Gold vs. CFDs

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Aus der Sicht vieler Kunden haben Gold und Differenzkontrakte wenig gemeinsam → eine zutreffende Bewertung, denn physisches Gold ist eher ein Investment für Anleger mit „Sitzfleisch“, während CFD-Positionen in der Regel schon nach Minuten, Stunden oder Tagen abgehakt werden können.
  • „Entweder … oder …“ – Gold und CFDs muss nicht in jedem Fall strikt voneinander getrennt werden, denn Differenzkontrakte auf Basis des Edelmetalls bieten nicht nur Gewinnchancen, sondern bieten sich vor allem zur Absicherung offener Goldpositionen an.
  • Sowohl beim normalen Goldhandel wie auch beim CFD-Trading müssen Händler vor dem Einstieg wissen, welche Gebühren ihnen drohen → denn diese gibt es in beiden Anlagebereichen. Einzig die Höhe kann durch die Auswahl passender Broker und Händler beeinflusst werden.

Kein physischer Goldkauf beim CFD-Handel

gold gegen cfdsEtwas flapsig formuliert ließe sich ohne Weiteres sagen, dass Differenzkontrakte in aller Munde sind. Normale Privatanleger aber wissen dennoch nicht immer ganz genau, um was es sich bei den als CFDs abgekürzten Instrumenten des weltweiten Finanzmarktes eigentlich ganz genau handelt. Die Kurzform leitet sich vom englischen bzw. amerikanischen Fachbegriff „Contracts for Difference“ ab. Dahinter verbergen sich Produkte, bei denen Trader (so der gebräuchliche Terminus für Anleger, die in diesem Marktbereich spekulieren) nicht die Produkte selbst erwerben und nach Kursgewinnen wieder verkaufen. Stattdessen geht es hierbei nur um das Spekulieren auf die möglichen Kursentwicklungen, was der Wortbestandteil „Differenz“ anzeigt.

Angemessene CFD-Orders können in jeder Phase zum Gewinn führen

Händler können in diesem Bereich auch dann Gewinne realisieren, wenn die Kurse in den Keller gehen – solange sie nur eine zutreffende Prognose abgegeben und die der Logik folgenden passenden Entscheidungen daraus ableiten. Die steigenden Kurse am internationalen Goldmarkt machen Investitionen in physisches Gold nicht unbedingt erschwinglich – selbst vor dem Hintergrund der zwischenzeitlichen Preiskorrektur nach unten infolge des dramatischen Kursbooms vor einiger Zeit kann sich beim besten Willen nicht jeder Anleger den Kauf leisten. Darüber hinaus fallen die Ausgabeaufschläge bei Kleinst- und Kleinmengen in Barren (wie auch Münzen) so hoch aus, dass mancher Sparer lieber darauf verzichtet. Im Vergleich Gold vs. CFDs schneidet „echtes“ Gold teilweise sowohl positiv als auch negativ auf.

Für physisches Gold spricht:

  • Anleger zahlen bei typischen Mengen keine Steuern (vor allem keine Abgeltungssteuer).
  • Auch Mengen ab 1,00 Gramm können bei vielen Anbietern erworben werden.

Die auffälligsten Gegenargumente:

  • Gold bringt Sparern keine garantierten Zinseinkünfte ein → nur durch einen Kursanstieg und den folgenden Verkauf realisieren Goldanleger eine Rendite
  • Die besagten hohen Aufschläge, die vor allem normale Privatanleger bei kleineren Budgets betreffen
  • Kurzfristige hohe Kursgewinne sind in aller Regel nicht zu erwarten

Hohe Einsätze sind bei CFD-Brokern oft nicht nötig

Der nach wie vor hohe Goldpreis beruht auf der steigenden Nachfrage und gleichermaßen der natürlichen Begrenzung der Vorräte des weltweit begehrten Edelmetalls. Im direkten Blick auf Gold vs. CFDs überzeugen Differenzkontrakte zum Teil, weil Anleger über Broker aus diesem Bereich oft schon mit einem sehr geringen Einsatz und ausgesprochen flexibel auf Gold wetten können. Und zwar ebenso gut in Momenten, in denen ich als Broker-Kunde von einem erneuten Kursgewinn ausgehe, wie in Phasen, in denen von einem Einbruch des Goldpreises ausgegangen wird. Wobei sich Anleger selbst hier stets vor Augen führen müssen: Bei akuten wirtschaftlichen Entwicklungen können auch CFD-Positionen keine Garantie für Gewinne bedeuten.

Allerdings erlauben CFDs im Vergleich zum Handel mit physischem Gold durchaus kurzfristige Einstiege in den Markt, um Rendite mitnehmen zu können, während Gold-Anleger sonst normalerweise ein hohes Maß an Geduld aufbringen müssen, bis sich Kursgewinne zeigen, von denen nach Abzug der Transaktionskosten noch etwas im Depot übrig bleibt.

