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Elektronische Netzwerke und Trading

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Um erfolgreich in den Devisenhandel einsteigen zu können, müssen Trader die verschiedenen Ausrichtungen der FOREX Broker kennen und verstehen. Einige Anbieter zeichnen selbst für die Kursstellung verantwortlich, andere beziehen die Kurse direkt von den Märkten, renommierten Nachrichtenagenturen oder Trading-Partnern in einem Netzwerk
  • Die Arbeitsweise der Broker hat in der Regel nicht nur Einfluss auf den Aktionsspielraum beim Devisenhandel, sondern wirkt sich zudem oft auf die zu erwartenden Handelskosten und damit auf die Rendite aus
  • Auswirkungen hat die Vorgehensweise der Broker auch auf die Ausführung der Positionen insgesamt – eine direkte Eintragung ins Markt-Orderbuch beispielsweise garantiert Tradern eine umgehende Abwicklung

elektronische netzwerke und tradingIm Alltag begegnen Händler im Devisen-Sektor auf der einen Seite sehr unterschiedlichen Handelsplattformen und Orderarten, mit denen Forex-Broker ihren Kunden die Gelegenheit zum Investieren im FX-Bereich bieten. Auf der anderen Seite unterscheiden sich aber gleichermaßen die wirtschaftlichen Ausrichtungen der Broker. Gemeint ist damit bei einem Online-Broker-Vergleich die Frage, wie es bei den Brokern zur Stellung der Kurse und zur Abrechnung der Gebühren kommt. An genau diesem Punkt zeigen sich deutliche Unterschiede, die am Ende Auswirkungen auf die maximale Rendite haben können. Zudem zeigt sich, dass manche Broker selbst die Gegenpositionen zu den Devisen-Orders ihrer Kunden halten, in anderen Fällen werden die in Auftrag gegebenen Positionen der Kunden einzig und allein an Anbieter-Partner am internationalen Devisenmarkt weitergeleitet.

Broker richten sich mit Angeboten an bestimmte Zielgruppen

Viele Forex-Broker vertrauen auf Netzwerke namens ECN und Trading-Angebote, um ihren Händlern den Einstieg in den Markt zu ermöglichen. ECN Trading wird in so mancher Erklärung zum Forex-Handel als eine Art Klassiker unter den Handelsmodellen bezeichnet. Auffällig ist im Broker-Vergleich, dass Angebote dieses Formats oft eher als unechte ECN-Broker bezeichnet werden sollten, wenn man die Definition des Begriffs „ECN“ ganz genau nimmt. Doch was ist überhaupt mit dem Terminus gemeint, wie funktioniert der Handel und für welche Zielgruppe eignen sich Handelsmodelle, die in dieser Sparte des Online-Broker-Vergleichs anzutreffen sind?

Der ECN-Begriff auf dem Prüfstand – wie geht die Kursstellung vonstatten?

  • ECN-Broker zeichnen sich dadurch aus, dass die Anbieter auf ein Netzwerk mit verschiedenen Partnern setzen. Auf diese Weise haben Trader denkbar gute Chancen, jederzeit die besten Marktpreise für den Handel abrufen zu können
  • e größer das elektronische Netzwerk der Liquiditätsgeber, desto stärker fällt der Wettbewerb aus, so dass am Ende vor allem die Händler davon profitieren können
  • Kunden von ECN-Brokern müssen in vielen Fällen im Rahmen der Kontoeröffnungen größere Mindesteinlagen vornehmen, um in den Handel starten zu können. Dafür setzen Broker im Gegenzug nicht selten sehr faire Spreads an und informieren sehr genau über mögliche Kommissionen und andere Trading-Nebenkosten

Der englische Begriff „ECN“ steht als Abkürzung für „Electronic Communication Network“. Kommunikation spielt also in diesem Kontext eine sehr zentrale Rolle. FX-Broker vertrauen hierbei auf ein Netzwerk verschiedenster Liquiditätsgeber. In vielen Fällen sind dies erwartungsgemäß Banken, die in den Devisenhandel involviert sind. Doch auch andere Partner können beim ECN Trading die Mittel für den Handel zur Verfügung stellen und Kursangebote unterbreiten. Ob nun Banken oder internationale Börsen: Alle Partner werden bei einem Broker vom ECN-Typ an der Kursstellung beteiligt. Der Ursprung dieses Ansatzes findet sich im Bereich des Aktienhandels, wo sich Aktienkurse früher aus den Daten verschiedener Börsenplätze ergaben. Über die Jahre indes hat sich das „elektronische Kommunikationsnetzwerk“ insbesondere unter Devisen-Brokern etabliert.

