Re-Quotes.

Weitere Orderarten fürs ambitionierte Forex Trading

Über die direkte Market Order hinaus gibt es auf den Handelsplattformen der Online-Broker verschiedene weitere Orderarten, die oft unter einem Oberbegriff wie „Pending Orders“ zusammengefasst werden. Die Listen dieser zusätzlichen Arten von Order-Ausführung fallen unterschiedlich lang aus und können gerade für sehr ambitionierte oder gar professionelle Trader ein Hinweis darauf sein, was ein FX-Broker unter idealen Bedingungen bietet. Alle diese Orderarten können hier aufgrund des Facettenreichtums nicht aufgelistet werden, weshalb wir im Folgenden auf die häufigsten eingehen.

Orderart 2: Take Profit Orders

Wie bereits an anderer Stelle erläutert, sind Investitionen beim Handel mit Devisen generell sowohl im Kontext steigender wie sinkender Kurse möglich. Dementsprechend ist zur Handelsart „Take Profit“ zu sagen, dass die sich dahinter verbergende „Gewinnmitnahme“ ebenfalls in beide Richtungen funktioniert. Eine gängige alternative Schreibweise für die Take-Profit-Order lautet „T/P“. Durch die Installation dieser Orderart sichern Trader Gewinne anhand selbst bestimmter Kurswerte ab. Die Forex-Broker schließen dann offene Positionen, sobald das genannte Kursziel im Handelsverlauf erreicht wird, und zwar wahlweise, wenn der Kurs über- oder unterschritten wird. Dabei geht es um die Frage, ob auf einen Kursanstieg oder ein Kursabsinken gewettet wurde. Trader haben über Take-Profit-Orders die Chance, genau zu definieren, welche Gewinne sie anstreben möchten. Einrichten können Trader diese Orderart ihrer besonderen Form wegen grundsätzlich nur nach Erreichen der Gewinnzone.

Mancher Forex-Broker erlaubt über seine Handelsplattform(en) auch das Einstellen für Teilpositionen. Das sind allerdings eher Ausnahmefälle, meist gilt die Orderart für die gesamte Position. Eine Option wäre diesbezüglich, eine gewünschte Gesamtposition in mehrere kleinere Orders aufzuteilen, um so unterm Strich dennoch die angestrebte Teilausführung (dem Volumen nach) zu erreichen. Je nach Handelsplattform müssen auch Mindestabstände für das Einstellen berücksichtigt werden, beispielsweise minimal 5 Pips. Die genauen Werte können davon abhängen, welche Währungspaare gehandelt werden, denn oft sind größere Abstände vorgesehen. Aus technischer Sicht lässt sich sagen, dass eine Take-Profit-Oder das Gegenstück bildet zur Order mit dem im nächsten Schritt thematisierten „Stop Loss“.

Nun zwei Beispiele mit einer Mindestdifferenz von 5 Pips zum Ausgangskurs für das Major-Devisenpaar EUR/USD:

Beispiel 1:

Trader X möchte beim Kurs von 1,4000 einen Euro-Kauf vornehmen, also „long gehen“. In diesem Fall müsste der „Take Profit“ bei mindestens 1,4005 eingerichtet werden. Wird dieser Wert erreicht, kommt es zum automatischen Schließen durch den Broker.

Beispiel 2:

Trader Y plant beim Kurs von 1,400 für das Währungspaar EUR/USD einen Euro-Verkauf, möchte somit short gehen. Hier muss der Take Profit bei mindestens 1,3995 festgelegt werden. Auch hier schließt der involvierte Online-Broker die Position unmittelbar in dem Moment, in dem dieser Kurswert erreicht wird.

Größere Abweichungen vom Minimum sind in beiden Fällen stets denkbar, und das genaue Ausmaß sollte auf die individuelle Risikobereitschaft abgestimmt werden.

