Gold vs. ETFs

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Fonds halten viele Anleger für sehr riskant und eher für Produkte, die etwas für institutionelle Investoren und Großanleger sind → unbegründet, denn gerade ETFs können unter anderem im Gold-Kontext rentabel sein, ohne dabei eine extreme Risikobereitschaft vom Anleger zu fordern.
  • Die Funktionsweise der ETFs wirkt auf Anfänger oft komplexer, als es tatsächlich der Fall ist. Vielmehr ist das Modell ein guter Ansatz, um an den Kursentwicklungen ganzer Indizes teilhaben zu können.
  • Auch börsengehandelte Fonds gibt es in unterschiedlichen Spielarten, was gerade hinsichtlich der Variante der Replikation der Index-Inhalte erkennbar werden kann.

ETFs ausschließlich börslich gehandelt – Sicherheit für Anleger

gold gegen etfsDie Abkürzung ETF steht für den Begriff „Exchange Traded Funds“, der natürlich wie erwartet aus dem englischen bzw. amerikanischen Sprachgebrauch stammt. Hierbei handelt es sich um Fonds-Modelle, die an internationalen (im Einzelfall auch nur einzelnen nationalen) Börsen gehandelt werden. Im Vergleich zu anderen Produkten aus dem Bereich der Fonds ist dieser Ansatz zumindest für viele deutsche Privatanleger noch ein recht junges Modell, um die verfügbaren Ersparnisse möglichst gewinnbringend im bevorzugten Börsenumfeld investieren zu können. Umso erstaunlicher ist der durchaus große Erfolg, den die börsengehandelten Fondsmodelle binnen weniger Jahre erreichen konnten. Ausgangspunkt des weltweiten Booms ist ohne Frage nicht zuletzt das enorme Wachstumspotenzial, das vom Aufkommen der Online-Broker und der zunehmenden Vernetzung des globalen Finanzmarktes ausging und weiterhin ausgeht.

Für die Begeisterung vieler Anleger lassen sich durchaus einige Gründe ins Feld führen. An dieser Stelle sollen freilich nur die wichtigsten genannt werden, bevor es im Weiteren um die Unterschiede zwischen Investitionen in Gold und ETFs gehen soll.

Die Vorteile:

  • ETFs werden einzig und allein an der Börse gehandelt → daraus folgt ein hohes Maß an Transparenz.
  • Die Fondsmodelle zeichnen sich durch vergleichsweise geringe Transaktionsentgelte aus.
  • Produkte eignen sich sehr gut für den Vermögensaufbau.
  • Auch als Basis für Sparpläne können ETFs verwendet werden.
  • Fonds spiegeln die Entwicklung von Indizes und sind so sehr verständlich.

Angebote existieren schon seit Anfang der 1970er Jahre

Diese fünf Eigenschaften sind die wohl wichtigsten, die auch skeptische Anleger zu überzeugen wissen. Als Wertpapier weisen Exchange Traded Funds eine eindeutige Parallele zu herkömmlichen Investmentfonds auf, die ihrerseits ebenfalls nicht nur die Entwicklung eines einzigen Wertes abbilden, sondern gleich eine mehr oder weniger lange Reihe von Werten beinhalten bzw. wiedergeben. Dies ist ein Vorzug im Vergleich Gold vs. ETFs, denn bei echtem Gold bedeutet ein Minus des Kurses direkt und unweigerlich erst einmal einen Verlust, während sich die Verluste innerhalb von ETFs nicht selten aufheben – oft bleibt trotz Kursverlusten in einem bestimmten Bereich dennoch ein Gewinn für Anleger bestehen. Die ETF-Branche ist kein neues Phänomen an den Börsen. Das Konzept lässt sich am US-Markt bis in die frühen 1970er Jahre zurückverfolgen. Damals tauchte auf dem Sektor der institutionellen Investments erstmals ein Produkt dieser Art auf, bei dem ein kompletter Index über ein einzelnes Wertpapier handelbar wurde.

Betreiber sprechen Privatanleger an

Schon etwa drei Jahre nach dem ersten Aufkommen wurden ETFs auch privaten Anlegern zugänglich. Auf diesem Wege hatten Investoren die Gelegenheit, direkt an der Börse UND über klassische Anlagegesellschaften an der Börse zu spekulieren. Seit dem Marktstart wuchs und wächst die weltweite Auswahl an ETF-Produkten stetig weiter. Diese Entwicklung ist zu einem nicht unerheblichen Anteil dem enormen Investitionsvolumen der großen Vermögensverwalter – also der Fondsbetreiber selbst – geschuldet. So investieren die großen Namen der Branche seit Jahren ebenfalls in die Index-basierten Formate mit passiver Verwaltung. Aus Sicht der Anleger erweist es sich als ebenso vorteilhaft wie reizvoll, dass sie in diesem Bereich aufgrund der passiven Fondsverwaltung in den meisten Fällen nur geringe Handelsgebühren entrichten müssen.