Trader profitieren dabei ausdrücklich von der Beteiligung der verschiedenen Mitglieder solcher Netzwerke, da sie so in den Genuss der jeweils besten Kauf- und Verkaufspreise kommen können. Dass es am Markt eher wenige Betreiber mit eigenen ECN-Netzwerken gibt, lässt sich vor allem mit den vergleichsweise hohen Kosten für den Netzwerk-Aufbau und die Aufrechterhaltung der Systeme erklären.

Trader können Orders im Netzwerk direkt und schnell ausführen lassen

Dabei sind die Kosten für Betreiber im digitalen Zeitalter rapide gesunken. Trader erhalten mit Handelsplattformen wie den Modellen des MetaTraders über ihre Broker Zugang zum virtuellen Trading-Netzwerk. Zum Netzwerk gehören dabei oft auch andere Broker und institutionelle Anleger. Der wesentliche Vorteil ist in der sehr großen Liquidität zu sehen. Wie der Devisenhandel allgemein werden auch die ECN-Broker nicht über eine normale Börsenaufsicht reguliert. Alle Marktteilnehmer in einem ECN haben die Möglichkeit, ihre Orders direkt ins Orderbuch einzutragen. Die Kursstellung erfolgt stets auf Basis des aktuellen Verhältnisses von Angebot und Nachfrage, die Ermittlung wird somit nicht von einer Aufsicht festgelegt. Die Ausführung geht automatisch vonstatten. Die Netzwerke zeichnen sich dadurch aus, dass mit der Zunahme der beteiligten Parteien ein Liquiditätsanstieg entsteht, was üblicherweise vor allem die Höhe der Spreads zugunsten der Anleger verändert. Allgemein fällt auf, dass die Ausführung von Orders über ECN-Broker sehr schnell erfolgt.

Unterschiede bei Spreads zwischen den verschiedenen Broker-Arten

Grundvoraussetzung bei ECN-Brokern ist, dass Orders vom Forex-Trader selbst direkt ins Orderbuch eingetragen werden. Andere Anbieter, beispielsweise STP-Broker, leiten die Orders ihrer Kunden dagegen ans Netzwerk weiter. Die Netzwerk-Verbindung ist unverzichtbar, damit es sich um einen echten FX-Broker im ECN-Format handelt. Die Spreads fallen bei STP-Brokern zudem häufig höher aus, weil die Anbieter für die Vermittlung ans Netzwerk eine Gebühr erheben. Bei einem „echten“ ECN-Anbieter können Händler ihre zuvor erstellten Aufträge samt Kursentwicklungen im Idealfall in Echtzeit im Blick behalten. Der Einblick ins Orderbuch sorgt zudem dafür, dass Trader jederzeit über die zugrunde liegende Liquidität Bescheid wissen. Mehr Transparenz können sich Anleger also im Grunde kaum wünschen. Die Broker können den Status quo in diesem Fall nicht verschleiern.

Ein wesentlicher Vorzug des ECN Tradings ist weiterhin darin zu sehen, dass ECN-Broker einzig über Kommissionen und Spreads Umsatz generieren. Sie treten nicht selbst als „Gegner“ bei den Positionen ihrer Kunden an.

Klare Faktenlage bei Kommissionen interessiert vor allem „Scalper“

Die besagten Kommissionen sind Händlern bei dieser Art von Forex-Broker stets bekannt, sodass das sprichwörtliche böse Erwachen damit ausgeschlossen ist. Verglichen mit so genannten Market Makern fallen die Kommissionen auf das klassische Standard-Lot bezogen gering aus. Gleiches gilt für die Spreads. Als Market Maker treten Broker beim Handel als Gegenpart zum Trader auf. Übrigens: ECN-Angebote erlauben Händlern vor allem auch den Einsatz von Scalping-Strategien, um über die Kursabstände zwischen den Spreads Rendite zu erreichen. Die Ausführungsgeschwindigkeiten liegen im Online-Broker-Test deutlich über denen bei vielen anders ausgerichteten Anbietern am Markt für den Devisenhandel – ideal, um regelmäßig und im größeren Stil zu „scalpen“. In der Regel sprechen ECN-Broker Kunden mit einem mindestens fortgeschrittenen Erfahrungshorizont an. Dies ist schon deshalb nachvollziehbar, weil Händler für die Teilnahme am Netzwerk laut Forex-Broker-Test normalerweise deutlich mehr Guthaben aufs Händlerkonto überweisen müssen als etwa bei den erwähnten Market Makern.

