Gold als Altersvorsorge / Absicherung der Kinder

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Eltern und Großeltern, die sich Gedanken um die Altersvorsorge und die Absicherung der Kinder machen, landen oftmals beim Thema Gold. Doch das begehrte Edelmetall ist in diesem Bereich nicht in jedem Fall ein sinnvoller Weg, um auf lange Sicht Ersparnisse mit hoher Rentabilität anzulegen
  • Auf lange Sicht sprechen Experten dem Goldpreis eher einen Aufwärtstrend zu, allerdings sollten Anleger genau abwägen, welche Produkte den eigenen Zielen gerecht werden → ganz gleich, ob es um die eigene Altersvorsorge oder die Absicherung der Kinder geht.
  • Schmuck und Münzen bringen am Ende im Falle eines Verkaufs vielfach nicht mehr als den Materialwert ein, weshalb eher andere Produkte aus dem Gold-Bereich wie Barren oder Aktien das Rennen machen.

Anleger müssen ihre Ziele analysieren und zur Basis ihrer Entscheidungen machen

gold als absicherung„Wer Sicherheit sucht, sollte auf Gold setzen“. Diese und ähnlich vielversprechende Aussagen bekommen Anlegern immer wieder und seit jeher zu hören, wenn sie sich nach sinnvollen Gelegenheiten umschauen, um die eigene Altersvorsorge in Angriff zu nehmen. Dass Gold als Altersvorsorge interessant und zugleich als Absicherung der Kinder geeignet sein soll, ist eine landläufige Einschätzung. Und zunächst einmal sei gesagt: In der Tat ist das Edelmetall auch in der heutigen Zeit der sichere Hafen, als der es von Analysten und Anlegern oft und gerne bezeichnet wird. Allgemeingültig ist eine solche Information aber niemals zu sehen, denn es kommt stets auf die Investitionssummen, die angestrebten Haltezeiten sowie die Wünsche zur Rendite auf. Und diese Fakten gestalten sich oft sehr unterschiedlich, fragt man mehrere Anleger nach ihren Zielen zur Kinder-Absicherung und Altersvorsorge auf Basis von Gold.

Richtig ist jedenfalls, dass sich Gold als Altersvorsorge aufgrund der hohen Sicherheit als Schutz vor einer drohenden steigenden Inflation bezahlt machen kann. Mit etwas Glück im wahrsten Sinne des Wortes.

Gold findet in vielen Depots vieler deutscher Sparer

Kein Wunder also, dass viele Sparer neben Immobilien vor allem das Edelmetall in den vergangenen Krisenjahren als richtigen Ansatz für sich entdeckten. Wer zum passenden Zeitpunkt eingestiegen war, konnte gar eine sehr attraktive Rendite realisieren. Ob jedoch tatsächlich Gold als Altersvorsorge und zur Absicherung der Kinder infrage kommt, entscheidet in weiten Teilen die Überlegung, welche Art Anlageprodukt es sein soll. Denn Gold gibt es eben nicht nur in physischer Form als Barren und Münzen, sondern zudem unter anderem auch als derivate Produkte. Zu nennen sind an dieser Stelle unter anderem Fonds, die auf die Goldpreis-Entwicklung setzen oder auf Goldbasis abgesichert sind. Darüber hinaus können Anleger in Aktien von Unternehmen investieren – beispielsweise von Goldminenbetreibern. Gerade physisches Gold kann angesichts der natürlich begrenzten Verfügbarkeit Chancen für Maßnahmen zur Absicherung und Altersvorsorge eröffnen.

Auf den Schmuck-Neukauf sollten Anleger besser verzichten

Faktisch erfreut sich Gold bei vielen Anlegern als gefragte Alternative zu Produkten wie der privaten Zusatz-Rente (Riester und Rürup) sowie zum klassischen Ansparen von Eigenkapital. In Umfragen landet Gold hinsichtlich der Bewertung der Rendite-Aussichten bei teils deutlich überdurchschnittlich guten Werten mit Blick auf die Altersvorsorge. Sparer wissen um die seit Jahrtausenden bewährten Vorteile des Edelmetalls, wobei nicht jeder vermeintliche Vorzug einer genaueren Betrachtung standhalten kann. So kann Schmuck aus Gold nur sehr bedingt als Absicherung der Kinder dienen. Unterscheiden sollten Anleger dabei zwischen Goldschmuck, der vielleicht schon seit Generationen in Familienbesitz ist, und potentiellen Neuanschaffungen. Wenn Gold erworben werden soll, ist von neuem Schmuck eher abzuraten. Im Verkaufsfall erhalten zukünftige Eigentümer nur den Materialwert – die künstlerische Arbeit hingegen bleibt bei der Veräußerung im Zuge der Wertermittlung weitgehend unberücksichtigt. Ausnahmen wie hochwertiger Schmuck von Edelmarken sei hier einmal mehr als Ausnahme von einer Regel zu bewerten. Zumal auch dieser Schmuck nicht seinen ursprünglichen Wert erhalten kann bei regelmäßigem Gebrauch. Selbst bei Aufbewahrung im Tresor sinkt der wahrscheinliche Verkaufspreis schrittweise auf den besagten Materialwert.

