Gold Einsteiger-Wissen – diese Aspekte müssen Sparer kennen

 

Ganz wie im Aktien-Sektor oder im Devisenmarkt gibt es natürlich auch für Sparer und Spekulanten, die sich für das Edelmetall Gold als richtige Anlageklasse entschieden haben, sinnvolle und falsche Momente für den Einstieg. Selbstverständlich ist es wenig ratsam einzusteigen, wenn der Goldkurs gerade einen Höhenflug hingelegt hat. Auf der anderen Seite stellt sich immer wieder die Frage: Wann ist denn das Ende der Fahnenstange beim Goldpreis erreicht und wann ist davon auszugehen, dass der Kurs noch weiter in ungeahnte Rekordsphären steigen wird? Manchmal ist selbst der beste Trend beendet, in anderen Zeiten ist eher davon auszugehen, dass der Preis schon bald weiter steigen wird. Diese Erkenntnis leitet uns nun im Bereich des Einsteiger-Wissens zur Frage weiter, wann und in welchem Zusammenhang sich Investitionen für Anleger lohnen können.

Wie so oft geht es zumindest zum Teil um das nötige Fingerspitzengefühl. In anderen Situationen verhilft die charttechnische Analyse Gold-Freunden zu den Einsichten, die es braucht, um den passenden Zeitpunkt abzupassen. Deshalb sollten Händler immer für alle Hilfestellungen ein offenes Ohr haben, um sich keine Chance entgehen zu lassen.

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • In Krisenzeiten soll Gold oft die ideale Wahl sein. Falsch ist diese Einschätzung nicht, aber Anleger sollten nicht blindlings drauflos investieren, denn nicht jeder Moment eignet sich gleichermaßen gut für den Ein- und Ausstieg am Goldmarkt.
  • Physisches Gold wird auch von Staaten bis heute zur Absicherung ihrer Devisen genutzt. Ein Manko für Anleger ist jedoch, dass Investoren in diesem Bereich generell nur über einen Preisanstieg etwas verdienen können.
  • Als Garantie für extrem hohe Gewinne sollten Anleger den Goldmarkt nicht begreifen. Allerdings stehen die Chancen gut, dass die steigende Nachfrage weltweit in Kombination mit schwierigen Wirtschaftslagen auch zukünftig gewisse Höhenflüge nach sich ziehen wird.

Physisches Gold gilt als krisen- und inflationssicher

diese aspekte muessen sparer kennenImmer wieder ist in Erklärungen zum Thema Gold davon die Rede, dass gerade Gold in Krisenzeiten im Grunde – neben Immobilienbesitz – der einzig echte Schutz für die mühsam aufgebauten finanziellen Rücklagen sein kann. Es braucht etwas „Handfestes“, um die so wichtige Vermögenssicherung erreichen, heißt es in etwa rund um physisches Gold, dessen Nachfrage in den vergangenen Jahren konstant gestiegen ist. Zum Teil ist es wohl der Ruf selbst, der dem Edelmetall als Krisenschutz vorauseilt. Was ist damit gemeint? Selbst wenn Investments in Gold nicht der erhoffte Schutz in Krisenzeiten wären – solange sich immerhin das Gerücht hält und Anleger weltweit zu Einlagen in Gold bewegt, wird sich in Krisen und Kriegszeiten auch ein steigender Goldpreis abzeichnen. Dabei gab es zuletzt durchaus Einbrüche, egal ob die Lage am Weltmarkt recht angespannt war.

Sicher, aber gänzlich ohne jährliche Zinseinnahmen

Als Krisenwährung ist und bleibt Gold interessant und sinnvoll. Allerdings geht es stets um die Hintergründe und Ziele. Denn was in Zeiten steigender Inflation der Werterhaltung dienen kann, bedeutet noch lange nicht, dass Gelder zugleich rentabel angelegt sind. Mit Gold können Anleger nun einmal nichts über Zinserträge verdienen. Zudem schwankt der Goldpreis in vielen Fällen durchaus erheblich. Zudem halten viele Analysten es sogar für wahrscheinlich, dass der Besitz von Gold per Gesetz verboten werden könnte, falls es zukünftig zu massiven Wirtschaftskrisen kommen sollte. Krisensicher, ja. Aber eine gute Geldanlage? Hier scheiden sich die Geister, da es auch in diesem Kontext verschiedene theoretische Ansätze und Schulen gibt.