Eindeutige Daten zur Zusammensetzung börsengehandelter Fonds

Welche Werte im Fonds zu finden sind, steht vorab fest. Und aus eben diesem Grund entfallen auch die sonst üblichen Kosten für die aktive Betreuung des Portfolios durch einen professionelle Fondsmanager. Der jeweilige Referenzindex definiert den Inhalt des ETFs. Einzig die Überwachung und Verteilung der Anteile der einzelnen Werte nimmt in regelmäßigen Abständen einige Zeit in Anspruch. Allerdings weitaus weniger als bei klassischen Fonds mit insgesamt variablem Inhalt. Im Vergleich Gold vs. ETFs schneidet das Edelmetall allerdings bei genauer Auswahl der Partner für den Goldhandel nochmals günstiger ab. Und zwar umso preiswerter, je größer die erworbenen Mengen sind. Im Falle des Vermögensaufbaus über einen Goldsparplan fallen Ausgabeaufschläge deshalb niedrig aus, weil die Betreiber hinter den Angeboten Käufe für viele Kunden auf einen Schlag tätigen, was die Kosten zugunsten der Anleger sinken lässt.

Ein Vorteil beim Gold:

Anleger zahlen neben den Kauf- und Verkaufspreisen nur geringe Entgelte für die Aufbewahrung im Tresor der Anbieter, wenn die Reserven nicht in den eigenen vier Wänden gelagert werden.

Kostenlos ist auch das ETF-Trading generell nicht

Auch wenn die Kosten für Spekulationen mit ETFs geringer als bei normalen Investmentfonds ausfallen. Nichtsdestotrotz fallen in regelmäßigen Abstände – in den allermeisten Fällen pro Jahr oder Monat – bestimmte Gebühren an, die Händlern bekannt sein müssen:

  1. für die Depotnutzung an sich
  2. für den eigentlichen Handel mit ETFs
  3. durch die Verwaltung des Portfolios der ETFs im Depot

Hohe Depot-Kosten verhindern

Zumindest den Punkt der Depotführungsgebühren können umsichtige Anleger heute durch einen genauen Vergleich der Angebote umgehen, denn es gibt mittlerweile einige Depot-Anbieter, die auf monatliche Nutzungsgebühren verzichten. Zumindest durch ein gewisses Depotvolumen können Broker-Kunden allerdings auch im ETF-Bereich dafür sorgen, dass ihnen keinerlei normale Depotgebühren entstehen. Gerade reine Online-Anbieter und Direktbanken verzichten derweil auf die stattlichen jährlichen Entgelte, wie sie vor dem Internetboom bei normalen Filialbanken meist fällig waren. Im positiven Sinne vergebens suchen Interessenten Antworten zum Thema Ausgabeaufschlag bei Investments im Bereich der ETFs, denn ganz im Gegensatz zu Fonds mit aktiven Management werden auch hier keine hohen Gebühren erhoben.

Was kostet die Verwaltung der ETFs?

Die Mehrheit der Anbieter sieht Prozentsätze von etwa 0,30 bis maximal 0,50 Prozent als Gebühren für die Vermögensverwaltung in diesem Bereich vor – fürs Jahr, versteht sich, bei Produkten vom deutschen Markt. Bei ausländischen Angeboten können die Gebühren sowohl nach oben als auch nach unten abweichen. Nochmals preiswerter fallen die Entgelte aus dem Sektor der Renten-ETFs aus: Hier liegen die jährlichen Kosten vielfach bei deutlich unter 0,25 % p.a. Dafür aber müssen sich Anleger mit den normalen Orderprovisionen an den nationalen und internationalen Handelsplätzen auskennen, die im Vergleich mit Angeboten am Goldmarkt durchaus vergleichbare Werte wie die Ausgabeaufschläge bei kleineren Barren-Produkten aufweisen können, wenn Händler die falschen Produkte aussuchen.

Mindesteinlagen können manchen Anleger überfordern

Eine Ähnlichkeit zwischen Gold und ETFs besteht aus der Sicht der Anleger vorrangig darin, dass sie sich unbedingt hohe einmalige Zahlungen leisten können müssen, um an den Entwicklungen am Markt partizipieren zu können. Die Lösung für Sparer mit eher geringem Budget: Sparpläne. Diese gibt es in der Tat sowohl auf Basis des wertvollen Edelmetalls als auch auch für Anhänger des Formats der börsengehandelten Fonds. Letztere fallen nicht zwingend facettenreicher aus, denn Goldinvestoren können ebenfalls aus einer Reihe von Produkten wie Barren und Münzen über derivate Finanzprodukte wie Binäroptionen und Differenzkontrakten bis hin zu Aktien und Zertifikaten mit Bezug zum Thema Gold wählen.

ETFs als Sparplan

ETFs gibt es im gleichen Maße in großer Auswahl, allerdings stehen die Produkte gezwungenermaßen in Verbindung zu bekannten Index-Werten. Sparpläne insgesamt sind gerade im Rahmen des konstanten Vermögensaufbaus zunehmend begehrt, was sich auch mit den geringen Gebühren erklären lässt. Die Option zur raschen Anpassung der Sparraten an positive und negative Kapitalveränderungen spricht zudem für diesen Weg. Auch weil die Anbieter vielfach staatlich reguliert werden und durch Partnerschaften mit Banken (sofern sie nicht selbst aus der Bankenbranche stammen) an die gesetzlich vorgeschriebenen Einlagensicherung gebunden sind.

