Gold vs. Optionen

 

Wenig Zeit? Kurz-Zusammenfassung

  • Gold kann zwar als Ausgangswert für den Handel mit Optionen sein; weitere wechselseitige Bezüge zwischen dem Edelmetall und Options-Derivaten aber gibt es im eigentlichen Sinne nicht.
  • Während physisches Gold tatsächlich gekauft und verkauft wird, stellen Optionen im Prinzip das dar, was ihr Name vermuten lässt: Anleger können vom Recht einer Transaktion Gebrauch machen, eine Pflicht aber besteht diesbezüglich nicht.
  • Gold-Optionen sind eine Chance für Anleger, die zwar von einem Anstieg des Marktpreises ausgehen, aber nicht vollends davon überzeugt sind, dass das Edelmetall schon bald an Wert zulegen wird.

Gold vs. Optionen oder Gold als Optionen?

gold gegen optionenWas sich hinter dem Anlageformat der Optionen verbirgt, steckt als Erklärung im Grunde sprachlich bereits im Namen der Finanzderivate. Anleger können in diesem Bereich des Finanzmarktes gewissermaßen einen Joker nutzen – können, aber nicht müssen. Dies bedeutet, dass Optionen – wie es der Name der Instrumente bereits andeutet – eine Möglichkeit darstellen, von der Börsianer nicht zwingend Gebrauch machen müssen, sollten sich die Umstände am Markt in der Zeit nach dem Einstieg nicht in der erhofften Art und Weise entwickeln. Befasst man sich mit einer Analyse „Gold vs. Optionen“ wird relativ schnell klar, dass das Edelmetall nicht nur als physisches Produkt eine Alternative zu binären Optionen oder Optionsscheinen ist bzw. andersherum Optionen zum Handel mit Barren und Münzen.

Stattdessen zeichnet sich in der professionellen Betrachtung zügig die Erkenntnis ab, dass Gold selbst ein interessanter und lukrativer Basiswert für den eigentlichen Optionshandel sein kann.

Optionen auf Gold auch als Möglichkeit für Privatanleger

Es kann also nicht allein eine Aussage der Art „entweder … oder …“ formuliert werden. Vielmehr ergibt sich für so manchen Anleger die Einsicht, dass Gold sowohl einzeln als auch auf dem Weg über Optionen Rendite einbringen kann. Jedoch: Investments in echtes Gold verlangen Geduld vom Anleger – ein hoher Kursgewinn innerhalb von Wochen und selbst Monaten ist eher unrealistisch. Daran ändert auch der Boom in den vergangenen Jahren wenig. Zumal: Die Preisbereinigung mit dem logischen Einbruch kurz nach dem Höhenflug ließ nicht lange auf sich warten, wie die Erfahrungen nicht nur einmal gezeigt haben. Ganz abgesehen von dieser Tatsache, können Optionen gerade für Kleinanleger ein lohnender Ansatz sein, wenn sie kurzfristig und mit geringem Einsatz vorgehen möchten.

Gold-Investoren müssen Handelskosten kennen

Selbst wenn Gold gerade in Form von Münzen (aber auch Barren mit einem Gewicht im einstelligen Grammbereich) durchaus mit einem eher kleinen Geldbeutel finanzierbar sein mag: Die Haltezeiten, bis Gold in physischer Form eine Rendite abwirft, die nicht einzig und allein die entstehenden Handelsgebühren ausgleicht, sind aus der Sicht vieler Anleger eher nicht die ideale Lösung. Denn wird Gold gekauft, berechnen Anbieter Aufschläge auf den aktuellen Marktpreis des Edelmetalls, im Falle einer Verkaufs fallen ebenfalls gewisse Entgelte an, die den erhofften Gewinn schmälern. Trennen sich Anleger aufgrund eines Kurseinbruchs am Goldmarkt (wenigstens) teilweise von ihren Beständen, steigt im schlimmsten Fall sogar der realisierte Verlust im Ernstfall, was gerade Kleinanleger schmerzlich treffen würde.