Krise rund um Europas Gemeinschaftswährung bestätigt Gold-Vorteile

Zuletzt war es aus nachvollziehbaren Gründen die europaweit grassierende Euro-Krise bzw. die Angst davor, die Anleger in Deutschland nach alternativen Geldanlagen suchen und letztlich beim Gold landen ließen. Dies ging phasenweise so weit, dass bei einigen Händlern sogar Münzen und Barren zwischenzeitlich komplett vergriffen waren, so dass Händler mit ihren Anlagen abwarteten. Es gibt etliche Argumente für und gegen den Kauf des Edelmetalls. Im Prinzip müssen Investoren in spe also für sich entscheiden, welchen dieser Argumente sie letztlich folgen.

Ganz ohne Risiko ist auch Gold in der Krise nicht

Seine oft recht starken Schwankungen sind ein Punkt, der aus Sicht vieler Anleger eher gegen einen Goldkauf spricht – in der Krise aber ist die Schwankungsanfälligkeit eben auch ein Vorteil, weil Anstiege und somit Kursgewinne ebenso schnell auftreten. Der hoch spekulative Charakter des Goldes verlangt von Investoren aber natürlich ebenso das Abpassen des Zeitpunkts für einen Ausstieg. Binnen weniger Monate oder Jahre hat sich in der Vergangenheit der Kurs sowohl schon einmal verdoppelt (oder noch höhere Wertsteigerungen erreicht) wie halbiert. Die 1970er Jahre sind ein gutes Beispiel für eine Phase, in der Gold in Krisenzeiten seinen Zweck in nahezu perfekter Art und Weise erfüllen konnte. Damals legte der Goldpreis einen rasanten Höhenflug hin. In den 1980er Jahren jedoch sorgte eine Leitzinssteigerung mit dem Ziel einer Inflationseingrenzung durch die Fed (die US-amerikanische Notenbank) zu einem Einbruch des Kurses für Gold. Oft entscheiden während und außerhalb von Krisen wenige Wochen darüber, wann Anleger zu Gewinnern oder Verlierern werden.

Krisen früh erkennen und entsprechende Reaktionen ableiten

Gerade private Anleger neigen nach Einschätzungen von Experten vielfach dazu, den falschen Moment auszuwählen, um ihr Geld in Gold zu investieren. Nichtsdestotrotz ist zu attestieren: Kommen Krisen, kommt auch ein gewisser Goldboom. Wichtig ist dabei, dass es sich um „richtige“ Krisen handelt. Zudem sind Edelmetalle wie Gold – ähnlich wie Rohstoffe allgemein – elementar für die Schmuckbranche sowie die Industrie. Auch hier steigt die Nachfrage. Außerdem decken Staaten einen Großteil ihrer wirtschaftlichen Reserven auf Goldbasis. Sobald Unsicherheit an den Finanzmärkten aufkeimt, regt sich in aller Regel auch etwas im Goldsektor. Viele Anleger geben Investitionen in Aktien, Fonds und anderen Bereichen zugunsten von Goldkäufen auf. Erholt sich der Markt später wieder, kann dies zeitnah wieder zu einem Rückgang des Goldpreises führen.

Auf solche Entwicklungen müssen Sparer vorbereitet sein, um nicht zu spät auszusteigen. Dabei muss der Preis am Ende der Krisenzeiten nicht generell wieder sein Niveau aus der Zeit vor der Krise erreichen. Mitunter bleibt ein gewisser Wertzuwachs erhalten.

Zinsniveau als Indikator für Entwicklungen am Goldmarkt

Ein zentrales Argument für Anlagen in Gold sind stets niedrige Zinsen – genauer: Leitzinsen. Können Anleger bei klassischen Anlageklassen wie Tages- oder Festgeld nichts verdienen, weil die Inflation die Erträge aufzehrt, landen Anleger unweigerlich bei Gold in Krisenzeiten. Halten Währungshüter an einer Niedrigzinsphase fest, wird dies meist auch mit einer relativ hohen Nachfrage nach dem Edelmetall einhergehen. Bei Gold spielen die Zinssätze nun einmal keine Rolle, da es sie in diesem Bereich schlicht und ergreifend nicht gibt. Mancher Analyst ist darüber hinaus der Überzeugung, dass ein langes Festhalten der Notenbanken umso mehr für Gold spricht.

