Häufige Fehler beim Goldkauf

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Kein Anleger ist unfehlbar, dennoch zeigt die Praxis, dass es in der Regel eher Einsteiger sind, die mehr oder minder folgenschwere Entscheidungen treffen, die zu einem schmerzlichen Verlust führen können. Übrigens nicht allein im Umfeld eines geplanten Goldkaufs, denn auch Verkäufe bergen immer ein gewisses Risiko für Fehlentscheidungen.
  • das sprichwörtliche Schwimmen mit der Masse erweist sich auch und gerade am Goldmarkt oft eher nicht als gute Strategie → Je früher Anleger Trends erkennen, desto besser der Kurs, zu dem sie ein- oder aussteigen können.
  • Dem Edelmetall zu viel Gewicht im eigenen Depot zu verleihen, kann sich ebenfalls als Fehler erweisen, der Anleger situationsabhängig bares Geld kosten kann. Totalverluste hingegen sind weitgehend ausgeschlossen, denn vollkommen wertlos wird Gold aufgrund der hohen Nachfrage und der begrenzten Verfügbarkeit niemals sein.

Anleger können Fehler durchaus praxisnah umschiffen

fehler beim goldkaufFehler können Anlegern am Finanzmarkt – wollte man es so genau auf den Punkt bringen – im Grunde immer unterlaufen. Insbesondere Menschen, die sich nicht ständig mit Spekulationsgeschäften befassen, laufen regelmäßig Gefahr, falsche Entscheidungen zu treffen. In die Kategorie der häufigen Fehler beim Goldkauf gehört vor allem die fehlende Einsicht, dass es den einen objektiv richtigen Moment für Anleger prinzipiell nicht geben kann. Es ist immer eine Frage, welche Rendite Goldkäufer (oder natürlich ebenso Verkäufer) anstreben und von welchen zukünftigen Entwicklungen des Preises fürs Edelmetall Sparer letzten Endes ausgehen. Und an genau diesem Punkt schwanken die Einschätzungen.

Selbst erfahrene Analysten können nur bedingt eine wirklich verlässliche Aussage dazu treffen, wie sich der Goldkurs auf Monats- oder gar Jahressicht verändern wird. Viele Experten rechnen mit einer Fortsetzung des Höhenflugs, wenn auch weniger rasch als in den Boom-Phasen der vergangenen Jahre. Andere gehen von einer längeren Phase der Stagnation aus, die dritte Gruppe geht davon aus, dass die zwischenzeitliche Zeitspanne der Bereinigung noch eine Weile anhalten wird, vielleicht aber mit etwas weniger Tempo als in der akuten Phasen.

Ratgeber-Lektüre und Vertrauen auf Profi-Trader macht sich bezahlt

Kaufen und Kaufen – so könnte man es formulieren – sind gewissermaßen die aus der Redewendung bekannten zwei Paar Schuhe. Denn es gibt nicht nur verschiedene Wege, Gold zu erwerben und zu handeln. Nur weil der Goldhandel populär ist, heißt dies nicht zwingend, dass der Ansatz für jeden Anleger der richtige ist. Ganz davon abgesehen, dass sich die Frage stellt, ob und wie lange sich der zuletzt erkennbare Preis-Boom fortsetzen kann nach der kurzfristigen, zwischenzeitlichen Beruhigung. Fraglos sind es vor alle Anleger ohne langjährige Erfahrungen, denen typische häufige Fehler beim Goldkauf unterlaufen können – und auch werden, wenn sie schlecht informiert sind oder eventuell beim Einstieg schlicht und ergreifend die falschen Quellen verwenden. Denn am Anfang zahlt mancher Anleger erst einmal ein gewisses Lehrgeld. Gute Ratgeber und Tipps von echten Profis senken das Risiko.

Den Goldhandel Schritt für Schritt richtig lernen

Grundlagenwissen ist es, was Anleger benötigen, um die besagten häufigen Fehler beim Goldkauf von Anfang an umschiffen zu können. Denn Risiken gibt es am Markt auch dann, wenn die Kaufgelegenheiten günstiger denn je erscheinen. Vor allem, weil die Eurokrise auch weiterhin ihre weiten Kreise zieht. Auch und gerade bei steigenden Inflationsraten bieten sich Chancen – zuletzt sank der Goldpreis erst einmal wieder. Gesunken sind allerdings bei vielen Dienstleistern zugleich die Aufgelder, die insbesondere beim Münzhandel auf den aktuellen Goldpreis bezogen berechnet werden.