Gewicht und Qualität bei physischem Gold

Was eine Rolle spielt, ist allein der Reinheitsgehalt der präsentierten Schmuckstücke und ihr Gewicht mit Bezug zum aktuellen Goldpreis. Älterer Schmuck, der noch zu Zeiten eines deutlich niedrigeren Goldpreises gekauft wurde, kann sich mit etwas Glück sehr wohl als Altersvorsorge bzw. Absicherung der Kinder eignen. Seinen Ruf als „Krisenwährung“ hat Gold auch heute noch nicht grundlos. Der sichere Hafen können Produkte im Goldkontext als ohne Frage sein, nicht nur dank des Booms, den das Edelmetall zuletzt miterlebte. Welcher Weg zum eigenen Portfolio mit Gold als Altersvorsorge und Absicherung der Kinder führen sollte, ist oft schon davon abhängig, wie viel Kapital vorsorgewilligen Anlegern zur Verfügung steht. Größere Goldbarren und Münzen mit höherem Gewicht verlangen von Investoren schon ein gewisses Mindestbudget.

Fonds und Aktien mit Bezug zu Gold können interessant sein

Alternativen können in diesem Fall sogenannte Edelmetall- oder Goldfonds sein. Immer beliebter werden die börsengehandelten Fonds (ETFs), die auch verstärkt auf Gold und Co. setzen als Teil des Fonds-Portfolios. Die Fondsgesellschaften investieren das Kapital ihrer Teilhaber zum Beispiel in Aktien der erwähnten Minenbetreiber, auch Wertpapiere von Aktiengesellschaften, die anderweitig einen Bezug zum Goldmarkt haben (etwa aus der goldverarbeitenden Industrie), kommen für die Fonds-basierten Spekulationen infrage. Zertifikate auf die Goldpreisentwicklung sind ebenfalls für manchen Anleger ein interessanter, wenngleich oft auch deutlich riskanterer Ansatz.

Gewisses Restrisiko bleibt immer

Doch nicht alle Finanzmarkt-Spezialisten sind der festen Überzeugung, dass die Themen Altersvorsorge, Absicherung für die Nachkommen und Gold wirklich zeitgemäß zusammenpassen wollen. Dabei bezweifeln Skeptiker keineswegs, dass Gold heute wie früher im Positiven durch den Werterhalt punkten kann. Die Kaufkraft des Edelmetalls ist unbestritten, gerade auch während Krisenphasen, in denen Währungen Not leiden und die Wirtschaft mit Verschuldungsproblematiken zu kämpfen hat.

Die vergangenen Jahren haben aber – etwa seit dem Frühjahr des Jahres 2014 – im gleichen Maße verdeutlicht, dass es eben nicht nur eine Richtung beim Goldkurs geben kann. Nach dem Höhenflug sank der Preis zeitweise seit Anfang 2014 wieder auf einen Tiefstand. Der Trend geht zumindest teilweise auf das Konto des zunehmenden Vertrauens der Anleger in die Gemeinschaftswährung Euro. Je größer das Vertrauen in die Wirtschaft Europas, desto wahrscheinlicher wird kein Einbruch des Goldpreises.

Kleinbarren sind oftmals zu teuer

Wer dennoch Gold als Altersvorsorge bevorzugen möchte und Vertrauen in die positiven Eigenschaften des Edelmetalls im Zusammenhang mit der Absicherung etwa der Kinder hat, sollte sehr genau überlegen, welche Produkte sich lohnen. Im Bereich des physischen Goldes empfehlen Analysten Anlegern den Kauf von Goldbarren, da diese im direkten Vergleich zu Münzen merklich günstiger angeboten werden. Weiterhin gilt die goldene Regel: Mit steigender Barrengröße sinken die Aufschläge, die Anbieter auf den aktuellen Goldpreis berechnen.

Im Umkehrschluss bedeutet dies in vielen Fällen: Kleinere Stückelungen verursachen überdurchschnittlich hohe Gebühren beim Kauf und Verkauf. Münzen jedenfalls sind faktisch eher in Ausnahmefällen überhaupt interessant, in Zeiten von Krisen zum Beispiel. Ansonsten müssen Verkäufer erst einmal Interessenten finden, die sich für die angebotenen Münzen begeistern können und bereit sind den Wunschpreis zu bezahlen. Hier bestehen also im Grunde ähnliche Schwierigkeiten wie beim Goldschmuck, der als Altersvorsorge und Absicherung zum Einsatz kommt.

