Leverage (Hebel) und Margin bei FOREX

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Die Margin als Sicherheitsleistung für das Eröffnen von Forex-Positionen bildet zusammen mit dem maximalen Hebel (Leverage) die elementaren Rahmenbedingungen, unter denen Händler Orders ausführen können, und insbesondere mit welchem Höchsteinsatz
  • Die Margin und der maximale Hebel für den Devisenhandel sind unmittelbar miteinander verbunden und erlauben zumeist, wenn einer der beiden Werte bekannt ist, die Berechnung des jeweils anderen Wertes
  • Die Margin gibt an, über welche Summen Händler mindestens auf ihrem Trading-Konto verfügen können, was vor allem der Absicherung im Verlustfall dient. Der maximale Hebel, der zum Teil bei bis zu 1:400 liegt, erlaubt Händlern, für jeden Euro Eigenkapital ein Vielfaches in Positionen investieren zu können

Leverage und Margin

Der Grund vieler Anleger dafür, eine Entscheidung zugunsten des Devisenhandels zu treffen, ist die Möglichkeit, oft schon mit einem sehr geringen Mindesteinsatz Positionen eröffnen zu können. Das Geheimnis, das im Grunde keines ist, liegt im so genannten Hebel, der auch als „Leverage“ bezeichnet wird. Spricht man im Forex-Broker-Vergleich von der Hebelwirkung, kommt automatisch auch der zweite elementare Aspekt zur Sprache, die Margin. Leverage und Margin gehen bei FOREX-Anbietern schlichtweg Hand in Hand und lassen sich im Prinzip kaum voneinander getrennt beobachten und erklären. Der Begriff Margin kann als „Sicherheitseinlage“ oder „Sicherheitsleistung“ übersetzt werden.

Welchen Einsatz müssen FX-Trader mindestens leisten?

Der Online-Broker-Test zeigt, dass diese Faktoren kein Bestandteil der Tradingkosten oder der Gebühren für die Order-Ausführung sind. Die Margin-Anforderungen geben an, wie viel Kapital FX-Händler auf ihrem Konto hinterlegen müssen, um eine Position eröffnen zu können. Zugleich entscheidet der jeweilige Kontostand als Margin im Grunde darüber, in welcher Höhe Forex-Broker-Kunden unter Berücksichtigung des maximalen Hebels Trades ausführen können über die Handelsplattform eines Anbieters. Sowohl die Margin als auch der Hebel variieren je nach Forex-Broker und teilweise auch mit Blick auf die unterschiedlichen handelbaren Währungspaare. Die meist gehandelten Devisenpaare erlauben oft den Handel mit stärkerer Hebelwirkung und verlangen parallel oftmals eine geringere Sicherheitsleistung. Im Gegenzug dazu gibt es aber ebenso Anbieter für den Forex-Handel, die einheitliche Werte zugrunde legen. Der Broker-Vergleich ist also auch aus diesem Grund unerlässlich.

Maximale Leverage mit Vorsicht genießen

Gängige Werte für den maximalen Hebel liegen im Bereich von bis zu 400:1. Dies bedeutet, dass mit einem Euro Einsatz bis zu 400 Euro eingesetzt werden können. Die Restsumme wird letztlich auf Kreditbasis über die Forex-Broker bereitgestellt. Die Margin liegt im genannten Beispiel entsprechend bei 0,25 Prozent der Wunschsumme für die zu eröffnenden Positionen, also eben 100 % geteilt durch 400. Bei einem Maximalhebel von 200:1 beträgt die Sicherheitsleistung 0,50 Prozent, bei 100:1 entsprechend 1,00 Prozent. Die Umrechnung ist somit denkbar einfach. Gemessen werden die Margin-Anforderungen auf die zu handelnden Lots – in der Regel also auf ein Standard-Lot mit 100.000 Einheiten der Basiswährung im Währungspaar. Etliche Betreiber weisen in ihren Forex-Handel-Erklärungen darauf hin, dass die Basisdaten an dieser Stelle jederzeit geändert werden können. In der Realität geschieht dies aber eher in Zeiträumen von mindestens einem Monat. Neben der Schreibweise der Form 100:1 ist die Variante 1:100 ebenso gebräuchlich, ohne Unterschied in der Bedeutung.

Ein Hebelwert von 100:1 würde Folgendes bedeuten:

Möchte ein Trader X eine Position mit einem Trading-Volumen von 1.000.000 Euro eröffnen (etwa beim Devisen-Paar EUR/USD), müsste ein Eigeneinsatz von 10.000 Euro erbracht werden. Heruntergerechnet auf ein Mini-Lot mit 10.000 Einheiten der Basiswährung müsste der eigene Einsatz sogar nur 100,00 Euro betragen. So wird das FX-Trading rasch zum interessanten Investment für Kleinanleger, die Alternativen zu klassischen Geldanlagen suchen.