→ Der größte potentielle Fehler, den Anleger begehen können, ist wohl der übereilte und unüberlegte Kauf beim erstbesten Händler!

Mit diesem Tipp allein ist einem Gold-Anleger aber natürlich nicht wirklich geholfen. Denn zu zahlreich sind die weiteren Fallstricke, über die Investoren im Alltag stolpern können. Kommen wir also zu den folgenschwersten häufigen Fehlern beim Goldkauf.

Fehler 1: Gold kaufen, wenn auch alle anderen Anleger tätig werden
Aus anderen Bereichen des Finanzmarktes ist Händlern die Strategie der Trendfolge durchaus bekannt. Doch gerade am Goldmarkt ist dieses strategische Vorgehen oft nicht ideal. Denn kaufen alle, steigt der Preis entsprechend rasch. Die Konsequenz ist, dass ein zu später Einstieg kaum zu einem Gewinn führen wird. Besser ist es, sich vom aktuellen Goldpreis unabhängig zu machen und stattdessen regelmäßige Ankäufe vorzunehmen, denn diese Praxis reduziert im Durchschnitt die Kosten beim Goldkauf. So können Anleger zudem beim nächsten Boom Reserven abstoßen, wenn der Durchschnittspreis unter dem neuen Kurs liegt. So braucht es nicht zwingend den immensen Hype, um in die Rendite-Zone zu steuern.

Zusammenfassend kann also gesagt werden: Am Goldmarkt kann es zum kostspieligen Nachteil werden, wenn Anleger mit der Masse schwimmen. Vom Herdentrieb am Anlagemarkt profitieren am Ende eher die Produzenten des Golds, nicht aber die Käufer, die in Zeiten hoher Preise am Goldmarkt einsteigen oder diesen Teil ihres Depots weiter ausbauen möchten. Statt auf akute Trends zu setzen, ist es ratsam, Gold nicht spontan, sondern perspektivisch und langfristig ausgerichtet zu kaufen.

Fehler 2: ausschließlich zum Spekulieren mit hohen Rendite-Zielen agieren
Wer einzig nach einer extrem hohen Rendite schielt, ist schlecht beraten, die Ersparnisse im großen Stil in Gold zu investieren. Denn es liegt in der Natur der Sache, dass der Preis fürs Edelmetall in mehr oder weniger kurzen Intervallen gewissen Schwankungen unterliegt. Kauf- und Verkaufszeitpunkte sollten aus diesem Grund nicht zu knapp zeitlich beieinander angesetzt werden. Ist dies doch der Fall, ist die Enttäuschung oft groß. Besser ist es generell, Gold als eher langfristiges Investment zu sehen und zu nutzen. Zumal: Auch beim Halten der Reserven über Jahre hinweg kann es keinen Totalausfall geben, da physisches Gold niemals vollkommen wertlos sein wird und tendenziell durch die große Nachfrage aus der Wirtschaft (vor allem der Schmuckindustrie und dem Elektroniksektor) auf lange Sicht ein Kursgewinn gesichert scheint.

Fehler 3: unüberlegtes Investieren ohne Konzept und Sinn
Will man in Gold investieren, sollte vor allem bekannt sein, welche Eigenschaften die unterschiedlichen Produkte im Goldbereich auszeichnen. Zugleich müssen Anleger wissen, welcher Preis in welchem Bereich zum Zeitpunkt x angemessen ist. Ebenso gilt es herauszufinden, bei welchen Anbietern die diversen Produkte zu haben sind. Denn gerade dieser Punkt entscheidet letztlich über die Kursaufschläge (Aufgelder), die hinsichtlich des aktuellen Goldpreises von den Anbietern berechnet werden. Kleine Barren (zwischen 1,00 und 100 Gramm) sind im Vergleich meist sehr teuer und oft nur zu einem Aufgeld von bis zu 20 % auf den Goldpreis zu kaufen. Bei Barren mit einem Gewicht von 100 Gramm sinkt der Aufschlag bereits auf nur etwa 2,00 %, bei Münzen mit einem Gewicht von einer Feinunze beträgt der Aufschlag im Schnitt derzeit etwa 5,00 %.

