Goldsparplan oder Einmalkauf?

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Der Sparplan ist durchaus und gerade für Kleinanleger ein wichtiges und unverzichtbares Finanzinstrument geworden, um im Bereich des Edelmetalls Gold einsteigen zu können; immer unter der Voraussetzung, dass die erhobenen Gebühren für den Kauf und Verkauf in einem gesunden Verhältnis zu den wahrscheinlichen Erträgen stehen.
  • Die Ausgabeaufschläge schwanken nicht nur teils recht deutlich zwischen den Sparplan-Anbietern. Vor allem beeinflussen Anleger selbst durch die Höhe ihrer Einlagen im gleichen Maße die später fälligen Handelskosten.
  • Auf den passenden Zeitpunkt für den Einstieg kommt es auch im Bereich der Goldsparpläne an. Hier zeigt sich eine Parallele zum normalen Einmalkauf, bei dem es ebenfalls aufs bestmögliche Timing ankommt.

Goldsparplan – Gelegenheit, um schrittweise Einlagen anzusparen

goldsparplan oder einmalkaufDer Moment, in dem der Preis des Edelmetalls Gold plötzlich einen Kurseinbruch erlebt und so auf einmal Chancen nach sich zieht, mit denen kaum ein Anleger gerechnet hat, ist im wahrsten Sinne des Wortes kaum bezahlbar. Gleiches gilt für eine Situation, in der es überraschend zu einem dramatischen Anstieg des Goldpreises kommt – wie erst vor wenigen Jahren geschehen. Wer in einer dieser Umgebungen des Marktes entweder über ausreichend Eigenkapital für einen umgehenden Ankauf verfügt bzw. vor Jahren günstig gekauft und nun im mehr oder minder großen Stil verkaufen kann am Goldmarkt, der kann sich glücklich schätzen. Doch viele mögliche Investoren aus dem Privatanleger-Bereich verfügen gar nicht über die Möglichkeiten, in der notwendigen Weise Mittel zusammen zu sparen. Doch selbst wer es sich leisten kann, allmonatlich etwas auf die sprichwörtliche hohe Kante zu legen, sollte sich die Frage stellen, ob ein Goldsparplan oder Einmalkauf im eigenen Fall die bessere Wahl ist.

Anbieter-Auswahl wächst und stellt Anleger vor Herausforderungen

Sparpläne auf Goldbasis spielen im Handel eine immer größere Rolle. Unterm anderem auch als moderner Ansatz zur Altersvorsorge, der an anderer Stelle noch ausführlich einer Analyse unterzogen wird. Ein Grund für die wachsende Bedeutung sind zwar nicht allein die zunehmend zahlreicheren Online-Händler, die sich ebenfalls ein Stück vom boomenden Goldmarkt sichern möchten. Auch bei Banken besteht die Möglichkeit, Sparpläne abzuschließen, um mit Gold langfristig den Vermögensaufbau voranzutreiben. Doch wie steht es um die Kosten und den Nutzen? Dies gerade im Vergleich zum Einmalkauf von Barren oder im Einzelfall auch Münzen, wenngleich letztere nach Auffassung vieler Analysten mit Vorsicht zu genießen sind. Denn vermeintliche Wertsteigerungen treten nicht wirklich ein, sodass teilweise einzig der Materialwert erhalten bleibt.

Eines vorab: Sicherheit bietet auch der Kauf über einen Goldsparplan in vielen Fällen, wenn eben nicht viel Erspartes zur Verfügung steht, um am Goldmarkt zu investieren.

Allerdings sollten sich Kunden vor der Order und einem Vertragsabschluss mit einem festen monatlichen Anlagebetrag für den Goldsparplan genau mit den Gebühren beschäftigen, da es im Vergleich doch recht deutliche bis gravierende Abweichungen zwischen den Anbietern gibt. Insbesondere ist beim Sparplan-Ansatz natürlich im Vorhinein klar, dass das Vorhaben Zeit braucht. Wer Monat für Monat Geld anlegt, kann nicht mal eben so im Falle eines dramatischen Kursgewinns beim Edelmetall Höchstrenditen mitnehmen, sondern muss eher einige Jahre warten – einmal mehr entscheidet natürlich das Budget. Auch wenn viele Sparpläne schon mit Summen von nur 50 Euro im Monat angefüttert werden können, braucht es nun einmal eine Weile, bis größere Mengen zusammenkommen.

