Gold vs. Inflation – wie steht es um die erhoffte Sicherheit?

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Der Zusammenhang zwischen einer Inflation oder Deflation und den Entwicklungen des Goldpreises ist weitaus weniger nachweisbar, als es gerade private Anleger erwarten, die nur selten am Finanzmarkt bzw. im Rohstoffsektor spekulieren. Dennoch gibt es Gründe zur Annahme, dass das Edelmetall auch heute noch ein guter Schutz gegen die Risiken ist, die gerade eine Inflation für Sparer und Händler darstellt.
  • Gold erweist sich bei einer steigenden Inflation dadurch aus, dass es sehr wertbeständig und anders als „normale“ Zahlungsmittel selbst in Krisen für eine Liquidität garantiert.
  • Trotz einiger historisch prägnanter Gegenbeispiele konnte Gold als sicherer Hafen auch in den vergangenen 100 Jahren seiner Rolle gerecht werden – für viele Experten sind die seltenen Ausnahmen wie so oft die Bestätigung der Regel.

Gold als beste Möglichkeit, Inflationsrisiken aus dem Weg zu gehen?

Gold vs Inflation

Die Inflation ist eines der großen Risiken, mit denen sich Händler und Anleger in den diversen Sparten des Finanzmarktes konfrontiert sehen. Steigt die Inflationsrate, wird dies zum Problem für Investoren. Korrekturen der Leitzinssätze durch die zuständigen Notenbanken wirken sich zeitnah und unmittelbar auf die Börsen aus, so dass Anleger frühzeitig reagieren müssen, um ihr Kapital vor massiven Verlusten zu schützen. Den Kampf gegen die Inflation kennen Investoren natürlich nicht allein von Spekulationen am Goldmarkt oder den Entwicklungen der Preise von Edelmetallen über derivate Finanzinstrumente: In allen Anlageklassen nimmt die jeweils aktuelle Inflationsrate eine zentrale Position ein, wenn es darum geht zu kalkulieren, welche Gewinne nötig sind, um die angestrebte Rendite nach Abzug der Preissteigerung und der Transaktionskosten auch wirklich erreichen zu können.

Wertbeständigkeit des Edelmetalls Gold macht den Reiz aus

Gebetsmühlenartig wiederholen überzeugte Fans, dass Gold als wichtigstes Edelmetall im Grunde der einzige und vor allem einzig wahre Schutz gegen eine steigende Inflation sein kann – und übrigens auch gegen eine Deflation auf der anderen Seite. In einer genauen Auswertung aber kommen Analysten in vielen Fällen nicht unbedingt zu einem eindeutigen Ergebnis. Aber der Reihe nach, denn nicht zuletzt geht es auch um die Frage, über welche Zeiträume Anleger investieren möchten. Kommt es zur Hyperinflation, so scheint gegen die offensichtlichen allgemeinen Risiken kein Kraut gewachsen zu sein. Beim Thema Gold vs. Inflation sind Einschätzungen grundsätzlich nicht mal eben so formuliert. Das zeigen Aussagen von Experten, die sich nicht einig sind, in welchen Phasen von einer Inflation auszugehen ist und wann eine Deflation ansteht. Korrelationen zwischen der Inflationsrate und dem Goldpreis sind ebenfalls schwierig ausfindig zu machen.

Sachwerte in Krisen immer gefragt

Aber es scheint ebenso gesichert, dass Gold als die sicherste Sachwertanlage in Zeiten einer inflationären Entwicklung stets eine beliebte Wahl bei Anlegern ist. Für den sicheren Ruf des Edelmetalls gibt es durchaus gute Gründe im Vergleich zu anderen Anlageklassen, die sich komfortabel in Stichpunkten zusammenfassen lassen. Gold ist:

  • teilbar
  • transportabel
  • liquide
  • werthaltig
  • unzerstörbar

Vollständige Wertverluste können im Grunde ausgeschlossen werden

Gold zeichnet sich bei einer (deutlich) steigenden Inflation dadurch aus, dass das Risiko eines Ausfalls ausgeschlossen ist. Gold wird global gehandelt, so dass Besitzer und Interessenten im Prinzip zu jeder Zeit einen Abnehmer oder Anbieter finden werden, wenn sie nur wissen wo. Viele Beobachter des Marktes kommen in der Tat zu dem Ergebnis, dass das trotz verstärkter weltweiter Förderungen immer seltener in der Natur auftauchende Edelmetall die ideale Anlageklasse in Inflations- und Deflations-Momenten darstellt. Hier spielen in Analysen die Begriffe der „Substanz“ (während einer inflationären Phasen) und der „Liquidität“ in Zeiten der Deflation eine Rolle. Kein anderes Asset zeichnet sich parallel durch beide genannten Merkmale aus.

Nicht immer präsentierte sich Gold als Gewinngarant

Wie schwierig eine präzise Auswertung ist, zeigt ein Blick auf die Geschichte der vergangenen vier Jahrzehnten an den Märkten. So sehr die Bedeutung des Goldes als wichtiger Inflationsschutz auch hervorgehoben wird in den Medien: Es gibt ebenso Gegenbeispiele. So vervierfachte sich der Goldpreis beispielsweise in den fünf Jahren bis zum Ende des Jahres 2009, obwohl die Verbraucherpreise in den USA in derselben Zeit vergleichsweise überschaubar (um knapp 14 %) angestiegen waren. Auf der anderen Seite fiel die Inflationsrate in der Zeitspanne von 30 Jahren ab 1980 100 Prozent höher aus als in der Phase von 2009 bis 2004 – und trotzdem wies der Goldpreis einen dramatischen Preissturz auf. Ein Exempel, dass Goldfans das Wort redet, waren hingegen die 1970er Jahre. Damals erreichte die Weltwirtschaft zeitweise Inflationsraten in zweistelliger Größenordnung, was zur Folge hatte, dass der Preis für Gold um mehr als das 20-fache regelrecht explodierte.

Je gefährlicher die Krise, desto sicherer scheint Gold zu sein

Zu dieser Zeit zweifelte vermutlich niemand daran, dass bei der Fragestellung „Gold vs. Inflation“ das Edelmetall als Sieger abschneidet. Blickt man noch weiter in der (deutschen) Geschichte in die Mitte der 1920er Jahre zurück, finden sich ebenfalls Zeiten, in denen Gold der beste, ja sogar einzige Schutz fürs Vermögen war. Dies trifft im gleichen Maße auf die Zeit um die Währungsreform nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu. Naheliegend scheint die Erkenntnis, dass der Nutzen des Goldes als Schutz vor der Inflation umso größer ausfällt, je höher die Inflationsraten in der betreffenden Situation angesiedelt sind. In den wirklich massiven Krisen zweifelt vermutlich niemand an den positiven Effekten, den Gold als Inflationsschutz haben kann.

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Mein Fazit

Eine 100-prozentige Art zur Absicherung gegen die Risiken einer Inflation gibt es für Anleger natürlich nicht. Tatsächlich aber hat Gold als Anlagevariante in der Vergangenheit etliche Male bewiesen, dass in diesem Bereich weitaus bessere Chancen bestehen, um als Anleger bei sinkenden Kursen am Aktienmarkt und einem Wertverlust des Papiergeldes gerade aufgrund der hohen Wertbeständigkeit trotzdem nicht nur Sicherheit, sondern auch Aussichten auf Gewinne mit sich zu bringen. Dass es physisches Gold genau genommen in Größenordnungen für jeden Geldbeutel gibt, macht ebenfalls einen nicht zu unterschätzenden Reiz für Spekulanten aus, die entweder auf lange Sicht oder wenigstens kurzfristig einen Weg suchen, um ihr Kapital wertstabil zu investieren.

Autor: RP