Angebot und Nachfrage bestimmen die Kursentwicklung

Vor allem sollten Händler vor dem Einstieg in den Markt mit den diversen Goldprodukten, ihren Risiken und Chancen vertraut sein. Wie funktioniert der Markt und welche Faktoren beeinflussen den Goldpreis eigentlich? Diese Fragestellung muss stets im Zentrum der Analyse stehen. Denn andernfalls wäre der Kauf nichts anderes als ein Glücksspiel, bei dem Entscheidungen allein aus dem Bauch heraus getroffen werden. Doch genau so arbeitet der Markt eben nicht. Auch der Goldhandel unterliegt Nachfrage-Schwankungen, deren Ursache nicht nur in der mehr oder minder großen Begeisterung der Anleger sowie der Staaten zu sehen ist, die ihrerseits nach wie vor ihre finanziellen Reserven durch Gold absichern.

Fehler 4: x-beliebige Anbieter für den Kauf auswählen
Beim Einkauf von Lebensmitteln und anderen Dingen des Alltags nutzen Verbraucher üblicherweise auch die Möglichkeiten, um Preise genau zu vergleichen. Welchen Grund könnte es dementsprechend also genen, um Gold gleich beim erstbesten Händler zu kaufen oder zu verkaufen? Nicht genug damit, dass sich im gerade im WWW an vielen Stellen unseriöse Portale (vor allem aus Nicht-EU-Ländern) und gar Angebote Krimineller tummeln – auch jenseits des Schwarzmarktes und illegaler Betrugs-Angebote ist nicht alles günstig, was von den Betreibern der Gold-Shops als preiswert beworben wird. Von Blindkäufen ist dringend abzuraten, stattdessen sollten Anleger stets genau vergleichen, welche Produkte bei welchen Anbietern in der Tat das Prädikat „günstig“ verdient haben.

Der richtige Händler erkennt die Ziele seiner Anleger

Denn auch und gerade durch die Spezialisierung vieler Händler auf bestimmte Produkte mit Bezug zum Edelmetall Gold können sich immer wieder faire Konditionen ergeben. Der Erwerb über renommierte Händler ist generell empfehlenswert. Denn sie bieten neben transparenten Preisen und Gebühren vor allem auch Sicherheit, zum Beispiel über eine staatliche Regulierung und vor allem eine sichere Lagerung der Reserven, wenn diese im Kundenauftrag vom Anbieter erledigt wird. Das Risiko dabei, auf unbekannte Anbieter zu vertrauen, besteht auch darin, dass dort sprichwörtlich im schlimmsten Falle nicht alles Gold ist, was glänzt.

Fehler 5: falsche Produkte, die nicht zum Kunden passen
Nicht alles, was der Goldmarkt zu bieten hat, will unterm Strich zu jedem Kunden passen. Worum genau geht es bei diesem Hinweis? Nun, zum einen sollten Anleger nicht ihr gesamtes zur Verfügung stehendes Budget in Gold investieren. Die Empfehlungen von Expertenseite liegen im Bereich von 5,0 bis 10,0 Prozent, in seltenen Fällen bei 20,0 Prozent des Kapitals. Vor allem aber geht es um die Frage, welches Produkt zum selbst gesteckten Ziel passt. Große Goldbarren mit einer dreistelligen Grammzahl zeichnen sich zwar durch geringe Handelsgebühren aus, verlangen aber später auch den Verkauf der größeren Menge. Münzen und Barren mit einem geringeren Goldgewicht hingegen erlauben den Verkauf kleinerer Anteile der Rücklagen, wenngleich hier im Gegenzug zumindest geringfügig höhere Transaktionsentgelte entstehen werden.