Bedingungen beim typischen Goldsparplan

Erste Analyse zu den Bedingungen beim typischen Goldsparplan →

Die Kritik an angeblich hohen Kosten für die Arbeit mit einem Goldsparplan anstelle eines Einmalkaufs hält einer genaue Überprüfung nicht immer stand. In der Tat gibt es sogar Argumente für die bevorzugte Auswahl von Sparpläne beim Preis. Günstige Anschaffungspreise beim schrittweisen Aufbau des Goldvermögens sind unterm Strich selbstverständlich ein größeres Plus im Falle eines späteren Verkaufs nach einem Kursanstieg. Eine Parallele in beiden Fällen zeichnet sich fraglos im Hinblick darauf ab, dass weder hier noch dort Zinserträge erreicht werden – auch Dividendenzahlungen wie am Aktienmarkt üblich sind ausgeschlossen. Wichtig ist beim Goldsparplan, dass die Ankäufe in physischem Gold hinterlegt und gelagert werden. Denn nur so kann ein totaler Verlust vermieden werden. Absicherungen der Rücklagen auf dem Papier (z.B. über Zertifikate, Fondsanteile oder andere Werte) sollten eine Option sein.

Transparenz sollten Anlegern im Vergleich am Herzen liegen

Eine wichtige Erkenntnis bei der Suche nach einem guten und günstigen Goldsparplan: Nicht alle Angebote zeichnen sich tatsächlich durch die beworbenen fairen und transparenten Bedingungen aus. Im Gegenteil gibt es im Vergleich einige Angebote, bei denen gerade Sparer hohe Gebühren zahlen, die sich nur kleine monatliche Einzahlungsbeträge leisten können. Bei anderen Providern wiederum erreichen Anleger über sie Preise, die unter den Konditionen für physisches Gold liegen. Dies lässt sich oft damit erklären, dass die Händler die Einkäufe für die gesamte Gemeinschaft ihrer Kunden abwickeln. Je mehr Kunden investieren, desto besser stehen also die Chancen, dass geringe Gebühren und Goldpreise angesetzt werden können. Zugleich sinken die Gebühren bei der Lagerung, wenn Großmengen unabhängig von Banken aufbewahrt werden.

Einzelne Anleger, die über Banken Gold erwerben, zahlen bei der Unterbringung im Tresor des Instituts ebenfalls mehr oder weniger hohe Entgelte. Diese wirken sich natürlich unterm Strich negativ auf die Rendite aus, die in der Gegenüberstellung und Analyse „Goldsparplan oder Einmalkauf?“ eine Rolle spielen.

Markt wächst stetig dank hoher Branchen-Umsätze

Die Zahl der Angebote fürs Goldsparen jedenfalls steigt konstant, vor allem online, da Unternehmen hier im Vergleich zu Banken und örtlichen Händlern geringere infrastrukturelle Ausgaben gegenfinanzieren müssen. Die potentielle Aussicht auf eine Kostenentlastung beim Goldsparplan aufgrund der reduzierten Unternehmenskosten bedeutet nicht zwangsläufig, dass es nicht manchen Anbieter gibt, der lieber in die eigene Tasche wirtschaftet, statt Kunden an den Einsparungen partizipieren zu lassen. Schwarze Schafe gibt es bekanntlich in jeder Branche. Die Kosten, Kauf- und Verkaufspreise sind natürlich exakt die Faktoren, die den Ausschlag geben, ob sich Goldsparpläne für Anleger in der Form rentieren können, die von den Dienstleistern nur allzu gerne hervorgehoben wird.