Aussichten für die Preisentwicklungen ein komplexes Thema

Das Problem des falschen Zeitpunkts zum Einstieg ist Anlegern nicht nur vom Gold-Investment bekannt. Hierbei handelt es sich um eine generelle Komplikation, die sich auch in allen anderen Marktsegmenten abzeichnet. Die Hoffnung, der ohnehin hohe Goldpreis müsse ohne Wenn und Aber während der Krisenzeiten noch weiter steigen, irrt nicht selten. Denn selbst dem Goldpreis sind trotz aller Spekulationen über die wahrscheinlichen Preis-Rekorde in der Zukunft Grenzen gesetzt. Nicht ohne Grund bezeichnet mancher Marktbeobachter den Boom am Goldmarkt als „älteste Finanzmarktblase der Welt“. Vervielfacht sich der Goldpreis binnen weniger Monate, sollte dies selbst Fans von Gold in Krisenzeiten zur Vorsicht bewegen.

´Gold und seine Verbindung zu anderen Finanzmarktbereichen

Dass mit Gold keinerlei Zinseinkünfte erreicht werden, eben weil hier nur über die Entwicklungen des Goldpreises Gewinne oder Verluste entstehen (Handelskosten dürfen dabei nicht außer Acht gelassen werden), mag für machen Händler eher gegen Einlagen in Gold sprechen. Da jedoch die Nachfrage nach Gold in Krisenzeiten so merklich steigt, bieten sich zumindest an anderer Stelle indirekt Vorteile, wenn Anleger nicht allein in physisches Gold investieren möchten. Gemeint sind hier zum Beispiel Aktien von Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind – also etwa Aktiengesellschaften, die eigene Mine betreiben und Gold fördern. Wer sich für dieses Investment entscheidet, kann selbstredend auch dann etwas verdienen, wenn die Aktien an sich im Portfolio verbleiben. Nämlich einmal im Jahr über Dividendenzahlungen, wobei es keine Garantie dafür gibt, dass Aktionäre tatsächlich Dividenden erhalten. Denn nicht jede AG erzielt die erhofften Gewinne, an deren ihre Anteilseigner partizipieren.

Nachfrage vorrangig im Schmuck- und IT-Branche

Mit einem Missverständnis gilt es aber aufzuräumen: Gold ist für die Wirtschaft ein kleinerer Faktor, als es sich viele Laien vorstellen können. Außer in Bereichen wie der Informationstechnologie oder der Unterhaltungselektronik gibt es wenige Wirtschaftssparten, die wirklich ständig auf die Eigenschaften des Goldes angewiesen sind. Den zahnmedizinischen Bereich gilt es hier natürlich ebenfalls zu nennen, wobei die Bedeutung in diesem Sektor ebenfalls zunehmend schrumpft. Einst wie heute ist die Schmuckindustrie der größte Goldabnehmer weltweit. Doch edlen Schmuck leisten sich Menschen in Krisenzeiten wohl eher nicht, weshalb von dort aus in der Krise kaum mit einem dramatischen Anstieg der Nachfrage zu rechnen ist. Allerdings: Gerade in Indien und anderen Ländern Asiens wird Schmuck längst ebenfalls als sicherer Anlagehafen bewertet. Dementsprechend fällt der Bedarf aus, wenn die Börsen schwächeln.

Goldmarkt durchaus ebenfalls krisenanfällig

In Vorbereitung auf die Thematik „Gold in Krisenzeiten“ sollten Anleger berücksichtigen, dass es beim beliebtesten Edelmetall damals wie heute in gewisser Weise auch um eine Blase geht. Seinen Wert erhält Gold nun einmal nicht allein durch die Nachfrage, sondern auch durch den Glauben der Anleger. Dies bedeutet letzten Endes: Sparer und potentielle Investoren einigen sich im Grunde auf den hohen Wert. In welcher Größenordnung der Goldpreis nun wirklich die Folge einer Art Blase bei Spekulationen ist, darüber herrscht Uneinigkeit bei Analysten. Dass aber zumindest teilweise von einer Anlage-Blase gesprochen werden kann, darin sind sich Experten durchaus einig. Wie heißt es so treffend: Der Glaube versetzt Berge, und das trifft auch auf den internationalen Finanzmarkt zu. Als Tauschmittel genießt Gold jedenfalls einen ausgezeichneten Ruf, was in kritischen Phasen des Marktes noch heute gilt.