Orderart 3: Stop-Loss als Pendant zur Take-Profit-Variante

Den Gegenpol zur Gewinnmitnahme über eine Order mit „Take Profit“ bietet der so genannte „Stop Loss“ bzw. die „Stop-Loss-Order“. Hier steht – wie es der Name bereits vermuten lässt – der Schutz des eigenen Einsatzes gegen einen allzu hohen Verlust im Mittelpunkt. Aus diesem Grund ist auch der Begriff der Verlustbegrenzung oder -absicherung gebräuchlich. Zum Einsatz kommen Stop-Loss-Orders, wenn sich die Kurse von Devisenpaaren anders entwickeln, als dies vom Trader vorhergesagt bzw. erwartet wurde. Auch hier werden die betreffenden Positionen automatisch durch die Handelsplattformen der Forex-Broker geschlossen, sobald sich die Kurse über bzw. unter die eingestellte Marke entwickeln – dies allerdings mit umgekehrten Vorzeichen zum Ansatz beim „Take Profit“.

Verluste gezielt und verlässlich eingrenzen

Über den Stop Loss richten Trader im FX-Bereich also genau genommen ein Limit ein, das für sie den maximal vertretbaren Verlust repräsentiert. Vielfach raten Broker ihren Kunden generell zur Inanspruchnahme einer Stop-Loss-Order, um drohende Verluste in Grenzen zu halten. Auch in diesem Fall gelten oftmals Mindestwerte im Bereich von einigen Pips bezogen auf den Ausgangskurs. Der Forex-Broker-Vergleich zeigt allerdings, dass es ebenso Anbieter am Markt gibt, bei denen der Stop-Loss schon im direkten Umfeld des Startkurses liegen darf. Die Empfehlung zur Stop-Loss-Nutzung ist durchaus nachvollziehbar. Aufgrund der enormen Volatilität des Devisenmarktes können Kurse kurzfristig akute Ausschläge in beide Richtungen aufweisen, gerade im Zusammenhang mit wichtigen Marktnachrichten, die oft Zinsentscheidungen der Zentralbanken oder Veröffentlichungen von Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsdaten sind.

Akute Kursveränderungen können Kurslücken verursachen

Wissenswert fürs Trading: Trotz der Stop-Loss-Aufträge kann es dazu kommen, dass Broker die Ausführung zu einem abweichenden Kurs erledigen. Dies ist beispielsweise dann möglich, wenn der nächste verfügbare Preis am Markt höher bzw. niedriger als das Limit ausfällt. Voraussetzung für die genaue Erfüllung der Stop-Loss-Order ist also das Vorhandensein des besagten Kurses. Das Risiko, das eben dies nicht garantiert ist, steigt vor allem beim Übernacht-Handel und dem Halten von Positionen über Feiertage und das Wochenende hinweg, denn hier können so genannte „Gaps“ auftreten. Dabei handelt es sich um mehr oder weniger große „Marktlücken“. So kann es bei der Wiederaufnahme des Handels am FX-Markt zu massiven Kurssprüngen nach oben wie auch nach unten kommen.

Nun zwei Stop-Loss-Beispiele mit einer minimalen Differenz von 5 Pips zum Ausgangskurs, wieder mit dem Major-Devisenpaar EUR/USD:

Trader X hat eine Long-Position auf das Devisenpaar EUR/USD mit einem Stop-Loss bei einem Kurs von 1,3450 eingerichtet. Der aktuelle Preis am Markt liegt bei 1,3500. Nun kommt es aufgrund der Zinsentscheidung einer Zentralbank zu einem akuten Kursverfall von 1,3500 auf nur noch 1,3430. Hier erfolgt der Verkauf durch den Forex-Broker zum derzeit bzw. nächsten verfügbaren Kurswert, eben auf dem Niveau von 1,3430. Sofern es die aktuelle Marktlage hergibt, können Positionen durchaus zum tatsächlichen Stop-Loss-Wert geschlossen werden.

Orderart 4 und 5: Limit-Orders für Kurse oberhalb oder unterhalb des aktuellen Kurses

Limits spielen im Rahmen der Orderarten-Paletten nahezu aller Forex-Broker in der einen oder anderen Weise eine Rolle. Im Vergleich der Online-Broker wird rasch deutlich, dass es abhängig vom Anbieter für den Devisen-Handel verschiedene Ansätze gibt, um derartige Limits einzurichten. Der technische Hintergrund ist das Bestimmen von Limit-Kursen für geplante Aufträge. Erst wenn die Bedingungen am Markt den zugrunde liegenden Parametern des Traders entsprechen, kommt es zur Ausführung über die Handelsplattform. Die beiden gängigsten Limit-Orderarten wollen wir nun etwas genauer unter die Lupe nehmen, um auch diese Möglichkeiten beim FX-Trading in Zukunft je nach Situation nutzen zu können.