Rendite-Versprechen unseriöser Anbieter 

Worauf es zu achten gilt, müssen Anleger vorab wissen. Auch muss geprüft werden, welche Vertragsmodelle und Anbieter welche wahrscheinliche Rendite nennen – und zwar eine REALISTISCHE Angabe zur Rendite und keine utopischen Werte, die fernab jeder Realität zu finden sind. Dass sich Investitionen in Goldsparverträge als alternatives Konzept zum Einmalkauf lohnen können, ist in vielen Fällen zutreffend, in anderen aber eben nicht.
Die Fakten:

  1. Anleger, die kein Geld für einen Einmalkauf haben, profitieren wenigstens im Kleinen von den positiven Entwicklungen des Goldpreises → hohe Gewinne sind dabei natürlich auch erst nach einer gewissen Sparphase erreichbar
  2. Investoren, die zwar ausreichend Kapital haben, aber nicht alles auf einmal anlegen möchten, sind beim Goldsparen ebenfalls oft gut aufgehoben
  3. Lohnende Produkte zeichnen sich durch transparente Informationen zu Lagerungskosten und Preisaufschlägen mit Bezug zum Goldpreis für den Kauf und Verkauf aus
  4. Wichtig ist ein guter Schutz der Einlagen → ideal sind Anbieter, die eine staatliche Regulierung haben sowie klare Angaben zur Einlagensicherung machen können
  5. Die erworbenen Goldmengen sollten auf Wunsch der Anleger ausgezahlt werden können
  6. Kennen müssen Anleger Informationen zur Mindesteinlage (zu Beginn und monatlich) & zu etwaigen Mindestlaufzeiten des Vertrags.

Regulierung deutscher Goldanbieter als vorbildlich zu bezeichnen

Ein Sitz des Anbieters in Deutschland ist aufgrund der geltenden Rechtslage zur Regulierung der Finanzbranche generell als Vorteil zu werten. Dies gilt sowohl für Händler, die einen Einmalkauf erlauben, als auch für Bewerber, die Einzahlungen in Goldsparpläne ermöglichen. Die optionale Auslieferung der angesparten Goldreserven ist unbedingt eine positive Eigenschaft, da hier durch physisches Gold abgesichert wird. Dienen Zertifikate und andere Produkte des Finanzmarktes mit Verbindung zum Goldpreis als Kapitalschutz, ist dies dagegen im Ernstfall alles andere als ideal. Scheitern die Emittenten der Produkte – Stichwort „Insolvenz“ – droht Anlegern in diesem Fall ebenfalls ein Totalverlust. Und das ganz gleich, wie sich der Goldpreis in diesem Fall entwickelt hat. Im Vergleich mit dem Goldkauf direkt am Schalter der Bank gibt es aber durchaus Vorteile des Goldsparplans.

Persönlicher Spielraum bestimmt über zu erwartende Kosten

Nochmals sei an dieser Stelle erwähnt: Es geht um den Faktor der Kaufkraft, der meist den Ausschlag gibt, wenn Kunden statt eines Einmalkaufs dem konstanten Aufbau ihrer Goldreserven den Vorzug geben. Kleine Barren zu kaufen, verursacht oft so hohe Aufschlagskosten, dass es schon einen recht stattlichen Bruttogewinn braucht, um nur auf plus/minus null zu kommen. Ein Aspekt, den sowohl Sparplan-Anleger als auch Käufer von Goldbarren beherzigen müssen, denn beide Gruppen müssen trotz aller Beliebtheit und großer Nachfrage rund um den Goldmarkt natürlich ein gewisses Risiko tragen und aushalten können. Das Gefühl ist hingegen für Anleger im Normalfall ein anderes, ob ich nun als Sparer eine vier- oder fünfstellige Summe auf einmal investiere oder im Monat 50 Euro in Feingold investiere. Beim Sparplan wiederum entscheiden durchaus auch die monatlichen Anlagesumme darüber, in welcher Höhe die Betreiber Entgelte berechnen.