Mindestanforderungen bei der Größe der gehandelten Lots

Fünfstellige Summen sind hier die Regel, auch bei den Vorgaben zur Positionsgröße gibt es höhere Anforderungen. So sind Mini- oder gar Micro-Lots bei Brokern mit ECN-Ausrichtung eher ausgeschlossen. Im nächsten Schritt wird oft deutlich, dass sich engagiertes Trading bezahlt macht. Oft werden von den Online-Brokern im Test geringere Gebühren angesetzt, wenn ihre Kunden ein bestimmtes Handels-Kontingent (etwa pro Quartal oder Monat) erreichen. Dass ECN-Broker eher nicht für Anfänger geeignet sind, lässt sich im Vergleich mit anderen Broker-Typen auch damit erklären, dass diese Anbieter ihren Neukunden eher selten Angebote fürs Broker-Training oder umfangreiche Forex-Trading-Erklärungen mit auf den Weg geben. Zumeist setzen diese Broker das nötige Wissen zum Devisenhandel voraus und verzichten auf weitreichende Ausbildungsangebote.

Achten Sie als Trader auf den Umfang des Leistungsspektrums

Einschränkungen finden sich oft ebenso bei den Extra-Funktionen und ihren zeitlichen Nutzungsfenstern. Sollen Stops und Limits eingerichtet werden, ist dies mitunter erst nach der Ausführung von Positionen möglich. Zur Vorsicht zu raten ist beim ECN Trading hinsichtlich der gefürchteten Nachschusspflicht. Ist diese bei vielen Market Makern nach den AGB grundsätzlich nicht zu befürchten, können die Bedingungen bei einem ECN-Broker gänzlich anders aussehen. Ein eindeutiges generelles Ja oder Nein zum ECN-Angebot gibt es genau genommen nicht. Wie immer sind es die individuellen Wünsche und Möglichkeiten, die darüber entscheiden, ob ein solcher Anbieter aus dem Forex-Vergleich im Test das Rennen machen kann. Mancher Händler nutzt je nach Situation vielleicht sogar Broker mit verschiedenen Arbeitsweisen, um jederzeit das Optimum aus dem Handel mit Devisen herauszuholen.

sebastianhell1

Mein Fazit

Ein starker Wettbewerb zwischen vielen potentiellen Anbietern am Markt ist für Käufer nicht nur beim Warenkauf ein großer Vorteil. Trader, die über ECN-Broker mit Devisen handeln, wissen ein großes Netzwerk aus Marktteilnehmern ebenfalls aus gutem Grund zu schätzen. Broker dieser Art vermitteln die Order-Aufträge ihrer Kunden – ohne eigene Beteiligung – an ihre Trading-Partner innerhalb der elektronischen Netzwerke. So kommen Anleger jederzeit in den Genuss der besten Preise innerhalb der Networking-Systeme. Je mehr Teilnehmer, desto besser fallen die Konditionen bei Long- und Short-Positionen aus. Orders werden direkt ins Orderbuch am Markt „geschrieben“, dabei treten die Broker nicht als Inhaber der Gegenpositionen zum Händler auf.

Wichtig ist die Darstellung von Kauf- und Verkaufspreisen in Echtzeit sowie eine unverzügliche Ausführung, um Kursabweichungen durch einen potentiellen Zeitverzug zu verhindern. Zudem sollten die Spreads und andere Handelsgebühren so gering wie möglich ausfallen, weshalb ein Vergleich der ECN-Broker in jedem Fall angeraten ist. Günstige Konditionen erhalten FX-Trader oft beim regelmäßigen Handeln mit Devisen im größeren Umfang.