Die „Klassiker“ des FX-Tradings sind an dieser Stelle:

  • Buy-Limits
  • Sell-Limits

Wie der Name beider Varianten bereits angibt, geht es um Order-Aufträge, bei denen Trader eigenständig Limits einstellen für die erwarteten Kursveränderungen. Gebräuchlich sind solche Limitierungen ihrem Namen nach sowohl im Rahmen einer Kauforder (Buy) als auch im Zusammenhang eines Verkaufs (Sell). Händler wählen diesen Ansatz, wenn sie eine Transaktion zu einem bestimmten Preis wünschen, aber nicht manuell für die Ausführung verantwortlich zeichnen möchten.

24 Stunden am Tag Traden ohne Anwesenheitspflicht

Vorteilhaft sind Limits somit zum Beispiel, wenn Anleger die rund um die Uhr bestehenden Chancen nutzen möchten, aber aus beruflichen Gründen oder zur Nachtzeit nicht selbst aktiv werden können. Geht man davon aus, dass der Preis am Markt steigen wird, kommen Buy-Limits zum Einsatz, umgekehrt sind Sell-Limits lohnende Order-Ausführungen, wenn mit einem Sinken des Preises gerechnet wird. So kann in beiden Fällen eine Order am Markt auf den Weg gebracht werden, ohne dass der Trader in Eigenregie über seinen Online-Broker aktiv werden muss. Die Verantwortung für die Ausführung liegt fraglos dennoch beim Händler selbst. Die potentielle Glattstellung kann oft für einen gewissen Zeitraum aufrechterhalten werden – ganz gleich, ob der Forex-Trader zeitweilig abwesend ist oder ob der Rechner vollständig ausgeschaltet ist. Tritt das erhoffte Kurs-Ereignis ein, werden die limitierten Long- oder Short-Positionen eröffnet.

Nachträgliche Anpassung nicht bei jedem Forex-Broker ausgeschlossen

Interessant ist oftmals auch die Einrichtung von Buy-Limit-Orders oder Sell-Limit-Orders, wenn Positionen bereits eröffnet wurden. Auch dies ist ein relevantes Szenario beim Trading über den optimalen Forex-Broker. Als Basis für die Aufträge eignen sich wahlweise Widerstands- oder Unterstützungs-Marken im Verlaufe der Kursentwicklung. Unterstützungen sind gut für Buy-Limit-Orders geeignet, die Alternative „Sell-Limit“ wiederum passt gut zum Durchbrechen von Widerstandslinien. Gerade wenn die besagten Marken bereits zum zweiten Mal berührt wurden, sind Orders dieser Art ein spannender Trading-Weg. Das Gleiche gilt für kurzfristige Veränderungen wie vorübergehende Durchbrüche nach unten oder oben. Ein limitierter Kauf ist gut geeignet, geht man von einem erneuten Anstieg infolge eines zeitweisen Kurs-Minus aus. Auf Sell Limits trifft analog die gegenteilige Aussage zu: Hier bieten sich Gelegenheiten nach einem vorübergehenden Kursanstieg mit anschließendem Rückgang des Marktpreises.

Orderart 6: Trailing Stops

Einige Handelsplattformen wie der bekannte MetaTrader 4 oder 5 erlauben die Nutzung so genannter „nachfolgender Stops“. Gebräuchlicher ist in diesem Fall der englische Fachterminus „Trailing Stop“. Die Forex-Broker, die diesen Ansatz beim Handel mit Devisen vorsehen, sind allerdings bis dato nicht allzu zahlreich. Dennoch ist das Konzept so interessant, dass sich eine genauere Betrachtung lohnt. Im deutschen Namen „nachfolgender Stop“ steckt wie üblich bereits ein wichtiger Hinweis auf den technischen Hintergrund der Orderart. Aus der Nähe betrachtet handelt es sich dabei eigentlich eher um eine spezielle Art einer Stop-Loss-Order. Hat ein Forex-Trader eine Long-Position eröffnet und steigt der Kurs im Folgenden, verändert sich der Stoppwert bzw. das Kursziel für den Stopp mit dem Kursanstieg des Währungspaars.