Historische Daten bestätigen Krisen-Vorteile des Edelmetalls

Einen Unterschied zu früheren Krisen übrigens gibt es: In den 1920er und 1930er Jahren gab es unter anderem in Deutschland und in den USA Vorgaben zur Beschränkung des Goldbesitzes für private Anleger. US-Präsident Roosevelt setzte gar ein Gesetz in die Tat um, demzufolge Anleger private Goldreserven an die Notenbank veräußern mussten. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise kam es gar zu einem Verbot des Goldbesitzes in den Vereinigten Staaten. Auch im Dritten Reich gab es extreme Restriktionen und Kontrollen für den Besitz von Gold in Krisenzeiten. Ähnliche Verbote in zukünftigen schweren Situationen der weltweiten Wirtschaft halten Beobachter aber in der heutigen Zeit für eher unwahrscheinlich. Naheliegender ist es da eher, dass eine verschärfte Krise dem Goldkurs abermals auf die Sprünge helfen kann und wird. Zumindest in einem gewissen Maß ist dabei ein Inflationsschutz gegeben, wie die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte bestätigen.

Zertifikate sind riskant und oft alles andere als sicher

Bei Zertifikaten auf den Goldpreis aber ist Vorsicht angeraten, denn im Ernstfall sind die Schriftstücke schlimmstenfalls nicht viel mehr wert als der Inhalt des Altpapiercontainers. Die vollmundigen Versprechungen der Zertifikat-Anbieter sollten objektiv hinterfragt werden. Rutscht der Emittent in eine Pleite, verlieren auch die Papiere ihren Wert im Handumdrehen. Nur mit Glück können Kleinanleger in solchen Phasen überhaupt noch darauf hoffen, etwas vom Ersparten über den Konkursverwalter zurückzubekommen. Vielfach aber gehen Zertifikat-Besitzer in solchen Momenten gänzlich leer aus. Dabei würde es nicht einmal helfen, wenn der Goldpreis parallel zur Anbieter-Insolvenz regelrecht explodieren sollte. Anders sieht die Lage aus, wenn Anleger mit dem Edelmetall auf dem Umweg über Gold-ETFs spekulieren. Denn die Betreiber sichern ihre Fonds über „echtes“ Gold ab, die Reserven werden klassisch geschützt in Tresoren aufbewahrt für den Notfall. Kommt es zum Worst Case, sind die Einlagen der Kunden also abgesichert.

Einlagen sollten nicht nur auf dem Papier abgesichert sein

Sicherzustellen ist in diesem Zusammenhang natürlich, dass die Einlagen nachweislich über physisches Gold abgesichert werden. Andernfalls ist das Kapital auch hier verloren. Gebühren zahlen Anleger auf alle Fälle, auch wenn sie Münzen und Goldbarren kaufen und später nach dem erwarteten Kursplus verkaufen. Gerade bei kleinen Barren berechnen Banken und Händler vielfach üppige Aufschläge, die sich auf den aktuellen Rohstoffbörsen-Preis des Goldes beziehen. Wichtig ist und bleibt auch beim Gold in Krisenzeiten die Festlegung eines angemessenen Anteils für Goldinvestments auf das gesamte Budget gerechnet. Zudem sollte jeder Anleger im ersten Schritt einen ausführlichen Blick in die Präsentationen werfen, um nur in Produkte zu investieren, die zu ihren Zielen, ihrer Risikobereitschaft und den Erfahrungen passen – auch in der Krise müssen Investoren und Goldprodukte zueinander passen.

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Mein Fazit

Ob Krise oder nicht – das Edelmetall kann Chancen bieten, wenn Anleger nur ein gewisses Maß an Geduld aufbringen und nicht zu Kurzschlussreaktionen neigen. Denn oft kommt es phasenweise zu Korrekturen des Preises, bevor später wieder der nächste Boom ins Haus steht. Andererseits ist nicht jede Krise ein Garant für enorme Gewinne. Letztlich brauchen Anleger vor allem das nötige Gespür dafür, wann aus einer leichten Krisenbrise eine echte Krise wird. Je früher Investoren in diesen Situationen einsteigen, desto höher werden die Gewinne später ausfallen.

Autor: Agnes Nitsche