Viele etablierte Anlageprodukte verlieren an Attraktivität

Anleger müssen letzten Endes wie im Grunde immer abwägen, welche Rendite sie realisieren möchten. Denn obwohl Gold im Normalfall mit einer recht guten und vor allem konstanten Performance zu überzeugen weiß: Ähnlich sensationelle Renditen und Gewinne wie in der Hochphase sind kaum zu erwarten. Anleger müssen sich selbst und ihren Kindern bei der Absicherung und Altersvorsorge als Zeit geben. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass die mehr oder weniger klassischen Vorsorgemodelle wie Lebensversicherungen oder die eingangs thematisierten Zusatzrenten ihrerseits mittlerweile – wenn überhaupt, wie viele Anleger aus eigener leidvoller Erfahrung zu berichten wissen – nur noch relativ geringe jährliche Renditen abwerfen können, was vorrangig an den geringen Zinssätzen am Kapitalmarkt liegt. Üppige Garantiezinsen suchen Anleger auch dort inzwischen eher vergebens.

Anreize von Goldsparplänen

Gerade im Bereich der Sparpläne auf Goldbasis zeichnet sich in Deutschland bei vielen Anbietern ein deutlicher Zuwachs ab, und das aus verständlichen Gründen. Denn Anleger können so ohne die hohen Aufschläge beim eigenständigen Goldkauf in „kleinen Portionen“ geringe Monatsraten (meist ab etwa 25 Euro) in den Sparplan einzahlen. Die Betreiber wiederum tätigen im Kundenauftrag zusätzliche Käufe, sobald ein gewisses Mindestguthaben erreicht ist. Angehörige können so beispielsweise zur Absicherung von Kindern einen Teil des Taschengeldes pro Monat anlegen (beliebt ist die Sparplan-Eröffnung als Präsent zum Geburtstag oder anderen wichtigen Anlässen im Leben der lieben Kleinen). Gute und günstige Preise ergeben sich in diesem Fall dadurch, dass die Anbieter für viele Kunden auf einen Schlag Geld in Gold investieren, was zu niedrigeren Aufschlägen führt als beim Kauf in Eigenregie von Kleinst- oder Kleinstmengen.

Rahmenbedingungen bei Sparplan-Offerten müssen verbraucherfreundlich sein!

Wichtig ist hierbei aber, dass Anleger Zugriff auf ihr physisches Gold haben und für die Lagerung möglichst geringe Gebühren zahlen, damit vom Kursgewinn viel übrig bleibt im Moment eines Verkaufs. Dieser sollte im Übrigen jederzeit durchführbar sein, falls die Einlagen anderweitig benötigt werden – vielleicht zur Führerscheinfinanzierung. Die besagten Kundengelder sollten darüber hinaus abgesichert sein. Deutsche Anbieter von Goldsparplänen sind je nach Geschäftsmodell häufig zumindest an die staatliche Einlagensicherung in Höhe von 100.000 Euro gebunden. Produkte von Banken und staatlich regulierten Finanzdienstleistern unterstehen weiterhin regelmäßigen Kontrollen, wobei Anbieter zugleich den Aufsichtsbehörden gegenüber verpflichtet sind, im Sinne ihrer Kunden zu handeln.

Höherer Aufwand beim Goldabbau lässt Preise zunehmend steigen

Die Tatsache, dass „frisches“ Gold mit ständig größerem Aufwand gefördert werden muss, macht insgesamt Hoffnung darauf, dass Sparer sehr wohl Gold als Altersvorsorge und Bestandteil der Absicherung der Kinder einsetzen können – zumindest zu einem gewissen Anteil des kompletten Vorsorge-Engagements und mit relativ geringem Risiko. Gelder, die in Gold investiert werden, sollten wegen des Risikos eines Preisrückgangs nicht allzu bald für andere Investitionen benötigt werden. Denn sonst sind Anleger vielleicht gezwungen, Reserven vorzeitig verkaufen und einen schlechten Goldpreis hinnehmen zu müssen. Wer Sachwerte liebt, sollte zumindest einen Blick auf die aktuellen Chancen am Goldmarkt riskieren, um die mittel- bis langfristigen Aussichten zu erkennen.

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Mein Fazit

Chancen gibt es auch in diesem Zusammenhang, allerdings nur dann, wenn sich Anleger mit den jeweiligen Eigenschaften und Besonderheiten der Produkte vertraut machen, die es immer zu kennen gilt. Kleine Goldbarren oder Münzen sind oft recht kostspielig, auch wenn sie nach wie vor beliebte Geschenke sind. Goldsparpläne sind zunehmend gefragter, da hier ein schrittweiser Vermögensaufbau ohne dramatische Preisaufschläge auf den aktuellen Goldpreis möglich ist. Gerade hier kann gut für den Nachwuchs vorgesorgt werden. Aber auch in eigener Sache sind Sparpläne ein oft lohnender Ansatz für Vorsorgewillige, die das Vertrauen in klassische Anlageklassen verloren haben oder nicht mit den realisierbaren Renditen zufrieden sind. Aktien, Fonds und derivate Finanzprodukte verlangen hingegen vielfach eine gewisse Risikobereitschaft, an der es gerade dem typischen Privatanleger eher fehlt.

Autor: Agnes Nitsche