CFDs als Weg zur Verlustabsicherung bei echtem Gold

Die Kombination des Handels mit physischem Gold mit Differenzkontrakten ist das Traden von CFDs auf Gold. Zumal bietet hier sich durchaus eine Chance, weiterhin „echtes“ Gold im Depot zu behalten, auch wenn die Kurse derzeit stagnieren oder sinken. Anleger, die fest von einem baldigen Aufwärtstrend überzeugt sind, können akute und eher kurzfristige Goldkurs-Schwankungen über Differenzkontrakte auf den Goldpreis abmildern oder bereits im Depot verbuchte Gewinne absichern. Das Gute an den Kontrakten besteht diesbezüglich in erster Linie darin, dass die Zeitfenster, innerhalb derer sich Anleger bei Gold-CFDs bewegen, lediglich im Bereich von meist 1 Minute zu wenigen Tagen bewegen – die genauen möglichen Haltezeiten sind eine Frage des jeweiligen Broker-Modells.

Viele Märkte sind für den Handel mit Differenzkontrakten zugänglich

Lange Zeiträume sind generell eher die Ausnahme in diesem Segment des Finanzmarkts. Außerdem besteht die Möglichkeit, über die Plattformen der CFD-Broker an verschiedenen Handelsplätzen zu spekulieren. So kann der Ankauf je nach System an Markt A erfolgen, um durch einen Verkauf am Handelsplatz B über Kursdifferenzen höhere Renditen mitzunehmen. Kurzfristige Spekulationen auf den Goldpreis bieten reichlich Potenzial, insbesondere aufgrund der sehr hohen Liquidität des Marktes. Die digitale Ausführung von Orders (sowohl An- als auch Verkäufen) gelingt inzwischen oft innerhalb von Sekundenbruchteilen. Der Vorzug: Die schnelle Orderausführung erlaubt das Partizipieren an minimalen Veränderungen der Kurse. Abermals erweisen sich die geringen Einsätze als Pluspunkt, da auch Anleger mit wenig Kapital investieren können.

Der Handel mit Hebelwirkung und anfallende Gebühren

Kennen müssen Broker-Kunden in jedem Fall die kalkulierten Kommissionen und Spreads, über die Anbieter Umsatz generieren. CFDs auf den Goldpreis sind insgesamt ein Weg, um sowohl bei steigenden als auch sinkenden Kursen tätig zu werden. Der Aspekt der Absicherung bestehender (vor allem physischer) Gold-Positionen kann nicht oft genug beim Vergleich Gold vs. CFDs betont werden. Hinzu kommt die optionale Nutzung der Hebelwirkung, durch die sich CFDs auf Gold wie auch die zahlreichen anderen Finanzprodukte auszeichnen. So braucht es lediglich eine recht geringe Sicherheitsleistung (die sogenannte „Margin“) für das Eröffnen neuer Positionen. Je nach Instrument kann dann ein maximaler Hebel von bis zu 1:400 (und teils noch höher) in Anspruch genommen werden. Durch diese Leistung besteht die Möglichkeit, mit einem Euro Eigenkapital max. 400 Euro fremdes Kapital zu investieren.

Risiken dürfen niemals unterbewertet werden

Erwähnt sei in diesem Rahmen, dass es beim CFD-Trading nicht nur zu einem Totalverlust, sondern im schlimmstmöglichen Fall auch zur sogenannten Nachschusspflicht kommen kann. So müssten Broker-Kunden unter Umständen nicht nur mit ihrem kompletten Guthaben, sondern sogar mit ihrem übrigen Vermögen entstandene Verluste ausgleichen. Der besagte Totalverlust ist beim normalen Goldhandel eher unwahrscheinlich, denn die weltweiten Ressourcen sind begrenzt und die Nachfrage groß. Je größer die Goldmengen im Depot der Händler, desto umfangreicher müssen natürlich CFD-Orders sein, um Positionen absichern zu können.

Steigt der Goldpreis später endlich wieder, kassieren Trader wieder beim physischen Edelmetall Gewinnen und verzichten einstweilen auf weitere CFD-Gold-Orders. Bei gezielter Abstimmung beider Positionen aufeinander entsteht zumindest kein Verlust, während im bestmöglichen Fall ein zusätzlicher zwischenzeitlicher Gewinn verbucht werden kann.

haigt

Mein Fazit

Anleger, die der festen Überzeugung sind, sie müssten eine Entscheidung für eines der beiden Formate treffen, sollten sich vor Augen führen, dass CFDs auch eine lohnende Ergänzung zum herkömmlichen Handel mit Goldbarren darstellen können. Nämlich dann, wenn die Kurse fallen und die Reserven zumindest zeitweise mehr oder weniger an Wert verlieren. In solchen Zeiten können CFDs auf sinkende Goldkurse zur Absicherung schon erreichter Gewinn oder alternativ zur Reduzierung drohender Verluste zum Einsatz kommen. Der Handel mit physischem Gold verlangt – von Sparplänen mit geringem Monatseinzahlungen abgesehen – ein gewisses Budget, während Differenzkontrakte bei vielen Brokern schon ab wenigen Euro Mindesteinsatz getradet werden können. Zudem kann nicht nur Gold Grundlage von CFDs sein: Vielerorts wählen Trader zwischen einer zwei- oder dreistelligen Menge unterschiedliche Finanzinstrumente, um auf sinkende oder steigende Kurse zu spekulieren.

Autor: Agnes Nitsche