Aufmerksamkeit bleibt für Trader oberste Priorität

Im Falle eines Kursrückgangs nach Positions-Eröffnung bleibt eine solche Änderung allerdings aus. Oft findet sich an diesem Punkt der Begriff eines „Trigger-Preises“, der angibt, zu welchem Kurs eine Order ausgelöst wird. Der Trailing Stop dient ebenfalls der Verlustbegrenzung. Wichtig für Trader: Sie müssen über die Handelsplattform ihres Online-Brokers ständig die Entwicklungen der Währungskurse im Blick behalten. Normalerweise gilt: Verändert sich der Kurs zugunsten des Händlers, kann manuell eine Korrektur des Stops vorgenommen werden, um die Trading-Kosten abzudecken oder einen Gewinn zu realisieren. Diese „Handarbeit“ können sich Kunden eines Forex-Brokers aus dem Test mit einem Trailing-Stop-Angebot ersparen. Denn hier würde der Stop-Loss im Falle rentabler Kursentwicklungen mit dem eigentlichen Kurs ansteigen. Dies führt im weiteren Verlauf zu einer Optimierung der Verlustabsicherung auf Basis des veränderten Preisniveaus.

Extras aus der Sparte der Orderarten: OCO, If-then, GTC & GFD

Jenseits dieser Orderarten gibt es abhängig vom Anbieter verschiedene weitere Modelle, die im Händlerleben eine Rolle spielen können. Für eine abwechslungsreiche Forex-Strategie gilt es, auch sie zu kennen.

OCO-Orders

Eine dieser Varianten ist das unter dem Namen „OCO“ geführte Konzept „One cancels the other“ – auf gut Deutsch: „Eine Order storniert die andere“. Auch bei diesem Angebot ist der Titel gewissermaßen Programm. Üblicherweise kommen hierbei zwei Order-Aufträge zum Einsatz, die in direkter Verbindung zueinander stehen. Grundlage der Orderart ist, dass die Forex-Broker im Auftrag ihrer Kunden eine der beiden Orders automatisch auflösen bzw. stornieren, sofern die andere ausgeführt wird. Dies geschieht generell ohne zeitlichen Verzug und ohne die Gefahr, dass auch die zweite OCO-Position ausgeführt wird.

Diese Orderart ist genau genommen ein Bindeglied zwischen den Orderarten zur Gewinnmitnahme und denen zur Absicherung von Verlusten. Denn sie kann ähnlich wie eine „Take Profit“-Order aber auch wie eine „Stop-Loss“-Order funktionieren. Hierbei geht es darum, dass entweder im Falle eines Absinkens des Preises unter den eingerichteten Kurs ein Stop ausgelöst wird oder das Limit beim Kursanstieg über den Zielpreis in Kraft tritt. So oder so: Wird eine Position auf den Weg gebracht, entfällt die zweite.

If-then-Orders

Dies trifft auch auf die Order-Variante „If then“ zu, die im Portfolio manches Devisen-Brokers zu finden ist. Der Unterschied besteht darin, dass in diesem speziellen Fall die zweite Order umgesetzt wird, sobald die erste ausgeführt wurde. Ein guter Ansatz ist dabei, dass die Orderart das Einrichten eines automatischen Stop-Loss-Auftrags erlaubt, wenn die Position zuvor als Limit-Order abgewickelt wurde. Generell ist die If-then-Order (auch „IF/THEN Order“) ein gutes Instrument zur Erweiterung und Kombination von limitierten Aufträgen oder Positionen mit Stop-Loss-Funktion. So wichtig und interessant diese Orderart für das Trading mit Devisen sein kann, so selten bieten sie die Broker in der Forex-Handel-Übersicht an. Gibt es die Orderart, lohnt sich ihr Einsatz, weil es Sie bei gleichbleibenden Erfolgschancen zeitlich spürbar entlastet, wenn Sie als Händler keine Zeit haben, um immer über veränderte Währungspaar-Kurse up to date zu sein.