Gold vs. Optionen – weshalb diese beiden Produkte nicht in jedem Fall in einem Widerspruch zueinander stehen müssen, zeigt der Blick auf die klassischen Optionen oder Optionsscheine. „Optional“ sind diese Produkte insofern, dass Anleger in diesem Bereich des Marktes zwar das Recht, aber nicht die Pflicht zum Erwerb eines Produktes – zum Beispiel des Edelmetalls Gold – haben.

Hierfür wird

a) ein bestimmter Preis für den Erwerb festgelegt und

b) eine Laufzeit definiert, an deren Ende der Kauf getätigt werden kann.

Optionshandel zeichnet sich durch etliche wichtige Faktoren aus

Dieses Exempel bezieht sich faktisch auf eine Kauf-Option. Ihr Gegenstück ist entsprechend eine Verkaufs-Option, bei der es um das Recht zur Durchführung eines Verkaufs statt des Erwerbs gehen würde. Weitere Faktoren im Umfeld der Optionen sind Aspekte wie etwa die Implizite Volatilität (IV), die als Analyse-Kriterium zeigt, ob der derzeitige Goldpreis verglichen mit historischen Daten als eher günstig oder eher teuer zu bezeichnen ist. Interessant ist für Anleger, dass sie am Markt und bei den diversen Anbietern im Grunde jederzeit zwischen zahlreichen Optionen auf Gold wählen können, um Produkte ausfindig zu machen, die ihrer Situation und ihren Zielen am besten entsprechen können. Dies zu erkennen, verlangt von Anlegern wie in allen Bereichen mindestens ein gewisses Basiswissen; wenigstens mit der Funktionsweise des Optionshandels sollten Händler vertraut sein.

Beide Produkte werden an zahlreichen weltweiten Märkten gehandelt

Nochmals sei darauf hingewiesen, dass es entscheidende Unterschiede nicht nur bezüglich der Bewertung Gold vs. Optionen gibt. Im gleichen Maße müssen Interessenten vor der Beantwortung der Frage, welcher Ansatz den eigenen Wünschen gerecht wird, zwischen (binären) Optionen und Optionsscheinen differenzieren. Eine Parallele zwischen Optionen und Gold gibt es dahingehend, dass weder Binäroptionen noch Gold einen einzelnen festen Emittenten, also Anbieter aufweisen. So findet der Handel an vielen Märkten weltweit statt und wird im Normalfall zwischen zahlreichen Käufern und Verkäufern abgewickelt. Binäre Optionen werden dabei über Broker – teils auch Banken mit eigenen Brokerage-Portalen – gehandelt, die für ihre Kunden wiederum entweder den Kontakt zu Käufern/Verkäufern vermitteln über ihre Plattformen oder selbst als Marktteilnehmer in Erscheinung treten. Einen Herausgeber im eigentlichen Sinn sucht man als Anleger in spe also vergeblich.

Unterschiede bei den drohenden Verlusten zur Kenntnis nehmen

Das Risiko bei dieser Art Optionen besteht darin, dass Kunden – wie weiter oben beschrieben – gewinnen oder verlieren. Dies wiederum heißt: Kunden laufen selbst bei reichlichem Erfahrungsschatz Gefahr, dass es zu einem Totalverlust kommen kann, wenn falsche Positionen über den ausgesuchten Binäre-Optionen-Broker eröffnet und später geschlossen werden zum Verfallszeitpunkt. Wer auf dem direkten Wege in Gold investiert bzw. auf die Kursveränderungen wettet, kann zwar in schlechten Phasen des Marktes von Verlusten betroffen sein. Ein kompletter Verlust kann aber genau genommen von Anfang an ausgeschlossen werden. Denn die Nachfrage aus der Industrie ist groß und die natürlichen Ressourcen über die in Umlauf befindlichen und für Recyclingmaßnahmen verfügbaren Mengen sind überschaubar. Als wahrscheinliche Folge ist von einem langfristig steigenden Goldpreis auszugehen.