Ein Beispiel für die Unterschiede und beachtenswerten Fakten beim Goldkauf auf die eine oder andere Weise:

  • Kaufen Anleger kleine Barren (oder auch Münzen), können die Aufschläge vielfach bei bis zu einem Drittel (in „Härtefällen“ gar bei bis zu 40 %) des aktuellen Goldpreises liegen
  • Goldsparer mit eigenem Sparplan können je nach monatlicher Einzahlungssumme mit Aufschlägen in Höhe von 3 bis 4 % rechnen → im Falle eines Verkaufs kann nochmals ein Entgelt in Höhe von 2,00 bis 3,00 % fällig werden; ein genauer Vergleich ist dringend angeraten
  • Die Lagerungskosten variieren in der Regel vor allem abhängig vom Depotvolumen, wobei ein Anstieg des Goldsparplan-Volumens in dieser Situation eher zu einem Absinken des prozentualen Lagerungsentgelts führen wird → Depotgebühren bis zu 0,5 % pro Jahr sind bei guten Händlern denkbar, gute Angebote liegen merklich darunter

Umwandlung des Guthabens nach Erreichen der nötigen Einlagen

Bestand und Anlagesumme sind also die beiden zentralen Punkte, die – je höher sie ausfallen – Rabatte einbringen können. Ein Vorteil eines Goldsparplans ist dagegen darin zu sehen, dass Sparer hier automatische Ankäufe einrichten können. Gemeint ist dabei im Vergleich „Goldsparplan oder Einmalkauf?“ die Option, dass die Anbieter im Auftrag ihrer Kunden sofort den Bestand aufstocken, sobald das zwischenzeitlich eingezahlte Guthaben eine solche Erweiterung des Depots erlaubt. Der Kunde wird in dieser Sache also von der Eigeninitiative entbunden. Mittels Dauerauftrag kommt in Monatsintervallen frisches Guthaben aufs Depotkonto, den Rest erledigen die Sparplananbieter. Sinnvoll ist dabei allerdings, dass direkte Informationen zu neuen Käufen an den Kunden übermittelt werden und dass zudem auch die Option zur Festlegung eines maximalen Goldpreises besteht. Fällt der Preis zu hoch aus, wird auf eine Aufstockung verzichtet, bis die Bedingungen am Markt wieder den Zielen der Sparplannutzer entsprechen.

Idealerweise Chance zur Aussetzung der Einzahlungsphase

Alles in allem ist das Golddepot auf Sparplan-Basis einfach eine gute Möglichkeit für alle Anleger, die sich nicht ständig große Investitionen leisten möchten und eher an einem langfristigen Vermögensaufbau interessiert sind. Dabei ist bei manchen Anbietern auch die zeitweise (kurzfristige oder längere) Unterbrechung des monatlichen Einzahlungsintervalls denkbar, wobei dieser Punkt eigens in den Geschäftsbedingungen geprüft und notfalls durch Rücksprache zum Händler-Kundendienst in Erfahrung gebracht werden sollte. Wichtig ist, dass zu jedem Zeitpunkt eine Depotauflösung ohne hohe Kosten möglich ist, falls das Kapital dringend benötigt wird. Und zwar, ohne dass hohe Extrakosten berechnet werden. Diese Rahmenbedingungen sollten allerdings gleichermaßen für das „normale“ Golddepot wie für den Goldsparplan gelten.

Dabei ist die Gefahr als hoch zu bewerten, dass bei Veräußerung kleinerer Mengen höhere Gebühren beim Verkauf entstehen, als wenn das komplette Portfolio aufgelöst werden soll. Auch daran sollten Anleger also von Anfang denken, um möglichst organisiert und sinnvoll vorgehen zu können.

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Mein Fazit

Anleger, die sich große Investitionen leisten und dauerhaft auf entsprechende Einlagen verzichten können, sind mit einem Einmalkauf von Gold durchaus gut versorgt. Doch viele Sparer können nur nach und nach Kapital aufbringen. Für sie ist der Goldsparplan generell eine Option, um konstant Goldreserven aufzubauen. Dass dabei ohne Wenn und Aber der Blick auf die Ausgabeaufschläge vor allem bei Leistung der monatlichen Mindesteinlagen von rund 50 Euro erforderlich ist, um eine Vorstellung von der Rendite-Aussichten zu erhalten, versteht sich gerade auch für Einsteiger in die Materie von selbst.

Autor: Agnes Nitsche