Orderarten „Good till cancelled“ (GTC) und „Good for the day“ (GFD)

Anders als bei vielen anderen Orderarten geht es bei der Orderart „Good till cancelled“ nicht um die Ausführung eines Auftrags unter Berücksichtigung eines eingeschränkten Order-Limits. Sprachlich lässt sich der Fachbegriff mit „Order bis zum Widerruf“ ins Deutsche übersetzen. Diese Variante, die gerne als „GTC“ abgekürzt wird, ist nicht nur bei Forex-Brokern, sondern gleichermaßen bei Anbietern aus anderen Trading-Bereichen bekannt. Im Grunde handelt es sich bei der GTC-Order weniger um eine eigenständige Orderart. Eher kann man hierbei von einem Zusatz zu einer Order sprechen. Trader haben so die Gelegenheit dafür zu sorgen, dass ihre Orders auf unbestimmte Zeit im Handelssystem ihres Online-Brokers aufrechterhalten bleiben – so lange, bis sie der Auftraggeber selbst wieder löscht oder der Markt die Ausführung der Order erlaubt.

Broker streichen Positionen teilweise nach Fristablauf

Mehrheitlich existieren diese Orders als so genannte „Tages-Orders“ im System bzw. im Orderbuch der Anbieter. Dies aber bedeutet nicht, dass sich nicht auch die Devisen-Broker selbst das Recht zum Schließen der Positionen vorbehalten. Trader müssen bei GTC-Orders im Hinterkopf behalten, dass die Aufträge unter Umständen zu einem ungünstigen Zeitpunkt ausgeführt werden können. Etwa, wenn man gerade ohnehin mit einem hohen Handelsvolumen arbeitet und die besagte Order längst vergessen hat. Auch aus diesem Grund finden sich im Forex-Broker-Test etliche Anbieter, die ein fixes Zeitlimit setzen, oft 6 oder 12 Monate.

Kombination mehrerer Orderarten und Extra-Funktionen

In vielen Fällen eignen sich GTC-Orders bestens als Ergänzung zu Stop-Loss- und Limit-Aufträgen. Eine Eingrenzung der GTC-Order sieht die Variante „GFD“ vor. Die Abkürzung steht für „Good for the day“, was an sich eine ausreichende Erklärung darstellt. Wer das spätere Auslösen einer längst in Vergessenheit geratenen Order verhindern möchte, kann mittels der (eher selten nutzbaren) GFD-Order dafür Sorge tragen, dass nicht ausgeführte Positionen spätestens zum Ende des Handelstages automatisch vom FX-Broker gelöscht werden. Das Canceln müssen die Händler also nicht selbst erledigen. Orders vom Format GFD und GTC werden häufig als „Orderarten mit zeitlichem Bezug“ bezeichnet.

sebastianhell1

Mein Fazit

Die genannten Orderarten sollten in keiner Forex-Handel-Erklärung fehlen. Schlicht aus dem Grund, weil sie in gewisser Weise so etwas wie Standards oder Klassiker unter den Trading-Varianten sind. Sie eignen sich spätestens nach dem Forex-Trading-Lernen für Anfänger und fortgeschrittene Händler gut, um auch ohne das eigentliche automatische Trading auszukommen, das ebenfalls Bestandteil vieler Handelsplattformen ist. Trader haben so vielleicht nicht direkt die Chance, zügig zum Forex-Millionär zu werden. In jedem Fall sind die Orderarten aber ein guter Weg, um trotz aller Möglichkeiten zur manuellen Einflussnahme nicht ständig den FX-Markt kontrollieren zu müssen, aber dennoch Profit zu erzielen.

Dabei können Positionen unter Einbeziehung der Varianten vollständig automatisiert oder ganz von Hand ausgeführt werden. Nichts spricht gegen einen parallelen Einsatz im Alltag. Nicht selten ist es gerade die Kombination verschiedener Varianten, die es erlaubt, sich schrittweise mit allen Funktionsweisen des Handels zu befassen, um sich zu einer eigenen Forex-Strategie voranzuarbeiten. Nicht zu vergessen ist dabei: Limits und Co. sind ein wesentlicher Teil wohl jeder guten Strategie, was den Broker-Vergleich hinsichtlich der Auswahl an Orderarten umso bedeutender macht. Unerheblich ist dabei die Frage, welche Währungspaare am Devisenmarkt von Händlern für das Ausführen von Positionen bevorzugt werden.

Autor: RP