Abweichende Risiken je nach Options-Anbieter

Sind im Vergleich Gold vs. Optionen die tatsächlichen Optionsscheine gemeint, kann durchaus von Emittenten oder Herausgebern gesprochen werden. Diese zeichnen verantwortlich für die Angebote am Markt. Die Scheine sind wie binäre Optionen von einem anfangs festgelegten Ablauf- oder Verfallszeitpunkt gekennzeichnet. Binäre Optionen gehen zu diesem Zeitpunkt mit einem Gewinn oder Verlust einher, bei Optionsscheinen entscheiden Anleger spätestens jetzt, ob sie die potentielle Investition wirklich wünschen. Das Risiko ist darin zu sehen, dass auch hier ein Totalausfall des investierten Kapitals denkbar ist. Und zwar immer dann, wenn der Emittent zwischenzeitlich aufgrund wirtschaftlicher Probleme zahlungsunfähig wurde – es geht also um das sogenannte Insolvenzrisiko.

Dies ist bei großen Banken und Wertpapierhäusern vielleicht unwahrscheinlich, zumindest in der Theorie aber besteht das Risiko durchaus. Deshalb sollteb insbesondere Anfänger eher auf bekannte und liquide Anbieter von Optionsscheinen setzen, selbst wenn die Gewinnaussichten in diesem Bereich weniger rentabel ausfallen.

Gewinne und Gefahren bei Optionsbereichen

100 % Gewinn und mehr sind beim Optionen Trading nicht ungewöhnlich. Diese Gewinne sind bei Optionsscheinen auch möglich. Sowohl Optionen als auch Optionsscheine ermöglichen damit den Handel mit relativ geringem Kapitaleinsatz. Gewinne bei Optionsscheinen liegen normalerweise im einstelligen oder geringen zweistelligen Prozentbereich, bei Call- und Put-Optionen über Binäre-Optionen-Broker winken oft bis zu 100 Prozent. Mit steigendem Risiko können sogar mehrere hundert Prozent Rendite erreicht werden. Optionsscheine werden an Terminbörsen (z.B. Eurex) gehandelt, jedoch ist der Handel in einigen Ländern wegen der hohen Anfälligkeit für Manipulationen nicht erlaubt, was eine Einschränkung des Handelsspielraums mit sich bringt.

In beiden Marktsparten geht es ums Vertrauen zum Broker/Händler

Gold-Anleger können über ihre Bank investieren oder online bei Goldhändlern Geld in das Edelmetall anlegen, um an positiven Entwicklungen teilzuhaben. Garantien gibt es freilich nicht, dass es zum erhofften Plus des Goldpreises kommen wird. Zudem müssen Anleger wie beim Trading mit binären Optionen bewusst entscheiden, welchem Anbieter sie ihr Geld anvertrauen. Goldhändler aus dem Ausland lassen im Test vielfach keine vergleichbaren guten Ergebnisse erkennen wie deutsche Dienstleister, wenn es um die Themen Einlagensicherung und Regulierung durch staatliche Finanzaufsichtsbehörden geht. Es gibt also am Ende verschiedene Ähnlichkeiten und Unterschiede, wenn man sich mit der praktischen Gegenüberstellung nach dem Ansatz Gold vs. Optionen und Optionsscheine eingehend beschäftigt.

haigt

Mein Fazit

Optionen können auf zahlreiche andere Finanzinstrumente ge- oder verkauft werden. Gold ist einer dieser Vermögenswerte. Beim Handel mit physischem Gold oder dem Aufbau eines Vermögens in Gold durch einen Sparplan geht es immer um die tatsächliche Investition. Anleger, die auf Optionen setzen, müssen erst zum Ende entscheiden, ob sie von ihrem Recht zum Kauf oder Verkauf Gebrauch machen möchten. Dies muss aber nicht zwingend ein Vorteil sein. Beide Produkte sind geprägt von speziellen Eigenschaften, mit denen sich Investoren erst einmal auskennen müssen, bevor sie Geld locker machen.

Autor: Agnes Nitsche