Forex-Broker nennen Risiken und Chancen der Hebelwirkung

Der Seriosität der Forex-Broker ist es geschuldet, dass sie Kunden ausdrücklich darauf hinweisen, dass der Handel mit einem sehr hohen Hebel mit einem ebenso hohen Verlustrisiko verbunden ist. Eine einzige verlustreiche Position mit maximalem Hebel kann rasch eine ganze Reihe erfolgreicher Positionen zunichte machen. Die Einstellung des Hebels ist also ein unverzichtbarer Teil des persönlichen Money- und Risk-Managements. Von der Margin aus lässt sich (auch in Verbindung mit dem Mindesteinsatz eines Online-Brokers) komfortabel der maximale Hebel berechnen und vice versa.

Im Zusammenhang mit der Sicherheitsleistung darf der so genannte „Margin Call“ nicht unerwähnt bleiben. Dieser „Ruf“ tritt in Erscheinung, wenn Händler über die Leverage mehr Guthaben verlieren, als sie selbst eigentlich investiert bzw. auf dem Händlerkonto bereitgestellt haben. Bei welchem Restguthaben (meist prozentual auf den Einsatz bezogen) diese Nachricht vom Broker kommt, kann nicht pauschal beantwortet werden, weshalb Sie diesem Punkt im Forex-Broker-Test durchaus einige Aufmerksamkeit widmen sollten.

An diesem Punkt sind nachfolgend drei Szenarien möglich:

Szenario 1: Der Forex-Broker sieht in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) die so genannte Nachschusspflicht vor. Diese Forderung sieht vor, dass ein Trader zusätzliches Guthaben aufs FX-Konto transferieren muss, um die zeitweilig entstandenen Kursverluste auszugleichen. Faktisch ist die Nachschusspflicht mittlerweile weitgehend aus den AGB der Broker verschwunden. Dies ist insofern ein Vorteil, weil früher oftmals erhebliche Nachzahlungen erforderlich waren, die je nach Leverage-Einstellung zu einem massiven Verlust führen konnten.

Szenario 2: Broker führt den Margin Call aus, der Trader geht darauf ein. Fallen die Verluste in offenen Positionen vorübergehend so hoch aus, dass das Konto-Minus nicht über die verfügbare Sicherheitsleistung ausgeglichen werden kann, kommt es zum Margin Call, der sozusagen eine Alarmfunktion übernimmt. Der Ruf erfolgt meist, wenn sich allmählich abzeichnet, dass das Guthaben als Verlustabdeckung in absehbarer Zeit nicht mehr ausreichen wird. Forex-Trader bekommen so die Gelegenheit, das Schließen der Positionen durch den Broker zu verhindern.

Szenario 3: Der Trader lässt den Margin Call außer Acht. Eine Pflicht zum Guthaben-Nachschuss besteht in der Regel nicht mehr bei Anbietern aus dem Forex-Broker-Vergleich. Kommt man als Händler im Moment des Margin Calls zu der Erkenntnis, dass die Position nicht mehr den erhofften Gewinn einbringen kann, ist es durchaus eine Alternative, gar nicht auf den Call zu reagieren. In diesem Fall wird es zur Positionsschließung durch den FX-Anbieter kommen, sobald die Margin keine Deckung des Kursverlustes mehr darstellt. Am Ende wird so ein noch höherer Verlust umgangen. Man kann dabei sagen: Keine Reaktion ist auch eine Reaktion.

sebastianhell1

Mein Fazit

Alles kann, nichts muss – so könnte der maximale Hebel im Forex Trading auch erklärt werden. Trader sollten sich stets bewusst machen, dass die Leverage Risiko und Chance zugleich ist. Mit einem Euro Einsatz „auf Pump“ mitunter bis zu 500 Euro bewegen zu können, ist zwar reizvoll. Doch gerade Anfänger sollten vom maximalen Hebel eher zurückhaltenden Gebrauch machen. Insgesamt gesehen macht die Hebelwirkung den Handel mit Devisen für normale Anleger überhaupt erst möglich. Es braucht lediglich ein gesundes Verhältnis zu den Gefahren des volatilen Währungsmarktes, um das eigene Schicksal nicht zu sehr zu strapazieren und nicht ständig ein x-Faches des eigenen Gesamtkapitals einzusetzen bei neuen FX-Positionen. Denn nicht nur die Gewinne vervielfachen sich, wenn Sie in Echtzeit große Summen über Währungspaare bewegen. Für jeden Händler gibt es nun einmal ein maximales Risiko, das sich vor allem aus den finanziellen Mitteln ableiten lässt.

Autor: RP