Schmuck ist nicht gut als Anlagemodell geeignet

Wer im Vorfeld bereits um regelmäßigen Kapitalbedarf weiß, tut dabei gut daran, besser keine schwergewichtigen Barren zu kaufen, sondern eher auf kleinere Einheiten des Edelmetalls zu setzen. Dass so viel gefördertes Gold für die Schmuckproduktion genutzt wird, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Schmuck für Anleger in der Regel eher nicht das erste Mittel der Wahl sein sollte. Denn als Geldanlage ist Schmuck bedingt durch die hohen Herstellungskosten kaum geeignet. Auch ist zu berücksichtigen, dass der Schmuckmarkt wie viele Konsumbereiche von Trends geprägt ist. Im Falle eines späteren Verkaufs kann es dazu kommen, dass Verkäufer lediglich den reinen Materialwert vom Goldhändler oder Juwelier bekommen. Ein fraglos teures Ärgernis.

Fehler 6: zu viel Gewicht auf Gold legen
Der unter Punkt 5 zu findende Verweis auf die Größenordnung gemessen am Gesamtbudget kann gar nicht oft genug betont werden. Das komplette Kapital in Gold zu investieren, ist für Anleger generell der falsche Weg. Denn auch, wenn das Edelmetall aufgrund seiner natürlichen Begrenztheit niemals seinen kompletten Wert verlieren wird: Sollte der Goldpreis infolge eines Booms in anderen Bereichen des Finanzmarktes und der Wirtschaft allgemein einbrechen, wäre das Fehlen eines angemessenen Ausgleichs im Portfolio dramatisch. Somit kann Gold nicht nur andere Investments absichern, sondern es sollte im Gegenzug selbst auch durch Produkte aus anderen Anlageklassen abgesichert werden.

Streuung des Risikos im Depot sollte Priorität haben

Das wichtige Stichwort hierbei lautet „Diversifikation“. Die Empfehlungen zur Streuung des Risikos lesen sich unterschiedlich. Im Normalfall aber raten Analysten, nicht mehr als ein Zehntel des Kapitals in Gold zu investieren. Der Prozentsatz kann je nach Lage am Markt natürlich durchaus phasenweise höher oder niedriger angesetzt werden, wenn Gewinnmitnahmen geplant sind oder im Zuge eines Kurseinbruchs am Markt Zukäufe getätigt werden.

Fehler 7: zu viel auf einmal wollen & nach Verlusten nicht kürzertreten
Experten sprechen aus gutem Grund immer wieder den Tipp aus, dass Anleger nicht nur regelmäßig ihre Strategien hinterfragen und etwaige Korrekturen an neue Bedingungen des Marktes vornehmen sollten. Auch gilt es gerade nach schmerzlichen Verlusten, zeitweise eher einen Gang zurückzuschalten. Viele Sparer neigen jedoch dazu, direkt wieder zu investieren, um entstandene Verluste möglichst rasch wieder auszugleichen. Es gilt klare Ziele zu definieren und nicht einfach drauflos zu spekulieren. Pausen sind ideal, um zur Ruhe zu kommen, Ziele abermals zu überprüfen und ob die eingeschlagene Richtung noch immer die richtige ist. Mit dem Verweis auf zu hoch gesteckte Ziele ist insbesondere gemeint, dass Gold kurzfristige Renditen nur im Bereiche der derivaten Finanzprodukte wie binären Optionen, Differenzkontrakten, ETFs (börsengehandelten Fonds mit Bezug zu Gold) und ähnlichen Instrumenten in Aussicht stellt. Physisches Gold verlangt von Anlegern in aller Regel Geduld.

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Mein Fazit

Mögliche andere Fehler ließen sich mit Sicherheit ebenfalls formulieren. Allerdings stellen diese sieben potentiellen falschen Ansätze häufige Fehler beim Goldkauf dar, die am ehesten zu Krisen, Verlusten und am Ende einem Umdenken führen können. Mitunter kann es dazu kommen, dass auch fortgeschrittene und professionelle Gold-Anleger hin und wieder den ein oder anderen genannten Punkt aus dem Blick verlieren. Schon wegen dieser Gefahr, zum Opfer eigener falscher Strategien zu werden, sollten Investoren immer wieder den Blick auf die häufigsten und folgenschwersten Fehler schauen, um sich zu vergewissern, dass das Vorgehen noch immer den angemessenen Rahmenbedingungen gerecht wird.

Autor: Agnes Nitsche