Verschiedene strategische Bewertung der Index-Werte ist möglich

ETF-Investoren müssen sich jedoch im Vorhinein mit der Methode der Replikation beschäftigen, um die für sie passenden Produkte zu finden. Denn die Abbildung der Werte, die in einem Index zusammengefasst sind, erfolgt nicht immer auf identische Art und Weise. Eine Variante ist die „direkte Replikation“. Verspricht ein Anbieter eine solche Arbeitsweise, bedeutet dies, dass ausnahmslos alle Wertpapiere aus dem Index ge- und verkauft werden über den Indexfonds. Eine Spielart dieser Rubrik sieht indes vor, dass nur die wirklich wichtigen („signifikanten“) Bestandteile gehandelt werden – also jene Wertpapiere, die eine Rolle bei der Entwicklung des jeweiligen Index spielen. Man spricht hier auch von der sogenannten „Representing Sampling Strategy“. Nicht berücksichtigt werden also jene Mitglieder der Indizes, deren Bedeutung für Kursentwicklungen weitgehend nebensächlich oder gänzlich irrelevant sind.

Alternative: indirekte Replikation bei Fonds

Fonds-Strategien, die Wertpapiere in den Indizes indirekt replizieren, arbeiten im Normalfall mit Swap-Transaktionen. Der Vorzug bei diesem speziellen Ansatz ist in den niedrigeren Handelskosten zu sehen, die das Resultat der Tatsache sind, dass hier keine physischen Transaktionen vorgenommen werden. Jedoch können wirtschaftliche Ausfälle auftreten, wenn es zur Zahlungsfähigkeit von Transaktionspartner bzw. -gegnern kommt. Das auch dann, wenn die Gefahr solcher Komplikationen eher gering zu bewerten ist. Wie erwähnt sind vor allem die „großen“ ETFs beliebt.

Zu nennen sind dabei Produkte wie:

  • ETFs auf den DAX
  • MDAX ETFs
  • Stoxx 50-Fonds
  • Fonds auf den MSCI World

Flexibilität zahlt sich aus

Für Unwissende sei erwähnt, dass es sich bei Fonds mit Bezug zum MSCI World um Angebote handelt, in denen über den betreffenden Index mehr als 1,600 der weltweit größten Unternehmen zusammengefasst werden. Gold vs. ETFs – eine klare Empfehlung für eines der beiden Modelle kann erst dann formuliert werden, wenn Anleger eine Aussage zu ihre Zielen, ihrer Risikobereitschaft und zum verfügbaren Kapital formulieren können. Beide Ansätze sind erfolgversprechend und können durchaus hohe Gewinne einbringen. Die Alternative des Vermögensaufbaus auf dem Umweg über Sparpläne sorgt dafür, dass mancher Anleger lieber zweigleisig fährt mit einem Wertpapierdepot, statt sich von Anfang an auf einen der beiden Wege festzulegen. Gegen die Entscheidung für einen der Ansätze spricht fraglos ebenfalls nichts, jedoch nur dann, wenn sich Anleger wirklich mit den Eigenschaften der Angebote auskennen und wissen, in welchen Punkten Gold gegenüber ETFs das Rennen macht und wann die börsengehandelten Fonds-Produkte unterm Strich eben doch besser abschneiden können.

Generell gilt, was an den Börsen und anderen Handelsplätzen genau genommen immer gilt:
Die Instrumente müssen zum Anleger und damit zum individuellen Risikomanagement sowie dem zur Verfügung stehenden Kapital passen. Und – ganz klar – auch die Gebühren und die im Durchschnitt erreichbaren Renditen müssen Kunden in Relation zueinandersetzen, um eine Vorstellung vom Nutzen dieser besonderen Fonds-Produkte zu bekommen.

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Mein Fazit

Ähnlichkeiten im Umfeld der Frage Gold vs. ETFs zeichnen sich vor allem dahingehend ab, dass beide Instrumente Bestandteil des Handels mit Differenzkontrakten sein können, der im Folgenden noch genauer unter die Lupe genommen wird. Eine weitere Parallele zeigt sich hinsichtlich der Einsätze, die in beiden Fällen gerade bei der Auswahl von Sparplänen bei vielen Online-Brokern gering angesetzt werden. Ein Unterschied besteht eindeutig darin, dass Anleger mit Vorliebe für das Edelmetall Gold im Grunde gezwungenermaßen immer an das eine Produkte gebunden sind – auch wenn Fonds, Aktien, Barren, Münzen und Zertifikate einen gewissen Entfaltungsspielraum bieten. Oft aber steht allein der Goldpreis im Zentrum des Handels. ETFs wiederum setzen sich immer aus diversen Vermögenswerten zusammen. Die Streuung kann damit mögliche Verluste einzelner Werte oder Branchen im jeweiligen börsengehandelten Fonds ausgleichen oder noch höhere Gewinne bringen.

Autor: Agnes Nitsche